NEK-Synode: „Neues Kirchenverständnis für gemeinsame Kirche in Norddeutschland“
Rendsburg (pk/nr). Am zweiten Sitzungstag der zur Zeit in Rendsburg laufenden Nordelbischen Synode diskutieren die 140 Synodalen über den vorgelegten Entwurf eines Fusionsvertrages zu einer gemeinsamen Kirche in Norddeutschland. Die Entscheidung selbst soll erst im März 2009 erfolgen.
„Wir haben im nordelbischen Reformprozess neu über das Kirchenverständnis nachgedacht. Jetzt wurde es wichtig, unseren Blick auf das unmittelbare Außen, auf unsere Nachbarkirchen zu lenken, die Unterstützung und Hilfe suchten“, sagte die Lübecker Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter, die für die Kirchenleitung den Vertragsentwurf in die Synode einbrachte. „Die Frage ist: In welchem Horizont ist uns die Verkündigung des Evangeliums in Wort und Tat im Ost-West-Kontext, 20 Jahre nach der Vereinigung Deutschlands anvertraut.“
Dr. Friedrich August Bonde erläuterte für die Kirchenleitung den Fusionsvertrag in seinen Details. So sei der erste Schritt im kommenden Frühjahr die Bildung eines „Verbandes der Evangelisch-Lutherischen Kirchen in Norddeutschland“. „Sein Zweck ist es, die gemeinsame Kirche zu schaffen und die drei Partnerkirchen in diese gemeinsame Kirche aufgehen zu lassen.“ Eine Verfassungsgebende Synode soll am 31. Oktober 2010 tagen und den Weg bereiten für die gemeinsame Kirche. Bonde: „Die gemeinsame Vorstellung geht dahin, dass es der 1. Januar 2012 sein wird.“
Oberkirchenrat Wichard von Heyden, Finanzdezernent der Nordelbischen Kirche, stellte die Machbarkeitsstudie „Finanzsystem Nordkirche“ vor. Das Ergebnis: Die 11 nordelbischen Kirchenkreise verzichten danach durchschnittlich auf 4,7 Prozent ihrer Haushaltsmittel zugunsten der Mecklenburgischen und Pommerschen Kirche.
Die Diskussion in der Synode drehte sich vor allem um die Fragenkomplexe Besoldung, Arbeitsrecht und Standort. Deutlich wurde die Forderung nach der Beantwortung von Detailfragen geäußert, genauso wie aber auch der vorliegende Entwurf und die Bildung der Nordkirche begrüßt wurde.
Die Nordelbische Ev.-Luth. Kirche hat mittlerweile ein Anhörungsverfahren auf den Weg gebracht, bei dem sich die Kirchenkreise sowie die Dienste und Werke zur gemeinsamen Kirche in Norddeutschland und dem Fusionsvertrag äußern können.
(19.9.2008)



