In Mecklenburg formiert sich Widerstand gegen die "Nordkirche"
Schwerin (epd). In der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs haben Gegner der geplanten "Nordkirche" ihren Widerstand verstärkt. Dazu haben sie eine achtseitige Publikation mit dem Titel "SOS-Ruf Nr. 1: Kirche in Not!" herausgegeben, die der neusten Ausgabe der "Mecklenburgischen und Pommerschen Kirchenzeitung" beiliegt. Als verantwortlich für die Publikation zeichnet die Initiativgruppe "Güstrower Kreis für den Erhalt der Landeskirche Mecklenburgs".
Ziel sei es, Gegenpositionen zur geplanten Kirchenfusion deutlich zu machen, die die nordelbische, mecklenburgische und pommersche Kirche planen, sagte der emeritierte Pastor Traugott Maercker von der Initiativgruppe in Warin (Kreis Nordwestmecklenburg). Die Initiatoren wollten damit zugleich die mecklenburgischen Synodalen für eine Ablehnung der Fusion gewinnen. Er persönlich halte eine Urabstimmung der Kirchenbasis über die Fusion für erforderlich, da die Synode sonst kein Mandat habe, über die "Nordkirche" zu beschließen. Maercker zufolge ist die überwiegende Mehrheit der mecklenburgischen Kirche gegen die Fusion.
In der Publikation ist auch ein Offener Brief von 34 Pastoren an die mecklenburgischen Synodalen von Mitte November veröffentlicht, der unter anderem von den beiden emeritierten Landessuperintendenten Axel Walter und Rüdiger Timm, dem Soldatenseelsorger Jochen Meyer-Bothling und dem Rektor des mecklenburgischen Theologisch-Pädagogischen Instituts, Hartwig Kiesow, unterzeichnet wurde.
Als Argument gegen die für 2012 geplante Fusion der drei Landeskirchen, über die die drei Synoden Ende März beschließen sollen, wird in der achtseitigen Publikation unter anderem aufgeführt, dass die mecklenburgische Landeskirche juristisch liquidiert werde. "Wir versinken als Minderheit in einem anonymen Großgebilde." Wegen der "Mammutgröße" der "Nordkirche" würden Management, Zentralismus und Rentabilität einen beherrschenden Raum erfordern. Die mecklenburgische Kirche habe eine "übersichtliche Größe, wo viele einander kennen können" und um die sie von vielen Christen anderer Kirchen beneidet werde, hieß es weiter.
Die Mecklenburger würden "nur als Mehrheitsbeschaffer zur Gründung" der "Nordkirche" benötigt. Nach einer Vereinigung könnten sie mit 57 von 266 Synodalen des angestrebten Zusammenschlusses nicht einmal bei Verfassungsänderung eine Zwei-Drittel-Mehrheit verhindern.
Als Alternative zur Kirchenfusion schlagen die Kritiker eine Föderation in einem "Norddeutschen Kirchenbund" vor. "Solche Einheit als Kooperation lähmt nicht die örtlichen Möglichkeiten", spare ungeheure Investitions- und Nachfolgekosten sowie viel Zeit und Personal zugunsten von Gemeindearbeit statt für Strukturdebatten.
Den Angaben zufolge ist am kommenden Donnerstag (15.1.2009)in Güstrow ein Gespräch der "Nordkirchen"-Gegner mit Synodalpräses Heiner Möhring und am 24. Januar ebenfalls in Güstrow ein Gespräch mit Landesbischof Andreas von Maltzahn geplant. (9.1.2009)
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