Pommersche Kirche eröffnet Frühjahrstagung mit Diskussion zur Nordkirche

 

Züssow (rn/epd). Die Synode der Pommerschen Evangelischen Kirche hat am Freitagnachmittag in Züssow ihre zweitägige Frühjahrstagung begonnen. Schwerpunkt ist die Entscheidung über den Fusionsvertrag zu der für 2012 geplanten Nordkirche. Die Beratungen darüber begannen am Abend mit einer allgemeinen Aussprache und der ersten Lesung des Fusionsvertrags.

 

Konsistorialpräsident Peter von Loeper stellte den Fusionsvertrag den 67 Synodalen vor und empfahl die Annahme des Vertrages. An vielen Stellen seien gegenüber der Vorlage vom Herbst 2008 deutlich bessere und konkretere Lösungen erreicht worden. Der Vertrag ermögliche eine Stärkung der Gemeinden vor Ort und dies diene der Verkündigung des Evangeliums. Von Loeper sagte, daß es verständlich sei, daß die Euphorie der Herbstsynoden geringer geworden ist: "Wir waren auf dem Berg der Verklärung und sind nun im Tal der Bewährung."

 

In der Aussprache lehnte der Synodale Michael Mahlburg (Eixen) den Vertrag ab und forderte „die finanzielle Eigenständigkeit“ herzustellen und „mit den Mitteln zu leben, die die Christen hier aufbringen.“ Wenn man dem Vertrag zustimme, begäbe man sich wieder in finanzielle Abhängigkeit. Auch würden viele Menschen, die die Pommersche Kirche als ihre Heimat betrachten würden, bei größeren Strukturen diese Bindung verlieren. „Werden dann nicht noch mehr Menschen meinen, auch ohne Kirche Christen sein zu können?“

 

Auch der Synodale Dr. Thomas von Woedtke lehnte den vorliegenden Entwurf ab, da es keine Gründe für eine neue Kirche gebe. Er vermißte die breite Beteiligung, wie sie beim „Pommerschen Perspektivplan“ gegeben war. Nicht wegen Einzelheiten lehne er den Vertrag ab, sondern „aus grundsätzlichen Erwägungen, wie der Vertrag zustande gekommen ist.“

 

Die Landessynode gab dem Mitarbeitervertreter Thomas Franke das Rederecht und er plädierte hinsichtlich des Arbeitsrechtes für das Einheitsmodell des „Zweiten Weges.“ Bevor die Synodalen die Tagungsstätte betreten hatten, wurden sie von nordelbischen ver.di-Vertretern empfangen, die Informationsmaterial verteilten. Dieser Vorschlag wurde von Landesjugendpfarrer Martin Wiesenberg aufgenommen und zur Beschlußfassung vorgeschlagen.

 

Die Stralsunder Superintendentin Helga Ruch gab zu bedenken, daß man jetzt einen „Kairos“ – einen besonderen Zeitpunkt der Möglichkeit des Zusammengehens erlebe und votierte für die Annahme des Vertrages: „Wir werden so eine Möglichkeit nicht wieder haben."

 

Auch der Synodale Thomas Graffam plädierte für eine Zustimmung zum Vertrag berichtete von positiven Begegnungen auf der Kirchentagsarbeit und freute sich, daß „wir nicht erst handeln, wenn uns das Wasser bis zum Hals steht,“ sondern daß man mit der Nordkirche einen deutlichen Schritt voraus gehe.

 

Im letzten Beitrag am Abend sagte Oberkonsistorialrat Dr. Christoph Ehricht, daß „die Aufbruchstimmung etwas auf der Strecke geblieben ist, da Pakete geschnürt wurden, die inhaltlich nichts miteinander zu tun hatten. Aber es ist nach Überzeugung der Kirchenleitung ein verantwortbarer Kompromiß.“ Daher habe sie das Vertragswerk der Landessynode zur Annahme vorgeschlagen. (27.3.2009)