"Nordkirche": Abromeit sieht "historische Stunde für gemeinsames Miteinander"

 

Greifswald (epd). Als "historische Stunde für ein gemeinsames Miteinander" hat der pommersche Bischof Hans-Jürgen Abromeit die geplante Bildung einer "Nordkirche" bezeichnet. Er gehe davon aus, dass die Synoden der nordelbischen, der mecklenburgischen und der pommerschen Landeskirche Ende März einem entsprechenden Vertragsentwurf mehrheitlich zustimmen werden, sagt Abromeit am Montagabend vor Journalisten in Greifswald. Der Vertrag sieht die Schaffung einer gemeinsamen Kirche mit Beginn des Jahres 2012 vor.

 

Der Bischof trat damit Spekulationen entgegen, der Widerstand einer Initiativgruppe aus Mecklenburg könne den Fusionsprozess in Gefahr bringen. Der "Güstrower Kreis für den Erhalt der Landeskirche Mecklenburgs" hatte in der vergangenen Woche in einer achtseitigen Publikation mit dem Titel "SOS-Ruf Nr. 1: Kirche in Not!" seine Gegenpositionen zur geplanten Kirchenfusion deutlich gemacht. Als Argument war darin unter anderem aufgeführt worden, die mecklenburgische Landeskirche werde juristisch liquidiert.

 

Abromeit bezeichnete die angestoßene Debatte als "sozialpsychologisch verständlich", denn "hier geschieht ein Stück Trauerarbeit". Die Grundaussage, die mecklenburgische Kirche löse sich auf, sei jedoch falsch. "Hier geht es um ein größeres Ganzes." Ein weiterer "Grundirrtum" bestehe, wenn die Unterzeichner der Erklärung von ihrer Landeskirche glaubten, "wir haben keine Not".

 

Zwar sei die finanzielle Situation im Moment noch stabil, aber weder die pommersche noch die mecklenburgische Kirche käme ohne Zuschüsse der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) aus. Da damit zu rechnen sei, dass diese Unterstützung in den nächsten Jahren zurückginge, seien langfristige Planungen sinnvoll. "Wir wollen uns doch nicht von Jahr zu Jahr hangeln", so der Bischof.

 

Konsistorialpräsident Peter von Loeper bestätigte, dass möglicherweise nicht alle strittigen Punkte zwischen den drei Kirchen bis zur Abstimmung im Frühjahr ausgeräumt werden könnten. Besonders der Bereich Arbeitsrechtssetzung sei "ein aufgeladenes Thema". Während in Nordelbien Tarifverträge zwischen Arbeitgeberseite und Gewerkschaften abgeschlossen werden, handeln in der mecklenburgischen und der pommerschen Kirche paritätisch besetzte Arbeitsrechtliche Kommissionen entsprechende Regelungen aus. Um hier zu einvernehmlichen Ergebnissen zu kommen, werde noch viel Zeit gebraucht, so von Loeper weiter. Vorschnelle Lösungen halte er "für übers Knie gebrochen".

 

Bischof Abromeit kündigte an, die pommersche Kirche werde am 19. April ein "Jahr der Taufe" ausrufen. Verschiedene Aktivitäten sollten dabei den Menschen die Möglichkeit bieten, sich dessen zu vergewissern, "was Taufe bedeutet". (14.01.2009)

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