28.2.2008: Nordelbische Kirche lädt mecklenburgische und pommersche Kirche zu Sondierungsgesprächen ein
Kiel (nek/ran). Die Kirchenleitung der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche hat die mecklenburgische und pommersche Kirche zu Sondierungsgesprächen über die Bildung einer gemeinsamen evangelischen Kirche im Norden eingeladen. In den Gesprächen solle die Idee einer lebendigen Kirche in „unserem gemeinsamen Kultur- und Gestaltungsraum im Norden konkretisiert werden“, schreibt der Vorsitzende der Kirchenleitung Nordelbiens, Bischof Dr. Hans Christian Knuth, in einem Brief an den
Landesbischof Mecklenburgs, Hermann Beste, und an den Bischof der Pommerschen Kirche, Dr. Hans-Jürgen Abromeit. „Aus der gemeinsamen Geschichte der Zusammenarbeit ist uns eine gegenseitige Verantwortung für die Gestaltung der kirchlichen Arbeit für die Zukunft erwachsen“, so Knuth weiter.
Es sei notwendig, auch weiterhin die unterschiedlichen Prägungen der drei Landeskirchen zu respektieren, dennoch bräuchten die Kirchen gerade zum jetzigen Zeitpunkt eine neue Qualität der Zusammenarbeit. „Wir sehen in diesem Augenblick eine besondere Chance, dass diese Kirche des Nordens Gestalt gewinnen kann“, sagte Bischof Dr. Knuth, denn als evangelische Kirche in einem zunehmend säkularen Umfeld sei es wichtig, dem eigenen Auftrag zur Verkündigung des Evangeliums lebendig und einladend nachzukommen.
Unter Bezug auf die Tageslosung von heute (28. Feb.) - Römer 12, 5-6 „Wir viele sind ein Leib in Christus, aber untereinander ist einer des andern Glied, und wir haben verschiednen Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist“ erinnert der Bischof an diese über Jahrzehnte gewachsene, lebendige gemeinsame Geschichte der Partnerschaft und guten Kooperation, die sich auch in der zwischen den drei Landeskirchen im Jahr 2000 geschlossenen Kooperationsvereinbarung zeige.
Vorausgegangen seien dieser Vereinbarung viele Projekte, die zu wichtigen Bausteinen einer friedenspolitischen Arbeit in den Zeiten der deutschen Teilung und einer Förderung des gegenseitigen Verständnisses zwischen Ost und West in den Jahren der Wende waren. Ausdruck der gelungenen Kooperation in jüngster Zeit seien unter anderem die gemeinsame Ausbildung der Pastorinnen und Pastoren sowie der Prädikanten aller drei Landeskirchen.
Der im Mai zu eröffnende Mönchsweg und die Straße der Backsteingotik hätten darüber hinaus in einer stark frequentierten Urlauberregion weitere Wege zueinander erschlossen.
Die Gespräche zwischen den drei Landeskirchen sollen möglichst bald beginnen. Ein Termin steht noch nicht fest.
Die pommersche Kirche hat 103 000 Gemeindeglieder, 140 Pfarrer/innen und 448 Kirchen.
Die mecklenburgische Kirche hat 211 000 Gemeindeglieder, 210 Pastor/innen und 734 Kirchen.
Die nordelbische Kirche hat 2,13 Mio. Gemeindeglieder, 1.452 Pastoren/Pastorinnen und 812 Kirchen.



