Pommerscher Bischof kritisiert VELKD
Greifswald (epd). In der Diskussion um die Mitgliedschaft der künftigen Nordkirche in Kirchenbünden hat der pommersche Bischof Hans-Jürgen Abromeit die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) kritisiert. Er halte die jüngsten Verlautbarungen der VELKD zu diesem Thema für "unklug", sagte Abromeit am Dienstagabend in Greifswald. Während die am Fusionsprozess beteiligten Landeskirchen Nordelbiens, Mecklenburgs und Pommerns noch darüber verhandelten, diesen "Knackpunkt" zu lösen, sei es "ungünstig, dass da von außen hinein gewirtschaftet wird".
Die VELKD hatte sich kürzlich gegen eine Doppelmitgliedschaft der künftigen Nordkirche ausgesprochen. Aus grundsätzlichen Erwägungen sei eine gleichzeitige Mitgliedschaft in der VELKD und der Union Evangelischer Kirchen (UEK) auszuschließen, "da sie weder den vertraglichen Vereinbarungen noch den faktisch vorliegenden Verhältnissen gerecht wird", hieß es. Der Vertrag der mecklenburgischen, nordelbischen und pommerschen Landeskirche für eine gemeinsame Nordkirche ab 2012 sähe lediglich eine VELKD-Mitgliedschaft vor.
Die pommersche Kirche habe aufgrund ihrer Geschichte gewachsene Beziehungen zur Union Evangelischer Kirchen, die nicht völlig aufgegeben werden sollten, betonte Abromeit. "Es ist schon die Frage: was geht den anderen ab", wenn sie einer Doppelmitgliedschaft zustimmten. Bei der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland "ist das schließlich auch kein Problem". Der Bischof verwies darauf, dass bisher keine theologischen Gründe genannt worden seien, die gegen eine Doppelmitgliedschaft in der VELKD und der UEK sprechen würden.
Die beiden Kirchenbünde vertreten die lutherischen und unierten Landeskirchen und arbeiten mittlerweile unter dem Dach der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). (15.4.2010)



