Warum Nordkirche? Wie es dazu kam
Für viele war es überraschend, dass sich die Landessynoden Mecklenburgs, Nordelbiens und Pommerns im November 2007 mit eindrucksvollen Mehrheiten für Fusionsverhandlungen ausgesprochen haben. Dafür gib es einen kurzfristigen und mehrere langfristige Gründe.
Der kurzfristige Grund ist die Einladung der Nordelbischen Kirchenleitung im Februar 2007 an Mecklenburg und Pommern, Sondierungsgespräche für eine Fusion aufzunehmen. Damit reagierte die nordelbische Kirchenleitung auf die auf der pommerschen Frühjahrssynode 2007 anstehende Entscheidung, ob sich die pommersche Kirche an die Berlin-Brandenburgische Kirche anschliesst. Vorangegangen waren gescheiterte Fusionsverhandlungen mit der mecklenburgischen Nachbarkirche. „Zu dritt könnte es leichter gehen,“ sagte der schleswiger Bischof Dr. Hans Christian Knuth. Die pommersche und die mecklenburgische Landessynode haben kurz darauf das Gesprächsangebot angenommen.
Daneben gibt es auch langfristige Gründe für dieses Fusionsangebot. Seit 60 Jahren gibt es zahlreiche Gemeinde- und Kirchenkreispartnerschaften zwischen Mecklenburg, Pommern und Nordelbien, die – gerade in der DDR-Zeit – ein wichtiges Band zwischen den beiden Teilen Deutschlands waren und auch heute wieder sind.
Ein Grund ist auch der im September 2000 von den drei Landeskirchen geschlossene Kooperationsvertrag, der die partnerschaftliche Zusammenarbeit vertiefen und durch weitere Arbeitsfelder angesichts neuer Herausforderungen erweitern soll.
Dazu kommt die Prognose der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), dass die Finanzkraft der Kirchen bis zum Jahre 2030 um ca. 50% abnimmt. Die Einnahmesituation kann 2030 genau die gleiche sein wie jetzt, aber das Geld ist dann nur noch etwa 50 % wert (durch Preissteigerungen und entsprechende Gehaltsanpassungen). Die Prognose sagt auch, daß die Zahl der Gemeindeglieder bis dahin um ein Drittel gesunken ist.
Dieser Rückgang „legt daher neue strukturelle Antworten nahe, um den Verkündigungsdienst, die Seelsorge, die diakonische und soziale Verantwortung zu sichern,“ sagte OKR Dr. Michael Ahme von der Arbeitsstelle Nordkirche.




