Petra Bahr: Volkskrankheit "Burn-Out" ist Herausforderung für die Kirche
Hamburg (epd). Der Bischofswahlkampf in Hamburg ist eröffnet. Als erste Kandidatin für die Nachfolge der im Juni 2010 zurückgetretenen Bischöfin Maria Jepsen stellte sich am 15. Mai die Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Petra Bahr (45) aus Berlin, in der Hauptkirche St. Nikolai vor. Ihre Mit-Kandidatin, die Hamburger Pröpstin und Hauptpastorin von St. Jacobi, Kirsten Fehrs (49), predigt am 22. Mai (17 Uhr) ebenfalls in St. Nikolai. Weitere Kandidaten wird es nicht geben. Die Frist für einen dritten Vorschlag endete am 12. Mai um 24 Uhr, sagte Synodenpräsident Hans-Peter Strenge vor knapp 300 Besuchern in St. Nikolai.
Petra Bahr warnte in ihrer Predigt vor der "Volkskrankheit Traurigkeit", die auch eine Herausforderung für die Kirchen sei. Bei vielen Menschen gehöre die seelische Verstimmung bereits zum Alltag. Betroffen seien nicht nur Prominente, sondern auch Schulkinder. Eine Kehrseite der Leistungsgesellschaft sei die "Müdigkeitsgesellschaft". Auch die Kirchen seien davor nicht gefeit: "Die Traurigkeit, die aus der Erschöpfung kommt, macht nicht vor Gemeindesälen und Pfarrhäusern halt", sagte sie. (19.05.2011)



