Posaunenwerk Mecklenburg-Vorpommern
1. Was kennzeichnet das Posaunenwerk?
ist der Dachverband für 110 Chöre mit etwa 1300 Bläser/innen. Der jüngste Bläser ist acht, die älteste Bläserin 89 Jahre alt. In den Posaunenchören geht es generationsübergreifend und gendergerecht zu. Der Jugendliche sitzt in der Probe neben dem pensionierten Lehrer , die Verkäuferin neben dem Zollbeamten, die Tierärztin neben dem Hausmeister. Jeder ist willkommen, der gerne mitspielen möchte „zur Ehre Gottes und zur Freude der Menschen“.
2. Was wünschen wir uns für die gemeinsame Kirche?
Es mag unbescheiden klingen, aber ich wünsche mir, dass etwas von dem kooperativen Grundkonsens der Landesverbände des Evang. Posaunendienstes in Deutschland (EPiD) bei den drei Ostsee-Landeskirchen wirksam wird. Nicht, dass es ohne Spannungen, Befindlichkeiten, Angleichungsschwierigkeiten bei unterschiedlichen Strukturen ginge. Die meisten Bläser/innen werden nicht zu den Bedenkenträgern gehören, was einen Zusammenschluss betrifft. Sind sie es doch gewohnt, sich um der gemeinsamen Sache willen zusammenzuschließen: zwei benachbarte Posaunenchöre tun sich zusammen, damit sie spielfähig bleiben oder gemeinsam mehr Einsätze realisieren können.Die Posaunenwerke in Mecklenburg und Vorpommern fusionieren 2006. Eine gemeinsame Satzung wird nach sorgfältiger Vorarbeit ohne großen Zeitaufwand verabschiedet. Strukturunterschiede werden unaufgeregt beseitigt. Durch langjährige Kontakte schon vor 1989 und gegenwärtige Zusammenarbeit mit der Nordelbischen Posaunenmission sind wir darauf vorbereitet, mit Freunden, nicht mit Fremden, in ein gemeinsames Haus zu ziehen.
3. Welche Befürchtungen haben wir?
Befürchtungen? Nur die: Beim Auftreten der unter 2. angedeuteten Anfangsprobleme stehen die Schwarzmaler von gestern untätig daneben, zeigen mit den Fingern auf die Akteure und das Problem und dann auf sich selbst und lamentieren: ‚Wir haben es vorher gewusst und gewarnt...’ Aber es wird genug ‚Eisbrecher’ geben, die den Weg frei machen...
4. Was wird sich durch eine Nordkirche bei uns ändern?
In der Bläserarbeit: alle verwaltungsmäßigen und strukturellen Belange werden pragmatisch konzentriert, bzw. von unnötigen Doppelungen befreit. Der Zusammenschluss vollzieht sich ähnlich geräuschlos wie 2006 in M-V (s.o.2.). Es werden Ressourcen für das „Eigentliche“ frei.
– In den 3 Ostseekirchen wird der Vorgang ähnlich, aber komplexer und daher komplizierter verlaufen. Es werden an etlichen Dienststellen und Institutionen einige Schilder ab- und neue angeschraubt, Software und eMail-Adressen geändert werden usw.
Das von einer 460jährigen Geschichte gespeiste ELLM-Bewusstsein wird als paritätische Identität in die Nordkirche eingebracht werden. In den beiden anderen Kirchen wird Gleiches vor sich gehen. Am Anfang haben (und machen sich) es alle schwer. Aber sind sie erst einmal zusammen, werden es alle leichter haben.
5. Wie soll die neue Kirche heißen?
Das ist die schwerste Frage!
- Ein nicht ganz ernst gemeinter Vorschlag:
(v.l.n.r.) Evangelische Nordelbische-Mecklenburgische-Pommersche Ostseekirche
(ENMPO)
(oder umgekehrt)
Evangelische Pommersche-Mecklenburgische-Nordelbische Ostseekirche
(EPMNO)
oder sollte man noch "Lutherische" einfügen ?
- Schon ernster gemeint: Evang.-Luth. Ostseekirche (ELO)
Pastor i.R. Eberhard Erdmann, Landesobmann des Posaunenwerkes M-V









