Synode beschließt für Nordkirche anderen Namen

Lübeck/Schwerin (epd). Die ab 2012 geplante Nordkirche soll einen anderen Namen tragen als von den Kirchenleitungen vorgeschlagen. Mit Mehrheit beschloss die Verfassunggebende Synode am Sonntag in Lübeck-Travemünde die offizielle Bezeichnung "Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland". Der ursprünglich vorgeschlagene Name war "Evangelische Kirche im Norden". Beschlossen wurde auch die Bezeichnung "Nordkirche" als Kurzform.

Die mecklenburgische, nordelbische und pommersche Landeskirche wollen sich zu Pfingsten 2012 zusammenschließen. Sie hätte 2,4 Millionen Mitglieder und wäre in Deutschland die fünftgrößte evangelische Kirche.

Mit dem Namen "Evangelische Kirche im Norden" würden andere evangelische Kirchen wie Reformierte, Methodisten und Freikirchen ungefragt vereinnahmt werden, sagte der Hamburger Synodale Wilfried Hartmann. Vor allem in der weltweiten Ökumene sei dies von Bedeutung.

Die Ortsangabe "im Norden" sei provinziell und irritierend, kritisierte der Segeberger Propst Klaus Kasch. Die Kirche liege ja nicht in Skandinavien. Stattdessen müsse es korrekt heißen "in Norddeutschland". Die Angabe "im Norden" sei eine Himmelsrichtung und keine Ortsbeschreibung, ergänzte Hermann Michael Niemann aus Rostock. Die "Kirche in Mitteldeutschland" heiße ja auch nicht "Kirche in der Mitte".

Gegen den Zusatz "lutherisch" hatte sich der Pommersche Bischof Hans-Jürgen Abromeit ausgesprochen. Seine Landeskirche fühlt sich im Gegensatz zu den beiden Fusionspartnern der unierten und nicht der lutherischen Tradition innerhalb des Protestantismus zugehörig fühlt.

Die Namensgebung sei vor allem ein Problem der Pastoren, beklagte Sven Radestock aus Neumünster. Die Menschen auf der Straße würden allenfalls noch zwischen evangelisch und katholisch unterscheiden. Daniel Havemann (Güstrow) wandte ein, Luther selbst habe nie gewollt, dass eine Kirche nach ihm benannt werde. (31.10.2010)