Bischof Abromeit zufrieden mit Nordkirchenverhandlungen
Greifswald (rn). Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit zeigte sich am Sonnabendnachmittag vor der in Züssow tagenden Landessynode zufrieden über die im Fusionsprozeß aufgenommenen pommerschen Anliegen. Es sei deutlich geworden, „daß viele der konkreten und konstruktiven Anliegen der Pommerschen Synode aufgenommen wurden und in die Vorlagen eingeflossen sind,“ sagte er in seinem Bericht mit dem Titel „Der Weg in die Nordkirche. Ein neues Kapitel in der Geschichte unserer Kirche.“
Vor allem sei es zu begrüßen, daß die geplante Nordkirche die „Barmer Theologische Erklärung“ von 1934 als erste lutherische Kirche unter ihre Bekenntnisgrundlagen aufnehmen werde. „Damit ist mehr erreicht, als ich mir beim damaligen Synodenbeschluß erhofft hatte,“ sagte der Bischof den 68 Synodalen.
In einem weiteren Verhandlungsauftrag hatte die Landessynode die Kirchenleitung beauftragt, dafür zu sorgen, daß geklärt werden solle, welche lutherischen Bekenntnisschriften in Geltung stehen würden. Da in den drei beteiligten Kirchen dieser Bestand unterschiedlich ist, sollen die regionalen Gegebenheiten weiter bestehen bleiben.
Auch hinsichtlich der Leitung der Gemeinde durch Gemeindekirchenrat und Pastorenschaft sei eine Formulierung gefunden worden, die dem Synodenanliegen Rechnung trügen. Ebenfalls sei er zufrieden, daß die Stärkung der Jugend in der künftigen Synode gelungen sei. So seien aus Pommern und Mecklenburg zwei Synodale mit Rederecht, nicht aber mit Stimmrecht, in der Synode.
In der umstrittenen Frage des Arbeitsrechts werden die bisher in den beteiligten Kirchen geltenden Regelungen mit Bildung der gemeinsamen Kirche für sechs Jahre weiter gelten. Danach soll ein einheitliches Vorgehen erarbeitet werden. Hintergrund der Auseinandersetzung ist die Tatsache, daß die Nordelbische Kirche Tarifverträge abschließt, die mecklenburgische und die pommersche Kirche aber Verhandlungen von Dienstnehmern und Dienstgebern führen.
Eine der „größten Hürden“ bestünde aber in der Weiterführung der pommerschen Mitgliedschaft in der Union Evangelischer Kirchen (UEK), sagte Abromeit. Die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) hatte eine Doppelmitgliedschaft der neuen Kirche in UEK und VELKD kürzlich abgelehnt. Der Bischof sagte, daß gerade, weil bisher das Prinzip der Augenhöhe so hochgehalten worden sei, „die Doppelmitgliedschaft in VELKD und UEK als Ausdruck der gegenseitigen Wertschätzung m.E. selbstverständlich sein“ sollte. Zumal, da keine theologischen Gründe einer solchen Doppelmitgliedschaft entgegenstünden, wie es die Arbeitsgruppe Theologie festgestellt habe.
Hierzu sei am 21. Mai ein Gespräch aller Beteiligten über diese Frage in Wittenberg vorgesehen. Dabei solle „eine Lösung erarbeitet werden, die der Gemeinsamen Kirchenleitung vorgeschlagen werden soll. Angesichts der geschilderten Lage wird das nicht leicht fallen,“ sagte Abromeit.
Am Reformationswochenende (29.-31.10.2010) wird die erste Verfassunggebende Synode in Lübeck-Travemünde stattfinden und den Entwurf der gemeinsamen Verfassung beraten, sagte er.
Bischof Abromeit beschloß seine Ausführungen zuversichtlich: „Im Blick auf den Stand der Dinge können wir feststellen: wir haben schon ein gutes Stück Weg zurückgelegt. Die entscheidenden Pflöcke sind im guten Einvernehmen eingerammt, die Arbeit an der gemeinsamen Kirche mit unseren Partnern in Nordelbien und Mecklenburg ist konstruktiv und vertrauensvoll.“
Hinweis:
Der Wortlaut ist im Download (70 KB) zu erhalten.
(17.4.2010)




