"Nordkirche": Bischof Huber ruft Synoden zur Zuversicht auf
Berlin/Hamburg/Kiel (epd). Der Rats-Vorsitzende der Evangelischen Kirchen in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, hat die Synoden von Nordelbien, Mecklenburg und Pommern zur Zuversicht bei der Abstimmung zur "Nordkirche" aufgerufen. Eine Fusion gelinge nur, wenn der Wunsch, auf etwas Neues zuzugehen, sich mit der Bereitschaft zum Kompromiss verbinde, sagte Huber in Berlin.
Die drei Synoden stimmen voraussichtlich am kommenden Sonnabend (28. März) in zeitgleich geplanten Sitzungen über einen Fusionsvertrag ab. Diesen hatten die Kirchenleitungen am 5. Februar im Ratzeburger Dom unterzeichnet. Nach Hubers Worten blickten viele Christen in ganz Deutschland auf die Beratungen und hofften "auf ein weiteres Zeichen für die Reformfähigkeit des deutschen Protestantismus".
Die Fusion ist umstritten. So werden in der Sitzung der nordelbischen Synode in Rendsburg die 140 Kirchenparlamentarier auch einen Antrag der Kirchenkreise Eckernförde und Rendsburg beraten, der einen verbindlichen Fusionsvertrag erst ab 2012 oder 2013 ins Auge fasst und zunächst eine enge Kooperation vorschlägt. Ein weiterer Antrag mit Standortänderungen kommt von Hamburger Kirchenkreisen.
Nach Hubers Worten würden 20 Jahre nach dem Fall der Mauer unterschiedliche Traditionen und gesellschaftliche Erfahrungen als wechselseitige Bereicherung erkannt. Dabei liege der Maßstab für neue kirchliche Strukturen "nicht in lieb gewordenen Gewohnheiten, sondern in der Verantwortung für die Weitergabe des Evangeliums". Die "Nordkirche", die nach bisherigen Planungen 2012 gegründet werden könnte, hätte insgesamt 2,4 Millionen Kirchenmitglieder. (23.3.2009)



