Mecklenburg: Pastoren wollen weiter auf Ostniveau bezahlt werden

Schwerin/Güstrow (epd). Nach dem Willen des mecklenburgischen Pastorenvereins sollen die Pfarrer in Mecklenburg-Vorpommern auch in der geplanten Nordkirche unter Westniveau bezahlt werden. Das geht aus einem Beschluss des mecklenburgischen Pastorenvereins hervor, der am Montag in Güstrow beriet. Demnach wünschen sich die Pastoren auch, dass die Pastorengehälter in der heutigen nordelbischen Kirche, die zu Pfingsten 2012 mit der mecklenburgischen und pommerschen zur Nordkirche fusionieren soll, eingefroren werden, bis die Bezüge im Osten das Westniveau erreicht haben.

Nach Angaben des Vorsitzenden des Pastorenvereins, Jochen Meyer-Bothling, spricht sich der Verein zudem dafür aus, gleiche Gehälter in Mecklenburg und Pommern zu zahlen. Pastoren aus Nordelbien, die eine Stelle in Mecklenburg oder Pommern besetzen, sollen nach Willen des Vereins künftig auch auf Ostniveau bezahlt werden.

Vor dem Hintergrund der geplanten Nordkirche hatte es einen Vorschlag zur stufenweisen Angleichung der Pastorengehälter gegeben, nach dem ab 2018 alle Pastoren in Mecklenburg-Vorpommern nach Westniveau bezahlt werden sollen. Der Vorschlag stieß in den ostdeutschen Kirchen auf Kritik, weil Ängste vor Stellenstreichungen bestehen. Eine Angleichung auf einem niedrigeren Lohnniveau halte er für sinnvoll, um mehr Pfarrstellen vorhalten zu können, sagte Meyer-Bothling dem epd.

Der Pommersche Evangelische Pfarrverein hatte bereits Anfang April gefordert, dass spätestens zum Jahresbeginn 2013 alle Pastoren in der Nordkirche bei Besoldung und Versorgung gleichgestellt sein sollen. Nach Angaben des mecklenburgischen Kirchenrates Matthias de Boor erhalten Pastoren in Mecklenburg derzeit 90 Prozent der vergleichbaren Bundesbesoldung, während es in Nordelbien 100 Prozent seien.

Durch die Fusion zur Nordkirche könne das Netz der Pastoren in Mecklenburg aufrechterhalten werden, sagte de Boor. Für Befürchtungen, dass es zu einem Stellenabbau kommen werde, bestehe kein Anlass. Ein Stellenabbau drohe in Mecklenburg eher dann, wenn die Fusion scheitern sollte. Denn es sei davon auszugehen, dass Mecklenburg durch die Fusion mehr Mittel als bisher zur Verfügung stehen werden. De Boor zufolge gibt es in der mecklenburgischen Landeskirche derzeit 235 Pastoren im aktiven Dienst sowie 225 im Ruhestand befindliche Pastoren. 1990 habe es in der Landeskirche noch 350 Gemeindepfarrstellen gegeben. (03.05.2011)

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