Mecklenburgischer Synodaler verließ Synodentagung

 

Schwerin (rn). Der Vorsitzende des Rechtsausschusses der mecklenburgischen Landessynode, Dr. Stefan Mahlburg (Augustenruh), hat aus Protest gegen Geschäftsordnungsfragen die Synodaltagung am Sonnabendmittag verlassen.

 

Hintergrund war ein Antrag vom Freitag, den der Rostocker Synodale Prof. Dr. Hermann Michael Niemann – der eine Kooperation der drei Nordkirchen vorschlug – gerade zurückgezogen hatte. Niemann sah die Behandlung der Einbringung seines Antrages durch das Präsidium als nicht korrekt an. Daraufhin stellte der Synodale Tom Ogilvie (Roggentin), den gleichen Antrag und er wurde durch Abstimmung auf die Tagesordnung gesetzt. Daraufhin beantragte der Synodale Dr. Ulrich Born (Pingelshagen) eine fünfminütige Unterbrechung der Sitzung. Als diese abgelehnt wurde, verließ Mahlburg die Sitzung. Er hielt es für „unmoralisch“, daß die Synode einen Antrag annehme, wo der Antragsteller nicht in der Sache hinter dem Antrag stehe.

 

Zuvor hatte Landesbischof Dr. Andreas von Maltzahn an die Synodalen appeliert. „Verletzungen sind im Raum und ich wäre dankbar, wenn wir wieder zum sachlichen Umgang zurückkehren und zur Sache versuchen zu reden. Es hängt auch von der Art und Weise der Debatte ab, ob wir beieinander bleiben und über die Sache reden.“

 

Der Antrag von Prof. Niemann, sah eine vertraglich geregelte Kooperation mit Zielrichtung Fusion auf der Basis aller bisherigen Vorarbeiten vor. Der Zeitplan sollte unverändert bleiben mit dem einzigen Unterschied, daß die Grundentscheidung nicht 2009 sondern erst 2011 fällt.

 

Der Vorsitzende des Theologischen Ausschusses, Dr. Mitchell Grell (Kirchdorf), sagte, daß eine Annahme dieses Antrages von den beiden anderen Partnern als Affront aufgefaßt werden würde. Ein solcher Antrag auf Kooperation wäre vor einem Jahr hilfreich gewesen, aber nun nicht mehr. Dennoch hätte „dieses Papier uns damals zu größerer Verbindlichkeit geführt,“ fügte er hinzu.

 

Der Synodale Claus sagte, daß man das nächste halbe Jahr nutzen solle, um die vielen offenen Punkte des Antrags in die Verhandlungen einzubringen und auszuverhandeln.

 

Der Rektor des Pädagogisch-Theologischen Institutes, Dr. Hartwig Kiesow, stellte „keine Begeisterung“ bei Gemeinden, Mitarbeitenden und Propsteisynoden fest. „ES muß ein Wehen des Heiligen Geistes vorhanden sein, wenn wir eine neue Kirche gründen. Hier stimmt irgend etwas nicht,“ sagte Kiesow.

 

Nach der Mittagspause zog Tom Ogilvie seinen Antrag zurück. Die allgemeine Aussprache zum Themenbereich Nordkirche wird fortgesetzt.

 

Die Landessuperintendentin des Kirchenkreises Stargard, Christiane Körner, warb für die Nordkirche. Wir haben einen heftigen Gemeindegliederschwund und haben „zuwenig Möglichkeiten der Personalentwicklung in dieser kleinen Landeskirche.“ Sie bewertete die bisherigen Verhandlungen „als erstaunlich fair und solidarisch,“ und dankte den Beteiligten für die intensive Arbeit. In DDR-Zeiten sei man solidarisch in der Gehaltsfrage gewesen und habe die Gehälter „nicht hochgefahren und ich hoffe immer noch, daß wir nicht auf 100% gehen.“ Nötig sei außerdem eine Horizonterweiterung und starke Zentren. „Ich gehe nicht mit fliegenden Fahnen in eine Nordkirche, aber ich bin dafür.“ Die Synodalen stimmten ihr mit deutlichem Applaus zu. (20.9.2008)