24.11.2007: Nordelbische Synode ebnet Weg zu Fusionsverhandlungen

 

Rendsburg (nr). Mit deutlicher Mehrheit hat die Nordelbische Evangelisch-Lutherische Synode für Fusionsverhandlungen zu einer Nordkirche gestimmt.

 

Nach dem schon die Synoden der Landeskirche Mecklenburgs und der Pommerschen Kirche mit jeweils einer dreiviertel Mehrheit für Fusionsverhandlungen zu einer Nordkirche gestimmt hatten, kommt eine ebenso große Mehrheit aus Nordelbien. Von den 118 anwesenden Synodalen in Rendsburg stimmten am Sonnabend in Rendsburg 102 für Verhandlungen. Acht Synodale stimmten dagegen, sieben enthielten sich.

 

Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter, die die bisherigen Sondierungsgespräche als Vorsitzende der Steuerungsgruppe geleitet hatte, zeigte sich hoch erfreut über das Ergebnis. Es reihe sich ein in die Voten der beiden Synoden in Mecklenburg-Vorpommern, die bereits Maßstäbe gesetzt hätten. „Dieser Beschluss ist auch Zeichen des ökumenischen Verständnisses unserer Kirche, nicht am Kirchturmhorizont stehen zu bleiben, sondern darüber hinaus zu gehen. Etwas Neues kann jetzt wachsen. Dieses Wachsen behutsam zu begleiten und zu fördern, das ist unsere Aufgabe. Wir werden sie mit Freude angehen“. Zu den Stärken der Nordelbischen Kirche gehöre es, Verschiedenheiten als Gewinn zu erleben und nicht als Bedrohung.

 

In ihrer Einbringung der Vorlage hatten sie unter anderem den erklärten Willen aller drei Kirchenleitungen hervorgehoben, eine gemeinsame Identität auch über eine neue Verfassung zu erreichen. „Wenn eine gemeinsame Kirche gelingen soll, dann kann dies nicht über irgendeinen Weg des Anschlusses geschehen, sondern über die Ausarbeitung einer neuen Verfassung“, sagte sie vor den Synodalen.

 

Deren Präsident, Hans-Peter Strenge, bezeichnete das Ergebnis der Nordelbischen Synode als höchst erfreulich. „Mit einer Zustimmung von 87,2 Prozent liegt das Ergebnis weit über der Hürde, die wir uns gesetzt hatten. Eine so einhellige Abstimmung stellt alle sehr zufrieden und würdigt auch die Arbeit, die in den letzten Monaten in die Sondierungsgespräche gesteckt wurde.“ Strenge machte gleichzeitig deutlich, dass er aber auch die Bedenken, die in der Debatte geäußert wurden, sehr ernst nehme.

 

Der Vorsitzende der Kirchenleitung, Bischof Dr. Hans Christian Knuth, wies darauf hin, dass die Kirchenleitung als Ganzes hinter dem Beschluss zur Aufnahme von Fusionsverhandlungen stand, aber durchaus nicht sicher sein konnte, ob auch die Synodalen die Beweggründe nachvollziehen würden. „Die Abstimmung ist für die Geschlossenheit in der Nordelbischen Kirche von großer Bedeutung. Und es erfüllt mich mit großer Freude, nach der Jahrzehnte langen Partnerschaft mit der Mecklenburgischen und besonders der Pommerschen Kirche jetzt auf eine Fusion zuzugehen.“

 

Für die Pommersche Evangelisch Kirche hatte deren Synoden-Präses, Dr. Rainer Dally, als Gast in Rendsburg teilgenommen und sich mit den Nordelbiern über das Abstimmungsergebnis gefreut. „Wir stehen am Beginn einer neuen, schwierigen Aufgabe, aber mir ist nicht bange davor,“ erklärte er und verwies auf die „wunderbare Erfahrung der Fairness, der brüderlichen Zuneigung und des Respekts bei der Arbeit in der Steuerungsgruppe“.

 

Bis zum September des nächsten Jahres soll ein Fusionsvertrag erarbeitet werden, über den dann die drei Synoden getrennt voneinander entscheiden. Der Beginn einer Gemeinsamen Kirche ist für 2011 vorgesehen. Die Gespräche werden bereits am kommenden Montag (26. November) aufgenommen.