Von "Nek-Mek-Pek" zur Nordkirche

Kiel/Schwerin (epd). Nicht einmal vier Jahre hat es gedauert von ersten Sondierungsgesprächen zur Nordkirche bis zur Beratung der Verfassung. Einen ersten Vertrag, der eine lockere Zusammenarbeit regelt, hatten die evangelischen Landeskirchen Nordelbien (NEK), Mecklenburg (MEK) und Pommern (PEK) allerdings bereits im September 2000 abgeschlossen. Unter dem Titel "Nek-Mek-Pek" wurde die Kooperation in der Lübecker Bischofskanzlei verfolgt.

Anfang 2004 führten die mecklenburgische und die pommersche Kirche erste Gespräche über eine mögliche Fusion. Doch als im Herbst 2006 die Pommern zwar dem Rahmenvertrag mit Mecklenburg zustimmten, kurz darauf aber Verhandlungen mit der Berlin-brandenburgischen Kirche führten, kam es zum Bruch. Nordelbien bemühte sich um Schlichtung. Nach zahlreichen Telefonaten zwischen den Bischofskanzleien lud der Schleswiger Bischof Hans Christian Knuth im Frühjahr 2007 offiziell zu "Sondierungsgesprächen" über eine "Nordkirche" ein.

Im November 2007 stimmten alle drei Synoden für die Aufnahme von Fusionsverhandlungen. Im darauffolgenden Mai wurde in Schwerin die "Arbeitsstelle Nordkirche" errichtet. Der erste Entwurf eines Fusionsvertrags lag zwei Monate später vor. Lübeck sollte Sitz des Landesbischofs und des Kirchenamtes werden.

Am 5. Februar 2009 wurde der Fusionsvertrag in Ratzeburg unterschrieben. Darin wird allerdings Kiel als Standort des Kirchenamtes und Schwerin als Sitz des Landesbischofs festgelegt. Ende März 2009 stimmten die Synoden der drei Kirchen dem Fusionsvertrag mit verfassungsändernder Mehrheit zu.

Kurz darauf wurde die Gemeinsame Kirchenleitung des Verbandes gebildet. Vorsitzender ist der Schleswiger Bischof Gerhard Ulrich. Vom 29. bis 31. Oktober findet in Lübeck-Travemünde nun die erste gemeinsame Verfassunggebende Synode statt. Ein Jahr später soll die zweite Synodentagung in Heringsdorf auf Usedom folgen. Im Januar 2012 soll die Verfassung dann im mecklenburgischen Linstow beschlossen und zu Pfingsten desselben Jahres die Gründung der Nordkirche gefeiert werden. (25.10.2010)

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