Wort der Bischöfin der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche, Lübeck
Die Nordelbische Kirche ist erst 30 Jahre alt. Sie war die erste Kirche in Deutschland,
die aus fünf Teilen zu einer größeren Einheit zusammen gewachsen ist.
Über die Grenze gehen – das ist ihr Geburtszeichen.
Nordelbien vereint ländliche Gemeinden und Hamburgische Großstadtkirchen, moderne Dienste und Werke und 850-jährige Feldsteinkirchen. Das Meer öffnet den Blick ins Weite und Menschen wissen, dass sie mit Christen in anderen Teilen der Welt verbunden sind.
Die Kirchenmusik bringt die Stimme des Glaubens auch zu den säkularen Menschen. Liturgische Tradition und Kirchentagsstil, ökumenische Partnerschaft und der Dienst an den Armen, Fremden, Kindern, Benachteiligten, das tolerante Miteinander schätzen die
Menschen an ihrer Kirche. Sie ist modern und traditionsbewusst, unsere Kirche.
Eine „Kirche im Norden“ wird nicht „Nordelbien, nur größer“ sein. Etwas Neues soll
wachsen, das die Erfahrungen aus Ost und West zusammen bringt - volkskirchliche
Vielfalt und selbstbewusste erprobte Minderheiten-Christen. Der Respekt vor der jeweiligen Identität ist wichtig, aber auch Grenzen zu überschreiten, die der Zufall der Geschichte geschaffen hat. Ermutigt vom Wort des Paulus an die Galater sage ich: „Da sind nicht Jude noch Grieche, nicht Mann noch Frau ..., nicht Mecklenburger, Pommer und Nordelbier, sondern wir sind alle einzig einig in Christus.“ Das weist uns den Weg.
Bärbel Wartenberg-Potter
Bischöfin
Vorsitzende der Steuerungsgruppe Nordkirche




