Nordkirchen-Synode stärkt Jugend, Ehrenamt und überregionale Dienste

Lübeck/Schwerin (epd). Die Rechte von Ehrenamtlichen und Jugendlichen sollen in der künftigen Nordkirche gestärkt werden. Mit großer Mehrheit unterstützte die Verfassunggebende Synode am Sonnabend in Lübeck-Travemünde entsprechende Anträge. Außerdem sollen überregionale Dienste und Werke gleichberechtigt zu den Ortsgemeinden stehen. Ein Antrag, diesen eine besondere Vorrangstellung einzuräumen, wurde abgelehnt. Pfingsten 2012 wollen sich die mecklenburgische, nordelbische und pommersche Kirche zur Nordkirche zusammenschließen.

Über die Frage der Gleichrangigkeit von überregionalen Diensten mit Ortsgemeinden hatte die Synode zuvor kontrovers diskutiert. Der Kieler Gemeindepastor Jens Voß plädierte für ein konstruktives Miteinander. Für seinen Kollegen aus dem pommerschen Loitz, Bernd-Ulrich Gienke, sind Jugendprojekte, Frauenwerk oder diakonische Einrichtungen dagegen lediglich eine "Ergänzung". Das kirchliche Leben beginne in der Ortsgemeinde.

Gemeinsam mit den kirchlichen Jugendverbänden hatte der Plöner Jugendbildungsreferent Reinhard Heymann beantragt, dass Kinder und Jugendliche in allen ihren Belangen künftig altersgerecht beteiligt werden müssen. Rechtsanwalt Henning von Wedel (Schwarzenbek) warnte dagegen vor juristischen Komplikationen. Wirksam sei ein solches Vorhaben nur dann, wenn es mit konkreten Widerspruchsrechten in den Verfahren verbunden wird.

Unklar ist auch, ob sich die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen nur auf Kirchenmitglieder beschränken soll. Ungetaufte sollten nicht ausgeschlossen werden, forderte Simon Fellechner aus Hamburg. Gerade sie könnten durch gute Jugendprojekte an die Kirche herangeführt werden. Marie-Luise von Bonin von der pommerschen Kirchenleitung nannte die Taufe dagegen eine "Bringschuld" der Jugendlichen. Die Kirchenleitungen wollen sich nun eine geeignete Formulierung überlegen.  (15.01.2011)

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