Gerhard Ulrich ist neuer Leitender Bischof der VELKD

Magdeburg (epd/eb/nr/kmv). Die Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) hat Gerhard Ulrich (60) aus Schleswig zum neuen Leitenden Bischof gewählt.


Ulrich, bisher Stellvertreter an der VELKD-Spitze, war einziger Kandidat. Für ihn stimmten 47 Mitglieder der Generalsynode, es gab eine Nein-Stimme. Seit 2008 ist Ulrich Bischof des Sprengels Schleswig und Holstein in der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche. Ein Jahr später übernahm der Theologe in Personalunion den Vorsitz der Kirchenleitung der Nordelbischen Kirche mit Sitz in Kiel. Zugleich ist er Vorsitzender der gemeinsamen Kirchenleitung der drei evangelischen Landeskirchen Nordelbien, Mecklenburg und Pommern, die sich zu Pfingsten 2012 zur Nordkirche vereinen wollen.


Als Leitender Bischof der VELKD vertritt Ulrich fast zehn Millionen evangelische Christen. Seine Amtszeit beträgt drei Jahre, eine Wiederwahl ist möglich. Verbunden mit dem Bischofsamt ist das Recht, auf allen Kanzeln der acht lutherischen Mitgliedskirchen zu predigen. Zudem hat der Leitende Bischof den Vorsitz in der Kirchenleitung und der Bischofskonferenz sowie im Deutschen Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes.


Zur stellvertretenden Leitenden Bischöfin hat die Bischofskonferenz Landesbischöfin Ilse Junkermann (Magdeburg) gewählt. Junkermann ist seit zwei Jahren Bischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.


Nach seiner Wahl sagte Bischof Ulrich: „Die Vielfalt ist die Stärke des Protestantismus, nicht eine zu überwindende Schwäche“. In diesem Sinne sei die Wahrheit in den lutherischen Kirchen weiterhin im Dialog zu suchen. „Wichtig ist, auf die je unterschiedlichen Stimmen zu hören. Respekt ist das tragende Element“. Dies gelte insbesondere für die weltweite Zusammenarbeit mit den Partnerkirchen und mit dem Lutherischen Weltbund (LWB). „Die Wahrheit braucht offenen Raum und die Vielfalt der Stimmen“, so Ulrich weiter. Gerne wolle er die befreiende Botschaft von Jesus Christus mit „Leidenschaft für Kirche und Welt“ unter die Leute bringen. Auch das sogenannte Verbindungsmodell zwischen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der Union Evangelischer Kirchen (UEK) in der EKD und der VELKD sei auf die Vielfalt angewiesen, die „immer neu zu intonieren“ sei. So wolle er die an den Leitenden Bischof gestellten Aufgaben so gut er könne „mit Lust übernehmen“.


Gerhard Ulrich folgt dem bisherigen Leitenden Bischof Dr. Johannes Friedrich (München) nach. Dieser wurde von der Generalsynode der VELKD nach zweimal dreijähriger Amtszeit verabschiedet.


Zur Person:

Gerhard Ulrich wuchs in Hamburg-Rahlstedt auf. Nach Abitur und Wehrdienst studierte er zunächst Germanistik, Theaterwissenschaften und Schauspielkunst bis er 1974 zum Studium der Evangelischen Theologie an der Universität Hamburg wechselte. Nach Pfarrstellen in Barsbüttel und Hamburg-Wellingsbüttel war er als Mentor in der Vikariatsausbildung tätig. 1991 wurde er Direktor des Prediger- und Studienseminars in Preetz, fünf Jahre später Propst des Kirchenkreises Angeln. Als Vorsitzender der Kirchenleitung der nordelbischen, mecklenburgischen und pommerschen Kirche hat Ulrich seinen Arbeitsschwerpunkt in das Nordelbische Kirchenamt nach Kiel verlegt. Für die Aufgaben im Sprengel Schleswig und Holstein vertritt ihn derzeit Pastor Gothart Magaard als Bischofsbevollmächtigter. Ulrich ist verheiratet und Vater von vier Söhnen.

(4.11.2011)