Anträge in Nordelbien auf Verschiebung und Veränderung
Rendsburg (nr). Die Nordelbische Synode ist in den zweiten Sitzungs-Nachmittag (27. März) mit mehreren Anträgen und ersten Debattenbeiträgen zum Fusionsvertrag gestartet.
Für die Kirchenkreissynoden Rendsburg und Eckernförde beantragte Propst Kai Reimer, die Fusion in die nächste Wahlperiode in den Jahren 2012 und 2013 zu verschieben. Für die Zeit bis dahin sollte ein weitgehender Kooperationsvertrag vereinbart werden.
Reimer begründete dies unter anderem mit rechtlichen Bedenken. „Der Fusionsvertrag ist in der jetzt vorliegenden Fassung und der zwingenden Verpflichtung, eine gesetzliche Zwei-Drittel-Mehrheit zu erreichen, unumkehrbar.“ Für die Verabschiedung des Fusionsvertrags dagegen ist nur eine Zwei-Drittel-Mehrheit der anwesenden Synodalen erforderlich. Die Vereinbarung schaffe darüber hinaus in wichtigen Punkten problematische Strukturen und verschiebe ungelöste Fragen in die Zukunft. Der Propst nannte in diesem Zusammenhang die Tarifbindung für die Mitarbeitenden, die Mecklenburg und Pommern ein Vetorecht einräume und weiterhin zwei Tarifsysteme gelten lasse. „Wegen der Tragweite der Entscheidung in einzelnen Fragen muss mehr Zeit zugestanden werden, um zu gemeinsamen Standpunkten zu kommen“, so Reimer weiter, dessen Antrag deutlichen Beifall erhielt.
Für die Kirchenkreise Altona, Niendorf, Blankenese und Pinneberg beantragte der Synodale Wolfgang Poppelbaum, Landeskirchenamt und Sitz des Landesbischofs beziehungsweise der Landesbischöfin in Hamburg einzurichten. „Die Hansestadt ist die zentrale Metropole in Norddeutschland, besitzt mit den beiden größten Kirchenkreisen Nordelbiens ein erhebliches kirchenpolitisches Gewicht und ist zudem Sitz des katholischen Erzbistums.“ Mit seiner Vielfalt von Konfessionen und religiösen Gruppierungen sei Hamburg ein ökumenisches und interreligiöses Zentrum und bei einer evangelischen Kirchenmitgliedschaft von 35 Prozent auch Missionsgebiet.
Ein weiterer Antrag wurde aus dem Kirchenkreis Lübeck und Herzogtum Lauenburg gestellt. Der Pastor am Lübecker Dom, Dr. Matthias Riemer, beantragte, die Abstimmung zu vertagen. „Der Fusionsvertrag muss neu verhandelt werden - mit dem Ziel, Sitz von Landesbischof und Sitz des Kirchenamtes zu verbinden, ein einheitliches Tarifrecht in der Nordkirche zu schaffen und sobald wie möglich einen eigenen nordelbischen Landesbischof oder eine Landesbischöfin zu wählen.“ Außerdem sei es wichtig, die Einheit der Nordkirche in Rücksicht auf die Metropolsituation zu stärken, meinte Riemer weiter.
Über diese und weitere Eingaben wollen die Synodalen bis zum frühen Abend entscheiden.
(27.3.2009)



