Vorgestellt: Kreisdiakonisches Werk Stralsund

- Kindertagesstätte Sonnenblume in Ribnitz-Damgarten

- Geschäftsführer Frank Hunger

- eWerk Sassnitz

- Kulturkirche St. Jakobi in Stralsund
Was kennzeichnet unsere Gemeinde?
Geschwisterlichkeit und ich hoffe, etwas von dem, was mir mal ein Pfarrer mit auf den Weg gab: „Ich habe das höchste Amt in meiner Kirche erreicht, das des Gemeindepfarrers.“ Dieses sehe ich für eine diakonische Gemeinde bzw. die Diakonie ganz ähnlich. Der Dienst, die Gemeinde, das Werk vor Ort, diese bilden das Zentrum, sind Zeugnis für Wort und Tat. Leitungen, Landesverbände etc. sind vor allem Service, sollen in diesem Verständnis: Gemeinden, Dienste, Werke mit ermöglichen, fördern, lenken helfen, sind also für die Gemeinden, Dienste und Werke da, nicht umgekehrt. Nach diesen Prämissen sollten dann auch die Geldflüsse transparent organisiert sein bzw. werden.
Meine Gemeinde… Ich hoffe, es entwickelt sich eine diakonische Gemeinde, in der die Gemeinde (Kirche) das sie umgebende soziale Feld als Herausforderung annimmt und tätig wird, eine Gemeinde (Kirche) die sich betreffen lässt von dem, was Menschen beschäftigt und belastet. Auf diese Weise können sich Verkündigung und sozial-diakonisches Handeln gegenseitig durchdringen und es wird hoffentlich die Abkoppelung des Sozialen vom Religiösen unterbrochen. Eine diakonische Gemeinde also, als zukunftsorientierte Vision wie praktische Handlungspartnerschaft, die eine phantasievolle Entwicklung von Nachbarschaften im Sinne der im Stadtteil bzw. der im Ort lebenden Menschen und ihrer Lebenslagen beinhaltet, im Sinne D. Bonhoeffers: " Wenn die Tagesordnung der Welt die Tagesordnung der Kirche bestimmt, dann durchdringt die Tagesordnung der Kirche die Tagesordnung
der Welt".
Da wo wir z.B. im Dorf Träger einer Kita / Schule / Beratungsstelle etc. sind, haben wir die Tagesordnung der Welt aufgenommen und bestimmen als Kirche dann in der Folge die Tagesordnung der Welt mit und gewinnen möglicherweise ,,verlorenen Boden“ zurück. Sind diese Träger Andere, haben wir geringe bis gar keine Chancen ,,verlorenen Boden“ zurück zu gewinnen, das sollte uns klar sein.
Was wünsche ich mir für die gemeinsame Kirche?
Dass diese Kirche in ihrem Wesen für die Menschen als eine Einheit von Wort und Tat erkennbar bleibt und/oder wird, an der Nord- wie an der Ostsee gleichermaßen. Dass Worte und Taten dieser Kirche im geringsten Bruder und/oder in der geringsten Schwester den Nächsten erkennt und Verantwortungsträger wie Gemeindeglieder sich selber fragen / sich (hinter-) fragen lassen, wo er/sie selbst bisweilen der/die Geringste ist bzw. sind.
Dass in Übereinstimmung von Worten und Taten, politisches, gesellschaftliches wie persönliches Zeugnis ablegt wird, dieses zuallererst für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung, bitte dieses jedoch nicht ideologisch, parteipolitisch und/oder dogmatisch.
Welche Befürchtungen habe ich?
…dass sich die tatsächliche kirchliche Einigung im Norden länger hinziehen wird als es für diese, sprich unsere Kirche gut ist, siehe dazu vergleichend den langen Prozess der inneren Einheit Deutschlands. Eine zum Teil vergleichbare Einigung wird nun auf kleinerer Fläche durch uns als Kirche erst einmal planerisch angegangen, mit immer noch mit sehr sich ähnelnden Rahmenbedingungen wie seinerzeit die politische Einheit Deutschlands angegangen wurde. Da sollten wir aus dem Einigungsprozess Deutschlands insgesamt die richtigen Schlüsse ziehen, damit vorhandene Befürchtungen sich ebnen nicht bewahrheiten, sprich sich Fehler wiederholen, wobei es diese geben wird, wenn an der gemeinsamen Nordkirche wirklich bzw. tatsächlich dann auch praktisch gebaut werden wird.
Aus beruflicher Sicht, sehe ich uns am ehesten am Tarifrecht scheitern, auch bundesweit, wenn es nicht endlich regionale - pragmatische Öffnungsklauseln in den kirchlichen wie diakonischen Vergütungsrichtlinien gibt, die den Geschäftsführungen und Mitarbeitervertretungen die Leitung der kirchlich-diakonischen „Betriebe“ vor Ort auch in letzter Konsequenz ermöglichen. Das kann u.a. nicht heißen, dass um Besitzstände einzelner zu wahren, andere dafür deutlich schlechter entlohnt werden. Was ich meine ist u.a., dass es nicht möglich sein sollte, dass aus einer ideologischen (Tarif-) Haltung heraus, die notwendige kirchlich-diakonische Tat am bzw. für Menschen -legitimiert- vor Ort verunmöglicht wird, dann ist aus meiner Sicht was oberfaul.
Was wird sich durch eine Nordkirche bei uns ändern?
Ich hoffe, dass es neben der zumindest anfänglichen Schärfung des regionalen Profils, welche ich unterstelle, gleichsam bei uns eine neue Weite, Offenheit und geistige Erneuerung Einzug halten wird. Die Beantwortung der vorstehenden Fragen und die unterschiedlichen Antworten, die Jede/r aus seiner Perspektive gibt, können dazu ein hilfreicher erster Auslöser sein.
Wie soll die neue Kirche heißen?
Evangelische Nord- & Ostesee Kirche
Frank Hunger, Geschäftsführer



