Zwei nordelbische Kirchenkreise wollen Fusion verschieben

 

Rendsburg (epd). Die kontroverse Debatte um die geplante "Nordkirche" geht in Nordelbien weiter. Die beiden evangelischen Kirchenkreise Rendsburg und Eckernförde wollen die für Ende März vorgesehene Abstimmung über den Fusionsvertrag um drei bis vier Jahre verschieben. Stattdessen sollte die nordelbische Synode (Kirchenparlament) zunächst über einen Kooperationsvertrag "mit dem Ziel der Fusion" in den Jahren 2012 oder 2013 abstimmen. Den entsprechenden Antrag beider Kirchenkreissynoden bestätigte der Rendsburger Verwaltungsleiter Herwig Schröder dem epd.

 

Der Rendsburger Propst Kai Reimer, der nicht Mitglied der nordelbischen Synode ist, werde um Rederecht bitten und den Antrag einbringen, sagte Schröder. Die nordelbische Synode tagt vom 26. bis 28. März in Rendsburg. Den 140 Kirchenparlamentariern aus Schleswig-Holstein und Hamburg wird wie auch den Synoden der mecklenburgischen und pommerschen Kirche ein Zustimmungsgesetz zum Fusionsvertrag vorgelegt. Der Vertrag war am 5. Februar von den drei Kirchenleitungen unterzeichnet worden.

 

Auch der jüngst von den Kirchenleitungen gefundene Kompromiss, demzufolge das künftige Kirchenamt in Kiel sein soll und der Landesbischof in Schwerin residieren könnte, habe an der Skepsis der Kirchenbasis nichts geändert, so Schröder. "Unsere Bedenken sind nicht zerstreut worden." Eine gemeinsame evangelische Kirche in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern hätte 2,4 Millionen Kirchenmitglieder.

 

Ein Knackpunkt ist die parallel laufende Fusion der nordelbischen Kirchenkreise, die von derzeit 27 auf elf Großeinheiten verringert werden. So wird aus Eckernförde und Rendsburg am 1. Mai der Großkirchenkreis Rendsburg-Eckernförde mit insgesamt 160.000 Kirchenmitgliedern. Das Zusammenwachsen auf allen Ebenen werde einige Jahre dauern, sagte Schröder. Dies gelte auch für andere Kirchenkreise. Deshalb sollte über den Fusionsvertrag nicht jetzt, sondern erst in der nächsten Wahlperiode der nordelbischen Synode entschieden werden. (14.3.2009)

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