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Lübeck als Standort für Leitenden Bischof und Kirchenamt vorgeschlagen
Ratzeburg (rn/nr). Auf dem Weg zu einer gemeinsamen Kirche im Norden haben die drei Kirchenleitungen der evangelischen Kirchen von Mecklenburg, Nordelbien und Pommern die Hansestadt Lübeck als Standort für den Leitenden Bischof bzw. die Leitende Bischöfin und das Kirchenamt vorgeschlagen.
Unter der Moderation des bayerischen Landesbischofs, Dr. Johannes Friedrich, fiel die Entscheidung in einem mehrstufigen Abstimmungsverfahren zwischen den Städten Hamburg, Kiel, Lübeck und Schwerin.
Der Standort Lübeck in der geografischen Mitte der drei Kirchen stehe als symbolisches Zeichen für die Bildung der neuen Kirche. Dabei komme es vorrangig darauf an, den Reichtum aus westlicher und östlicher Kirchentradition an einer Schnittstelle zu verbinden, sagte die Vorsitzende der Steuerungsgruppe, Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter: „Als Bischöfin in Lübeck freue ich mich über die Entscheidung. Lübeck hat sich als Mitte zwischen ländlichen und städtischen Belangen von drei Landeskirchen erwiesen. Alle haben sich bewegen müssen.“
Die Stadt mit ihren sieben Kirchtürmen, Musik und Tradition sei darüber hinaus eine offene und zukunftsfähige Stadt auch im Blick auf den Ostseeraum. „Für mich als nordelbische Bischöfin ist es schmerzlich, dass die Mitarbeitenden in den Kirchenämtern in Kiel, Schwerin und Greifswald einen Großteil der Last durch die Veränderungen zu tragen haben.“
Der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, Dr. Andreas von Maltzahn, sagte nach der Entscheidung: „Als Mecklenburger hätten wir uns natürlich Schwerin als Sitz des zukünftigen Kirchenamtes und des Leitenden Bischofs gewünscht. Aber mit der gemeinsamen Entscheidung für Lübeck kommt Nordelbien uns Kirchen in Mecklenburg-Vorpommern einen Schritt entgegen.“
Lübeck liege nahe der geografischen Mitte der zukünftigen evangelischen Kirche im Norden. Für alle Seiten bedeute der Standort einen Neuanfang. „Die Erfahrungen Lübecks als Stadt an der ehemaligen innerdeutschen Grenze werden helfen, die Herausforderungen des Zusammenwachsens von Ost und West wach im Blick zu behalten“, so Bischof von Maltzahn.
Dr. Hans-Jürgen Abromeit, Bischof der Pommerschen Evangelischen Kirche, kommentierte die Entscheidung für den Standort Lübeck auf historischem Hintergrund. „Die Reformation Lübecks durch Johannes Bugenhagen war beispielgebend für den gesamten Ostseeraum. An diese spirituelle Bedeutung kann die Nordkirche anknüpfen und von Lübeck aus die evangelische Landschaft zwischen der dänischen und der polnischen Grenze neu gestalten.“ Die Kirchenleitungen sähen sich in der Pflicht, die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Greifswald, Kiel und Schwerin auf dem Weg in die Zukunft zu begleiten. Niemand solle bei den notwendigen Veränderungen allein gelassen werden, sagte der Greifswalder Bischof.
Mit der Wahl Lübecks wird kein bisheriger Standort eines Kirchenamtes (Greifswald, Kiel, Schwerin) favorisiert. Daher ist es den Kirchenleitungen ein wichtiges Anliegen, die für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eintretenden Belastungen durch Übergangsregelungen abzumildern.
Die Repräsentanz der Kirche wird neben dem Leitenden Bischof/der Leitenden Bischöfin auch durch Sprengelbischöfinnen und Sprengelbischöfe in Hamburg und Schleswig sowie für einen Übergangszeitraum durch zwei Bischöfe in Mecklenburg-Vorpommern gewährleistet.
Den drei Kirchenleitungen haben in Ratzeburg zahlreiche Arbeitsergebnisse der Untergruppen vorgelegen. Danach geht die Arbeit am Fusionsvertrag mit unverminderter Intensität weiter.
Nach Auswertung von Informationsveranstaltungen werden Ende Juni die Kirchenleitungen darüber befinden, ob es bei dem bisherigen Zeitplan bleibt oder ob er modifiziert wird. Bisher ist vorgesehen, den Fusionsvertrag im September den drei Synoden zur Entscheidung vorzulegen.
(28.4.2008)
















