Bischof Ulrich: Fusion ist geboten und verantwortbar

 

Rendsburg/Nordelbien (tk). Die Synode der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche hat ihre Tagung am Freitag mit Beratungen zum Thema Nordkirche fortgesetzt. In seiner Einbringung wies Bischof Gerhard Ulrich, Vorsitzender der nordelbischen Kirchenleitung, noch einmal auf die grundsätzliche Bedeutung der geplanten Fusion hin. Die nordelbische, die mecklenburgische und die pommersche Kirche könnten von ihren gegenseitigen Erfahrungen profitieren. „Wir haben eine gemeinsame, geteilte geistliche Verantwortung. Wir werden uns gemeinsam mit mehr Kraft, mit missionarischem Profil den Herausforderungen der Zeit stellen und wachsen können.“

 

Bischof Ulrich erinnerte an mehrere „Stolpersteine“ auf dem Weg der Vertragsverhandlungen. „Als solche erwiesen sich die Finanzfragen, die Arbeitsrechtssetzung, die Besoldungsanpassung und die Standortproblematik. Diese Stolpersteine hatten das Format respektabler eiszeitlicher Findlinge.“ Dennoch sei es gelungen, sie aus dem Weg zu räumen oder sie zumindest in den Bau der neuen Kirche zu integrieren. So werde die finanzielle Belastung der nordelbischen Kirchenkreise aufgrund der derzeit vergleichsweise hohen Kirchensteuereinnahmen geringer ausfallen als ursprünglich geplant. Beim Arbeitsrecht werde sich für die Nordelbische Kirche nichts ändern, gleiches gelte für die Höhe der Pastorenbesoldung.

 

Zur Frage der Standorte sagte der Vorsitzende der Kirchenleitung: „Schwerin und Kiel, das ist eine verantwortbare Entscheidung unter dem Aspekt, dass die vorhandenen Gebäuderessourcen genutzt werden können.“ Der Sitz des Landesbischofs in Schwerin sei darüber hinaus „ein deutliches Zeichen für die gemeinsame Kirche, ein Sprung über die Grenze“. Zugleich zeichne die geplante neue Kirche aus, dass sie viele lebendige Zentren haben werde – mit starken Bischöfen und Bischöfinnen in Hamburg, Schleswig und Greifswald und mit Diensten und Werken auch an anderen Orten.

 

Die Kirchenleitung halte die Fusion für geboten und den Vertrag für verantwortbar, sagte Ulrich. „Wer jetzt noch eine Zeit der Kooperation statt der Fusion fordert, darf nicht vergessen: Wir befinden uns seit mehr als neun Jahren in enger Kooperation.“ Was in den Verhandlungen mit Mecklenburg und Pommern an gemeinsamer Verständigung möglich war, sei erreicht worden. „Wir wollen gemeinsam Kirche sein – offen für die Zukunft, die Gott uns eröffnet.“ In diesem Zusammenhang erinnerte Ulrich an das 2. Kapitel des Epheserbriefes: „Jesus Christus bricht die Zäune der bestehenden Grenzen ein, auf ihm als Eckstein wird der Bau errichtet.“

 

Nach der Einbringungsrede des Bischofs setzte die Synode ihre Beratungen mit der Anhörung von Stellungnahmen einzelner Ausschüsse fort. Die erste Lesung des Zustimmungsgesetzes ist für den späten Nachmittag geplant.

(27.3.2009)

 

Wortlaut: Ulrich (10 KB)