18.11.2007: Pommersche Synode für Fusionsverhandlungen zur Bildung einer Nordkirche

 

Greifswald (pek). Die Landessynode der Pommerschen Evangelischen Kirche hat sich am Sonntagnachmittag in geheimer Abstimmung mit mehr als Zweidrittelmehrheit für die Aufnahme von Fusionsverhandlungen mit der Mecklenburgischen und der Nordelbischen Kirche ausgesprochen: 42 Synodale stimmten für die Vorlage der Kirchenleitung und 12 Synodale stimmten dagegen.

 

Nach diesem zustimmenden Votum der pommerschen und der mecklenburgischen Landessynode vom Vortag entscheidet nun am kommenden Wochenende die nordelbische Landessynode über Fusionsverhandlungen zur Bildung einer evangelischen Kirche im Norden.

 

In den Verhandlungen soll nun ein Fusionsvertrag erarbeitet werden, der „ein verbindliches Verfahren mit dem Ziel [vorsieht,] bis zum Jahr 2011 eine Vorlage für eine gemeinsame Verfassung den Synodalen zur Beschlußfassung vorzulegen.“

 

Dieser Fusionsvertrag soll den drei Landessynoden im September/Oktober 2008 zur Entscheidung vorgelegt werden.

 

Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit sagte nach diesem Beschluß: "Es ist ein überraschend deutliches Egebnis und das hilft uns, diesen Weg zu gehen. Es war ein weiter Weg bis zu dieser Entscheidung. Wir haben Alternativen geprüft und diese in vielen Informationsveranstaltungen im Frühjahr und Herbst der Öffentlichkeit, den Gemeinden und Kreissynoden zur Diskussion vorgestellt."

 

Ich freue mich, daß wir nun endlich Klarheit für den künftigen Weg unserer pommerschen Kirche haben. Jetzt können wir mit der mecklenburgischen Nachbarkirche und unserer nordelbischen Partnerkirche gemeinsam über eine Kirche im Norden verhandeln. Das wird kein einfacher Weg werden, da er allen Kirchen Veränderungen abverlangt. Aber wir haben in den Sondierungsgesprächen vertrauensvolle Grundlagen für diesen Prozeß geschaffen."

 

Nach der Grundsatzentscheidung haben die Synodalen der Kirchenleitung einige Punkte für die möglichen Fusionsverhandlungen mit auf den Weg gegeben.

 

So soll sich die Kirchenleitung dafür einsetzen, „sich in den Gesprächen mit der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs (ELLM) und der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche Nordelbiens (NEK) für den dauerhaften Erhalt eines Bischofssitzes in Greifswald einzusetzen.“ "Der Übergangszeitraum sollte aus noch drei Amtszeiten bestehen. Einvernehmlich zwischen Kirchenkreis und Gesamtkirche kann deren Anzahl verringert werden.“

 

Ebenfalls wird die Kirchenleitung beauftragt, daß „die Mitgliedschaft in der regionalen Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK)“ erhalten bleibt.“

 

Außerdem soll die Kirchenleitung die in den „grundsätzlichen Elementen“ formulierten „Bekenntnisgrundlagen hinsichtlich des Ordinationsvorhaltes bedacht werden.“

 

Weiterhin fragt die Synode welche Konsequenzen „die Mitgliedschaft des zukünftigen pommerschen Kirchenkreises in der Union Evangelischer Kirchen (UEK) für diesen Kirchenkreis und für die Nordkirche insgesamt“ hat.

 

Die Synode dankt der Kirchenleitung „der Evangelischen Kirche von Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) für die bisherigen Sondierungsgespräche und die signalisierte bleibende Offenheit für weitere Gespräche mit der Pommerschen Evangelischen Kirche (PEK).