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Synoden geben grünes Licht für die Nordkirche
Plau am See/Züssow/Rendsburg (epd). Die erste Fusion evangelischer Landeskirchen in Ost- und Westdeutschland ist perfekt. Die Synoden Nordelbiens, Mecklenburgs und Pommerns stimmten am Sonnabend mit den jeweils nötigen Zwei-Drittel-Mehrheiten der Bildung der Nordkirche zu. In den Bundesländern Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern soll damit bis 2012 die fünftgrößte deutsche Landeskirche mit rund 2,4 Millionen Mitgliedern entstehen.
Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland, so der offizielle Name, wird sich auf 40.000 Quadratkilometern von Sylt bis Ueckermünde erstrecken. Mit der Fusion verringert sich die Zahl der evangelischen Landeskirchen in Deutschland von derzeit 22 auf 20.
In den Kirchenleitungen Mecklenburg, Pommerns und Nordelbiens wurde das Votum der Kirchenparlamente mit großer Erleichterung aufgenommen. Der Mecklenburger Bischof Andreas von Maltzahn sagte, die Entscheidung gebe Klarheit für den weiteren Weg. Der pommersche Bischof Hans-Jürgen Abromeit betonte, er sei dankbar, dass die Argumente für eine Fusion "insgesamt so überzeugend waren, dass wir die nächsten schweren Schritte in Angriff nehmen können".
Der Vorsitzende der nordelbischen Kirchenleitung und Schleswiger Bischof Gerhard Ulrich erklärte, jetzt müsse eine neue Gemeinschaft wachsen. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, sagte, die drei Landeskirchen hätten ein "weiteres deutliches Zeichen für die Reformfähigkeit des deutschen Protestantismus" gesetzt. Die Entscheidung sei außerdem im 20. Jahr nach der friedlichen Revolution von 1989 ein "beispielhafter kirchlicher Schritt für die konstruktive Aufnahme der unterschiedlichen Traditionen und Erfahrungen aus Ost und West".
Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands, der Münchener Landesbischof Johannes Friedrich, dankte den Verantwortlichen in den drei beteiligten Landeskirchen, dass sie "zu so vielen Kompromissen" bereit seien, um den Schritt zu einer Fusion "trotz nicht geringer Bedenken" zu gehen.
Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) gratulierte den drei Landeskirchen zu der Entscheidung. Besonders freue er sich, dass der Sitz des Landesbischofs nach Schwerin komme, sagte Sellering dem epd. "Das ist ein sehr positives Signal für die künftige Zusammenarbeit zwischen Ost und West in der neuen gemeinsamen Nordkirche.?
Die Abstimmung in den drei Kirchenparlamenten erfolgte am Sonnabendmittag zeitgleich an den drei Tagungsorten Rendsburg, Plau am See und Züssow. Die nordelbische Synode votierte mit 102 Ja- und 26 Nein-Stimmen für den Vertrag, in Mecklenburg gab es 39 Ja- und 17 Nein-Stimmen, in Pommern 44 Ja- und 13 Nein-Stimmen bei einer Enthaltung.
Bis zuletzt war die Zustimmung der Synoden fraglich. Im nordelbischen Kirchenparlament waren Forderungen laut geworden, die Fusion zu verschieben und zunächst lediglich die Kooperation der drei Landeskirchen fortzusetzen.
Strittig in dem Fusionsprozess waren vor allem Standortfragen. Der am 5. Februar von den Kirchenleitungen unterzeichnete Vertrag sieht Kiel als Ort des gemeinsamen Kirchenamtes und Schwerin als Sitz des Landesbischofs vor. Ursprünglich war für beide Organe aber Lübeck vorgesehen.
Gliedern soll sich die Nordkirche in elf nordelbische und die beiden neu zu bildenden Kirchenkreise Mecklenburg und Vorpommern. Neben dem Landesbischof in Schwerin wird es Sprengelbischöfe in Hamburg, in der Stadt Schleswig für Schleswig-Holstein sowie in Greifswald für Mecklenburg-Vorpommern geben.
Erst zu Jahresbeginn war die Fusion der Kirchenprovinz Sachsen mit der Landeskirche Thüringen zur Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) wirksam geworden. Zudem prüfen die fünf Landeskirchen in Niedersachsen, ob ein Zusammenschluss sinnvoll ist. Angesichts einen sinkenden Zahl von Kirchenmitgliedern und Finanzeinbußen hatte die EKD 2007 eine radikale Verringerung der Zahl der Landeskirchen auf etwa acht bis zwölf im Jahr 2030 ins Gespräch gebracht. Die Initiative dazu soll aber aus den Landeskirchen kommen. (28.3.2009)
















