Bischof Ulrich gibt Bericht zur Nordkirche
Rendsburg (frb) Am zweiten Sitzungstag der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Synode hat Bischof Gerhard Ulrich die Synodalen dazu aufgerufen, sich mit ihren Gemeinden auch noch kurzfristig für eine Beteiligung an einem Kanzeltausch innerhalb der drei Partnerkirchen zu beteiligen. Der Termin (8 November) wurde anlässlich des 20jährigen Gedenkens an den Fall der Mauer gewählt.
„Ich freue mich, dass sich bereits viele Gemeinden von dem Aufruf zum Kanzeltausch haben bewegen lassen: Von Flensburg bis Greifswald sind Pastorinnen und Pastoren aus mehr als 25 Kirchengemeinden mit ihren Kirchenvorständen hin und her unterwegs“, erklärte Bischof Ulrich. Auch die Bischöfin und Bischöfe der drei Kirchen werden an diesem Sonntag als Gastprediger zu hören sein. Bischof Gerhard Ulrich selbst wird in Rostock predigen, Bischöfin Maria Jepsen aus Hamburg im mecklenburgischen Lübtheen. Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit aus Greifswald wird im schleswig-holsteinischen Heide die Predigt halten und Landesbischof Dr. Andreas von Maltzahn aus Schwerin in Lübeck-Travemünde.
In seinem Bericht zur Nordkirche führte Bischof Ulrich weiter aus, dass die Synodenentscheidungen im März 2008 die Menschen in den Gemeinden der drei beteiligten Landeskirchen als auch in den Diensten und Werken, Kirchenkreisen und landeskirchlichen Leitungsgremien in einen deutlich spürbaren Austausch miteinander gebracht hätten. „Wir hatten dieses Jahr als ein „Jahr der Begegnung“ ausgelobt. Und viele haben sich bewegen lassen, haben Kontakte geknüpft und Beziehungen aufgenommen“, erklärte er vor den Synodalen. Ulrich verwies unter anderem auf gemeinsame Tagungen der Öffentlichkeitsreferenten, eine Journalistenreise durch alle drei Landeskirchen sowie wechselseitige Besuche von Pfarrkonventen.
Neben den zwischenmenschlichen und gemeindlichen Kontakten nannte Bischof Ulrich die von der Steuerungsgruppe eingesetzten acht Arbeitsgruppen als wichtige Stationen auf dem Weg zur Nordkirche. 80 Fachleute arbeiten in ihnen kontinuierlich an den Details für den Entwurf der Verfassung und des Einführungsgesetzes. Alle Arbeitsgruppen sind paritätisch besetzt. Ulrich dankte allen an den Arbeitsprozessen Beteiligten, insbesondere dem Team der Arbeitsstelle Nordkirche. „Sie merken“, so der Bischof, „das Projekt der gemeinsamen evangelischen Kirche im Norden ist nicht im Sommerloch verschwunden.“
Als eine wichtige Entscheidung der Nordelbischen Kirche im Hinblick auf die künftige Nordkirche nannte Ulrich die Berufung des Greifswalder Superintendenten Ulrich Tetzlaff aus Greifswald auf die Stelle des Personaldezernenten zum Januar 2010.
Abschließend verwies Bischof Gerhard Ulrich darauf, dass der Prozess auf dem Weg zur Nordkirche von den anderen innerdeutschen Landeskirchen, aber auch von den Partnerkirchen weltweit aufmerksam beobachtet werde. Dabei sei der Respekt nicht nur ideeller Art. So habe der Rat der EKD beschlossen, die bisherigen Finanzströme aus dem Finanzausgleich in die Mecklenburgische und die Pommersche Kirche nicht zu verändern, um für die beteiligten Kirchen an dieser Stelle keinen Nachteil durch die Fusion entstehen zu lassen.
(19.9.2009)




