Synodenpräses rechnet mit Hamburger Bischofswahl im Juni
Hamburg (epd). Die Kandidatensuche für die Neubesetzung des vakanten Bischofsstuhls in Hamburg steht offenbar kurz vor dem Abschluss. Das berichtet die "Evangelische Zeitung" unter Berufung auf den nordelbischen Synodenpräsidenten Hans-Peter Strenge. "Ich rechne damit, dass ich im April den Synodalen Namensvorschläge übersenden kann", sagte Strenge der in Hamburg und Hannover erscheinenden Zeitung. Unter Einhaltung der gesetzlichen Zehn-Wochenfrist könne die Nordelbische Synode dann in der zweiten Juni-Hälfte im Hamburger Michel zur Bischofswahl zusammentreten.
Seit dem Rücktritt von Bischöfin Maria Jepsen im Juli 2010 wird der Bischofsbezirk (Sprengel) Hamburg und Lübeck von ihrem ständigen Vertreter geleitet, dem Harburger Propst Jürgen Bollmann. Die Suche nach einem Nachfolger konnte damals nicht sofort beginnen, weil erst Ende September 2010 der neue Bischofswahlausschuss der Nordelbischen Synode gegründet wurde. Unter dem Vorsitz von Bischof Gerhard Ulrich gehören ihm zwölf Männer und fünf Frauen an, die seitdem regelmäßig unter strengster Verschwiegenheit tagen.
Ursprünglich geplant war die Bischofswahl für Februar 2011. Doch der Termin ließ sich nicht halten - die Kandidatensuche gestaltete sich offenbar schwierig. "Tatsächlich berät der Bischofswahlausschuss gründlich und führt viele interessante und vertrauliche Gespräche", sagte Synodenpräsident Strenge, der Mitglied in dem Ausschuss ist. Von "Verzweiflung" bei der Suche, wie unlängst das "Hamburger Abendblatt" berichtete, könne jedoch keine Rede sein.
Namen gibt es nicht, das Schweigen ist eisern und alles andere ist pure Spekulation. Schon jetzt einmalig in der Hamburger Kirchengeschichte der vergangenen Jahrzehnte ist aber eine derart lange Bischofs-Vakanz. Als Maria Jepsen im April 1992 zur weltweit ersten Bischöfin gewählt wurde, zählte der damalige Bischof Peter Krusche zu den ersten Gratulanten. Er amtierte noch bis Ende Juli und übergab die Amtsgeschäfte Anfang August 1992 an seine Nachfolgerin. Einen ähnlich fließenden Wechsel hatte es zu Krusches Amtsantritt 1983 mit seinem Vorgänger Bischof Hans-Otto Wölber gegeben.
Klaus Merhof (epd)
(11.3.2010)
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