Beschluss der Kirchenleitungen der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche, der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, der Pommerschen Evangelischen Kirche auf ihrer gemeinsame Sitzung am 21. / 22. April 2006 in Plau am See

 

Es gibt aktuelle Vorkommnisse gewalttätiger Ausschreitungen mit rechtsextremistischem Hintergrund gegen Mitbürgerinnen und Mitbürger.

Dies ist für die drei Kirchenleitungen nochmals ein dringender Anlass, auf das latente Gefahrenpotential, das vom Rechtsextremismus ausgeht, und die besonderen Aktivitäten demokratiefeindlicher Gruppe im Norden Deutschlands hinzuweisen.

Uns ist es ein besonderes Anliegen, durch gezielte Bildungsangebote in unseren Gemeinden und Werken, den Bildungseinrichtungen und Netzwerken wirkungsvoll rechtsextremistischen Entwicklungen zu begegnen.

 

Menschenverachtendes Denken und Handeln sind unvereinbar mit dem Evangelium.

 

Die Kirchenleitungen wirken verstärkt weiterhin darauf hin, dass in den Kirchen gezielt das Thema des Rechtsextremismus bearbeitet und der öffentliche Diskurs verstärkt angeregt wird durch Maßnahmen wie die folgenden:

- Erarbeitung von aktuellen Unterrichtseinheiten für Religionsunterricht, Konfirmandenunterricht, Kindertagesstätten durch die Pädagogisch-theologischen Institute.

- Erarbeitungen von Einheiten für die Jugend- und Pfadfinderarbeit durch kirchliche Stellen für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, TEO (Tage Ethischer Orientierung) und AEJ (Arbeitsgemeinschaft evangelischer Jugend).

- Fortbildungsangebote zum Thema Rechtsextremismus für Pfarrkonvente, Pfarrerfortbildung, Mitarbeiterfortbildung.

- Vorhandene Materialien besser zugänglich zu machen.

- Aufgreifen der Initiative „Zeig mir, wie Du lebst“ der ACK-Deutschland (Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen).

- Angebote der Akademiearbeit, Erwachsenenbildung und Frauenarbeit.

- Einbeziehen der Arbeitsstelle der Dekade zur Überwindung der Gewalt.

- Veröffentlichung von entsprechenden Texten auf den Internet-Seiten der Kirchen (⇨ Öffentlichkeitsarbeit).

- Verstärkte Thematisierung von schwierigen und kontroversen Themen in öffentlichen Diskursen (Podien, Streitgespräche, Talkshows).

- Predigthilfen durch Predigerseminare/Pastoralinstitute.

- Gezielte Öffentlichkeitsarbeit.

 

Wir stehen dafür ein, eine Kultur aufrecht zu erhalten, die Fremde integriert, ausgrenzendes Denken im Sinne des Evangeliums überwindet und vielfältige Lebensweisen ermöglicht. Die Gottesebenbildlichkeit des Menschen ist allen zugesprochen.

Dies sehen wir als einen Beitrag, dem inneren und äußeren Frieden in unserer Region und unserem Land zu dienen.

In diesen Fragen suchen unsere Kirchen eine verstärkte Zusammenarbeit.

 

Die Kirchenleitungen

der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche

der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs

der Pommerschen Evangelischen Kirche

 

Plau am See, den 22. April 2006