Lübecker wollen gegen "Nordkirchen"-Vertrag stimmen
Lübeck/Schwerin (epd). Mit einem offenen Brief haben neun nordelbische Synodale aus Lübeck und Lauenburg gegen den Fusionsvertrag zur geplanten "Nordkirche" protestiert. Der Reformprozess in Nordelbien habe gezeigt, dass Landeskirchenamt und Landesbischof an einem Ort sitzen müssten. Das müsse nicht Lübeck sein, heißt es in dem Brief weiter.
Die Strahlkraft des kirchlichen Lebens, die geografische Lage und historische Gründe würden jedoch für die Hansestadt sprechen. Wer die Nordkirche wolle, dürfe dem Fusionsvertrag nicht zustimmen. Zuvor hatten sich schon Pröpstin Petra Kallies, Altbischof Karl Ludwig Kohlwage, der frühere Diakoniechef Jens-Hinrich Pörksen und Altpropst Niels Hasselmann gegen den Vertrag ausgesprochen.
Die drei Kirchenleitungen von Nordelbien, Mecklenburg und Pommern hatten sich am vergangenen Donnerstag auf einen Fusionsvertrag geeinigt und vereinbart, dass Lübeck nicht wie ursprünglich geplant Zentrum der neuen "Nordkirche" werden soll. Stattdessen soll Kiel Sitz des Landeskirchenamtes und Schwerin Sitz des künftigen Landesbischofs werden. Ende März werden alle drei Synoden in parallelen Sitzungen über den Vertrag entscheiden. Für die Annahme ist eine Zweidrittelmehrheit notwendig. Kritisiert wird von den Unterzeichnern vor allem, dass Änderungen am gemeinsamen Vertrag während der Debatte nicht mehr möglich sind.
Hintergrund ist, dass im vorangegangenen nordelbischen Reformprozess beschlossen wurde, den Lübecker Bischofssitz Ende September 2008 aufzugeben, damit Verwaltung und Kirchenspitze künftig an einem Ort sitzen. Statt in Lübeck sollte ein neuer Landesbischof dann seinen Sitz in Kiel haben. Die für Juni 2009 geplante Wahl eines nordelbischen Landesbischofs ist im Fusionsvertrag jedoch gekippt worden. Jetzt soll 2012 ein Landesbischof für die "Nordkirche" gewählt werden. (11.2.2009)



