Erstes Musikfest der Nordkirche unter dem Thema „Dreiklang“ in Greifswald
Greifswald (rn). Im Jahr 2012 wird aus den drei evangelischen Landeskirchen in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern eine gemeinsame Nordkirche entstehen. Aus diesem Anlass wird vom 24. bis 26. August 2012 in der Universitäts- und Hansestadt Greifswald ein großes Chorfest unter dem Motto „Dreiklang“ veranstaltet.
Landeskirchenmusikdirektor Frank Dittmer sagte, daß man damit eine Tradition aufnehme, die es in Pommern und Mecklenburg schon seit Jahren gebe. Bisher seien Chorfeste in Rostock, Stralsund und Neubrandenburg gefeiert worden. Man erwarte mehr als 3.000 Musizierende in Greifswald. Zielgruppe des Musikereignisses seien die „ganz normalen Chöre, die keine Oratorien aufführen können,“ sagte Dittmer. „Wir wollen die Basis erreichen und das machen wir auch durch die ausgewählte Literatur, die vor dem Chorfest schon eingeübt werden kann.“
Der Demminer Kantor Thomas Beck vom Kirchenmusikwerk Mecklenburg-Vorpommern freute sich, daß diese Idee in Nordelbien sofort auf Zustimmung gestoßen sei. „Wir haben die Tradition, alle vier Jahre ein Kirchenmusikfest zu veranstalten und so lag es nahe, das für die ganze Nordkirche gemeinsam zu planen.“
Zum Auftakt ist auf dem Greifswalder Marktplatz eine große Veranstaltung vorgesehen und am Abend eine Aufführung des „Elias“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy durch Chöre der Nordkirche. Der Sonnabend „steht unter dem Zeichen des gemeinsamen Singens und es werden Workshops angeboten, deren Ergebnisse im Laufe des Tages präsentiert werden,“ sagte Dittmer. Ein weiterer Höhepunkt sei ein Singen der Chöre rund um den Greifswalder Museumshafen, wobei auch die Traditionsschiffe einbezogen werden sollen. Am Abend sei eine Nacht der Chöre sowie eine Gospelnacht geplant. Am letzten Tag des dreitägigen Festes würden die Chöre in den Gottesdiensten von Greifswald und den umliegenden Gemeinden singen und dann in einer Prozession von den Greifswalder Kirchen zur Abschlußveranstaltung auf dem Marktplatz ziehen, sagte Dittmer.
Um die Musizierenden unterzubringen sei man auch auf die Bereitstellung von Privatquartieren angewiesen, sagte Landeskirchenmusikdirektor Dittmer. Der nordelbische Landeskirchenmusikdirektor Hans-Jürgen Wulf teilte mit, daß man die Idee eines Sonderzuges von Nordelbien nach Greifswald überlege. „Die neue Kirche wächst nicht nur über Verfassungstexte und Strukturen sondern auch durch gemeinsames Singen,“ meinte er und schaute auf die dann gerade vollzogene Kirchenfusion voraus: „Das kann eine Chance für die junge Nordkirche werden, daß man sich mit Musik auf eine Reise durch die neue Kirche macht.“
Der pommersche Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit sagte, daß die Gemeinsame Kirchenleitung das Vorhaben einstimmig genehmigt habe. „Eine Kirche hat vor allem Raum zu geben, daß man Gott lobt und wie kann man das besser machen als mit Singen?“ Er wies auch auf die Randlage Greifswalds in der neuen Kirche hin. „Das erste Chorfest der Nordkirche im pommerschen Greifswald ist ein deutliches Zeichen, daß die neue Kirche die gesamte Erstreckung positiv wahrnimmt.“
Für die Organisation des Musikfestes soll eine Arbeitsstelle mit zwei befristet angestellten Personen eingerichtet werden.





