Bischofsstellvertreter will Hamburg in der Nordkirche stärken
Hamburg/Schwerin (epd). Für eine stärkere Rolle Hamburgs in der künftigen Nordkirche hat sich Propst Jürgen F. Bollmann, Vertreter der Mitte Juli zurückgetretenen Bischöfin Maria Jepsen, ausgesprochen. Die Metropole Hamburg beherberge "alle für die ganze Region bedeutenden politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Institutionen", schreibt der Harburger Propst in der jüngsten Ausgabe der "Evangelischen Zeitung" (Hamburg/Kiel/Hannover). Daran könne Kirche "nicht vorbeigehen" und müsse sich in diesem bunten Treiben "ausreichend Gehör verschaffen".
Allerdings hätten sich die Gremien dagegen entschieden, das landesbischöfliche Amt, das Kirchenamt oder die Synode in Hamburg anzusiedeln. Doch "nicht immer und nicht jedem ist die Weisheit der Beschlüsse von demokratischen Gremien erkennbar", schreibt Bollmann. Die Stadt fordere die Kirche mit ihren Themen heraus: "Vom Land her wird sie die Antworten nicht entwickeln können."
Die Fusion der drei evangelischen Kirchen von Mecklenburg, Nordelbien und Pommern zur Nordkirche ist für Pfingsten 2012 geplant. Seit kurzem liegt der erste Entwurf einer gemeinsamen Verfassung vor, der im Oktober auf der ersten verfassungsgebenden Synode in Lübeck-Travemünde eingebracht, bis zum Sommer 2011 beraten und im Januar 2012 verabschiedet werden soll. Die Nordkirche hätte rund 2,4 Millionen Mitglieder, darunter 196.000 in Mecklenburg und rund 96.000 in Pommern. (23.8.2010)



