Vorgestellt: Rödlin (Mecklenburg)

Festgottesdienst Rödlin. Fotos: Gemeinde
Konfirmandenfreizeit am Kirchsee
Kirche von Wanzka
Krippenfiguren in Wanzka
Kirche von Thurow
Glaubensdinge
Kirche von Warbende
Kirche Rödlin

Was kennzeichnet unsere Gemeinde?

Wir sind eine Flächengemeinde mit 18 Dörfern und acht Kirchen in der Strelitzer Region. Unsere größte Kirche ist die Zisterzienserinnenklosterkirche in Wanzka, und die modernste die klassizistische Kirche in Rödlin. Vor einem Jahr haben wir sie wieder in Betrieb genommen. Wir haben kein wirkliches Gemeindezentrum, da wir ehemals drei selbständige Gemeinden waren. Doch für mehr als eine Pastorenstelle reichen unsere Ressourcen heute nicht mehr. Aber trotz großer Entfernungen gibt es reges Gemeindeleben, Austausch und Zusammenhalt nicht nur in einzelnen Dörfern, sondern auch innerhalb der Gesamtgemeinde. Wir bemühen uns, die Menschen am Rande und außerhalb unserer Gemeinde zu erreichen. Gemeindearbeit findet an ganz verschiedenen Orten statt: In Küchen und Wohnzimmern, in den beiden Gemeinderäumen, auf dem Jugendboden im Pfarrhaus oder in der alten Schule von Warbende, die heute der Dorfverein leitet. Besonders wichtig ist uns die Kinder- und Jugendarbeit – denn dort sehen wir die Zukunft unserer Kirche. Viele Ehrenamtliche tragen diese Arbeit mit. Wir sind stark hier vor Ort, weil wir uns gut kennen und gut informiert sind.

 

Was wünschen wir uns für die gemeinsame Kirche?

Wir wünschen uns, dass die positiven Aspekte und Erfahrungen aus drei verschiedenen Kirchen gebündelt und nutzbar gemacht werden und schlechte Erfahrungen nicht wiederholt werden. Und dass trotz geringer Mitgliederzahlen die Landgemeinden im Blick und Kirche nahe bei den Menschen bleibt. Wir wünschen uns, dass im Zusammenspiel der Generationen und Interessen alle von einander profitieren. Wir sollten die Chancen der Zusammenarbeit nutzen, damit keine Gemeinde irgendwann allein da steht, wenn bei der künftigen Altersstruktur in MV kaum noch Kirchenleben möglich sein sollte.

 

Welche Befürchtungen haben wir?

Dass die Seelsorgebereiche durch die Verringerung der Zahl der Gemeindeglieder unüberschaubar werden und die persönlichen Kontakte im ländlichen Bereich gänzlich auf der Strecke bleiben. Dass sich die Nähe zu den Menschen verliert und für die einzelnen Christen keine Zeit bleibt. Wir fürchten, dass wir als zahlenmäßig kleiner Teil einer Nordkirche keinen Einfluss nehmen können auf Entscheidungen und man uns ‚hier hinten' schlichtweg vergisst. Und dass unsere besonderen Erfahrungen als Kirche in der Minderheit niemanden mehr interessieren.

 

Was wird sich durch eine Nordkirche bei uns ändern?

Das wüssten wir gern genau! Wir sind jetzt ein kleiner Teil einer kleinen Kirche und werden dann ein winziger Teil einer großen Kirche sein. Die Chancen einer intensiven Zusammenarbeit zwischen gleichberechtigten Partnern verlaufen sich in einer ‚gesicherten Großkirche’, in der jeder um sein Eigenes kämpft. Wir hoffen, dass sich für unsere Gemeinden keine Nachteile ergeben.

 

Wie soll die neue Kirche heißen?

Da in Nordelbien die direkten Bezeichnungen Schleswig-Holstein und Hamburg fehlen, sollte es ein Name ohne die direkten Bezeichnungen Mecklenburg und Pommern werden. "Nordkirche" könnte beibehalten werden oder – mit deutlichem Bezug zur Reformationsgeschichte: EKIN – Evangelische Kirche im Norden.