Propst Ulrich lehnt Mitgliederbefragung zur "Nordkirche" ab
Kiel (epd). Eine Befragung der evangelischen Kirchenmitglieder in Nordelbien zur künftigen "Nordkirche" hat der Kappelner Propst Gerhard Ulrich abgelehnt. Dies sehe die Verfassung der Nordelbischen Kirche nicht vor, sagte Ulrich am Dienstagabend in der Kieler Hermann Ehlers Akademie. Er ist Mitglied der nordelbischen Kirchenleitung und der Steuerungsgruppe, die eine Fusion der nordelbischen, mecklenburgischen und pommerschen Kirche vorbereitet. Eine Mitgliederbefragung war auf der Veranstaltung von Diskussionsteilnehmern angemahnt worden.
Der Propst des Kirchenkreises Angeln kündigte an, dass in Nordelbien die 2.300 Mitglieder der 27 regionalen Kirchenkreissynoden und die über 7.000 Frauen und Männer in den Kirchenvorständen ab jetzt verstärkt über den Fusionsprozess informiert werden. Dazu ist eine neue Broschüre "Evangelische Kirche im Norden - gemeinsam auf dem Weg" erschienen. Die Nordelbische Kirche hat rund 2,1 Millionen Mitglieder.
Nordelbiens ehemaliger Synodenpräsident Hans-Rolf Dräger (87) sprach sich für eine stärkere Beteiligung der Kirchenbasis in den Gemeinden aus. "Fruchtbar ist nur das, was in der Gemeinde lebt", sagte er. Dies sei ein wichtiger Grundsatz bei Gründung der nordelbischen Kirche gewesen. Dräger gehört zu Nordelbiens Gründungsvätern und war bis 1991 Präsident der nordelbischen Synode. Die nordelbische Kirche ist ein 1977 besiegelter Zusammenschluss der ehemals selbstständigen Kirchen von Schleswig-Holstein, Hamburg, Lübeck und Eutin sowie dem Kirchenkreis Harburg.
Auf der Veranstaltung bezeichnete der mecklenburgische amtierende Präsident des Oberkirchenrates Andreas Flade die bisherigen Fusionsverhandlungen als "fair und freundschaftlich". Das Fusionstempo könnte aber zu hoch sein. "Wir müssen das Gaspedal so rechtzeitig verlassen, dass wir nicht alle aus der Kurve fliegen", sagte er.
Der Konsistorialpräsident der pommerschen Kirche, Peter von Loeper, verwies auf den bislang abgestimmten Fahrplan. Danach soll im September 2008 der Fusionsvertrag von den Synoden beschlossen werden. Die erste verfassungsgebende Synode soll 2010 stattfinden. Dies soll eine gemeinsame Sitzung aller drei Kirchenparlamente sein. Eine Nordkirche in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern hätte rund 2,4 Millionen Kirchenmitglieder.




