
- Hans-Joachim Seel
Wort des Präses der Synode der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs
Ich will mit dem Schmerzhaften anfangen. Die Überschaubarkeit unserer mecklenburgischen Landeskirche, die gemeinsame Geschichte, die Vertrautheit der handelnden Personen untereinander – wir wissen nicht genau, in welcher Form dies alles weiter bestehen wird.
Ich sehe in der Nordkirche aber auch eine große Chance. Wir können Kräfte im Organisatorischen bündeln, für wichtige übergemeindliche Aufgabe auf größere und damit leistungsfähigere Apparate zurükgreifen, und wir Mecklenburger können die Begegnungen mit den Menschen aus einer großen und heterogenen Westkirche als Glück empfinden. Gerade in dieser Auseinandersetzung können wir uns und den anderen zeigen, was uns wichtig ist.
Wir sind dadurch in einer guten Weise gezwungen, manch lieb gewordene Gewohnheiten auf den Prüfstand zu stellen.
Eine Fülle von Dingen wie Finanzausgleich, Standortfragen und Pfarrstellenschlüssel
werden zu klären sein, damit die Synodalen der drei Kirchen im Herbst eine verlässliche Entscheidungsgrundlage haben.
Es gibt keinen Grund, verzagt in diese Verhandlungen zu gehen. Spannend ist es doch,
das Fremde zu erleben und auf diese Weise neue Gemeinsamkeiten zu entdecken und
herzustellen. Und wenn wir dabei nicht vergessen, dass wir eine Kirche für andere sind,
wird es uns auch gelingen.
Hans-Joachim Seel
Präses der Landessynode



