Nordelbiens Kirchenfrauen fordern Quote für die Nordkirche


Kiel/Schwerin (epd). In der künftigen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) sollen nach der Gründung zu Pfingsten 2012 alle kirchlichen Gremien zu gleichen Teilen mit Frauen und Männern besetzt werden. Diese 50-Prozent-Quote hat die Nordelbische Arbeitsgemeinschaft für Frauenarbeit (NAG) am Montag in Kiel gefordert. Die NAG spricht sich zugleich dafür aus, dieses Anliegen in der Verfassung zu verankern. Zudem unterstützt die auch "Frauensynode" genannte Arbeitsgemeinschaft ein neues Gleichstellungsgesetz.

Die Nordkirche ist der geplante Zusammenschluss der nordelbischen, mecklenburgischen und pommerschen Kirchen. In ihrer Erklärung begrüßen die Kirchenfrauen auch die derzeitige Debatte über die Besetzung von Führungspositionen in Unternehmen mit dem Ziel, den Frauenanteil in Top-Positionen zu erhöhen.

Nordelbiens Kirchenfrauen verweisen darauf, dass in den elf evangelischen Kirchenkreissynoden in Hamburg und Schleswig-Holstein der Frauenanteil in den vergangenen Jahren gesunken sei. Besonders deutlich sei der Rückgang in der 140-köpfigen nordelbischen Synode als höchstem Kirchenparlament in Nordelbien: Lag der Frauenanteil 1984 noch bei 19 Prozent, so kletterte er 1996 auf 47,8 Prozent und kam damit der 50-Prozent-Quote sehr nahe. 2002 sank er wieder auf 37,8 Prozent. In der jetzigen Legislaturperiode beträgt der Frauenanteil nur noch 33,6 Prozent.

Auch Leitungsämter wie Propst oder Bischof müssen nach Ansicht der Frauensynode so gestaltet werden, dass sie von beiden Geschlechtern gleichermaßen wahrgenommen werden. Die Quote sei "auch hier eine Möglichkeit auf dem Weg zur Geschlechtergerechtigkeit", heißt es in der Erklärung. (14.2.2011)

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