Diakonie-Fusion in Mecklenburg-Vorpommern wieder wahrscheinlich

 

Schwerin (epd). Die bereits als gescheitert geltenden Pläne für eine Fusion der beiden Diakonischen Werke in Mecklenburg-Vorpommern könnten durch die geplante "Nordkirche" doch noch Realität werden. Durch die Verhandlungen zu einem Zusammenschluss der mecklenburgischen und pommerschen evangelischen Landeskirchen mit der nordelbischen Landeskirche entstehe nun Druck auf die Diakonie zur Verschmelzung auf Landesebene, sagte der mecklenburgische Diakonie-Landespastor Hartwig Daewel am Freitag dem epd in Schwerin.

 

Es hätten bereits Gespräche für eine Fusion der beiden Diakonischen Werke begonnen, sagte der Theologe weiter. Angestrebt werde, die Verschmelzung im kommenden Jahr zu vollziehen, spätestens zum Jahresbeginn 2010. Anfang Februar sei bereits ein Kooperationsvertrag zwischen dem mecklenburgischen und dem pommerschen Diakonischen Werk unterzeichnet worden. Geplant ist, die Kooperation auszubauen und in eine Fusion zu führen. Durch die Kooperation sollen Doppelstrukturen vermieden, aber keine Stellen abgebaut werden.

 

Angestrebt werde, dass es in der geplanten "Nordkirche" drei Diakonische Werke gibt, die jeweils auf den Landesebenen von Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern agieren. Dies sei wichtig, da die Sozialgesetzgebung zum großen Teil Ländersache und die sozialen Probleme zum Teil sehr unterschiedlich seien. Für die Bereiche von Hamburg und Schleswig-Holstein existierten bereits jeweils ein Diakonisches Werk, nur in Mecklenburg-Vorpommern müsse dies noch geschaffen werden.

 

Die Fusion der beiden Diakonischen Werke im Nordosten galt bislang als gescheitert, da es auf pommerscher Seite nicht zu den erforderlichen Beschlüssen kam. Ursprünglich war ein Zusammenschluss beider evangelischer Wohlfahrtsverbände bereits für 2005 und zuletzt für den 1. Januar 2007 vorgesehen. Daewel sagte, es solle nun nicht mehr zurückgeschaut werden. "Wir gucken nach vorne." Er sei zuversichtlich, dass die nun angestrebte Fusion klappen werde. Dafür sollen möglichst viele Hürden wie etwa Fragen zum künftigen Arbeitsrecht und der Mitarbeitervertretung außen vor gelassen werden. Die beiden Wohlfahrtsverbände gehören zu den größten Trägern von Sozialeinrichtungen im Land. (29.03.2008)

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