Fusionsvertrag für "Nordkirche" - Reaktionen aus Mecklenburg-Vorpommern
Schwerin (epd). Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) und die Schweriner Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Linkspartei) begrüßten die Entscheidung für Schwerin als Sitz des "Nordkirchen"-Bischofs. Dies sei "ein deutliches und gutes Zeichen - auch für das Zusammenwachsen von Ost und West", erklärte der Regierungschef gegenüber epd. Es sei auch gut für die weitere Zusammenarbeit zwischen dem Land Mecklenburg-Vorpommern und den Kirchen. "Ich würde mich sehr freuen, wenn die Fusion unter diesen Vorzeichen gelingt."
Der frühere Güstrower Landessuperintendent Axel Walter zeigte sich ebenfalls erfreut darüber, dass Schwerin auch über die bisherigen 800 Jahre hinaus Bischofssitz bleiben soll. Es sei ein Kompromiss gefunden worden, "dass Mecklenburg nicht ganz von der Landeskarte verschwindet", betonte Walter, der dem Güstrower Initiativkreis angehört, der sich für den Erhalt der mecklenburgischen Landeskirche stark machte.
Dagegen äußerte sich der Sprecher der Stadt Lübeck, Matthias Erz, enttäuscht über die Standortentscheidung. Man habe fest damit gerechnet, dass Lübeck zum Zentrum werde, zumal die Hansestadt ja kürzlich erst den Bischofssitz verloren habe, sagte er. Die Bauverwaltung habe fünf bis sechs geeignete Grundstücke angeboten. Erz: "Daran ist es sicherlich nicht gescheitert." Die Stadt gebe aber die Hoffnung nicht auf, dass die Kirchen sich am Ende doch noch für Lübeck entscheiden.
Bischöfin Maria Jepsen warb dagegen für den Fusions-Kompromiss: "Wir können mitten in der Finanzkrise nicht mit Millionenaufwand ein neues Kirchenamt bauen - das würden weder unsere Gemeinden noch die Öffentlichkeit verstehen." Ihr Dienstsitz sei zwar Hamburg. Doch als Bischöfin für den Sprengel Hamburg und Lübeck werde sie auch Lübecker Interessen vertreten, im Dom predigen und im Kirchenkreis präsent sein.
Der Schweriner Oberkirchenratspräsident Andreas Flade sagte dem epd, es seien wichtige Ergebnisse erreicht worden. Dazu gehöre, dass der gemeinsame Landesbischof erst 2012 gewählt und das Arbeitsrecht im Jahr 2018 überprüft werden solle. Wichtig sei auch, dass die in Schwerin geplante Außenstelle des Kieler Landeskirchenamtes deutlich größer sein soll als bislang vorgesehen. Dadurch könnten den Mitarbeitern in Schwerin mehr Arbeitsplätze angeboten werden. (7.2.2009)



