Kirchengewerkschaft VKM lehnt Nordkirchen-Vertrag ab

 

Kiel/Schwerin (epd). Die Kirchengewerkschaft VKM lehnt den Vertrag zur Bildung einer evangelischen "Nordkirche" ab. Grund sind die im Vertrag enthaltenen Regelungen zu Tarifverträgen und zum Arbeitsrecht. Der Verband Kirchlicher Mitarbeiter (VKM) könne diese Passagen so nicht akzeptieren, sagte der Gewerkschaftsvorsitzende Klaus-Dirk Wildoer am Donnerstag dem epd. Hauptberuflich ist er Vorsitzender der Mitarbeitervertretung des Kirchenkreises Schleswig. Als stellvertretendes Mitglied der nordelbischen Synode will er auf der Tagung Ende März in Rendsburg gegen das Vertragswerk stimmen.

 

Der VKM lehne es ab, dass im Vertrag verschiedene Regelungen zum Arbeitsrecht enthalten sind. Wildoer forderte erneut die Beteiligung der Gewerkschaften bei Tarifverhandlungen in der künftigen "Nordkirche". Laut Fusionsvertrag soll es in Schleswig-Holstein und Hamburg bei der Tarifpartnerschaft bleiben. In den künftigen Kirchenkreisen Mecklenburg und Pommern werden die Gehälter und Arbeitsbedingungen zumindest in den kommenden sechs Jahren von Mitarbeitervertretungen und Kirchenleitung ohne Beteiligung der Gewerkschaften ausgehandelt.

 

Wildoer verwies darauf, dass die späteren Kirchenkreise Mecklenburg und Pommern ein Vetorecht bekommen sollen. Wenn also tatsächlich die künftige Synode der neuen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland mehrheitlich für den Tarifweg votieren sollte, könnten die beiden östlichen Kirchenkreissynoden immer noch ein Veto einlegen. "Das kann es ja wohl nicht sein", sagte Wildoer. Womöglich stehe später sogar auch für die Arbeitnehmer aus Schleswig-Holstein und Hamburg der Tarifvertrag auf dem Spiel.

 

Die drei Synoden von Nordelbien, Mecklenburg und Pommern werden Ende März auf parallelen Tagungen über den Fusionsvertrag entscheiden. Für die Annahme ist eine Zweidrittelmehrheit nötig. Eine gemeinsame Kirche in den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Schleswig-Holstein hätte rund 2,4 Millionen evangelische Kirchenmitglieder. In Nordelbien sind Arbeitnehmer wie Küster, Gärtner oder Verwaltungsangestellte in der Regel im VKM oder bei ver.di organisiert. (26.2.2009)

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