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Die evangelisch-unierte Landeskirche in Vorpommern wird jetzt einer neuen lutherischen Landeskirche im Norden anschließen. Aber was heißt das genau? Gab oder gibt es in Vorpommern auch unierte oder reformierte Gemeinden? Was passiert mit diesen Gemeinden?
Wirklich gut, die Möglichkeit, sich auf dieser Website gemeinsam auf den Weg zur "Kirche im Norden" zu machen. Die einzelnen Stimmen finden Gehör - z.B. durch die Kurzporträts verschiedener Kirchengemeinden. Bei allen wertvollen Besonderheiten werden manche hier dadurch auch Gemeinsamkeiten finden, die sie so nicht erwartet hätten.
Mein persönlicher Weg zur "Kirche im Norden": Seit meinem 9. Lebensjahr bin ich Bläserin in Posaunenchören - da findet sich immer ein "Zuhause" in der Kirche. Ursprünglich war das für mich die Bayerische Landeskirche, jetzt ist es die Nordelbische Kirche. Auf unsere gemeinsame "Kirche im Norden" freue ich mich schon. Unseren Rendsburger Posaunenchor verbindet eine lange Freundschaft mit dem Greifswalder Posaunenchor. Mit einem Bläserwochenende im Juni werden wir sie auch dieses Jahr wieder besiegeln. Bedeutet Kirche nicht immer "unterwegs" zu sein?
Mein persönlicher Weg zur "Kirche im Norden": Seit meinem 9. Lebensjahr bin ich Bläserin in Posaunenchören - da findet sich immer ein "Zuhause" in der Kirche. Ursprünglich war das für mich die Bayerische Landeskirche, jetzt ist es die Nordelbische Kirche. Auf unsere gemeinsame "Kirche im Norden" freue ich mich schon. Unseren Rendsburger Posaunenchor verbindet eine lange Freundschaft mit dem Greifswalder Posaunenchor. Mit einem Bläserwochenende im Juni werden wir sie auch dieses Jahr wieder besiegeln. Bedeutet Kirche nicht immer "unterwegs" zu sein?
Erstellt von: Angelika Wurth am 11.05.2009 13:20
Antwort
Also, das ist schon eine sehr eigenartige Sicht der Dinge.Sollte es so kommen und der Bischof residierte irgendwo. wird es ihm gehen wie dem Apostel.Er oder Sie wird im Bereich der Nordkirche reisen müssen, eigentlich wird es die Stelle eines Reisesekretärs.Man stelle sich vor, für 365 Tage im Jahr erhält ein solcher Amtsträger Einladungen, evt. bis zu 20 pro Tag. Das ergibt einen Reisebadarf von sicher 4-5.000 Terminen pro Jahr. Wer soll so etwas leisten und mit welcher Qualität oder Intensität sind dann noch Predigt-oder Lehrinhalte..Es liefe auf das römische Muster hinaus-Rom ist weit und der Allgewaltige auch!
Aber-das rührt daher, daß man das Kirchenvolk auch partout nicht einbezog oder fragen/abstimmen lassen wollte.So wird sich eine zentralistische Kirche formen.Bischof Friedrich aus Bayern sagte kürzlich-Fusionen muß man von oben machen.Sehr apodiktisch!Ob es bei diesem einen -von Oben -bleiben wird?Es wird wohl noch mehr zentral Geschaffenes folgen.
Aber-das rührt daher, daß man das Kirchenvolk auch partout nicht einbezog oder fragen/abstimmen lassen wollte.So wird sich eine zentralistische Kirche formen.Bischof Friedrich aus Bayern sagte kürzlich-Fusionen muß man von oben machen.Sehr apodiktisch!Ob es bei diesem einen -von Oben -bleiben wird?Es wird wohl noch mehr zentral Geschaffenes folgen.
Erstellt von: v.Olszewski am 04.04.2009 15:30
Antwort
Das wäre doch eine dolle Sache: Wenn die Mecklenburger und Schweriner sagen würden: Der Bischof in Schwerin?, das hat für uns keine Priorität. Möge der Bischof wohnen und schlafen wo er will, Mann sein oder Frau, das ist für uns nicht wichtig. Und mit denen, denen das wichtig ist, haben wir Probleme. Wir wollen, daß die Kirche im Dorf bleibt, eigenverantwortliche - und eigenständige Seelsorge in der Fläche. Das ist uns wichtig. Amen
Erstellt von: dieter haker am 02.04.2009 23:39
Antwort
Meine Ausdrucksweise ist wohl etwas misslungen. Ich bitte um Verzeihung für pauschale Verallgemeinderungen und überzogene Satire.
Es wird spannend, dabei bleibe ich. Und wenn es gelingt bei aller menschlichen Unzulänglichkeit sich immer wieder darauf zu besinnen, dass wir alle Schwestern und Brüder in Christus sind, werden wir auch den richtigen Weg finden und gehen.
Es wird spannend, dabei bleibe ich. Und wenn es gelingt bei aller menschlichen Unzulänglichkeit sich immer wieder darauf zu besinnen, dass wir alle Schwestern und Brüder in Christus sind, werden wir auch den richtigen Weg finden und gehen.
Erstellt von: Charles am 02.04.2009 10:54
Antwort
Mit diesem Zitat aus einem Grönemeier-Song kann man die Situation nach dem Fusionsbeschluss recht treffend umschreiben. Es wird nach wie vor, wie der Greifswalder Superintendent in Lübeck sagte: „nicht um Besitzstände gehen“. Das wäre auch fatal, wenn sich sowieso nichts ändern würde. Denken wir z.B. an unsere verbeamteten Oberchristen in den Ost-Kirchen: Sie würden ja weiterhin in einem Besoldungsniveau mit lebenslanger Pension verbleiben müssen, das allemal Passat-Klasse hätte.
Aber dann muss auch mal wieder Schluss sein.
Und was ist mit dem Oberbischof im Osten?
Nun, mit Speck fängt man Mäuse. Oder anders ausgedrückt: Willkommen in der wirklichen Welt. Aber dafür wird jetzt vermutlich der sog. 3. Weg wieder mit Zähnen und Klauen verteidigt. Wenn die Mitarbeiter im Osten schon nicht ordentlich genug arbeiten, um wie ihre zukünftigen Kollegen behandelt zu werden, so kann man sie doch wenigstens als politisches Druckmittel verwenden. Die neue Situation bleibt, anders als erwartet, spannend.
Auch das Gejammer aus den Gemeinden ist nicht mehr zum Aushalten. Dabei werden die Vorstände in Zukunft entlastet, da finanziell und personell im nötigen Umfang ausgestattet werden soll. Anders als bei den Einkommen der Priesterkaste bleibt hier aber die Frage: Was ist ausreichend und notwendig?
Heiner Geißler stellte einst mit seinem Buch die Frage: Was würde Jesus heute sagen? Bezüglich der gefallenen Beschlüsse würde sicher auch vom Hahnenschrei die Rede sein. Es bleibt nichts anderes übrig als zu hoffen, dass er gehört wird.
Aber dann muss auch mal wieder Schluss sein.
Und was ist mit dem Oberbischof im Osten?
Nun, mit Speck fängt man Mäuse. Oder anders ausgedrückt: Willkommen in der wirklichen Welt. Aber dafür wird jetzt vermutlich der sog. 3. Weg wieder mit Zähnen und Klauen verteidigt. Wenn die Mitarbeiter im Osten schon nicht ordentlich genug arbeiten, um wie ihre zukünftigen Kollegen behandelt zu werden, so kann man sie doch wenigstens als politisches Druckmittel verwenden. Die neue Situation bleibt, anders als erwartet, spannend.
Auch das Gejammer aus den Gemeinden ist nicht mehr zum Aushalten. Dabei werden die Vorstände in Zukunft entlastet, da finanziell und personell im nötigen Umfang ausgestattet werden soll. Anders als bei den Einkommen der Priesterkaste bleibt hier aber die Frage: Was ist ausreichend und notwendig?
Heiner Geißler stellte einst mit seinem Buch die Frage: Was würde Jesus heute sagen? Bezüglich der gefallenen Beschlüsse würde sicher auch vom Hahnenschrei die Rede sein. Es bleibt nichts anderes übrig als zu hoffen, dass er gehört wird.
Erstellt von: Charles am 31.03.2009 10:32
Antwort
Als ich die Entscheidung zur NK in den Radionachrichten hörte, mit dem Zusatzbeschluss der NEK-Synode zum Bischofssitz, da dachte ich, dass fängt ja gut an:
Zuerst wollen alle genau dem gleichen Text zustimmen und dann fangen Einige wieder an, Sonderlösungen zu manifestieren.
Das gab's schon ein mal - bei den Verhandlungen zwischen der ELLM und der PEK. Da wurde auch zu "gemeinsamen" Beschlussvorlagen gern noch einmal was dazu gesetzt.
Ich ging also davon aus, dass die angestrebte Verlegung des Bischofssitzes nach HH erst nach der Abstimmung den anderen Synoden bekannt wurde.
Als ich heute jedoch hörte, dass die Synode der ELLM bereits vor ihrer Abstimmung Kenntnis von dem Sonderbeschluss der NEK-Synode hatte, brach eine kleine Welt in mir zusammen.
Noch immer kann ich es nicht fassen.
Im Grunde bin ich für eine gemeinsame neue Kirche.
Gemeinsam und Neu.
Doch was ist nun Neu?
Was ist das, was in die Zukunft weist?
Was gibt uns Hoffung?
Das meine Synode so Mutlos ist, dass sie den Prozess in dieser Situation (Beschluss Oberbischof nach HH) nicht stoppt, ist mir uuuuuuunbegreiflich.
Es erinnert mich etwas an das Lamm, was zur Schlachtbank geführt wird.
Blind und willenlos trabt es hinterher...
Haben denn alle nur noch Dollar-Zeichen in den Augen?
Gibt es wirklich keine Alternativen?
Es scheint, das wir als Kirche nicht fähig sind, Kirche zu sein.
Wir sind ein Apparat, der sich den Gesetzen des Marktes und des Kapitals willenlos gebeugt und ergeben hat.
Und dann immer diese Erklärungen.
Ich kann es nicht mehr hören:
Wenn wir diese Struktur erst einmal hinter uns haben, dann können wir...
Ja, was können wir?
Uns über Jahre mit Strukturen beschäftigen.
Das können wir.
Bisher haben wir es noch bei jeder Debatte so erlebt: Wenn wir erst mal..., ja dann.
Leider sind wir nie über Strukturfragen hinaus gekommen.
Und der größte Teil der Verantwortlichen scheint es einfach nicht zu merken.
Wenn es nicht so bitter ernst wäre, könnte ich mich....
Zuerst wollen alle genau dem gleichen Text zustimmen und dann fangen Einige wieder an, Sonderlösungen zu manifestieren.
Das gab's schon ein mal - bei den Verhandlungen zwischen der ELLM und der PEK. Da wurde auch zu "gemeinsamen" Beschlussvorlagen gern noch einmal was dazu gesetzt.
Ich ging also davon aus, dass die angestrebte Verlegung des Bischofssitzes nach HH erst nach der Abstimmung den anderen Synoden bekannt wurde.
Als ich heute jedoch hörte, dass die Synode der ELLM bereits vor ihrer Abstimmung Kenntnis von dem Sonderbeschluss der NEK-Synode hatte, brach eine kleine Welt in mir zusammen.
Noch immer kann ich es nicht fassen.
Im Grunde bin ich für eine gemeinsame neue Kirche.
Gemeinsam und Neu.
Doch was ist nun Neu?
Was ist das, was in die Zukunft weist?
Was gibt uns Hoffung?
Das meine Synode so Mutlos ist, dass sie den Prozess in dieser Situation (Beschluss Oberbischof nach HH) nicht stoppt, ist mir uuuuuuunbegreiflich.
Es erinnert mich etwas an das Lamm, was zur Schlachtbank geführt wird.
Blind und willenlos trabt es hinterher...
Haben denn alle nur noch Dollar-Zeichen in den Augen?
Gibt es wirklich keine Alternativen?
Es scheint, das wir als Kirche nicht fähig sind, Kirche zu sein.
Wir sind ein Apparat, der sich den Gesetzen des Marktes und des Kapitals willenlos gebeugt und ergeben hat.
Und dann immer diese Erklärungen.
Ich kann es nicht mehr hören:
Wenn wir diese Struktur erst einmal hinter uns haben, dann können wir...
Ja, was können wir?
Uns über Jahre mit Strukturen beschäftigen.
Das können wir.
Bisher haben wir es noch bei jeder Debatte so erlebt: Wenn wir erst mal..., ja dann.
Leider sind wir nie über Strukturfragen hinaus gekommen.
Und der größte Teil der Verantwortlichen scheint es einfach nicht zu merken.
Wenn es nicht so bitter ernst wäre, könnte ich mich....
Erstellt von: Jan Nypurlove am 30.03.2009 14:16
Antwort
Auf einen Pressebericht über die nordelbischen Entscheidungen zur Kirchenfusion im sonst so schnellen Internet musste man am Freitag (27.03.09) lange warten. Fündig wurde ich gegen 21.30 Uhr, allerdings nicht auf den kirchlichen Seiten, sondern bei „HL-live“. Dort war u.a. zu lesen, dass sich die Synode für Hamburg als Standort der künftigen Landesbischöfin bzw. des künftigen Landesbischofs ausgesprochen habe. In den kirchlichen Medien wurde erst am 28.03.09 berichtet, allerdings nur vage von nordelbischer Kritik an der Standortentscheidung „Schwerin“. Zu meinem großen Erstaunen war die Freitagabend-Meldung von „HL-live“ dann am Samstagmorgen (28.03.09) gegen 6.30 Uhr durch den hinsichtlich des Altonaer Antrags uninformativen kirchlichen Text ausgetauscht worden.
Endweder: Ich beginne die möglichen Sinndimensionen der in der letzten mecklenburgisch-pommerschen Kirchenzeitung zitierten Äußerung von VELKD-Bischof Dr. Friedrich zu verstehen, wonach Kirchenfusionen im Unterschied zu Gemeindefusionen nur von oben her durchgesetzt werden können.
Oder: Ich habe alles nur geträumt.
Endweder: Ich beginne die möglichen Sinndimensionen der in der letzten mecklenburgisch-pommerschen Kirchenzeitung zitierten Äußerung von VELKD-Bischof Dr. Friedrich zu verstehen, wonach Kirchenfusionen im Unterschied zu Gemeindefusionen nur von oben her durchgesetzt werden können.
Oder: Ich habe alles nur geträumt.
Erstellt von: Dr, Andreas Ruwe am 30.03.2009 10:44
Antwort
Im Nachhinein betrachtet ist es doch erschreckend, was man bei diesen Diskussionen über die Menschen gelernt hat. Hamburger, die schon alles haben und noch mehr wollen, Mecklenburger, die geifernd-eifernd wie Saulus das Neue verhindern wollen, Kirchenbeamte, die aus Angst vor der neuen Konkurrenz das Große Ganze verhindern. Gut, dass die besonnenen Kräfte in allen Kirchen gewonnen haben.
Erstellt von: Christiane Hasenpusch am 30.03.2009 08:37
Antwort
Ja, Gott sei Dank, ist die Fusionsfrage nun entschieden.
Nach so viel Einsatz für die „Erhaltung kirchlicher Präsenz in der Fläche“
kann nun hoffentlich wieder deutlicher werden, dass es im Christentum eigentlich eher um die Vermittlung einer begründeten Ahnung von Tiefe geht.
Nach so viel Einsatz für die „Erhaltung kirchlicher Präsenz in der Fläche“
kann nun hoffentlich wieder deutlicher werden, dass es im Christentum eigentlich eher um die Vermittlung einer begründeten Ahnung von Tiefe geht.
Erstellt von: Vera Podulski am 28.03.2009 23:48
Antwort
Gott sei Dank!
Erstellt von: Michael Müller am 28.03.2009 16:44
Antwort
Predigtgedanken zum Sonntag nach der Synode, Judica (Richte mich) am 29.März 2009 verordneter Text: Markus 10, 35 – 45
Vielleicht sagen Sie, liebe Leserin und Leser, ich predige ja nicht, schon gar nicht am 29.März. Aber ich hoffe doch, dass Sie ein Hörer sein werden! Da tut eigene Vorbereitung gut. Ein Bibeltext wird zu Hause von einem fremden Wort zum persönlichen Wort an uns und schließlich zum Wort an unsere Umgebung. Im Alltag begegnet er mir vorher täglich neu. Ich bekomme Erwartungen, wird sie der Prediger am Sonntag bestätigen, mich vergewissern oder mich korrigieren, ganz neue Begegnungen erschließen? Oder zeigt mir die Bibel einen kritischen, besseren Weg? Wir können miteinander aus dem Gottesdienst gesegnet unsern Weg gehen.
Schlagen Sie bitte auf. Markusevangelium 10, 35 – 45, den Rangstreit der Jünger.
Was stößt uns bei dieser Bitte an Jesus unangenehm auf? Das Verlangen von Jakobus und Johannes nach Jesu Nähe ist an sich etwas Gutes. Die Sehnsucht nach Christusverbundenheit wird hier sogar die Mitte des Lebens. Nach Matthäus beteiligt sich daran die Familie, die Mutter. Aber die Bitte geht auf Kosten anderer (V.37) Die beiden möchten es zu etwas bringen, zu Größe verglichen mit anderen. Das bringt Streit untereinander.
Mir schrieb einer in einem zornigen Brief, er betet für den Sieg der Fusion! Da fragte ich mich, wofür betest du selber? Ich musste an die Soldaten des 1. Weltkrieges denken. Sie lagen bei Verdun sich dicht gegenüber. Deutsche und Franzosen beteten jeder für den eigenen Sieg und Feldprediger auf beiden Seiten ermunterten dazu unverantwortlich. Welch Unsinn! Haben wir Gott vorzuschreiben, was er zu tun hätte? Deshalb bete ich und lade Euch dazu ein, dass wir bei uns nicht für den Sieg dieser oder jener Gruppe beten, sondern seinen Weg Schritt für Schritt zu erkennen und darauf Christus nachzufolgen, beten um Wiedererwachen lebendigen Glaubens bei mir und anderen., dass alltägliche Christusnachfolge in unserer Kirche nicht abgeschoben und belächelt werde. Welche Tiefen auch kirchlichen Zusammenbruches wir zur Reinigung von Selbstherrlichkeit, Gleichgültigkeit, Mutlosigkeit noch brauchen, weiß er allein. Herr, zeig uns deinen guten Weg, Diesen Weg, Herr, diesen Weg lass uns gehen,,,.
Gott hat mir Augen, Ohren Verstand und Mund und Hände gegeben damit ich die Welt nüchtern erfasse, sehe und entsprechend verantwortlich handle, immer bereit sei für seinen Ruf
Jesus ermuntert hier nicht zur Bescheidenheit, zum Nicht-Auffallen, zum bequemen Weg, „um des lieben Friedens willen“, alles treiben zu lassen, anderen das Feld zu überlassen..
Seine Antwort ist im Zusammenhang seines Lebens zu sehen. Er hat sonst Auseinandersetzungen nicht gescheut. (Bergpredigt Matth.5 mehrmals gegen die Üblichkeit: „Ich aber sage euch …“, Matth.10,34: Ich bin nicht gekommen, den Frieden zu senden, sondern das Schwert, Matth. 14,6: Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer,. Lukas 19,45-48 die Tempelreinigung. Das liebe Jesulein ist eine romantische Erfindung) Er hat auf Angriffe reagiert, hat selbst angegriffen. Es kann Widerspruch im Leben nötig sein. Es kann auch das Bekenntnis zu innerer Emigration, ja Auswanderung geboten sein wie bei den evangelischen. Salzburgern, den französischen. Hugenotten, den pazifistischen Mennoniten in Preußen und Russland, sogar die Conversion.) Die Argumente wollen geklärt und durchgestanden sein.
Jesus hat mit dem Wort Gottes angegriffen ( „Ich aber sage euch...“) aber er hat dabei die Tür zum andern aufgelassen ( Lukas 23,34 Vater, vergib ihnen, sie wissen nicht, was sie tun, Paulus: Rö.15,7 Nehmet euch untereinander auf) Es geht nicht um harten oder weichen Kurs, sondern um Gehorsam in Gottes Führung .
Vor unserem Text steht nicht irgendeine, sondern die dritte und letzte Leidensankündigung (V.32- 34). Für Selbstherrlichkeit ist jetzt keine Zeit und kein Raum mehr.
Die Nachfolger sind auf den neuen Weg des Christus gerufen, auch wenn es auf den uns unbegreiflichen Weg zum Karfreitag geht (Wir gedenken gegenwärtig mit Zittern an solchen besonders markanten Weg der Christen in Indien, in islamischen Ländern: Du weißt den Weg für mich…
„Ihr wisst nicht, was ihr bittet.“(38) Könnt Ihr, wollt Ihr überhaupt mir in der Kirche nachfolgen? Worum geht es Euch in der Kirche?
Bei Jesus gibt es nicht Sieger und Besiegte sondern zu neuem Leben Gerufene auch zum neuen Leben miteinander.
Die 1. der 95 Thesen Luthers lautete: dass das ganze Leben eine Reue und Hinkehr (Buße) sei. Alles andere ist zweitrangig. Wie können wir das am besten? Zeige uns Deinen Weg! Zeige uns, wenn es sein kann einen Weg, den wir miteinander gehen können. Aber lass das Wichtigste für uns Mitte und Ziel unseres Lebens werden und bleiben.
V.41 Die andern sind nicht reifer im Glauben. Sie hätten auch gern eine Auszeichnung, die Würde der Ehrenplätze. Wer säße nicht gern obenan?
Bittet Eure Pastoren mit Euch darüber zu sprechen, wie kann Erneuerung und Nachfolge Jesu Christi in Eurer Gemeinde konkret aussehen.
Die Welt dreht sich nicht um uns sondern um Gott!
Betet, dass wir miteinander seinen Weg finden und gehen. Der geht an Karfreitag vorbei Ostern entgegen.(V.33 +34)
Fern von allem Brimborium. Welchen Weg sollen wir gehen?
Ab V.46 Sind mit einem Male nicht mehr die Zebedaiden und ihr Gefolge (Mutter nach Matth.20, 20) im Blickpunkt
Es geht zum Geheimnis des Karfreitags und Ostern (v.32-34). Auf dem Weg der Konflikte hat Jesus noch Ohren, Augen und Hände für den blinden Bartimäus am Wege V.46 -52. Lasst uns diese Aufgaben auch in aller Kirchenpolitik nicht vergessen.
Der Rangstreit ist wichtig gewesen. Deshalb wurde er trotz seiner Peinlichkeit ins Evangelium aufgenommen, damit wir wieder deutlich erkennen, wie Jesu Nachfolge aussieht.
Die Heilige Schrift ist top-aktuell. Bei Christus finden die Jünger sich wieder. Sie gehen einen Weg, den sie noch nicht voll begreifen. Die Himmelsstühle bleiben unbesetzt. Es kommen auch nicht die andern, etwa Petrus und Andreas darauf. Also nicht Sieger und Besiegte. Vielleicht sind sie für den armen Lazarus und Maria Magdalena reserviert. Uns kann Jesu Nähe genügen.
Die Stühle werden auch heute nicht vergeben. Es gibt kein Geschrei von Siegern und Besiegten Nachfolge Jesu ist angesagt.
Durch den Rangstreit ist deutlich geworden, was bei uns allen im Untergrund lauert. Davon will er uns erretten und auf einen heilsamen, wenn auch schwereren Weg mitnehmen. Wann Ostern und Pfingsten kommt, liegt nicht in unserer Hand. Aber die Barmherzigkeit Gottes hat immer wieder erste Strahlen voraus gesandt. M.Dürr
Vielleicht sagen Sie, liebe Leserin und Leser, ich predige ja nicht, schon gar nicht am 29.März. Aber ich hoffe doch, dass Sie ein Hörer sein werden! Da tut eigene Vorbereitung gut. Ein Bibeltext wird zu Hause von einem fremden Wort zum persönlichen Wort an uns und schließlich zum Wort an unsere Umgebung. Im Alltag begegnet er mir vorher täglich neu. Ich bekomme Erwartungen, wird sie der Prediger am Sonntag bestätigen, mich vergewissern oder mich korrigieren, ganz neue Begegnungen erschließen? Oder zeigt mir die Bibel einen kritischen, besseren Weg? Wir können miteinander aus dem Gottesdienst gesegnet unsern Weg gehen.
Schlagen Sie bitte auf. Markusevangelium 10, 35 – 45, den Rangstreit der Jünger.
Was stößt uns bei dieser Bitte an Jesus unangenehm auf? Das Verlangen von Jakobus und Johannes nach Jesu Nähe ist an sich etwas Gutes. Die Sehnsucht nach Christusverbundenheit wird hier sogar die Mitte des Lebens. Nach Matthäus beteiligt sich daran die Familie, die Mutter. Aber die Bitte geht auf Kosten anderer (V.37) Die beiden möchten es zu etwas bringen, zu Größe verglichen mit anderen. Das bringt Streit untereinander.
Mir schrieb einer in einem zornigen Brief, er betet für den Sieg der Fusion! Da fragte ich mich, wofür betest du selber? Ich musste an die Soldaten des 1. Weltkrieges denken. Sie lagen bei Verdun sich dicht gegenüber. Deutsche und Franzosen beteten jeder für den eigenen Sieg und Feldprediger auf beiden Seiten ermunterten dazu unverantwortlich. Welch Unsinn! Haben wir Gott vorzuschreiben, was er zu tun hätte? Deshalb bete ich und lade Euch dazu ein, dass wir bei uns nicht für den Sieg dieser oder jener Gruppe beten, sondern seinen Weg Schritt für Schritt zu erkennen und darauf Christus nachzufolgen, beten um Wiedererwachen lebendigen Glaubens bei mir und anderen., dass alltägliche Christusnachfolge in unserer Kirche nicht abgeschoben und belächelt werde. Welche Tiefen auch kirchlichen Zusammenbruches wir zur Reinigung von Selbstherrlichkeit, Gleichgültigkeit, Mutlosigkeit noch brauchen, weiß er allein. Herr, zeig uns deinen guten Weg, Diesen Weg, Herr, diesen Weg lass uns gehen,,,.
Gott hat mir Augen, Ohren Verstand und Mund und Hände gegeben damit ich die Welt nüchtern erfasse, sehe und entsprechend verantwortlich handle, immer bereit sei für seinen Ruf
Jesus ermuntert hier nicht zur Bescheidenheit, zum Nicht-Auffallen, zum bequemen Weg, „um des lieben Friedens willen“, alles treiben zu lassen, anderen das Feld zu überlassen..
Seine Antwort ist im Zusammenhang seines Lebens zu sehen. Er hat sonst Auseinandersetzungen nicht gescheut. (Bergpredigt Matth.5 mehrmals gegen die Üblichkeit: „Ich aber sage euch …“, Matth.10,34: Ich bin nicht gekommen, den Frieden zu senden, sondern das Schwert, Matth. 14,6: Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer,. Lukas 19,45-48 die Tempelreinigung. Das liebe Jesulein ist eine romantische Erfindung) Er hat auf Angriffe reagiert, hat selbst angegriffen. Es kann Widerspruch im Leben nötig sein. Es kann auch das Bekenntnis zu innerer Emigration, ja Auswanderung geboten sein wie bei den evangelischen. Salzburgern, den französischen. Hugenotten, den pazifistischen Mennoniten in Preußen und Russland, sogar die Conversion.) Die Argumente wollen geklärt und durchgestanden sein.
Jesus hat mit dem Wort Gottes angegriffen ( „Ich aber sage euch...“) aber er hat dabei die Tür zum andern aufgelassen ( Lukas 23,34 Vater, vergib ihnen, sie wissen nicht, was sie tun, Paulus: Rö.15,7 Nehmet euch untereinander auf) Es geht nicht um harten oder weichen Kurs, sondern um Gehorsam in Gottes Führung .
Vor unserem Text steht nicht irgendeine, sondern die dritte und letzte Leidensankündigung (V.32- 34). Für Selbstherrlichkeit ist jetzt keine Zeit und kein Raum mehr.
Die Nachfolger sind auf den neuen Weg des Christus gerufen, auch wenn es auf den uns unbegreiflichen Weg zum Karfreitag geht (Wir gedenken gegenwärtig mit Zittern an solchen besonders markanten Weg der Christen in Indien, in islamischen Ländern: Du weißt den Weg für mich…
„Ihr wisst nicht, was ihr bittet.“(38) Könnt Ihr, wollt Ihr überhaupt mir in der Kirche nachfolgen? Worum geht es Euch in der Kirche?
Bei Jesus gibt es nicht Sieger und Besiegte sondern zu neuem Leben Gerufene auch zum neuen Leben miteinander.
Die 1. der 95 Thesen Luthers lautete: dass das ganze Leben eine Reue und Hinkehr (Buße) sei. Alles andere ist zweitrangig. Wie können wir das am besten? Zeige uns Deinen Weg! Zeige uns, wenn es sein kann einen Weg, den wir miteinander gehen können. Aber lass das Wichtigste für uns Mitte und Ziel unseres Lebens werden und bleiben.
V.41 Die andern sind nicht reifer im Glauben. Sie hätten auch gern eine Auszeichnung, die Würde der Ehrenplätze. Wer säße nicht gern obenan?
Bittet Eure Pastoren mit Euch darüber zu sprechen, wie kann Erneuerung und Nachfolge Jesu Christi in Eurer Gemeinde konkret aussehen.
Die Welt dreht sich nicht um uns sondern um Gott!
Betet, dass wir miteinander seinen Weg finden und gehen. Der geht an Karfreitag vorbei Ostern entgegen.(V.33 +34)
Fern von allem Brimborium. Welchen Weg sollen wir gehen?
Ab V.46 Sind mit einem Male nicht mehr die Zebedaiden und ihr Gefolge (Mutter nach Matth.20, 20) im Blickpunkt
Es geht zum Geheimnis des Karfreitags und Ostern (v.32-34). Auf dem Weg der Konflikte hat Jesus noch Ohren, Augen und Hände für den blinden Bartimäus am Wege V.46 -52. Lasst uns diese Aufgaben auch in aller Kirchenpolitik nicht vergessen.
Der Rangstreit ist wichtig gewesen. Deshalb wurde er trotz seiner Peinlichkeit ins Evangelium aufgenommen, damit wir wieder deutlich erkennen, wie Jesu Nachfolge aussieht.
Die Heilige Schrift ist top-aktuell. Bei Christus finden die Jünger sich wieder. Sie gehen einen Weg, den sie noch nicht voll begreifen. Die Himmelsstühle bleiben unbesetzt. Es kommen auch nicht die andern, etwa Petrus und Andreas darauf. Also nicht Sieger und Besiegte. Vielleicht sind sie für den armen Lazarus und Maria Magdalena reserviert. Uns kann Jesu Nähe genügen.
Die Stühle werden auch heute nicht vergeben. Es gibt kein Geschrei von Siegern und Besiegten Nachfolge Jesu ist angesagt.
Durch den Rangstreit ist deutlich geworden, was bei uns allen im Untergrund lauert. Davon will er uns erretten und auf einen heilsamen, wenn auch schwereren Weg mitnehmen. Wann Ostern und Pfingsten kommt, liegt nicht in unserer Hand. Aber die Barmherzigkeit Gottes hat immer wieder erste Strahlen voraus gesandt. M.Dürr
Erstellt von: Martin Dürr am 27.03.2009 08:30
Antwort
Da die Auseinandersetzung noch nicht beendet ist, noch ein Wort an die, die noch hören können:
Wer meint, die Mecklenburgische Landeskirche nach Kiel übergeben zu sollen, der wird sich dafür entscheiden.
Wer aber unruhig darüber ist, was dann auf uns zukommt, an Reglementierung von dort, an Zerreißprobe in den Gemeinden, der gebe ehrlich seine Enthaltung für eine ungeklärte Sache ab. Der beteilige sich nicht daran, den uns von außen übergestülpten Streit in unsere Landeskirche zu tragen und übernehme keine persönliche Verantwortung für eine Sache, die er nicht überschauen kann. Man kann auch nicht einem so weit reichenden Projekt zustimmen, nur um es endlich vom Tisch zu bekommen.
Lesen Sie den v.Wedelschen Artikel vor der Diskussion noch trotz seiner Länge von 10 Seiten. Er soll in Ihren Papieren liegen. Dann wissen Sie, was uns erwartet:
Nichts mehr von der früher versprochenen gemeinsamen Augenhöhe, sondern Annexion.
Hamburg wird nach unserem Beitritt wieder Hoffnung auf den Landesbischof gemacht!
Nicht Zusammenschluß, gemeinsamer Neuanfang von Kirchen, sondern in allen wesentlichen Strukturbereichen Liquidierung unserer Ordnungen ist festgelegt.
Es gibt keinen theologischen und wirtschaftlichen Grund über eine Kooperation hinauszugehen und uns diese Fesseln anzulegen.
Alle Zweifler mögen sich auch keinem Gruppenzwang unterwerfen lassen. Wenn nicht alle Abstimmungen der drei Lesungen geheim sind, ist es eine Farce!
Mit guten Wünschen Martin Dürr
Wer meint, die Mecklenburgische Landeskirche nach Kiel übergeben zu sollen, der wird sich dafür entscheiden.
Wer aber unruhig darüber ist, was dann auf uns zukommt, an Reglementierung von dort, an Zerreißprobe in den Gemeinden, der gebe ehrlich seine Enthaltung für eine ungeklärte Sache ab. Der beteilige sich nicht daran, den uns von außen übergestülpten Streit in unsere Landeskirche zu tragen und übernehme keine persönliche Verantwortung für eine Sache, die er nicht überschauen kann. Man kann auch nicht einem so weit reichenden Projekt zustimmen, nur um es endlich vom Tisch zu bekommen.
Lesen Sie den v.Wedelschen Artikel vor der Diskussion noch trotz seiner Länge von 10 Seiten. Er soll in Ihren Papieren liegen. Dann wissen Sie, was uns erwartet:
Nichts mehr von der früher versprochenen gemeinsamen Augenhöhe, sondern Annexion.
Hamburg wird nach unserem Beitritt wieder Hoffnung auf den Landesbischof gemacht!
Nicht Zusammenschluß, gemeinsamer Neuanfang von Kirchen, sondern in allen wesentlichen Strukturbereichen Liquidierung unserer Ordnungen ist festgelegt.
Es gibt keinen theologischen und wirtschaftlichen Grund über eine Kooperation hinauszugehen und uns diese Fesseln anzulegen.
Alle Zweifler mögen sich auch keinem Gruppenzwang unterwerfen lassen. Wenn nicht alle Abstimmungen der drei Lesungen geheim sind, ist es eine Farce!
Mit guten Wünschen Martin Dürr
Erstellt von: Martin Dürr am 26.03.2009 10:44
Antwort
Danke für die klaren erläuternden Worte Herr Antonioli!
Ich hoffe, dass Ihre Worte dem ein oder anderen Synodalen helfen können für sich eine wie auch immer geartete Entscheidung zu treffen. Trotz mancher offener Fragen in Bezug auf das Vertragswerk kann ich aus meiner Sicht ein "Ja" zum Vertragswerk nur unterstützen, damit wir dann alle gemeinsam (NEK, PEK, ELLM)die noch offenen Fragen zusammen angehen können!
Mit segensreichem Gruß für die synodalen Beratungen
Thomas Moll
Ich hoffe, dass Ihre Worte dem ein oder anderen Synodalen helfen können für sich eine wie auch immer geartete Entscheidung zu treffen. Trotz mancher offener Fragen in Bezug auf das Vertragswerk kann ich aus meiner Sicht ein "Ja" zum Vertragswerk nur unterstützen, damit wir dann alle gemeinsam (NEK, PEK, ELLM)die noch offenen Fragen zusammen angehen können!
Mit segensreichem Gruß für die synodalen Beratungen
Thomas Moll
Erstellt von: Thomas Moll am 25.03.2009 15:04
Antwort
Liebe Mitdiskutanten,
zunächst möchte ich uns beglückwünschen: zwanzig Jahre nach der Wende hat unsere Kirche eine Diskussion erlebt, die in aller Breite und Tiefe geführt wurde und die die Stärke innerkirchlicher, demokratischer Kultur beweist. Und bei aller aufgetretenen Heftigkeit und Einseitigkeit ist es für mich beruhigend zu wissen, wie viele sich um unsere Kirche sorgen. Wie auch immer die Abstimmung ausfallen wird, wir bleiben zusammen auf dem Weg in der Nachfolge Jesu Christi!
Es gab in den letzten Wochen manch besorgten Brief und es liegt in der Logik der Sache, dass sich in erster Linie all die zu Wort melden, die Bedenken und Ablehnung äußern wollen. Dabei wird manchmal der Eindruck erweckt, als ob es gar keine Befürworter gebe. Darum möchte ich vier grundsätzliche Erwägungen darlegen, warum ich als Synodaler der Mecklenburgischen Landeskirche für den Fusionsvertrag stimmen werde:
1. Die Fusion der drei Norddeutschen Landeskirchen ist zwar nicht alternativlos, aber m.E. durchaus der Weg, wie wir in schwieriger Zeit flächendeckend in unserer Mecklenburgen Landeskirche die Versorgung mit Mitarbeitenden mittelfristig absichern können. Alle anderen Wege werden allein aufgrund der Demografie schon bald zu tiefgreifenden Einschnitten führen. Nichtsdestotrotz werden wir weiterhin nach neuen Wegen suchen müssen, wie wir unseren Glauben verkündigen und leben können.
2. Die Fusion zur Nordkirche ist nicht die Geburtsstunde einer neuen Kirche, sondern eine Strukturreform, die zu klein gewordene Strukturen in einen sinnvollen, lebensfähigen Gesamtzusammenhang bringt. Alle Pros und Cons können darum in diesem Punkt kaum theologische Argumente bemühen, weil es eben theologisch gesehen, um nachrangige Fragen geht. Denn es steht keineswegs in Frage, was Kirche, Gemeinde oder das Evangelium sei, sondern es geht darum, historisch gewachsene, d.h. damit auch zufällige Formen, an heutige Erfordernisse anzupassen. Das geht für niemand ohne Abschiedsschmerz ab! Und doch, vielleicht werden wir in einer neuen Kirchenverfassung überraschender Weise mehr einzubringen haben, als wir es heute selbst für möglich halten! In jedem Falle werden wir als kleinere Kirchen auch geistlich vom Austausch profitieren.
3. Wie alle Kompromisse ist auch der vorliegende Fusionsvertrag nicht verdächtig, einen Schönheitspreis zu gewinnen. Natürlich haben die unterschiedlichen Interessen und Wünsche manches verzerrt, natürlich zogen faktische Kräfteverhältnisse gewisse Grundvorgaben nach sich und natürlich ist das alles nicht Produkt eines basisdemokratischen Vorgangs. Immer wieder wird die Eile dieses Prozesses bemängelt; bezieht man jedoch die Fusionsverhandlung mit der Pommerschen Kirche mit ein, relativiert sich hier manches.
Stellt man all das in Rechnung, verwundert es nicht, dass es kaum begeisterte, ja einhellige Zustimmung gibt.
Und doch stehen wir als Synodale vor der schwierigen Aufgabe all die unterschiedlichen Nuancen, in das Schema Ja oder Nein zu bringen. Der Abstimmungsmodus legt die Hürde hoch, denn jede Stimme zählt, sogar jede nicht abgegebene oder ungültige Stimme, jede Enthaltung ist eine Gegenstimme zum vorliegenden Vertrag.
4. Warum wir Mecklenburger diesen Vertrag kaum ablehnen können: uns als Mecklenburgern wird in diesem Vertrag mehr angeboten, als für manch anderen Vertragspartner zumutbar erscheint. Es wurde allen Forderungen der Synode im vergangenen Herbst entsprochen, allein in der Frage des Anstellungsrechts konnten wir lediglich für die beiden geplanten Kirchenkreise Mecklenburg und Pommern den Status quo vorerst beibehalten.
Doch wir haben Anteil am solidarischen System innerhalb einer Nordkirche, wir haben große Freiheiten bei der Gestaltung unseres Kirchenkreises, wir bleiben in unserem Bundesland als Evangelische auch organisatorisch beieinander. Und vor allem haben wir Partner, die uns sehr zugewandt sind. Mich persönlich hat die Bereitschaft der nordelbischen Kirchenleitung berührt, mit der Wahl des leitenden Bischofs zu warten.
Ob all das bei einer künftigen Neuordnung kirchlicher Strukturen so möglich sein wird, wage ich zu bezweifeln.Und falls die nötige Zustimmung ausbleibt, werden wir doch die Probleme lösen müssen, die sich durch die Umstände auftun.
Möge Gott uns einen guten Weg weisen!
Mit freundlichen Grüßen,
Marcus Antonioli
zunächst möchte ich uns beglückwünschen: zwanzig Jahre nach der Wende hat unsere Kirche eine Diskussion erlebt, die in aller Breite und Tiefe geführt wurde und die die Stärke innerkirchlicher, demokratischer Kultur beweist. Und bei aller aufgetretenen Heftigkeit und Einseitigkeit ist es für mich beruhigend zu wissen, wie viele sich um unsere Kirche sorgen. Wie auch immer die Abstimmung ausfallen wird, wir bleiben zusammen auf dem Weg in der Nachfolge Jesu Christi!
Es gab in den letzten Wochen manch besorgten Brief und es liegt in der Logik der Sache, dass sich in erster Linie all die zu Wort melden, die Bedenken und Ablehnung äußern wollen. Dabei wird manchmal der Eindruck erweckt, als ob es gar keine Befürworter gebe. Darum möchte ich vier grundsätzliche Erwägungen darlegen, warum ich als Synodaler der Mecklenburgischen Landeskirche für den Fusionsvertrag stimmen werde:
1. Die Fusion der drei Norddeutschen Landeskirchen ist zwar nicht alternativlos, aber m.E. durchaus der Weg, wie wir in schwieriger Zeit flächendeckend in unserer Mecklenburgen Landeskirche die Versorgung mit Mitarbeitenden mittelfristig absichern können. Alle anderen Wege werden allein aufgrund der Demografie schon bald zu tiefgreifenden Einschnitten führen. Nichtsdestotrotz werden wir weiterhin nach neuen Wegen suchen müssen, wie wir unseren Glauben verkündigen und leben können.
2. Die Fusion zur Nordkirche ist nicht die Geburtsstunde einer neuen Kirche, sondern eine Strukturreform, die zu klein gewordene Strukturen in einen sinnvollen, lebensfähigen Gesamtzusammenhang bringt. Alle Pros und Cons können darum in diesem Punkt kaum theologische Argumente bemühen, weil es eben theologisch gesehen, um nachrangige Fragen geht. Denn es steht keineswegs in Frage, was Kirche, Gemeinde oder das Evangelium sei, sondern es geht darum, historisch gewachsene, d.h. damit auch zufällige Formen, an heutige Erfordernisse anzupassen. Das geht für niemand ohne Abschiedsschmerz ab! Und doch, vielleicht werden wir in einer neuen Kirchenverfassung überraschender Weise mehr einzubringen haben, als wir es heute selbst für möglich halten! In jedem Falle werden wir als kleinere Kirchen auch geistlich vom Austausch profitieren.
3. Wie alle Kompromisse ist auch der vorliegende Fusionsvertrag nicht verdächtig, einen Schönheitspreis zu gewinnen. Natürlich haben die unterschiedlichen Interessen und Wünsche manches verzerrt, natürlich zogen faktische Kräfteverhältnisse gewisse Grundvorgaben nach sich und natürlich ist das alles nicht Produkt eines basisdemokratischen Vorgangs. Immer wieder wird die Eile dieses Prozesses bemängelt; bezieht man jedoch die Fusionsverhandlung mit der Pommerschen Kirche mit ein, relativiert sich hier manches.
Stellt man all das in Rechnung, verwundert es nicht, dass es kaum begeisterte, ja einhellige Zustimmung gibt.
Und doch stehen wir als Synodale vor der schwierigen Aufgabe all die unterschiedlichen Nuancen, in das Schema Ja oder Nein zu bringen. Der Abstimmungsmodus legt die Hürde hoch, denn jede Stimme zählt, sogar jede nicht abgegebene oder ungültige Stimme, jede Enthaltung ist eine Gegenstimme zum vorliegenden Vertrag.
4. Warum wir Mecklenburger diesen Vertrag kaum ablehnen können: uns als Mecklenburgern wird in diesem Vertrag mehr angeboten, als für manch anderen Vertragspartner zumutbar erscheint. Es wurde allen Forderungen der Synode im vergangenen Herbst entsprochen, allein in der Frage des Anstellungsrechts konnten wir lediglich für die beiden geplanten Kirchenkreise Mecklenburg und Pommern den Status quo vorerst beibehalten.
Doch wir haben Anteil am solidarischen System innerhalb einer Nordkirche, wir haben große Freiheiten bei der Gestaltung unseres Kirchenkreises, wir bleiben in unserem Bundesland als Evangelische auch organisatorisch beieinander. Und vor allem haben wir Partner, die uns sehr zugewandt sind. Mich persönlich hat die Bereitschaft der nordelbischen Kirchenleitung berührt, mit der Wahl des leitenden Bischofs zu warten.
Ob all das bei einer künftigen Neuordnung kirchlicher Strukturen so möglich sein wird, wage ich zu bezweifeln.Und falls die nötige Zustimmung ausbleibt, werden wir doch die Probleme lösen müssen, die sich durch die Umstände auftun.
Möge Gott uns einen guten Weg weisen!
Mit freundlichen Grüßen,
Marcus Antonioli
Erstellt von: Marcus Antonioli am 25.03.2009 13:03
Antwort
In verschiedenen Printmedien konnten interessierte Leser gestern lesen, dass ‚…die Widerstände gegen den Zusammenschluss [der drei Kirchen im Norden] in Mecklenburg überwiegend emotionaler Natur’ seien. Das beschreibt nicht mein Ringen um eine Beteiligungskirche, die das Evangelium vor Ort kommuniziert und nahe bei den Menschen ist. Deshalb habe ich nach wie vor sehr viele sachliche Anfragen an das Projekt Nordkirche: zum Bischofsverständnis, zum Gemeindeverständnis, zur Basisbeteiligung, zur Pfarrstellenbesetzung, zur Arbeitsrechtssetzung, zum Selbstbestimmungsrecht, zur Finanzsicherheit, zur Personalsicherheit, zum Antragsrecht an die verfassunggebende Synode…. Da ist noch vieles argumentativ zu klären!
Erstellt von: Pirina Kittel am 25.03.2009 11:31
Antwort
Den Bericht über die heutige Protokollunterzeichnung zum Staat-Kirche-Vertrag in M-V habe ich erfreut zur Kenntnis genommen. Damit haben bisherige Beteuerungen ein festeres Fundament erhalten.
Bei der Lektüre der letzten etwa 20 Einträge habe ich manches mit Interesse, teils mit Zustimmung, aufgenommen. Verwundert bin ich über Erwartungen, die an parteipolitisches Kalkül erinnern und über die Sichtweise, als Ablehner des Fusionsvertrages ein Gestalter von lebendiger Partnerschaft und von echtem missionarischen Aufbruch in Norddeutschland zu sein.
Ich wünsche uns miteinander so einen echten missionarischen Aufbruch. Wenn der in einer gemeinsamen (Ost-West-)Kirche gelingt, hat er sicher eine gesellschaftliche Wirkung.
Bei der Lektüre der letzten etwa 20 Einträge habe ich manches mit Interesse, teils mit Zustimmung, aufgenommen. Verwundert bin ich über Erwartungen, die an parteipolitisches Kalkül erinnern und über die Sichtweise, als Ablehner des Fusionsvertrages ein Gestalter von lebendiger Partnerschaft und von echtem missionarischen Aufbruch in Norddeutschland zu sein.
Ich wünsche uns miteinander so einen echten missionarischen Aufbruch. Wenn der in einer gemeinsamen (Ost-West-)Kirche gelingt, hat er sicher eine gesellschaftliche Wirkung.
Erstellt von: Raik Harder am 24.03.2009 22:06
Antwort
Es ist ja toll das es Internetseiten, Vorträge in Volkshochschulen, Einwürfe von Präsidenten, Bischöfen etc. gibt.
Ich als "einfaches" Gemeindeglied kann anscheinend nur zusehen wie eine Fusion die andere jagt.
In unserer Gemeinde gab es erst eine "Zusammenarbeit" mit einer Nachbargemeinde.Dann ein Gemeindeverbund mit 3 Nachbargemeinden. Nach meiner Einschätzung hat dies bisher nicht funktioniert.
Lübeck und Lauenburg sind auch am fusionieren. Und nun soll noch die "große" Fusion der 3 Landeskirchen folgen.
Ich kann diese Fusionierei leider nicht nachvollziehen.(Ob mir das aleine so geht?)
Egoistisch gedacht:
-Was habe ich als Gemeindeglied davon?
- Was hat meine Gemeinde davon?
Hier ist für mich zuwenig Information an die Basis und auch an den kleinen Kirchensteuerzahler gegangen, das hier am Sonnabend, den 28.03.2009 vollendete Tatsachen geschafft werden.
Ich hoffe, das vorerst dies Nordkirche gestoppt wird, damit erstmal "kleinere" Baustellen erledigt werden.
Ich als "einfaches" Gemeindeglied kann anscheinend nur zusehen wie eine Fusion die andere jagt.
In unserer Gemeinde gab es erst eine "Zusammenarbeit" mit einer Nachbargemeinde.Dann ein Gemeindeverbund mit 3 Nachbargemeinden. Nach meiner Einschätzung hat dies bisher nicht funktioniert.
Lübeck und Lauenburg sind auch am fusionieren. Und nun soll noch die "große" Fusion der 3 Landeskirchen folgen.
Ich kann diese Fusionierei leider nicht nachvollziehen.(Ob mir das aleine so geht?)
Egoistisch gedacht:
-Was habe ich als Gemeindeglied davon?
- Was hat meine Gemeinde davon?
Hier ist für mich zuwenig Information an die Basis und auch an den kleinen Kirchensteuerzahler gegangen, das hier am Sonnabend, den 28.03.2009 vollendete Tatsachen geschafft werden.
Ich hoffe, das vorerst dies Nordkirche gestoppt wird, damit erstmal "kleinere" Baustellen erledigt werden.
Erstellt von: Rüdiger Arfmann am 24.03.2009 13:41
Antwort
Lieber Martin Beste, lieber Hilmar Baumgarten!
Vielen Dank für Euren Offenen Brief an die nordelbischen Synodalen! Warum sind wir auf den Gedankenaustausch nicht schon früher gekommen? Das ist echte Zusammenarbeit auf der früher propagierten Augenhöhe, die wir brauchen. Sie hat uns auch die gründliche 9 seitige Analyse der nordelbischen Synodalen v.Wedel als Antwort beschert. Diese Arbeit sollte ursprünglich wohl verzagte Nordelbier stärken. Nun ist sie an eine verkehrte Adresse geschickt. Er hat nicht bedacht, welche Demütigung sie für uns bedeutet. Nun haben wir es schwarz auf weiß, dass wir nicht übersensible Schwarzmaler in der Beurteilung der Verhandlungsergebnisse waren, sondern es ist die nackte Wirklichkeit: Wir sollen vereinnahmt werden. Nordelbien ist alles und wir sind nichts. Selbst alle Zusagen gelten nur auf Zeit.
S.2 „Schaut man sich den Vertrag heute an, so soll die neuen Evangelisch-Lutherische Kirche in Noddeutschland nach nordelbischem Muster strukturiert und im Wesentlichen nordelbisches Recht in der neuen Kirche angewendet werden.“
S.6:“ Nach dem Vertrag werden richtigerweise alle Entscheidungen insoweit der Synode der neuen Kirche überlassen. Auch hier liegt der Stolperstein bei den anderen und nicht bei uns in Nordelbien.“(Stimmenverhältnis nur 1 zu 10 für Mecklenburg)
S.8 Zur Standortfrage des 3 –Länderbischofs: „ Der Landesbischof zusammen mit dem Kirchenamt in Hamburg bleibt ein (bisher politisch nicht durchsetzbarer) Wunsch. Der ist aber wegen der Trennung von Landesbischof und Kirchenamt wieder etwas mehr in den Bereich des Möglichen gerückt, als bei einer Entscheidung für Bischof und Amt in Lübeck!“
Schwerin nur ein Passageritus für die Fusion ?
Möchten alle mecklenburgischen Synodalen sich die Mühe machen und die Arbeit lesen, um klar zu sehen, was mit uns gespielt wird. Sie macht ein klares Nein am Sonnabend leichter.
Mit guten Wünschen Martin Dürr
Vielen Dank für Euren Offenen Brief an die nordelbischen Synodalen! Warum sind wir auf den Gedankenaustausch nicht schon früher gekommen? Das ist echte Zusammenarbeit auf der früher propagierten Augenhöhe, die wir brauchen. Sie hat uns auch die gründliche 9 seitige Analyse der nordelbischen Synodalen v.Wedel als Antwort beschert. Diese Arbeit sollte ursprünglich wohl verzagte Nordelbier stärken. Nun ist sie an eine verkehrte Adresse geschickt. Er hat nicht bedacht, welche Demütigung sie für uns bedeutet. Nun haben wir es schwarz auf weiß, dass wir nicht übersensible Schwarzmaler in der Beurteilung der Verhandlungsergebnisse waren, sondern es ist die nackte Wirklichkeit: Wir sollen vereinnahmt werden. Nordelbien ist alles und wir sind nichts. Selbst alle Zusagen gelten nur auf Zeit.
S.2 „Schaut man sich den Vertrag heute an, so soll die neuen Evangelisch-Lutherische Kirche in Noddeutschland nach nordelbischem Muster strukturiert und im Wesentlichen nordelbisches Recht in der neuen Kirche angewendet werden.“
S.6:“ Nach dem Vertrag werden richtigerweise alle Entscheidungen insoweit der Synode der neuen Kirche überlassen. Auch hier liegt der Stolperstein bei den anderen und nicht bei uns in Nordelbien.“(Stimmenverhältnis nur 1 zu 10 für Mecklenburg)
S.8 Zur Standortfrage des 3 –Länderbischofs: „ Der Landesbischof zusammen mit dem Kirchenamt in Hamburg bleibt ein (bisher politisch nicht durchsetzbarer) Wunsch. Der ist aber wegen der Trennung von Landesbischof und Kirchenamt wieder etwas mehr in den Bereich des Möglichen gerückt, als bei einer Entscheidung für Bischof und Amt in Lübeck!“
Schwerin nur ein Passageritus für die Fusion ?
Möchten alle mecklenburgischen Synodalen sich die Mühe machen und die Arbeit lesen, um klar zu sehen, was mit uns gespielt wird. Sie macht ein klares Nein am Sonnabend leichter.
Mit guten Wünschen Martin Dürr
Erstellt von: Martin Dürr am 24.03.2009 11:07
Antwort
Ich finde, dass gewichtige Meinungen wie der Offene Brief aus Mecklenburg richtig und hilfreich sind, auch wenn er erst jetzt geschrieben wurde. Auch ich bin der Meinung, dass es von hoher Bedeutung ist, was gerade Mitarbeitende in diesem Prozess empfinden, egal, ob verbeamtet oder nicht.
Wir nicht-beamteten Mitarbeitende haben schon einen langen (3.?) Weg der versuchten Mitberatung zum Arbeitsrecht hinter uns, der leider meistens von Kirchenleitenden abgelehnt wurde. Jüngstes Beispiel: Als gesetzlich gewählte Vertreter der Mitarbeiterschaft in der pommerschen Kirche haben wir die beratende Mitarbeit auf der kommenden Synode begehrt. Dies wurde vom Präsidium im Einvernehmen mit der Kirchenleitung zurückgewiesen !!!
Wir sehen hier ein weiteres Beispiel für die zunehmende Ausgrenzung von einfachen Mitarbeitenden aus der Dienstgemeinschaft!
Was auch immer damit für Ziele verfolgt werden, sie entsprechen nicht dem Geist unserer kirchlichen Gesetzgebung, die eigentlich das vertrauensvolle Miteinander als gleichberechtigte Teilhabe an der Dienstgemeinschaft schaffen wollte.
Ich glaube, dass viele unserer Synodalen von diesen Vorgehensweisen nichts wissen. Darum bleibt nur noch eine Möglichkeit:
Liebe Synodale, ruft Eure Mitarbeitervertretung am kommenden Freitag in die Sitzung und gebt ihnen einige Minuten Rederecht!
Nur noch so ist es möglich, dass die tatsächlichen Anliegen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor dem anstehenden Beschluss zur Fusion gehört werden.
Wir nicht-beamteten Mitarbeitende haben schon einen langen (3.?) Weg der versuchten Mitberatung zum Arbeitsrecht hinter uns, der leider meistens von Kirchenleitenden abgelehnt wurde. Jüngstes Beispiel: Als gesetzlich gewählte Vertreter der Mitarbeiterschaft in der pommerschen Kirche haben wir die beratende Mitarbeit auf der kommenden Synode begehrt. Dies wurde vom Präsidium im Einvernehmen mit der Kirchenleitung zurückgewiesen !!!
Wir sehen hier ein weiteres Beispiel für die zunehmende Ausgrenzung von einfachen Mitarbeitenden aus der Dienstgemeinschaft!
Was auch immer damit für Ziele verfolgt werden, sie entsprechen nicht dem Geist unserer kirchlichen Gesetzgebung, die eigentlich das vertrauensvolle Miteinander als gleichberechtigte Teilhabe an der Dienstgemeinschaft schaffen wollte.
Ich glaube, dass viele unserer Synodalen von diesen Vorgehensweisen nichts wissen. Darum bleibt nur noch eine Möglichkeit:
Liebe Synodale, ruft Eure Mitarbeitervertretung am kommenden Freitag in die Sitzung und gebt ihnen einige Minuten Rederecht!
Nur noch so ist es möglich, dass die tatsächlichen Anliegen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor dem anstehenden Beschluss zur Fusion gehört werden.
Erstellt von: Th. Franke am 23.03.2009 10:29
Antwort
Ich bin nicht der Meinung, die Pastoren fallen der Synode, Kirchenleitung und Bischof durch den Brief, an die Nordelbischen Synodalen, in den Rücken. Warum dürfen die Pastoren ihre Meinung nicht kundtun? Alle Pastoren-Mecklenburg,die gegen eine Fusion sind,sprechen auch in meinem Namen. Schade nur,dass ich mich nicht früher einbringen konnte.
Silvana Hartig
Silvana Hartig
Erstellt von: Silvana Hartig am 22.03.2009 22:30
Antwort
Wir haben eine gewählte Synode, die nach bestem Wissen und Gewissen die Zukunft für Mecklenburg bedenkt und gestaltet. Das ist in diesen Zeiten schwierig genug!
Es ist mir schwer verständlich, dass Mecklenburger Pastoren ihrer eigenen gewählten Synode, unserer Kirchenleitung und unserem Bischof mit einem solchen Brief an die Nordelbischen Synodalen in den Rücken fallen. Das wirft kein gutes Bild auf unsere überschaubare Mecklenburger Landeskirche.
Es ist mir schwer verständlich, dass Mecklenburger Pastoren ihrer eigenen gewählten Synode, unserer Kirchenleitung und unserem Bischof mit einem solchen Brief an die Nordelbischen Synodalen in den Rücken fallen. Das wirft kein gutes Bild auf unsere überschaubare Mecklenburger Landeskirche.
Erstellt von: Jessica Warnke am 22.03.2009 18:02
Antwort
Sehr geehrte Damen und Herren,
hier der offene Brief, den wir an alle per E-Mail erreichbaren nordelbischen Synodalen gesandt haben, um die Gründe für unsere Ablehnung des vorliegenden Fusionsvertrages auch dort publik zu machen.
Offener Brief an alle Synodalen der VI. Synode
der Nordelbischen Evangelisch-lutherischen Kirche Schwerin, den 18.3.2009
Sehr geehrte Synodale,
liebe Schwestern und Brüder,
am 28. März 2009 haben Sie eine schwerwiegende Entscheidung zu treffen. Sie sollen auf der Frühjahrssynode über den Fusionsvertrag zu einer evangelisch-lutherischen Kirche in Norddeutschland abstimmen. Hierzu einige Argumente aus mecklenburgischer Sicht:
Maßstab aller Anstrengungen muß ihre Eignung sein, die Verkündigung des Evangeliums in unserem Land zu fördern.
Sicher ist, dass bedingt durch den demographischen Wandel die Mittel aller deutschen Landeskirchen in den kommenden Jahren deutlich zurück gehen werden. Eine Kirchenfusion bringt den östlichen Kirchen daher nur kurzfristige Finanzsicherheit. In Nordelbien wird es durch die Umverteilungen aber zu einem rascheren Abbau der auf dem Lande noch vorhandenen volkskirchlichen Strukturen kommen. Dies kann nicht unser Ziel sein. Außerdem ist es wichtig zu wissen, dass entgegen anderslautender Stellungnahmen aus der nordelbischen Kirchenleitung die mecklenburgische Landeskirche über geordnete und für die nächsten Jahre gesicherte Finanzen verfügt und auch die Situation in Pommern nicht völlig ausweglos ist.
Die geplante Großkirche benötigt, wie alle großen gesellschaftlichen Einheiten, eine starke Zentralverwaltung, um überleben zu können. Diese führt aus unserer Sicht aber zu mehr Bürokratie, wodurch die Effizienz der Verwaltungsarbeit abnimmt, sowie zu einer zunehmenden Entfremdung zwischen Gemeinden und Mitarbeitenden vor Ort und der kirchlichen Verwaltungsebene. Damit wächst die Gefahr einer Verselbständigung des Kirchenamtes. Auch eine weitere Einschränkung der Autonomie der Kirchenkreise wird hier unvermeidbar sein.
Das Hauptproblem ist aber ein anderes: Die zentralen Fragen - wie begeistern wir wieder mehr Menschen für die Botschaft Jesu Christi und wie schaffen wir es, uns wieder stärker den Menschen in unserem Land und ihren Problemen zuzuwenden? - werden durch die Fusion nicht beantwortet. Sie werden durch die Selbstbezogenheit der Kirche im Fusionsprozeß und die langfristige Bindung von Mitarbeitenden und Mitteln nur auf unbestimmte Zeit verschoben.
Der völlige Rückzug aus der Fläche in den kommenden Jahren ist durch eine Fortschreibung der bestehenden Strukturen aber nicht zu verhindern. Nur ein wirklicher geistlicher Aufbruch, den wir jetzt einleiten müssen, vermag der Kirche in Norddeutschland eine dauerhafte Zukunft zu eröffnen. Neben der Besinnung auf unsere Stärken brauchen wir innovative Ideen für eine lebendige, nach außen wirkende Kirche.
Allerdings sind unsere drei Landeskirchen ganz unterschiedlich geprägt, und von völlig verschiedener Größe. Wir sind daher der Überzeugung, dass ein geistlicher Aufbruch zunächst nur im überschaubaren Rahmen der jeweiligen Landeskirche mit ihrer Nähe zu den Problemen vor Ort Erfolg haben kann.
Auf diesem Weg sind selbstverständlich auch eine enge partnerschaftliche Zusammenarbeit und die Vertiefung der Kooperationen unserer drei Kirchen erforderlich, vor allem aber lebendige Gemeindepartnerschaften und ein intensiver Verständigungsprozeß auf allen Ebenen.
Dann kann, so wie es evangelischem Kirchenverständnis entspricht, eine wirklich neue Gemeinschaft von den Gemeinden her zum notwendigen Überbau einer Gesamtkirche wachsen. Eine kurzfristige Fusion unter enormem Druck aus den Kirchenleitungen, die die Mehrheit der Gemeindeglieder und Mitarbeitenden nicht mitnimmt, ist hier nicht zweckmäßig.
Wir möchten Ihnen daher Mut machen, den vorliegenden Fusionsvertrag abzulehnen, damit wir dann in gemeinsamer Anstrengung in unseren jeweiligen Landeskirchen die jetzt notwendigen Schritte gehen können. Sie werden dadurch in der Öffentlichkeit in Mecklenburg-Vorpommern nicht als unsolidarische Nordelbier wahrgenommen, die nicht bereit sind finanzielle Opfer für eine neue Kirche zu bringen, sondern als Gestalter einer lebendigen Partnerschaft und eines echten missionarischen Aufbruchs in Norddeutschland.
Martin Beste,
Pastor der
Kirchgemeinde Tessin
Hilmar Baumgarten,
Gemeindemitglied,
St. Nikolai (Schelf) Schwerin
hier der offene Brief, den wir an alle per E-Mail erreichbaren nordelbischen Synodalen gesandt haben, um die Gründe für unsere Ablehnung des vorliegenden Fusionsvertrages auch dort publik zu machen.
Offener Brief an alle Synodalen der VI. Synode
der Nordelbischen Evangelisch-lutherischen Kirche Schwerin, den 18.3.2009
Sehr geehrte Synodale,
liebe Schwestern und Brüder,
am 28. März 2009 haben Sie eine schwerwiegende Entscheidung zu treffen. Sie sollen auf der Frühjahrssynode über den Fusionsvertrag zu einer evangelisch-lutherischen Kirche in Norddeutschland abstimmen. Hierzu einige Argumente aus mecklenburgischer Sicht:
Maßstab aller Anstrengungen muß ihre Eignung sein, die Verkündigung des Evangeliums in unserem Land zu fördern.
Sicher ist, dass bedingt durch den demographischen Wandel die Mittel aller deutschen Landeskirchen in den kommenden Jahren deutlich zurück gehen werden. Eine Kirchenfusion bringt den östlichen Kirchen daher nur kurzfristige Finanzsicherheit. In Nordelbien wird es durch die Umverteilungen aber zu einem rascheren Abbau der auf dem Lande noch vorhandenen volkskirchlichen Strukturen kommen. Dies kann nicht unser Ziel sein. Außerdem ist es wichtig zu wissen, dass entgegen anderslautender Stellungnahmen aus der nordelbischen Kirchenleitung die mecklenburgische Landeskirche über geordnete und für die nächsten Jahre gesicherte Finanzen verfügt und auch die Situation in Pommern nicht völlig ausweglos ist.
Die geplante Großkirche benötigt, wie alle großen gesellschaftlichen Einheiten, eine starke Zentralverwaltung, um überleben zu können. Diese führt aus unserer Sicht aber zu mehr Bürokratie, wodurch die Effizienz der Verwaltungsarbeit abnimmt, sowie zu einer zunehmenden Entfremdung zwischen Gemeinden und Mitarbeitenden vor Ort und der kirchlichen Verwaltungsebene. Damit wächst die Gefahr einer Verselbständigung des Kirchenamtes. Auch eine weitere Einschränkung der Autonomie der Kirchenkreise wird hier unvermeidbar sein.
Das Hauptproblem ist aber ein anderes: Die zentralen Fragen - wie begeistern wir wieder mehr Menschen für die Botschaft Jesu Christi und wie schaffen wir es, uns wieder stärker den Menschen in unserem Land und ihren Problemen zuzuwenden? - werden durch die Fusion nicht beantwortet. Sie werden durch die Selbstbezogenheit der Kirche im Fusionsprozeß und die langfristige Bindung von Mitarbeitenden und Mitteln nur auf unbestimmte Zeit verschoben.
Der völlige Rückzug aus der Fläche in den kommenden Jahren ist durch eine Fortschreibung der bestehenden Strukturen aber nicht zu verhindern. Nur ein wirklicher geistlicher Aufbruch, den wir jetzt einleiten müssen, vermag der Kirche in Norddeutschland eine dauerhafte Zukunft zu eröffnen. Neben der Besinnung auf unsere Stärken brauchen wir innovative Ideen für eine lebendige, nach außen wirkende Kirche.
Allerdings sind unsere drei Landeskirchen ganz unterschiedlich geprägt, und von völlig verschiedener Größe. Wir sind daher der Überzeugung, dass ein geistlicher Aufbruch zunächst nur im überschaubaren Rahmen der jeweiligen Landeskirche mit ihrer Nähe zu den Problemen vor Ort Erfolg haben kann.
Auf diesem Weg sind selbstverständlich auch eine enge partnerschaftliche Zusammenarbeit und die Vertiefung der Kooperationen unserer drei Kirchen erforderlich, vor allem aber lebendige Gemeindepartnerschaften und ein intensiver Verständigungsprozeß auf allen Ebenen.
Dann kann, so wie es evangelischem Kirchenverständnis entspricht, eine wirklich neue Gemeinschaft von den Gemeinden her zum notwendigen Überbau einer Gesamtkirche wachsen. Eine kurzfristige Fusion unter enormem Druck aus den Kirchenleitungen, die die Mehrheit der Gemeindeglieder und Mitarbeitenden nicht mitnimmt, ist hier nicht zweckmäßig.
Wir möchten Ihnen daher Mut machen, den vorliegenden Fusionsvertrag abzulehnen, damit wir dann in gemeinsamer Anstrengung in unseren jeweiligen Landeskirchen die jetzt notwendigen Schritte gehen können. Sie werden dadurch in der Öffentlichkeit in Mecklenburg-Vorpommern nicht als unsolidarische Nordelbier wahrgenommen, die nicht bereit sind finanzielle Opfer für eine neue Kirche zu bringen, sondern als Gestalter einer lebendigen Partnerschaft und eines echten missionarischen Aufbruchs in Norddeutschland.
Martin Beste,
Pastor der
Kirchgemeinde Tessin
Hilmar Baumgarten,
Gemeindemitglied,
St. Nikolai (Schelf) Schwerin
Erstellt von: Hilmar Baumgarten am 21.03.2009 18:46
Antwort
Liebe Frau Pastorin Warnke!
Sie haben eine Frage gestellt und sollen auch eine Antwort bekommen:
Es geht bei der geplanten Fusion tatsächlich um die von zwei Blöcken, West und Ost:
Die einen haben bereits ihre Ordnungen in der NEK. Die andern müssen erst beitreten. Die einen sind fest eingerichtet. Das Kirchenkreisverwaltungsgesetz, das Finanzsystem, das Werkegesetz, die Entscheidung in der Gewerkschaftsfrage u.a. in der NEK bleiben nach dem „Vertrag über die Bildung einer Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland“ als Richtschnur für die kleinen Beitrittskirchen bestehen! Es besteht keine Ankündigung, dass die NEK die eigenen Ordnungen zur Disposition stellt, sondern wir könnten uns nur einfügen mit unsern 10 %. Es geht auch nicht nur um den Beitritt von kleinen Kirchen ( früher: „auf Augenhöhe“), sondern um die Aufnahme von Habenichtsen. Nach der Schleswig-Holsteinischen Landeszeitung vom 12.3. hat der Geschäftsführer der Fusions-Steuerungsgruppe OKR Dr.A. in Altenholz im Berggrav-Zentrum die Lage so skizziert: „Die Bindung an den Tarifvertrag bleibe bestehen. Zudem steckten Pommern und Mecklenburg in großen finanziellen Schwierigkeiten und seien aus eigener Kraft nicht mehr überlebensfähig! Die Fusion sei somit ein Akt der „institutionellen Barmherzigkeit.“ (Das ist eine eindeutige Unwahrheit für Mecklenburg. Unser Oberkirchenrat sieht unsere Finanzpolitik noch für Jahre als solide an! Weiß man in Kiel es besser, dass unsere Kirche vor dem Infarkt steht?) Andere Befürworter der Fusion äußerten auf der Versammlung: „ Die in Not befindlichen Kirchen im Osten nicht untergehen zu lassen“. So sind wir eingeschätzt und abgestempelt.
Wer jetzt für die Fusion ist, macht sich zum Almosenemfänger der Steuerungsgruppe. Was soll da noch später zu erhandeln gehen?
– Seine nordelbischen pastoralen Hörer tröstete der Geschäftsführer mit der Aussage, „eine Verschlechterung bei der Besoldung sei vor dem Hintergrund, dass in den nächsten 15 Jahren 50 Prozent der heute aktiven Pastoren in den Ruhestand gehen, unwahrscheinlich.“ Heißt das, dass eine weitere Ausdünnung des Pfarrstellennetzes in der Nordkirche entgegen früheren Versprechungen zu erwägen geht? Ist kein Nachwuchs mehr da? Auf welche Zukunfts-strategien ließen wir uns da ein!
Am Do. 26.März 20.30 auf NDR-Info Bericht über die Fusionsidee
Zu Ihrer persönlichen Bemerkung:. Das Internet hat Raum genug für alle. Da verdrängt keiner den andern. Es geht um die Sache! Ihr Beitrag von 7.42 wurde mir mitgeteilt. Ist ok. Aber das Problem will gelöst sein. M.Dürr
Sie haben eine Frage gestellt und sollen auch eine Antwort bekommen:
Es geht bei der geplanten Fusion tatsächlich um die von zwei Blöcken, West und Ost:
Die einen haben bereits ihre Ordnungen in der NEK. Die andern müssen erst beitreten. Die einen sind fest eingerichtet. Das Kirchenkreisverwaltungsgesetz, das Finanzsystem, das Werkegesetz, die Entscheidung in der Gewerkschaftsfrage u.a. in der NEK bleiben nach dem „Vertrag über die Bildung einer Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland“ als Richtschnur für die kleinen Beitrittskirchen bestehen! Es besteht keine Ankündigung, dass die NEK die eigenen Ordnungen zur Disposition stellt, sondern wir könnten uns nur einfügen mit unsern 10 %. Es geht auch nicht nur um den Beitritt von kleinen Kirchen ( früher: „auf Augenhöhe“), sondern um die Aufnahme von Habenichtsen. Nach der Schleswig-Holsteinischen Landeszeitung vom 12.3. hat der Geschäftsführer der Fusions-Steuerungsgruppe OKR Dr.A. in Altenholz im Berggrav-Zentrum die Lage so skizziert: „Die Bindung an den Tarifvertrag bleibe bestehen. Zudem steckten Pommern und Mecklenburg in großen finanziellen Schwierigkeiten und seien aus eigener Kraft nicht mehr überlebensfähig! Die Fusion sei somit ein Akt der „institutionellen Barmherzigkeit.“ (Das ist eine eindeutige Unwahrheit für Mecklenburg. Unser Oberkirchenrat sieht unsere Finanzpolitik noch für Jahre als solide an! Weiß man in Kiel es besser, dass unsere Kirche vor dem Infarkt steht?) Andere Befürworter der Fusion äußerten auf der Versammlung: „ Die in Not befindlichen Kirchen im Osten nicht untergehen zu lassen“. So sind wir eingeschätzt und abgestempelt.
Wer jetzt für die Fusion ist, macht sich zum Almosenemfänger der Steuerungsgruppe. Was soll da noch später zu erhandeln gehen?
– Seine nordelbischen pastoralen Hörer tröstete der Geschäftsführer mit der Aussage, „eine Verschlechterung bei der Besoldung sei vor dem Hintergrund, dass in den nächsten 15 Jahren 50 Prozent der heute aktiven Pastoren in den Ruhestand gehen, unwahrscheinlich.“ Heißt das, dass eine weitere Ausdünnung des Pfarrstellennetzes in der Nordkirche entgegen früheren Versprechungen zu erwägen geht? Ist kein Nachwuchs mehr da? Auf welche Zukunfts-strategien ließen wir uns da ein!
Am Do. 26.März 20.30 auf NDR-Info Bericht über die Fusionsidee
Zu Ihrer persönlichen Bemerkung:. Das Internet hat Raum genug für alle. Da verdrängt keiner den andern. Es geht um die Sache! Ihr Beitrag von 7.42 wurde mir mitgeteilt. Ist ok. Aber das Problem will gelöst sein. M.Dürr
Erstellt von: Martin Dürr am 19.03.2009 14:29
Antwort
Mein kurzer ärgerlicher Impuls an Herrn Dürr war unnötig und tut mir leid. Man sollte in dieser sensiblen Debatte eher nicht spontan sein. Also: Entschuldigung! J.Warnke
Erstellt von: Jessica Warnke am 19.03.2009 07:42
Antwort
Nein,wir befinden uns nicht mehr im Zeitalter der Blöcke. Mecklenburg bringt aber nur 57 Stimmen mit ein und Nordelbien 140,Pommern über 60.Es kristallisiert sich dann herraus,wer dominant ist.Es geht ja nicht nur um die Dominanz, wichtig ist auch,wie kann man,wenn die Verwaltung ihren Sitz in Kiel hat, über M/V und Pommern entscheiden? Es sind aber weitere Gründe vorhanden,die gegen eine Fusion sprechen.
Erstellt von: Silvana Hartig am 19.03.2009 00:38
Antwort
Zum Lübecker Begegnungstag der Synodalen waren auch etliche Nichtsynodale aus den Gemeinden der nördlichen Landeskirchen angereist mit der Erwartung eines offenen Dialogs. Kritische Stimmen befürchten, dass der vorliegende Vertrag die Mündigkeit der Gemeinden einschränkt. Diese Stimmen, ob synodal oder nicht, blieben draußen vor der Tür im Regen. Zustimmung zum Vertrag war willkommen, Kritik hatte keinen Raum und konnte sich nicht einmischen in den "Prozess". Es lag ein "Stört unsere Kreise nicht!" in der Luft. Eine zukunftsfähige Kirche braucht mündige Christen und Gemeinden ohn oben und unten und den ehrlichen Diskurs.
Erstellt von: Matthias Gürtler am 18.03.2009 11:05
Antwort
Herr Dürr! Sie haben jetzt viermal hintereinander ihre Meinung kund getan. Ich denke unsere gewählten Synodalen wissen jetzt bescheid!
Danke! J.Warnke
Danke! J.Warnke
Erstellt von: Jessica Warnke am 18.03.2009 10:26
Antwort
Mecklenburg gegen den Rest der Kirche?
Mich irritiert immer wieder das Argument, Mecklenburg hätte nach einer Fusion, aufgrund seiner geringen Stimmanteile keine Chance mehr mit zu bestimmen. Nordelbien würde zukünftig allein die Richtung angeben. Diese Rechnung geht nicht auf!
Nordelbien ist kein starrer Block, gegen den die paar Stimmen Mecklenburgs nicht ankämen.
Nordelbien hat sehr verschieden geprägte Kirchenkreise, städtische, ländliche, mehr oder weniger konservative. In vielen Fragen wird gestritten und dann demokratisch entschieden.
Mecklenburg wäre ein neuer Kirchenkreis, der in diesem Gefüge mitstreitet. Zu erwarten wäre z.B., dass wir gemeinsame Interessen mit ländlichen Kirchenkreisen, wie Schleswig, haben und diese gegenüber den städtischen Kreisen vertreten und durchsetzen. Die Stimmen Mecklenburgs werden sicher nicht immer gegen ganz Nordelbien stehen. Es geht doch nicht um das Gegenüber Oststimmen und Weststimmen, wenn wichtige gesamtnordkirchliche Fragen beschlossen werden müssen. Wir befinden uns doch nicht mehr im Zeitalter der Blöcke – oder irre ich mich?
Pastorin Jessica Warnke
Mich irritiert immer wieder das Argument, Mecklenburg hätte nach einer Fusion, aufgrund seiner geringen Stimmanteile keine Chance mehr mit zu bestimmen. Nordelbien würde zukünftig allein die Richtung angeben. Diese Rechnung geht nicht auf!
Nordelbien ist kein starrer Block, gegen den die paar Stimmen Mecklenburgs nicht ankämen.
Nordelbien hat sehr verschieden geprägte Kirchenkreise, städtische, ländliche, mehr oder weniger konservative. In vielen Fragen wird gestritten und dann demokratisch entschieden.
Mecklenburg wäre ein neuer Kirchenkreis, der in diesem Gefüge mitstreitet. Zu erwarten wäre z.B., dass wir gemeinsame Interessen mit ländlichen Kirchenkreisen, wie Schleswig, haben und diese gegenüber den städtischen Kreisen vertreten und durchsetzen. Die Stimmen Mecklenburgs werden sicher nicht immer gegen ganz Nordelbien stehen. Es geht doch nicht um das Gegenüber Oststimmen und Weststimmen, wenn wichtige gesamtnordkirchliche Fragen beschlossen werden müssen. Wir befinden uns doch nicht mehr im Zeitalter der Blöcke – oder irre ich mich?
Pastorin Jessica Warnke
Erstellt von: Jessica Warnke am 18.03.2009 10:07
Antwort | Kommentare ansehen [1]
Könnte es sein, dass in ca. 10 Jahren, also wenn all´ die Fusionsfragen eine vorläufige Beantwortung gefunden haben mögen, die wichtigen Fragen unseres Christseins in der postmodernen Gesellschaft nachsozialistischer Prägung möglicherweise noch gar nicht gestellt wurden?
Erstellt von: Vera Podulski am 17.03.2009 22:07
Antwort
Zusammenfassung: Die verschiedenen Ablehnungsgründe
für den Fusionsversuch Ende März 2009
In den drei Kirchen gibt es ganz verschiedene Ablehnungsgründe:
In der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche sind es,
so viel ich sehe,
1. finanzielle Bedenken bei eigenem Sparhaushalt,
2. stärkere Verbindung zur Partnerkirche Pommern als zu Mecklenburg
3. Die Bevorzugung der Minoritäten im Osten, z.B. beim Bischofssitz, bei der Dichte der Pfarrbesetzung, bei der finanziellen Ausstattung.
4. Zentrale Überstülpung der Fusion gegen den Willen der Pastorenschaft
5. Alleingang der Bischöfe in Ratzeburg gegen frühere Vereinbarungen
6. Ein Großprojekt ohne exakten Finanzvoranschlag und ohne alternativen Vergleich
7. Standortfragen (Hamburg, Kiel, Lübeck, Schwerin)
8. Unfertige eigene Kirchenkreisstrukturen
Lösung: bessere Gestaltung der Verbindung zwischen den Kirchen
durch Förderung eigenverantwortlicher Zusammenarbeit, auch Föderation
In der Mecklenburgischen Evangelisch-Lutherischen Kirche sind die Ablehnungsgründe für den Fusionsversuch, s. Offenen Brief vom 13.11.2008:
1.Verlust bisheriger Geschichte (Identität): des Namens, der Übersichtlichkeit, gewachsener Traditionen und der Freiheit für zukünftige spezielle Aufgaben.
2. Nach dem Beitritt völlige Ohnmacht in zukünftigen synodalen Entscheidungen (nur 11 von 156 Stimmen, z.B . bei Bischofswahl, Standorten, Grenzen, Besoldungs- und Gehaltsrecht, Gewerkschaftsfrage geht nichts mehr durchzusetzen.)
3. Eine zahlenmäßig zu große Synode (156 gegenüber den gegenwärtigen 57 in der Mecklenburger Synode)
4. Ablehnung anonymer zentraler Verwaltung aus der Ferne.
5. Abhängigkeit statt von EKD-Zuschüssen von dem Wohl und Wehe einer einzelnen Kirche, ihr ständig eine zusätzliche finanzielle Aufgabe zuzumuten.
Ihre „Wohltat“ kostet uns unsere Mündigkeit. Die kolportierte Behauptung, dass wir finanziell vor dem Ende stünden, ist wissentlich falsch! Es kann im Oberkirchenrat Schwerin erfragt werden.
6. Strukturelle Veränderungen lenken von der viel dringenderen Notwenigkeit geistlicher Erneuerung ab.
7.Die Art und Weise, wie das Kirchenamt Kiel schon jetzt in der NEK regiert.
8. Dass freie Zusammenarbeit einen so ungenügenden Stellenwert bei den Kirchenleitungen der Partner hat, obwohl wir volle Kirchengemeinschaft bei aller Selbstverantwortung bereits haben.
In der Pommerschen Evangelischen Kirche (soweit in Meckl. bekannt) sind die Ablehnungsgründe:
Die alten strukturellen Verbindungen zu den Kirchen der Union,
Die Verbindung zu den ev. Kirchen in Polen
Das Fehlen eines geistlichen Zieles für die große Fusion. Es geht immer nur um Ökonomie.
Jeder der Gründe hat an seinem Ort seine Berechtigung. Jede Nichtbeachtung der Probleme provoziert Konflikte nach einer späteren Fusion.
Die Lösung für Mecklenburg: In Selbständigkeit
gute Zusammenarbeit fördern ohne Fusion, evtl. in einem Kirchenbund.
Echte kirchliche Einheit besteht nicht darin, dass einer den andern finanziell ausnützt und dafür bevormundet wird, sondern in einem freien gesunden Miteinander.
Die beiden andern Kirchen müssen ihren eigenen Weg selbst beschreiben, gemeinsam oder einzeln. / aus dem Güstrower Kreis: M.Dürr
für den Fusionsversuch Ende März 2009
In den drei Kirchen gibt es ganz verschiedene Ablehnungsgründe:
In der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche sind es,
so viel ich sehe,
1. finanzielle Bedenken bei eigenem Sparhaushalt,
2. stärkere Verbindung zur Partnerkirche Pommern als zu Mecklenburg
3. Die Bevorzugung der Minoritäten im Osten, z.B. beim Bischofssitz, bei der Dichte der Pfarrbesetzung, bei der finanziellen Ausstattung.
4. Zentrale Überstülpung der Fusion gegen den Willen der Pastorenschaft
5. Alleingang der Bischöfe in Ratzeburg gegen frühere Vereinbarungen
6. Ein Großprojekt ohne exakten Finanzvoranschlag und ohne alternativen Vergleich
7. Standortfragen (Hamburg, Kiel, Lübeck, Schwerin)
8. Unfertige eigene Kirchenkreisstrukturen
Lösung: bessere Gestaltung der Verbindung zwischen den Kirchen
durch Förderung eigenverantwortlicher Zusammenarbeit, auch Föderation
In der Mecklenburgischen Evangelisch-Lutherischen Kirche sind die Ablehnungsgründe für den Fusionsversuch, s. Offenen Brief vom 13.11.2008:
1.Verlust bisheriger Geschichte (Identität): des Namens, der Übersichtlichkeit, gewachsener Traditionen und der Freiheit für zukünftige spezielle Aufgaben.
2. Nach dem Beitritt völlige Ohnmacht in zukünftigen synodalen Entscheidungen (nur 11 von 156 Stimmen, z.B . bei Bischofswahl, Standorten, Grenzen, Besoldungs- und Gehaltsrecht, Gewerkschaftsfrage geht nichts mehr durchzusetzen.)
3. Eine zahlenmäßig zu große Synode (156 gegenüber den gegenwärtigen 57 in der Mecklenburger Synode)
4. Ablehnung anonymer zentraler Verwaltung aus der Ferne.
5. Abhängigkeit statt von EKD-Zuschüssen von dem Wohl und Wehe einer einzelnen Kirche, ihr ständig eine zusätzliche finanzielle Aufgabe zuzumuten.
Ihre „Wohltat“ kostet uns unsere Mündigkeit. Die kolportierte Behauptung, dass wir finanziell vor dem Ende stünden, ist wissentlich falsch! Es kann im Oberkirchenrat Schwerin erfragt werden.
6. Strukturelle Veränderungen lenken von der viel dringenderen Notwenigkeit geistlicher Erneuerung ab.
7.Die Art und Weise, wie das Kirchenamt Kiel schon jetzt in der NEK regiert.
8. Dass freie Zusammenarbeit einen so ungenügenden Stellenwert bei den Kirchenleitungen der Partner hat, obwohl wir volle Kirchengemeinschaft bei aller Selbstverantwortung bereits haben.
In der Pommerschen Evangelischen Kirche (soweit in Meckl. bekannt) sind die Ablehnungsgründe:
Die alten strukturellen Verbindungen zu den Kirchen der Union,
Die Verbindung zu den ev. Kirchen in Polen
Das Fehlen eines geistlichen Zieles für die große Fusion. Es geht immer nur um Ökonomie.
Jeder der Gründe hat an seinem Ort seine Berechtigung. Jede Nichtbeachtung der Probleme provoziert Konflikte nach einer späteren Fusion.
Die Lösung für Mecklenburg: In Selbständigkeit
gute Zusammenarbeit fördern ohne Fusion, evtl. in einem Kirchenbund.
Echte kirchliche Einheit besteht nicht darin, dass einer den andern finanziell ausnützt und dafür bevormundet wird, sondern in einem freien gesunden Miteinander.
Die beiden andern Kirchen müssen ihren eigenen Weg selbst beschreiben, gemeinsam oder einzeln. / aus dem Güstrower Kreis: M.Dürr
Erstellt von: Martin Dürr am 16.03.2009 14:22
Antwort
Vorsicht vor dem Ratzeburger Trojanischen Pferd!
Die Situation nach Ratzeburg 5.2.09: Entmündigende Fusion
In der Nachtsitzung in Ratzeburg meinte man Mecklenburg durch Verlagerung des
3-Länderbischofs nach Schwerin optisch entgegengekommen zu sein. Aber diese gut gemeinte Verlagerung der Gewichte hat lauter neue Gleichgewichtsprobleme geschaffen. In Schwerin sind dann 2 Bischöfe zuständig, der Sprengelbischof Abromeit aus Greifswald und der Oberbischof N.N. (Die Bezeichnung „Landesbischof“ ist unsinnig. Für welches Land denn? Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern sind nach meiner Zählung 3 Länder mit 3 Regierungen). Da beide Bischöfe ähnliche Funktionen nach dem „Vertrag über die Bildung einer Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland“ haben, sind die Probleme vorprogrammiert. ( s. dort IV.3.2.2; IV.4.2.1; IV.4.3.1) Wer wendet sich an wen? Wozu soll bei aller Sparsamkeit noch diese hierarchische Leiter dienen?
Das Kirchenamt kam wieder nach Kiel. Das spart zwar die gewaltige Investition in Lübeck, aber es trennt den Oberbischof vom Kirchenamt gegen alle bisherigen Abmachungen. 4 Stunden Autofahrt müssen jedes Mal von seinem Arbeitspensum vergeudet werden. Wie lange wird diese Lockspeise für Mecklenburg Bestand haben?
Die finanziellen Wohltaten kosten uns die eigene Verantwortungsmöglichkeit. Wir werden Untertane.
In Kiel kann alles weiterlaufen wie bisher. Das ist positiv für den bisherigen Arbeitsablauf, negativ für einen gemeinsamen Neuanfang, denn alle Stühle sind schon besetzt. Es brauchen die neuen Provinzen nur betreut zu werden. Ein versprochener gemeinsamer völliger Neuanfang steht nicht mehr zur Diskussion. Wir haben ja auch nur 10% der Gemeindeglieder und Synodenstimmen. Da liegt es in der Natur der Sache. Das sollte man ehrlich aussprechen. Fusion heißt nur noch einfach Beitritt zur NEK! s. die Vertragstexte:
---„Zuständigkeiten für alle drei Ebenen regelt ein einheitliches Verwaltungsgesetz, dessen Inhalt sich für die Verwaltung auf Kirchenkreisebene am Kirchenkreisverwaltungsgesetz der Nordelbischen Evangelisch- Lutherischen Kirche …. orientiert. Die gesetzlichen Regelungen haben dem Grundsatz der Wirtschaftlichkeit und Aufgabengerechtigkeit zu folgen.“ (I.2.3.)
---„Ein einheitliches Arbeits- und Dienstrecht wird angestrebt“.(I.3.2) (Wer seine Struktur später durchsetzen kann, steht schon fest, denn Mecklenburg hat nur 11 von 156 Synodenstimmen!)
---„Der Leistungskatalog des Kirchenkreisverwaltungsgesetzes der Nordelbisch- Evangelisch-Lutherischen Kirche (I.2.3) beschreibt die Mindestaufgaben einer Kirchenkreisverwaltung.“ ((III.6.1)
---Dienste und Werke regelt ein einheitliches Werkegesetz, dessen Inhalt sich am Kirchengesetz über die Organisation der Dienste und Werke der Nordelbisch Evangelisch-Lutherischen Kirche in Hauptbereichen kirchlicher Arbeit orientiert.“ (V.2.5)
---„Das gemeinsame Finanzsystem wird auf der Grundlage des geltenden Finanzsystems der Nordelbisch Evangelisch –Lutherischen Kirche erarbeitet.“ (VI.2.2) Diese NE-Ordnungen wurden weder bekannt gemacht, noch stehen sie zur Diskussion. Die nordelbischen Geleise sind eingefahren und bleiben. Wir haben die Fusion wirtschaftlich nicht nötig.
Fusion von so ungleich gewichteten Gruppen heißt einfach entmündigender Beitritt für die kleineren. Das ist nun einmal so.
---Auch unser Sprengelbischof wird nicht mehr wie vorgesehen im Sprengel, sondern von der Gesamtsynode gewählt, bei der wir nur 11 von 156 Stimmen haben. (anders noch März 08, S.24 Nr.8.3)
Zur drohenden Anonymität: Schon beim Standort Lübeck war die Ferne entmutigend. Kiel ist nun noch ferner. Wenn der Landessuperintendent von Neustrelitz in seinem Kirchenamt etwas zu besprechen hat, dann braucht er 9 Stunden allein für die Reise. Oder ob sich Kieler Beamte zu Reisen mit Überstunden in unser Land aufmachen? Es wird wohl von ihnen alles digital und ohne Ortskenntnis abgewickelt werden.
Enttäuschung und Protest sind jetzt auch in Lübeck und Umgebung nach der weltlichen Presse in vollem Gange. Sogar die Ministerpräsidenten beteiligen sich am Tau Ziehen.
Die Kirchenkreise Rendsburg und Eckernförde beantragen einen Aufschub für 3 bis 4 Jahre.
Hamburg sieht sich übergangen.
Ergebnis: Was im Guten nicht geht, geht auch nicht mit Gewalt.
Die Situation nach Ratzeburg 5.2.09: Entmündigende Fusion
In der Nachtsitzung in Ratzeburg meinte man Mecklenburg durch Verlagerung des
3-Länderbischofs nach Schwerin optisch entgegengekommen zu sein. Aber diese gut gemeinte Verlagerung der Gewichte hat lauter neue Gleichgewichtsprobleme geschaffen. In Schwerin sind dann 2 Bischöfe zuständig, der Sprengelbischof Abromeit aus Greifswald und der Oberbischof N.N. (Die Bezeichnung „Landesbischof“ ist unsinnig. Für welches Land denn? Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern sind nach meiner Zählung 3 Länder mit 3 Regierungen). Da beide Bischöfe ähnliche Funktionen nach dem „Vertrag über die Bildung einer Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland“ haben, sind die Probleme vorprogrammiert. ( s. dort IV.3.2.2; IV.4.2.1; IV.4.3.1) Wer wendet sich an wen? Wozu soll bei aller Sparsamkeit noch diese hierarchische Leiter dienen?
Das Kirchenamt kam wieder nach Kiel. Das spart zwar die gewaltige Investition in Lübeck, aber es trennt den Oberbischof vom Kirchenamt gegen alle bisherigen Abmachungen. 4 Stunden Autofahrt müssen jedes Mal von seinem Arbeitspensum vergeudet werden. Wie lange wird diese Lockspeise für Mecklenburg Bestand haben?
Die finanziellen Wohltaten kosten uns die eigene Verantwortungsmöglichkeit. Wir werden Untertane.
In Kiel kann alles weiterlaufen wie bisher. Das ist positiv für den bisherigen Arbeitsablauf, negativ für einen gemeinsamen Neuanfang, denn alle Stühle sind schon besetzt. Es brauchen die neuen Provinzen nur betreut zu werden. Ein versprochener gemeinsamer völliger Neuanfang steht nicht mehr zur Diskussion. Wir haben ja auch nur 10% der Gemeindeglieder und Synodenstimmen. Da liegt es in der Natur der Sache. Das sollte man ehrlich aussprechen. Fusion heißt nur noch einfach Beitritt zur NEK! s. die Vertragstexte:
---„Zuständigkeiten für alle drei Ebenen regelt ein einheitliches Verwaltungsgesetz, dessen Inhalt sich für die Verwaltung auf Kirchenkreisebene am Kirchenkreisverwaltungsgesetz der Nordelbischen Evangelisch- Lutherischen Kirche …. orientiert. Die gesetzlichen Regelungen haben dem Grundsatz der Wirtschaftlichkeit und Aufgabengerechtigkeit zu folgen.“ (I.2.3.)
---„Ein einheitliches Arbeits- und Dienstrecht wird angestrebt“.(I.3.2) (Wer seine Struktur später durchsetzen kann, steht schon fest, denn Mecklenburg hat nur 11 von 156 Synodenstimmen!)
---„Der Leistungskatalog des Kirchenkreisverwaltungsgesetzes der Nordelbisch- Evangelisch-Lutherischen Kirche (I.2.3) beschreibt die Mindestaufgaben einer Kirchenkreisverwaltung.“ ((III.6.1)
---Dienste und Werke regelt ein einheitliches Werkegesetz, dessen Inhalt sich am Kirchengesetz über die Organisation der Dienste und Werke der Nordelbisch Evangelisch-Lutherischen Kirche in Hauptbereichen kirchlicher Arbeit orientiert.“ (V.2.5)
---„Das gemeinsame Finanzsystem wird auf der Grundlage des geltenden Finanzsystems der Nordelbisch Evangelisch –Lutherischen Kirche erarbeitet.“ (VI.2.2) Diese NE-Ordnungen wurden weder bekannt gemacht, noch stehen sie zur Diskussion. Die nordelbischen Geleise sind eingefahren und bleiben. Wir haben die Fusion wirtschaftlich nicht nötig.
Fusion von so ungleich gewichteten Gruppen heißt einfach entmündigender Beitritt für die kleineren. Das ist nun einmal so.
---Auch unser Sprengelbischof wird nicht mehr wie vorgesehen im Sprengel, sondern von der Gesamtsynode gewählt, bei der wir nur 11 von 156 Stimmen haben. (anders noch März 08, S.24 Nr.8.3)
Zur drohenden Anonymität: Schon beim Standort Lübeck war die Ferne entmutigend. Kiel ist nun noch ferner. Wenn der Landessuperintendent von Neustrelitz in seinem Kirchenamt etwas zu besprechen hat, dann braucht er 9 Stunden allein für die Reise. Oder ob sich Kieler Beamte zu Reisen mit Überstunden in unser Land aufmachen? Es wird wohl von ihnen alles digital und ohne Ortskenntnis abgewickelt werden.
Enttäuschung und Protest sind jetzt auch in Lübeck und Umgebung nach der weltlichen Presse in vollem Gange. Sogar die Ministerpräsidenten beteiligen sich am Tau Ziehen.
Die Kirchenkreise Rendsburg und Eckernförde beantragen einen Aufschub für 3 bis 4 Jahre.
Hamburg sieht sich übergangen.
Ergebnis: Was im Guten nicht geht, geht auch nicht mit Gewalt.
Erstellt von: Martin Dürr am 16.03.2009 14:19
Antwort
Wie soll es weiter gehen?
1. Ablehnung der entmündigenden Fusion in geheimer Abstimmung, damit nicht unnötig neue persönliche Fronten aufgebaut werden. Wir wollen ja miteinander leben.
2. Gute Zusammenarbeit fördern in Richtung des Antrags Niemann (vor der Synode Mecklenburgs Herbst 2008 und in MPKZ vom 15.3.08). Der Landesbischof sagte noch am 24.1.09, Mecklenburg sei für Zusammenarbeit gewesen , aber die beiden andern Kirchen nicht. Sie wollten mehr, eine Fusion. Aber Zusammenarbeit ist bereits an der Basis möglich ohne komplizierte Verträge. Sie existiert schon. Sie ist zu fördern. Wenn einer sie nicht als freiwillige erste Schritte will, was bestimmen den dann bei seinen Fusionsplänen? Bei den nicht offenen Auseinandersetzungen?
Beispiele für Zusammenarbeit:
Verbindung und Förderung von Gemeindepartnerschaften
Partnerschaftliche Rüstzeitarbeit
Gemeinsame Nutzung von Rüstzeitangeboten, z.B. Weitenhagen /Po.
Urlauberarbeit
Frauenarbeit (Me- Po ), Männerarbeit, Jugendarbeit,
Presse. Me-Po
Predigerseminar :Me – NEK-
Synodenbesuche
Gemeinsame Reformprozesse
Gemeinsame Finanzierung konkreter missionarischer Aufgaben
Vereinheitlichung von kirchlichen Gesetzen und Ordnungen
Praktikantenaustausch
Zeitweiser Austausch von Pastoren und Mitarbeitern
Angleichung der Ausbildungsgänge
Freiheit der Stellenbewerbung zwischen den drei Kirchen (besteht bereits)
Vorbereitung eines Norddeutschen Kirchentages der drei beteiligten Kirchen
Konkrete finanzielle Hilfsmaßnahmen
Fernziel: ein Kirchenbund von selbständig Verantwortlichen
All das und vieles mehr geht ohne entmündigende Fusion.
Die Ablehnung einer Fusion hat nichts mit Vorwürfen gegen Partner zu tun, sondern liegt in der Natur der komplizierten Sache. Vom Augenblick der Zustimmung an haben wir nur noch 10% der Stimmen. Die können nichts mehr entscheiden sondern über sie wird nur noch entschieden. Der Beitritt ist die letzte eigene Entscheidung. Das geht gar nicht anders zu machen.
Da keine Synode an frühere Entscheidungen gebunden ist, gibt es bei einer Fusion sachlich auch keine Garantie für Bischofssitz in Schwerin, Kirchenkreisgrenzen, Einfluss der Gewerkschaften . Es kann heilig und ehrlich versprochen sein, „Nach Überzeugung des Kirchengerichts Hamburg darf die nordelbische Kirche zwei Kirchenkreise zwangsweise fusionieren, wenn damit langfristig finanzielle Einsparungen und eine Qualitätssicherung der Arbeit zu erwarten sind.“. Mit solchem Satz geht jede Zwangsmaßnahme zu begründen.
Mit der Ablehnung der Fusion ist aber nicht alles getan. Wir befinden uns in einer kirchlichen Krise. Bei äußerem Wohlstand bedrückt innere Ermüdung. Diese wieder hat ihre Wurzeln in bibel- und gebetsfernem Leben. Wo sich religiöses Leben findet, dreht es sich häufig kurzschlüssig um das eigene Leben statt um Gottes Plan und sein Reich. Ohne tägliche Umkehr zu Christus und Mut zur Nachfolge wird sich nichts ändern, aber mit Ihm hat jede Kirche ihren großen Auftrag. Aus dem Güstrower Kreis M.Dürr
P.S. Einen herzlichen Dank allen, die den SOS-Ruf mit 1 255,- finanzierten. Die reinen Druckkosten betrugen 1 204,28. Es war demnach reichlich ! Danke. D.
1. Ablehnung der entmündigenden Fusion in geheimer Abstimmung, damit nicht unnötig neue persönliche Fronten aufgebaut werden. Wir wollen ja miteinander leben.
2. Gute Zusammenarbeit fördern in Richtung des Antrags Niemann (vor der Synode Mecklenburgs Herbst 2008 und in MPKZ vom 15.3.08). Der Landesbischof sagte noch am 24.1.09, Mecklenburg sei für Zusammenarbeit gewesen , aber die beiden andern Kirchen nicht. Sie wollten mehr, eine Fusion. Aber Zusammenarbeit ist bereits an der Basis möglich ohne komplizierte Verträge. Sie existiert schon. Sie ist zu fördern. Wenn einer sie nicht als freiwillige erste Schritte will, was bestimmen den dann bei seinen Fusionsplänen? Bei den nicht offenen Auseinandersetzungen?
Beispiele für Zusammenarbeit:
Verbindung und Förderung von Gemeindepartnerschaften
Partnerschaftliche Rüstzeitarbeit
Gemeinsame Nutzung von Rüstzeitangeboten, z.B. Weitenhagen /Po.
Urlauberarbeit
Frauenarbeit (Me- Po ), Männerarbeit, Jugendarbeit,
Presse. Me-Po
Predigerseminar :Me – NEK-
Synodenbesuche
Gemeinsame Reformprozesse
Gemeinsame Finanzierung konkreter missionarischer Aufgaben
Vereinheitlichung von kirchlichen Gesetzen und Ordnungen
Praktikantenaustausch
Zeitweiser Austausch von Pastoren und Mitarbeitern
Angleichung der Ausbildungsgänge
Freiheit der Stellenbewerbung zwischen den drei Kirchen (besteht bereits)
Vorbereitung eines Norddeutschen Kirchentages der drei beteiligten Kirchen
Konkrete finanzielle Hilfsmaßnahmen
Fernziel: ein Kirchenbund von selbständig Verantwortlichen
All das und vieles mehr geht ohne entmündigende Fusion.
Die Ablehnung einer Fusion hat nichts mit Vorwürfen gegen Partner zu tun, sondern liegt in der Natur der komplizierten Sache. Vom Augenblick der Zustimmung an haben wir nur noch 10% der Stimmen. Die können nichts mehr entscheiden sondern über sie wird nur noch entschieden. Der Beitritt ist die letzte eigene Entscheidung. Das geht gar nicht anders zu machen.
Da keine Synode an frühere Entscheidungen gebunden ist, gibt es bei einer Fusion sachlich auch keine Garantie für Bischofssitz in Schwerin, Kirchenkreisgrenzen, Einfluss der Gewerkschaften . Es kann heilig und ehrlich versprochen sein, „Nach Überzeugung des Kirchengerichts Hamburg darf die nordelbische Kirche zwei Kirchenkreise zwangsweise fusionieren, wenn damit langfristig finanzielle Einsparungen und eine Qualitätssicherung der Arbeit zu erwarten sind.“. Mit solchem Satz geht jede Zwangsmaßnahme zu begründen.
Mit der Ablehnung der Fusion ist aber nicht alles getan. Wir befinden uns in einer kirchlichen Krise. Bei äußerem Wohlstand bedrückt innere Ermüdung. Diese wieder hat ihre Wurzeln in bibel- und gebetsfernem Leben. Wo sich religiöses Leben findet, dreht es sich häufig kurzschlüssig um das eigene Leben statt um Gottes Plan und sein Reich. Ohne tägliche Umkehr zu Christus und Mut zur Nachfolge wird sich nichts ändern, aber mit Ihm hat jede Kirche ihren großen Auftrag. Aus dem Güstrower Kreis M.Dürr
P.S. Einen herzlichen Dank allen, die den SOS-Ruf mit 1 255,- finanzierten. Die reinen Druckkosten betrugen 1 204,28. Es war demnach reichlich ! Danke. D.
Erstellt von: Martin Dürr am 16.03.2009 14:13
Antwort
Was ist eine Synode?
Sie ist eine Versammlung von Stellvertretern kirchlicher Gemeinden oder ganzer Kirchen, die im persönlichen Gehorsam gegen Christus versuchen, wichtige Entscheidungen für das künftige kirchliche Leben in ihrem Bereich zu treffen.
Das gibt ihnen Respekt. aber keinen blinden Gehorsam, denn „auch Synoden können irren“ (Luther) Richtschnur ist Christus in seinem Wort: Er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben (Joh..14,6). Was das jeweils konkret bedeutet, wurde zu allen Zeiten in die Zeitprobleme hinein durch „Bekenntnisse“ ausgesprochen. Ihre Lehrintensionen nehmen wir als Erfahrung der Väter dankbar auf.
Diese Bemühung zu geistlichen Entscheidungen wird darin deutlich, dass jede Tagung mit Gottesdienst und jede Sitzung mit Hören auf die Heilige Schrift und Gebet beginnt.
Der geistliche Auftrag schließt aus, dass anders wurzelnde Entscheidungen gültig getroffen werden können. So ist der Bischof verpflichtet, im Falle von bekenntniswidrigen Entscheidungen sein Veto einzulegen.
Es können deshalb nur Christen Synodale sein. Privat- und Gruppeninteressen dürfen keine Rolle spielen.
Eine Synode hat keine Gewerkschaftsvertreter, hat nicht deren Aufträge zu beschließen, evtl. sogar von zivilen Angestellten, die nicht der Kirche angehören, sie ist kein demokratisches Parlament, in dem innerhalb eines gemeinsamen Rahmens jeder die Interessen seiner Gruppe vertritt, sondern ein geistliches Gremium zur Leitung der Kirche.
Das ist in der geplanten Fusionssynode für uns nicht mehr garantiert.
Die Synode kann fast alles, ist nicht an frühere Entscheidungen gebunden, selbst Verträge gehen zu ändern, wenn es für zeitgemäß gehalten wird und die nötige Mehrheit sich findet. Sie kann nur nicht die Stiftung Kirche, für die sie da ist, auflösen oder umfunktionieren. Sie kann sich mit anderen verbünden (Gesetz vom 3.3.72 bes. §2,11).
In der Mecklenburgischen Landessynode wurden stets Fraktionsbildungen abgelehnt. Die Abstimmungsfronten verliefen bei den einzelnen Entscheidungen immer wieder wechselnd. Man stimmt(e) nicht für und wie seine Freunde sondern für die jeweilige Sache. Die MPK, die Standesvertretung der Pastorinnen und Pastoren, die kirchlichen Mitarbeiter und Angestellten hatten keine reservierten eigenen Sitze, Wer in den Gemeinden und Kirchenkreisen Vertrauen genoss und wen man für geeignet hielt, der konnte gewählt werden. In der geplanten Fusions-Synode werden Arbeitnehmer ihre eigenen Arbeitgeber. Da in der Kirche und Diakonie auch Nichtkirchenmitglieder arbeiten, könnte auf sie bei Standes- und Berufsgruppeninteressen Rücksicht genommen werden .Sie haben allein 32 + x Berufungssitze von 156 Sitzen insgesamt. Das bedeutet eine Fremdinfusion. Die Synode ist keine säkulare Vertreterversammlung, in der jeder sein eigenes Schäfchen ins Trockene bringen kann.. Die Synode der NEK macht damit eine Ausnahme in ganz Deutschland. Man wollte „modern“ sein.
Dem entgegen steht scheinbar die Zahl der pastoralen Synodalen. Deren Aufgabe ist, für theologisch richtige Entscheidungen sich einzusetzen. Wo sie ihre Stimme für Eigeninteressen missbrauchen, sind sie zur Ordnung zu rufen.
Die geplante große Zahl von 266 Stimmen in der Verfassungsgebenden Synode, bzw. später von 156 in der Fusionssynode, erschwert den Einfluss der einzelnen Synodalen. Ein paar Meinungsmacher beherrschen solch großes Plenum. Deshalb ist die Synode der Evangelisch- Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs mit ihren 57 Stimmen gesünder.
Wenn schon mehr Gerechtigkeit für die Zukunft gesucht wird, ist sicher bei uns die Verknüpfung der Pastoren- und Beamtengehälter mit dem staatlichen Beamtenrecht fragwürdig. Positiv daran ist, dass lange Gehaltsdiskussionen erspart bleiben, negativ daran ist, dass die Kirche sich hier immer wieder in außerkirchlichen Zugzwang gestellt hat.(z,B. 1990 erlitt unsere Kirchegroßen Vertrauensverlust durch die Gehaltsaufstockungen der Pastoren nach Beamtengehalt im Gegensatz zur finanziellen Solidaritätszeit in der DDR). Der Lebensunterhalt muss zwar gesichert sein. Auch für die Ausbildung der Kinder muss gesorgt werden. Aber wer wohlhabend werden will, muss in die Wirtschaft gehen. Damit ist eine Nachfolge des armen Jesus schwer zu vereinen. Wenn es schon ohne Kompromisse nicht abgeht, die Richtung muss erkennbar bleiben und durch Privatinitiativen ausgeglichen werden. Kirchliche Gehälter dürfen nicht den Neid der Gemeindeglieder provozieren .Ein Pastor wünschte sich neulich nicht mehr Gehalt in Mecklenburg, statt dessen lieber ein dichteres Mitarbeiternetz für die Zukunft.
Die Gewerkschaftsfrage
Das Angebot, die Einheitlichkeit in der Gewerkschaftsfrage, sei später zu lösen, verschweigt, dass wir dann nur noch 11 von 156 Stimmen haben, dh. nicht einmal eine Verfassungsänderung bremsen können.. Dieses Angebot ist eine Mogelpackung. Mit dem Augenblick des Beitritts haben wir jede eigene Entscheidungsmöglichkeit ganz aufgegeben.
Wir werden nur zum Abstimmen für den Start benötigt, danach sind wir zahlenmäßig aufgesogen und haben nichts mehr mit zu entscheiden, wie wir auch immer abstimmen. Über höchstens 57 von 266 Stimmen in der Verfassungsgebenden Synode, später über 11 von 156 kann man zur Tagesordnung übergehen, selbst wenn die alle Mecklenburger einer Meinung wären. Dürr
Sie ist eine Versammlung von Stellvertretern kirchlicher Gemeinden oder ganzer Kirchen, die im persönlichen Gehorsam gegen Christus versuchen, wichtige Entscheidungen für das künftige kirchliche Leben in ihrem Bereich zu treffen.
Das gibt ihnen Respekt. aber keinen blinden Gehorsam, denn „auch Synoden können irren“ (Luther) Richtschnur ist Christus in seinem Wort: Er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben (Joh..14,6). Was das jeweils konkret bedeutet, wurde zu allen Zeiten in die Zeitprobleme hinein durch „Bekenntnisse“ ausgesprochen. Ihre Lehrintensionen nehmen wir als Erfahrung der Väter dankbar auf.
Diese Bemühung zu geistlichen Entscheidungen wird darin deutlich, dass jede Tagung mit Gottesdienst und jede Sitzung mit Hören auf die Heilige Schrift und Gebet beginnt.
Der geistliche Auftrag schließt aus, dass anders wurzelnde Entscheidungen gültig getroffen werden können. So ist der Bischof verpflichtet, im Falle von bekenntniswidrigen Entscheidungen sein Veto einzulegen.
Es können deshalb nur Christen Synodale sein. Privat- und Gruppeninteressen dürfen keine Rolle spielen.
Eine Synode hat keine Gewerkschaftsvertreter, hat nicht deren Aufträge zu beschließen, evtl. sogar von zivilen Angestellten, die nicht der Kirche angehören, sie ist kein demokratisches Parlament, in dem innerhalb eines gemeinsamen Rahmens jeder die Interessen seiner Gruppe vertritt, sondern ein geistliches Gremium zur Leitung der Kirche.
Das ist in der geplanten Fusionssynode für uns nicht mehr garantiert.
Die Synode kann fast alles, ist nicht an frühere Entscheidungen gebunden, selbst Verträge gehen zu ändern, wenn es für zeitgemäß gehalten wird und die nötige Mehrheit sich findet. Sie kann nur nicht die Stiftung Kirche, für die sie da ist, auflösen oder umfunktionieren. Sie kann sich mit anderen verbünden (Gesetz vom 3.3.72 bes. §2,11).
In der Mecklenburgischen Landessynode wurden stets Fraktionsbildungen abgelehnt. Die Abstimmungsfronten verliefen bei den einzelnen Entscheidungen immer wieder wechselnd. Man stimmt(e) nicht für und wie seine Freunde sondern für die jeweilige Sache. Die MPK, die Standesvertretung der Pastorinnen und Pastoren, die kirchlichen Mitarbeiter und Angestellten hatten keine reservierten eigenen Sitze, Wer in den Gemeinden und Kirchenkreisen Vertrauen genoss und wen man für geeignet hielt, der konnte gewählt werden. In der geplanten Fusions-Synode werden Arbeitnehmer ihre eigenen Arbeitgeber. Da in der Kirche und Diakonie auch Nichtkirchenmitglieder arbeiten, könnte auf sie bei Standes- und Berufsgruppeninteressen Rücksicht genommen werden .Sie haben allein 32 + x Berufungssitze von 156 Sitzen insgesamt. Das bedeutet eine Fremdinfusion. Die Synode ist keine säkulare Vertreterversammlung, in der jeder sein eigenes Schäfchen ins Trockene bringen kann.. Die Synode der NEK macht damit eine Ausnahme in ganz Deutschland. Man wollte „modern“ sein.
Dem entgegen steht scheinbar die Zahl der pastoralen Synodalen. Deren Aufgabe ist, für theologisch richtige Entscheidungen sich einzusetzen. Wo sie ihre Stimme für Eigeninteressen missbrauchen, sind sie zur Ordnung zu rufen.
Die geplante große Zahl von 266 Stimmen in der Verfassungsgebenden Synode, bzw. später von 156 in der Fusionssynode, erschwert den Einfluss der einzelnen Synodalen. Ein paar Meinungsmacher beherrschen solch großes Plenum. Deshalb ist die Synode der Evangelisch- Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs mit ihren 57 Stimmen gesünder.
Wenn schon mehr Gerechtigkeit für die Zukunft gesucht wird, ist sicher bei uns die Verknüpfung der Pastoren- und Beamtengehälter mit dem staatlichen Beamtenrecht fragwürdig. Positiv daran ist, dass lange Gehaltsdiskussionen erspart bleiben, negativ daran ist, dass die Kirche sich hier immer wieder in außerkirchlichen Zugzwang gestellt hat.(z,B. 1990 erlitt unsere Kirchegroßen Vertrauensverlust durch die Gehaltsaufstockungen der Pastoren nach Beamtengehalt im Gegensatz zur finanziellen Solidaritätszeit in der DDR). Der Lebensunterhalt muss zwar gesichert sein. Auch für die Ausbildung der Kinder muss gesorgt werden. Aber wer wohlhabend werden will, muss in die Wirtschaft gehen. Damit ist eine Nachfolge des armen Jesus schwer zu vereinen. Wenn es schon ohne Kompromisse nicht abgeht, die Richtung muss erkennbar bleiben und durch Privatinitiativen ausgeglichen werden. Kirchliche Gehälter dürfen nicht den Neid der Gemeindeglieder provozieren .Ein Pastor wünschte sich neulich nicht mehr Gehalt in Mecklenburg, statt dessen lieber ein dichteres Mitarbeiternetz für die Zukunft.
Die Gewerkschaftsfrage
Das Angebot, die Einheitlichkeit in der Gewerkschaftsfrage, sei später zu lösen, verschweigt, dass wir dann nur noch 11 von 156 Stimmen haben, dh. nicht einmal eine Verfassungsänderung bremsen können.. Dieses Angebot ist eine Mogelpackung. Mit dem Augenblick des Beitritts haben wir jede eigene Entscheidungsmöglichkeit ganz aufgegeben.
Wir werden nur zum Abstimmen für den Start benötigt, danach sind wir zahlenmäßig aufgesogen und haben nichts mehr mit zu entscheiden, wie wir auch immer abstimmen. Über höchstens 57 von 266 Stimmen in der Verfassungsgebenden Synode, später über 11 von 156 kann man zur Tagesordnung übergehen, selbst wenn die alle Mecklenburger einer Meinung wären. Dürr
Erstellt von: Martin Dürr am 16.03.2009 13:59
Antwort
Primär dürfen keine Fragen offen bleiben.Dies führt zur Verunsicherung aller.Es darf kein Pro und Contra bei Entscheidungen geben,welche Synode den kürzeren zieht. Wenn dann müssen alle Synoden zu gleichen Teilen befriedigt werden und dies ist nicht möglich. Es darf bei einer Verschmelzung keiner das Nachsehen haben.Dies kann passiern mit Mecklenburg-2 Sitze oder Pommern-1 Sitz.Die Fusion wurde auch angestrebt,weil man der Meinung ist,die Finanzen werden in Zukunft rückläufig sein aufgrund der Mitglieder.Also macht man aus drei Kirchen eine große Kirche.
Erstellt von: Silvana Hartig am 15.03.2009 16:46
Antwort
In den letzten Tagen habe ich mir einmal die Zeit genommen und den Fusionsvertrag inkl. Kommentierung gelesen. Mich überrascht schon die Verbitterung, die sich in einigen Beiträgen im Forum zeigt. Der ganze Fusionsvertrag ist doch der Versuch einer sehr behutsamen Annäherung mit dem Ziel, einmal eine organisatorischen Einheit zu erreichen, die weiteres kirchliches Arbeiten ermöglicht. Natürlich müssen an manchen Stellen einfach einmal Entscheidungen für oder gegen eine bestimmte Organisationsform in der neuen Einheit gefunden werden, aber deshalb gleich von "Anschluss" mit abwertender Bedeutung zu sprechen, halte ich für zumindest nicht dem Vertragsentwurf angemessen. Einige Fragen müssen vorerst noch offen bleiben, wollte man nicht harte Entscheidungen gegen diesen oder jenen fällen. Auch das ist eine Form qualifizierter Konfliktbewältigung. Es kann natürlich auch ein zu spät für solche Fusionsverträge geben, nämlich dann, wenn dem einen Partner wirklich nur noch der bedingungslose Anschluss bleibt - das war seinerzeit auch das treibende Motiv der letzten DDR-Regierung, die deutsche Einheit durch einen Vertrag zu gestalten.
Erstellt von: Gunnar Fischer am 14.03.2009 10:56
Antwort
Für mich hat die Fusion einen bitteren Beigeschmack. Ich persönlich finde nichts positives daran, denn Mecklenburg hat 5 Kirchenkreise, Pommern 4 und Nordelbien hat 23 Kirchenkreise. Fakt ist,die Minderheit verliert.Wir mögen unsere Meinung einbringen,leider zählt sie nicht.Es werden ja dann andere für uns entscheiden.Mir stellt sich die Frage, sind wir die stillen Geber? Wie in der Politik, die Mehrheit siegt. Es gibt noch mehrere Gründe,die dagegen sprechen, leider ist die Fusion unterschrieben. Am Ende wird es sich zeigen.
Erstellt von: Silvana Hartig am 13.03.2009 03:24
Antwort
Wenn ich Dr.Abromeit richtig verstehe, wird die Angleichung der Gehälter "behutsam" erfolgen, frühestens im Jahr 2020, also 31 Jahre nach der Wende, was für ein Tempo...
Erstellt von: Jens Grählert, Mitarbeiterverterter am 08.03.2009 19:59
Antwort
Frust und Hoffnung
Frust: Am 28. Februar d. J. habe ich hier meine Meinung kundgetan zur Nordkirche und diesen Text auch gesandt an die Pastoren meiner Gemeinde und meiner umliegenden Gemeinden. Dann habe ich ihn noch verteilt am Eingang zum Dom in Lübeck am 28. März zum Treffen der Synodalen der drei Nordkirchen. In Lübeck, da waren viele Tagungsteilnehmer sehr freundlich, aber einige, unglaublich: Schlimmer können die bösesten Gutsherrn, und es gab ja auch sehr gute, ihren Tagelöhnern gegenüber nicht aufgetreten sein. Solches Auftreten könnte ein Grund sein, aus meiner Kirche auszutreten.
Und dann: Außer von meinen Gesinnungsfreunden habe ich noch keierlei Reaktion erhalten, von keinem Einzigen Pastoren meiner umliegenden Gemeinden oder den dortigen Kirchgemeinderäten. Von keinem Einzigen. Von Kock und Schorlemmer habe ich auf Anregungen hin handschriftliche Antworten erhalten, von B. Engholm maschinenschriftliche, und hier auch bei persönlichen Begegnungen: Nullreaktion. Unglaublich. Könnte ein Grund sein, aus meiner Kirche auszutreten.
Hoffnung: Es könnte ja so sein, daß der Protest gegen die Fusion so wie bisher beschrieben dazu führt, daß den Gliedkirchen mehr unabhängige Eigenständigkeit zugebilligt wird. Also alles mehr in Richtung Kooperation als Fusion festgeschrieben wird. Mehr Föderalismus und Subsidiarität. Dann wäre ja alles gut.
Dieter Haker in Liebe, Glaube. Hoffnung.
Frust: Am 28. Februar d. J. habe ich hier meine Meinung kundgetan zur Nordkirche und diesen Text auch gesandt an die Pastoren meiner Gemeinde und meiner umliegenden Gemeinden. Dann habe ich ihn noch verteilt am Eingang zum Dom in Lübeck am 28. März zum Treffen der Synodalen der drei Nordkirchen. In Lübeck, da waren viele Tagungsteilnehmer sehr freundlich, aber einige, unglaublich: Schlimmer können die bösesten Gutsherrn, und es gab ja auch sehr gute, ihren Tagelöhnern gegenüber nicht aufgetreten sein. Solches Auftreten könnte ein Grund sein, aus meiner Kirche auszutreten.
Und dann: Außer von meinen Gesinnungsfreunden habe ich noch keierlei Reaktion erhalten, von keinem Einzigen Pastoren meiner umliegenden Gemeinden oder den dortigen Kirchgemeinderäten. Von keinem Einzigen. Von Kock und Schorlemmer habe ich auf Anregungen hin handschriftliche Antworten erhalten, von B. Engholm maschinenschriftliche, und hier auch bei persönlichen Begegnungen: Nullreaktion. Unglaublich. Könnte ein Grund sein, aus meiner Kirche auszutreten.
Hoffnung: Es könnte ja so sein, daß der Protest gegen die Fusion so wie bisher beschrieben dazu führt, daß den Gliedkirchen mehr unabhängige Eigenständigkeit zugebilligt wird. Also alles mehr in Richtung Kooperation als Fusion festgeschrieben wird. Mehr Föderalismus und Subsidiarität. Dann wäre ja alles gut.
Dieter Haker in Liebe, Glaube. Hoffnung.
Erstellt von: Dieter Haker am 08.03.2009 00:41
Antwort
Sehr geehrte Damen und Herren,
hier ein Auszug aus dem Heft welches das Forum Landeskirche allen mecklenburgischen Synodalen als Entscheidungshilfe zugesandt hat:
Nordkirche kontrovers
PRO: Die Nordkirche wird eine der großen Kirchen in Deutschland mit entsprechendem Gewicht sein. So kann sie sich besser gegenüber den süd- und westdeutschen Landeskirchen behaupten. Durch den Bischofssitz in Schwerin gewinnt die Stimme der evangelischen Christen im Land an Bedeutung.
CONTRA: Unsere beiden Landeskirchen sind schon bislang die einzigen gesamtgesellschaftlichen Institutionen in Mecklenburg-Vorpommern und damit ein bedeutender Stabilisierungsfaktor.
Jede gesellschaftliche Einheit, ob in Politik, Wirtschaft oder Kirche, benötigt jedoch ab einer bestimmten Größe eine starke Zentralverwaltung, da sie sonst nicht überlebensfähig ist. Dieser Zentralismus fördert aber zwangsläufig eine Zunahme der Bürokratie. Die Überschaubarkeit der Strukturen geht verloren.
Die Dominanz der Zentrale verstärkt zudem den Gegensatz zwischen Gemeinden und Mitarbeitern vor Ort einerseits und der Verwaltung andererseits, wie dies schon jetzt in Nordelbien der Fall ist.
Die immer wieder beschworene Selbständigkeit der Kirchenkreise in einer Nordkirche wird daher auch enge Grenzen haben, wie die jetzt vollzogenen Zwangsfusionen in Nordelbien beweisen.
Verschärft wird diese Situation durch unsere geringe Zahl von Synodalen in der Gesamtsynode. Sie können speziell auf unsere ländliche Diasporasituation zugeschnittene Entscheidungen dort nicht herbeiführen. Als Minderheit können wir unsere spezifischen Erfahrungen und Sichtweisen kaum einbringen.
Auch der Sitz des neuen Gesamtbischofs in Schwerin kann über diese strukturellen Probleme nicht hinwegtäuschen. Zudem ist fraglich, ob sich eine räumliche Trennung von Bischofssitz und Kirchenamt dauerhaft bewähren kann.
Durch die Reduzierung auf eine Kirchenkreisverwaltung für Mecklenburg nimmt die Erreichbarkeit in unserem Flächenland weiter ab. Die Mitarbeiter werden noch mehr Zeit unterwegs verbringen. Ihre Belastung steigt weiter an. Der Verlust persönlicher Kontakte läßt sich auch durch den intensiveren Einsatz moderner Kommunikationsmittel nicht wettmachen.
Überschaubarkeit der Strukturen und persönliche Erreichbarkeit, auch der leitenden Personen, sind aber für schnelle, ortsbezogene Reaktionen essentiell. Nur eine eigenverantwortliche Landeskirche kann Lösungen für die Probleme in unserem Land vor Ort bewirken.
PRO: In einer Nordkirche sind unsere Finanzen für die nächsten 15 – 20 Jahre gesichert. Wir sind nicht mehr abhängig vom EKD-Finanzausgleich.
CONTRA: Mecklenburg verfügt schon jetzt über geordnete Finanzen, allerdings mit Mitteln aus dem Finanzausgleich der EKD. Dieser beruht auf dem Prinzip der geschwisterlichen kirchlichen Solidarität und hat sich seit Jahrzehnten bewährt. Er wird daher auch in den nächsten Jahren nicht aufgekündigt.
Überdies begeben wir uns aufgrund unseres sehr geringen Einflusses in der Gesamtsynode der Nordkirche sofort in eine neue Abhängigkeit von Nordelbien. Die volle Finanzhoheit geben wir auf.
Das eigentliche Problem liegt allerdings an anderer Stelle. Mit dem demographischen Wandel wird das Kirchensteueraufkommen aller Landeskirchen in den nächsten 20 Jahren deutlich zurückgehen.
Unsere Finanzen sind daher auch in einer Nordkirche nur scheinbar gesichert.
Die zentrale Frage – wie begeistern wir wieder mehr Menschen für die Botschaft Jesu Christi? – wird nicht beantwortet. Sie wird durch die Selbstbezogenheit der Kirche im Fusionsprozeß und die Bindung von Mensch und Mitteln auf unbestimmte Zeit verschoben. Konsequenz ist eine noch prekärere Situation in 20 Jahren.
Wir müssen aber jetzt lernen, uns wieder stärker den Menschen in unserem Land zuzuwenden. Nicht scheinbare Finanzsicherheit in den nächsten Jahren, sondern nur ein geistiger Aufbruch sichert die Zukunft unserer Kirche.
Schließlich bringt die Fusion selbst erhebliche Folgekosten mit sich, deren Bewältigung bisher völlig unklar ist.
PRO: Die Nordkirche führt zu einer besseren Vernetzung der verschiedenen kirchlichen Angebote in Norddeutschland und zu mehr Effizienz.
CONTRA: Die verschiedenen Arbeitsfelder der Kirchen sind bereits jetzt durch vielfältige Kooperationen und lebendige Partnerschaften auf Gemeindeebene verbunden. Dies gilt es auszubauen und zu optimieren. Wir sind also schon jetzt gemeinsam auf dem Weg.
Eine Fusion bewirkt jedoch auf mittlere Sicht zwangsläufig die Zusammenlegung und Verlagerung von kirchlichen Arbeitsstellen. So soll deren Effizienz erhöht werden.
Der Bezug zu den Gemeinden vor Ort nimmt dadurch ab, Entscheidungsfindungen verzögern sich und aktuelle Probleme können nicht mehr situationsbezogen gelöst werden.
Dadurch verringert sich die Effizienz der Arbeitsstellen. Der erhoffte Effekt verkehrt sich ins Gegenteil.
PRO: Es entsteht erstmals eine Kirche, die große Gebiete sowohl Ost- als auch Westdeutschlands umfaßt. Dies ist ein wichtiger Schritt zur inneren Einheit Deutschlands.
CONTRA: Es kommt zu einer fast vollständigen Übernahme der nordelbischen Strukturen und Gesetze für die Gesamtkirche. Aus Mecklenburg wird lediglich die Möglichkeit übernommen, Propsteien mit mehreren Pfarrämtern zu bilden. Nur innerhalb des Kirchenkreises Mecklenburg können wir unsere Struktur selbst gestalten. Sieht so die innere Einheit aus?
Ein weiteres, auf Dauer nicht lösbares Problem ist die unterschiedliche Pfarrerbesoldung in Ost und West. Nordelbische Pastorinnen und Pastoren wollen nicht auf unser Gehaltsniveau absinken und mecklenburgische können nicht ohne Gesichtsverlust in den Gemeinden auf Westniveau aufsteigen. Dies führt zu Unmut. Auch die Angleichung des Arbeits- und Tarifrechts birgt erhebliche Probleme, für die keine tragfähige Lösung in Sicht ist.
Die spezifischen Erfahrungen ost- und westdeutscher Landeskirchen lassen sich in einem „Kirchenverbund“ viel besser auf Augenhöhe einbringen, als dies bei einer Fusion einer sehr großen westdeutschen mit zwei kleinen ostdeutschen Landeskirchen je möglich wäre.
Deshalb die Alternative:
Bildung eines „Norddeutschen Kirchenverbundes“, in dem Kooperationen ausgebaut und vertieft werden und die Mitgliedskirchen einander helfen und stützen. Dabei bleibt jede Kirche eigenständig und voll verantwortlich für ihr Gebiet. Es entsteht kein anonymes Großgebilde. Die bisher geleistete Arbeit fließt sinnvoll in dieses Projekt ein.
Nur eine überschaubare und vor Ort präsente Landeskirche, in der Mitarbeitende und Ehrenamtliche gemeinsam auf die Menschen in unserem Land zugehen, kann Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft bieten.
Bitte diskutieren Sie diese Argumente mit Ihren Synodalen, damit die Zukunft unserer Landeskirche von der Basis mitgestaltet wird.
Ihr Forum Landeskirche
Eckart Ohse Hilmar Baumgarten
Schwerin
hier ein Auszug aus dem Heft welches das Forum Landeskirche allen mecklenburgischen Synodalen als Entscheidungshilfe zugesandt hat:
Nordkirche kontrovers
PRO: Die Nordkirche wird eine der großen Kirchen in Deutschland mit entsprechendem Gewicht sein. So kann sie sich besser gegenüber den süd- und westdeutschen Landeskirchen behaupten. Durch den Bischofssitz in Schwerin gewinnt die Stimme der evangelischen Christen im Land an Bedeutung.
CONTRA: Unsere beiden Landeskirchen sind schon bislang die einzigen gesamtgesellschaftlichen Institutionen in Mecklenburg-Vorpommern und damit ein bedeutender Stabilisierungsfaktor.
Jede gesellschaftliche Einheit, ob in Politik, Wirtschaft oder Kirche, benötigt jedoch ab einer bestimmten Größe eine starke Zentralverwaltung, da sie sonst nicht überlebensfähig ist. Dieser Zentralismus fördert aber zwangsläufig eine Zunahme der Bürokratie. Die Überschaubarkeit der Strukturen geht verloren.
Die Dominanz der Zentrale verstärkt zudem den Gegensatz zwischen Gemeinden und Mitarbeitern vor Ort einerseits und der Verwaltung andererseits, wie dies schon jetzt in Nordelbien der Fall ist.
Die immer wieder beschworene Selbständigkeit der Kirchenkreise in einer Nordkirche wird daher auch enge Grenzen haben, wie die jetzt vollzogenen Zwangsfusionen in Nordelbien beweisen.
Verschärft wird diese Situation durch unsere geringe Zahl von Synodalen in der Gesamtsynode. Sie können speziell auf unsere ländliche Diasporasituation zugeschnittene Entscheidungen dort nicht herbeiführen. Als Minderheit können wir unsere spezifischen Erfahrungen und Sichtweisen kaum einbringen.
Auch der Sitz des neuen Gesamtbischofs in Schwerin kann über diese strukturellen Probleme nicht hinwegtäuschen. Zudem ist fraglich, ob sich eine räumliche Trennung von Bischofssitz und Kirchenamt dauerhaft bewähren kann.
Durch die Reduzierung auf eine Kirchenkreisverwaltung für Mecklenburg nimmt die Erreichbarkeit in unserem Flächenland weiter ab. Die Mitarbeiter werden noch mehr Zeit unterwegs verbringen. Ihre Belastung steigt weiter an. Der Verlust persönlicher Kontakte läßt sich auch durch den intensiveren Einsatz moderner Kommunikationsmittel nicht wettmachen.
Überschaubarkeit der Strukturen und persönliche Erreichbarkeit, auch der leitenden Personen, sind aber für schnelle, ortsbezogene Reaktionen essentiell. Nur eine eigenverantwortliche Landeskirche kann Lösungen für die Probleme in unserem Land vor Ort bewirken.
PRO: In einer Nordkirche sind unsere Finanzen für die nächsten 15 – 20 Jahre gesichert. Wir sind nicht mehr abhängig vom EKD-Finanzausgleich.
CONTRA: Mecklenburg verfügt schon jetzt über geordnete Finanzen, allerdings mit Mitteln aus dem Finanzausgleich der EKD. Dieser beruht auf dem Prinzip der geschwisterlichen kirchlichen Solidarität und hat sich seit Jahrzehnten bewährt. Er wird daher auch in den nächsten Jahren nicht aufgekündigt.
Überdies begeben wir uns aufgrund unseres sehr geringen Einflusses in der Gesamtsynode der Nordkirche sofort in eine neue Abhängigkeit von Nordelbien. Die volle Finanzhoheit geben wir auf.
Das eigentliche Problem liegt allerdings an anderer Stelle. Mit dem demographischen Wandel wird das Kirchensteueraufkommen aller Landeskirchen in den nächsten 20 Jahren deutlich zurückgehen.
Unsere Finanzen sind daher auch in einer Nordkirche nur scheinbar gesichert.
Die zentrale Frage – wie begeistern wir wieder mehr Menschen für die Botschaft Jesu Christi? – wird nicht beantwortet. Sie wird durch die Selbstbezogenheit der Kirche im Fusionsprozeß und die Bindung von Mensch und Mitteln auf unbestimmte Zeit verschoben. Konsequenz ist eine noch prekärere Situation in 20 Jahren.
Wir müssen aber jetzt lernen, uns wieder stärker den Menschen in unserem Land zuzuwenden. Nicht scheinbare Finanzsicherheit in den nächsten Jahren, sondern nur ein geistiger Aufbruch sichert die Zukunft unserer Kirche.
Schließlich bringt die Fusion selbst erhebliche Folgekosten mit sich, deren Bewältigung bisher völlig unklar ist.
PRO: Die Nordkirche führt zu einer besseren Vernetzung der verschiedenen kirchlichen Angebote in Norddeutschland und zu mehr Effizienz.
CONTRA: Die verschiedenen Arbeitsfelder der Kirchen sind bereits jetzt durch vielfältige Kooperationen und lebendige Partnerschaften auf Gemeindeebene verbunden. Dies gilt es auszubauen und zu optimieren. Wir sind also schon jetzt gemeinsam auf dem Weg.
Eine Fusion bewirkt jedoch auf mittlere Sicht zwangsläufig die Zusammenlegung und Verlagerung von kirchlichen Arbeitsstellen. So soll deren Effizienz erhöht werden.
Der Bezug zu den Gemeinden vor Ort nimmt dadurch ab, Entscheidungsfindungen verzögern sich und aktuelle Probleme können nicht mehr situationsbezogen gelöst werden.
Dadurch verringert sich die Effizienz der Arbeitsstellen. Der erhoffte Effekt verkehrt sich ins Gegenteil.
PRO: Es entsteht erstmals eine Kirche, die große Gebiete sowohl Ost- als auch Westdeutschlands umfaßt. Dies ist ein wichtiger Schritt zur inneren Einheit Deutschlands.
CONTRA: Es kommt zu einer fast vollständigen Übernahme der nordelbischen Strukturen und Gesetze für die Gesamtkirche. Aus Mecklenburg wird lediglich die Möglichkeit übernommen, Propsteien mit mehreren Pfarrämtern zu bilden. Nur innerhalb des Kirchenkreises Mecklenburg können wir unsere Struktur selbst gestalten. Sieht so die innere Einheit aus?
Ein weiteres, auf Dauer nicht lösbares Problem ist die unterschiedliche Pfarrerbesoldung in Ost und West. Nordelbische Pastorinnen und Pastoren wollen nicht auf unser Gehaltsniveau absinken und mecklenburgische können nicht ohne Gesichtsverlust in den Gemeinden auf Westniveau aufsteigen. Dies führt zu Unmut. Auch die Angleichung des Arbeits- und Tarifrechts birgt erhebliche Probleme, für die keine tragfähige Lösung in Sicht ist.
Die spezifischen Erfahrungen ost- und westdeutscher Landeskirchen lassen sich in einem „Kirchenverbund“ viel besser auf Augenhöhe einbringen, als dies bei einer Fusion einer sehr großen westdeutschen mit zwei kleinen ostdeutschen Landeskirchen je möglich wäre.
Deshalb die Alternative:
Bildung eines „Norddeutschen Kirchenverbundes“, in dem Kooperationen ausgebaut und vertieft werden und die Mitgliedskirchen einander helfen und stützen. Dabei bleibt jede Kirche eigenständig und voll verantwortlich für ihr Gebiet. Es entsteht kein anonymes Großgebilde. Die bisher geleistete Arbeit fließt sinnvoll in dieses Projekt ein.
Nur eine überschaubare und vor Ort präsente Landeskirche, in der Mitarbeitende und Ehrenamtliche gemeinsam auf die Menschen in unserem Land zugehen, kann Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft bieten.
Bitte diskutieren Sie diese Argumente mit Ihren Synodalen, damit die Zukunft unserer Landeskirche von der Basis mitgestaltet wird.
Ihr Forum Landeskirche
Eckart Ohse Hilmar Baumgarten
Schwerin
Erstellt von: Hilmar Baumgarten, Schwerin am 06.03.2009 17:56
Antwort
Vielen Dank für so viele klare Aussagen und Richtigstellungen. Wer von den Otto-Normalverbrauchern weiß denn schon etwas von diesen Zusammenhängen? Die Informationspolitik läßßt hier sehr zu wünschen übrig. Es zeigt sich immer deutlicher, dass, wer jetzt noch diesem Vertrag so wie er derzeit formuliert ist zustimmt, sich der moralischen Mittäterschaft schuldig macht.
Wenn Herr Hojczyk hier die Rettung des Einkommenssystems auf den Verzicht auf 10% Gehalt im Westen (vor zehn Jahren schon) reduziert, dann sei dazu gesagt, dass diese Absenkung im Zuge der neuen KAT-Tabellen in Nordelbien analog zu den Absenkungen durch TVöD bereits vorgenommen wurde. Die Antwort der Ost-Kirchen darauf war jedoch, diese Chance abzulehnen und in der KAVO von 2008 ebenfalls weiter abgesenkte Ost-Tarife einzuführen. Wenn das der unaufgebbare Grund für das Festhalten am 3. Weg ist, dient dieser offensichtlich nur dazu, an den Ost-Mitarbeitern weiter einsparen zu können, ohne dass gleichberechtigte Verhandlungen möglich sind.
Wenn Herr Hojczyk hier die Rettung des Einkommenssystems auf den Verzicht auf 10% Gehalt im Westen (vor zehn Jahren schon) reduziert, dann sei dazu gesagt, dass diese Absenkung im Zuge der neuen KAT-Tabellen in Nordelbien analog zu den Absenkungen durch TVöD bereits vorgenommen wurde. Die Antwort der Ost-Kirchen darauf war jedoch, diese Chance abzulehnen und in der KAVO von 2008 ebenfalls weiter abgesenkte Ost-Tarife einzuführen. Wenn das der unaufgebbare Grund für das Festhalten am 3. Weg ist, dient dieser offensichtlich nur dazu, an den Ost-Mitarbeitern weiter einsparen zu können, ohne dass gleichberechtigte Verhandlungen möglich sind.
Erstellt von: Charles am 02.03.2009 15:07
Antwort
Sehr geehrter Herr Ministerialrat Hojczyk,
ich habe Ihre Ausführungen auf der Internet-Seite „Kirche-im-Norden.de“ aufmerksam gelesen. Mutig auf das Neue zuzugehen halte ich ebenfalls für angezeigt, und so kann ich Ihnen in diesem Punkt nur zustimmen. Schwierig wird es allerdings, wenn Tatsachen und Zusammenhänge unkorrekt oder falsch der Öffentlichkeit dargestellt werden. Darum möchte ich Ihnen als Regierungsvertreter, bezugnehmend auf einen Punkt Ihrer o.g. Ausführungen, Folgendes ans Herz legen:
Zitat aus Ihren Ausführungen: „Kirche darf sich nicht von außen steuerbar machen.“
Dem ist vorbehaltlos zuzustimmen.Wer allerdings behauptet, der nordelbische Zweite Weg ermögliche diese Außensteuerbarkeit, der stellt Behauptungen auf, die schlichtweg falsch sind. Laut dortiger Arbeitsrechtsregelung ist die Mitgliedschaft in der Tarifkommission ausschließlich kirchlich Beschäftigten möglich. Auch Professor Joussen findet in seinem Rechtsgutachten zu dieser Thematik klare Worte.
Oder soll der nordelbischen Kirchenleitung unterstellt werden, sie sei mit den kirchenfeindlichen Gewerkschaften in einer Allianz gegen das Selbstbestimmungsrecht der Ev. Kirchen in Deutschland verbündet? Ich denke, der Populismus, den Sie an anderer Stelle mit Recht verurteilen, sollte auch hier vermieden werden.
Zitat aus Ihren Ausführungen: „Welch selbstzerstörerische Handlung, die Mitarbeitervertretung in säkulare Hände zu geben und unabhängig vom allgemeinen Auftrag der Kirchen zu regeln.“
Die Mitarbeitervertretung ist durch das Mitarbeitervertretungsgesetz geregelt und hat mit der Arbeitsrechtssetzung nur sekundär zu tun. Ähnlich wie sein Pendant im Ö.D., dem Personalvertretungsgesetz, schreibt es die Betriebszugehörigkeit zwingend vor. Somit ist die Übergabe „in säkulare Hände“, selbst wenn sie gewollt wäre, kirchenrechtlich unmöglich. Schlussfolgernd fällt es außerordentlich schwer, die hier beschriebene „sebstzerstörerische Handlung“ zu verstehen.
Zitat aus Ihren Ausführungen: „Ich will dabei auch nicht verhehlen, dass Gewerkschaften sich auch als Vorkämpfer bestimmter politischer Richtungen verstehen und auch äußern. Welch fatale Auswirkungen hätte das, Kirche wäre "parteiisch".“
Unsere beiden Kirchen in M-V wollen sich sehr wohl mit den von Ihnen so beschriebenen Gewerkschaften arrangieren, um für ihre weiterhin im landeskirchlichen Dienst verbleibenden Beschäftigten tarifvertragliche Regelungen nach dem Zweiten Weg zu schaffen. Nur für die kreiskirchlich und gemeindlich Beschäftigten soll der Ihrer Meinung nach unaufgebbare 3. Weg weiterhin gelten. Das erscheint bei genauer Betrachtung tatsächlich „parteiisch“.
Und schnell stellt sich vergleichend die Frage: Ist diese parteiische Wirkung der gewerkschaftlichen „bestimmten politischen Richtungen“ dem Öffentlichen Dienst in M-V eigentlich auch schon eigen geworden?
Sehr geehrter Herr Ministerialrat,
mit Ihnen zusammen möchte ich als Mitarbeitervertreter allen an diesem Fusionsprozess Beteiligten nahelegen, Populismus und Polemik beiseite zu lassen und verifizierten Sachargumenten den Vorrang zu geben. Denn sonst werden wir als Kirche unserer Dienstgemeinschaft und ihrem Verkündigungsauftrag der Gemeinschaft der Heiligen nicht gerecht.
Mit freundlichem Gruß
Thomas Franke
ich habe Ihre Ausführungen auf der Internet-Seite „Kirche-im-Norden.de“ aufmerksam gelesen. Mutig auf das Neue zuzugehen halte ich ebenfalls für angezeigt, und so kann ich Ihnen in diesem Punkt nur zustimmen. Schwierig wird es allerdings, wenn Tatsachen und Zusammenhänge unkorrekt oder falsch der Öffentlichkeit dargestellt werden. Darum möchte ich Ihnen als Regierungsvertreter, bezugnehmend auf einen Punkt Ihrer o.g. Ausführungen, Folgendes ans Herz legen:
Zitat aus Ihren Ausführungen: „Kirche darf sich nicht von außen steuerbar machen.“
Dem ist vorbehaltlos zuzustimmen.Wer allerdings behauptet, der nordelbische Zweite Weg ermögliche diese Außensteuerbarkeit, der stellt Behauptungen auf, die schlichtweg falsch sind. Laut dortiger Arbeitsrechtsregelung ist die Mitgliedschaft in der Tarifkommission ausschließlich kirchlich Beschäftigten möglich. Auch Professor Joussen findet in seinem Rechtsgutachten zu dieser Thematik klare Worte.
Oder soll der nordelbischen Kirchenleitung unterstellt werden, sie sei mit den kirchenfeindlichen Gewerkschaften in einer Allianz gegen das Selbstbestimmungsrecht der Ev. Kirchen in Deutschland verbündet? Ich denke, der Populismus, den Sie an anderer Stelle mit Recht verurteilen, sollte auch hier vermieden werden.
Zitat aus Ihren Ausführungen: „Welch selbstzerstörerische Handlung, die Mitarbeitervertretung in säkulare Hände zu geben und unabhängig vom allgemeinen Auftrag der Kirchen zu regeln.“
Die Mitarbeitervertretung ist durch das Mitarbeitervertretungsgesetz geregelt und hat mit der Arbeitsrechtssetzung nur sekundär zu tun. Ähnlich wie sein Pendant im Ö.D., dem Personalvertretungsgesetz, schreibt es die Betriebszugehörigkeit zwingend vor. Somit ist die Übergabe „in säkulare Hände“, selbst wenn sie gewollt wäre, kirchenrechtlich unmöglich. Schlussfolgernd fällt es außerordentlich schwer, die hier beschriebene „sebstzerstörerische Handlung“ zu verstehen.
Zitat aus Ihren Ausführungen: „Ich will dabei auch nicht verhehlen, dass Gewerkschaften sich auch als Vorkämpfer bestimmter politischer Richtungen verstehen und auch äußern. Welch fatale Auswirkungen hätte das, Kirche wäre "parteiisch".“
Unsere beiden Kirchen in M-V wollen sich sehr wohl mit den von Ihnen so beschriebenen Gewerkschaften arrangieren, um für ihre weiterhin im landeskirchlichen Dienst verbleibenden Beschäftigten tarifvertragliche Regelungen nach dem Zweiten Weg zu schaffen. Nur für die kreiskirchlich und gemeindlich Beschäftigten soll der Ihrer Meinung nach unaufgebbare 3. Weg weiterhin gelten. Das erscheint bei genauer Betrachtung tatsächlich „parteiisch“.
Und schnell stellt sich vergleichend die Frage: Ist diese parteiische Wirkung der gewerkschaftlichen „bestimmten politischen Richtungen“ dem Öffentlichen Dienst in M-V eigentlich auch schon eigen geworden?
Sehr geehrter Herr Ministerialrat,
mit Ihnen zusammen möchte ich als Mitarbeitervertreter allen an diesem Fusionsprozess Beteiligten nahelegen, Populismus und Polemik beiseite zu lassen und verifizierten Sachargumenten den Vorrang zu geben. Denn sonst werden wir als Kirche unserer Dienstgemeinschaft und ihrem Verkündigungsauftrag der Gemeinschaft der Heiligen nicht gerecht.
Mit freundlichem Gruß
Thomas Franke
Erstellt von: Th. Franke am 02.03.2009 12:59
Antwort
Die Entscheidungen zum Dienst- und Besoldungsrecht machen die sogenannte Dienstgemeinschaft, welche ja auch und gerade den Einfluss der Mitarbeitenden und ihrer Vertreter beinhaltet, zur Worthülse. Die Äußerungen von Herrn Dr.Maltzahn machen dabei auch deutlich, wie wenig den Kirchenleitungen und den Synoden bei dieser Fusion daran liegt, eine einheitliche Gehaltsstruktur für die Mitarbeitenden zu schaffen. Statt dessen werden die Unterschiede unter dem Deckmantel des Selbstbestimmungsrechts der Kirchen zementiert. Demokratisch ist es nicht, die Mitarbeiter und ihre Gremien außen vor zu lassen und statt dessen, wie dies Herr Hojczyk tut, das Gespenst der sakulären Einflussnahme durch Gewerkschaften an die Wand zu malen. Unter diesen Umständen ist die Fusion nicht akzeptabel.
Erstellt von: Jens Grählert, Mitarbeitervertreter am 01.03.2009 14:45
Antwort | Kommentare ansehen [1]
Seit Jahren schlagen die Wogen hoch. Vorschläge werden diskutiert, "verschriftlicht" und verworfen, ohne das dem Ziel, bessere und auch kostengünstigere Strukturen zu erlangen um einen möglichst Gemeinde nahen Verkündigungsdienst leisten zu können - nur darum darf es überhaupt gehen- einen Schritt weiter gekommen zu sein. Mit der Unterzeichnung des Vertrages haben die Verhandelnden in Ratzeburg erstmals bewiesen, dass sie auch über ihren eigenen Schatten springen können. Sie haben Zeichen gesetzt, die ansatzweise den Anliegen gerecht werden, die so zukunftsweisend in der Broschüre "Evangelische Kirche im Norden - gemeinsam auf dem Weg-" unter der Überschrift "Sätze die uns leiten" formuliert worden sind.
Gemeinsam Kirche in der Gesellschaft sein, und dabei deutlich machen, dass geschwisterliches Miteinander nicht vor Stellenplänen und Haushaltsstellen aufhört, dass ist schwer, ich weiß das aus meiner täglichen Arbeit. Trotzdem waren die Aufschreie aus dem Kieler Landeskirchenamt befremdlich, als man sich für Lübeck als Sitz von Verwaltung und Bischof entschied. Viele Mitarbeiter haben einmal mehr deutlich gemacht, dass ein "Wessi" selbstverständlich politisch ungeheuer solidarisch ist und Veränderungen anstrebt. Betrifft diese Veränderung aber ihn selbst, so hat er einen "Rechtsanspruch" zur Wahrung seines Besitzstandes und eines selbstverständlich linear wachsenden Einkommens. Eine Einkommensangleichung, etwa durch Verzicht von 10% des Westeinkommens, hätte bereits vor 10 Jahren diese Ungleichheit beseitigen können, auch für den gesamten öffentlichen Dienst. Aber solche Anregungen haben stets nur einen Aufschrei der Entrüstung bei den Westkollegen und ihren Lobbyisten hervorgerufen. Darin dürfte auch ein wichtiger, und unaufgebbarer Grund der Kirchenleitungen der ELLM und der PEK sein, am 3. Weg festzuhalten. Kirche darf sich nicht von Außen steuerbar machen. Im Grundgesetz Artikel 140 in Verbindung mit Artikel 137 Absatz 3 ist das Selbstorganisationsrecht der Kirchen geregelt. Welch selbstzerstörerische Handlung, die Mitarbeitervertretung in säkulare Hände zu geben und unabhängig vom allgemeinen Auftrag der Kirchen zu regeln. Ich will dabei auch nicht verhehlen, dass Gewerkschaften sich auch als Vorkämpfer bestimmter politischer Richtungen verstehen und auch äußern. Welch fatale Auswirkungen hätte das, Kirche wäre "parteiisch". Deshalb gilt hier auch Landesbischof v. Maltzahn
meine volle Unterstützung für seine diesbezüglichen Äußerungen.
Nun haben die Kirchenleitungen in Ratzeburg einen klugen Entschluss gefasst. Das Landeskirchenamt bleibt in Kiel, damit hat man die Mitarbeiter befriedet und außerdem Kosten für Neubau und Umzug nach Lübeck gespart. Da Kiel nie Bischofssitz war, konnte man nun noch einmal neu nachdenken, wo der leitende Bischof seinen Sitz nehmen soll. Richtigerweise fiel die Entscheidung auf Schwerin. Denn bei allen bisherigen Verhandlungen fehlte ein deutliches Zeichen in den Osten, wollte man doch eine Brücke spannen zwischen den alten und den neuen Ländern. Soetwas geht nur, wenn Zeichen gesetzt werden. Ein Bischofssitz mit Bischofskanzlei ist ein solches Zeichen. Alle Diskussionen darum, wer dann von A nach B oder umgekehrt zu fahren hat sind in diesem Zusammenhang purer und schädlicher Populismus. Bei den Flächenstrukturen, wie sie in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein nun einmal nicht zu ändern sind, war und bleibt die Überwindung großer Entfernungen immer unvermeidlich.
Außerdem sind jeweils nur sehr wenige Personen direkt betroffen, weil die große Autonomie in den Kirchenkreisen eine weitghend selbstständige Arbeit ermöglicht. Und genau das ist der Punkt der wichtig ist-Kirche vor Ort mit dem entsprechenden Gestaltungsspielraum.
Aber während die vorgenannten Probleme einen breiten Raum einnehmen, spielt das Hauptanliegen, dass hier in Mecklenburg-Vorpommern auch ein bedeutendes politisches Anliegen ist, nämlich "das die Kirche im Dorf bleibt", kaum eine Rolle. Zum Verständnis, wir wollen keine Museumskirchen, sondern lebendige Kirchen mit Glockengeläut, Gottesdienst und Orgelkonzerten für unsere Gäste. Deshalb hätte ich mir sehr gewünscht, dass sich Menschen in den kirchenkreisen Gedanken über die zukünftigen Arbeitsfelder und ihre Strukturen gemacht hätten. Denn nur von dort kann letztlich eine objektive Einschätzung für die zukünftige Arbeit kommen. Statt dessen werden kleinliche Befindlichkeiten kutiviert und zwar in der gleichen Art und Weise wie weiland in Pommern. Das war letzlich eine der Hauptursachen für das Scheitern der Fusion zwischen ELLM und PEK. Was damals passierte, darf 2009 nicht noch einmal passieren. Es gibt keinen Plan B, denn alle sogenannten Alternativen, ob sie nun aus Güstrow oder Redsburg kommen, dienen nur dazu, den Prozess zu vernebeln und in die Länge zu ziehen. Wir Christen sollten nicht so kleingläubig sein,
wenn es um derartige Entscheidungen geht "Lege Deine Hand an den Pflug und schaue nicht zurück...." damit hat Jesus die Richtung vorgegeben und wir sollten mutig diesem Weg folgen. Kirche in der Gesellschaft ist dort glaubwürdig, wo sie ihrem allumfassenden Auftrag zur Wertevermittlung gerecht wird. Damit sie das weiterhin wirksam tun kann, benötigt sie eine materielle Basis und eine personelle Infrastruktur. Beides wird durch den Nordkirchenprozess gestärkt. Deshalb darf das Erreichte nicht in Frage gestellt werden.
Gemeinsam Kirche in der Gesellschaft sein, und dabei deutlich machen, dass geschwisterliches Miteinander nicht vor Stellenplänen und Haushaltsstellen aufhört, dass ist schwer, ich weiß das aus meiner täglichen Arbeit. Trotzdem waren die Aufschreie aus dem Kieler Landeskirchenamt befremdlich, als man sich für Lübeck als Sitz von Verwaltung und Bischof entschied. Viele Mitarbeiter haben einmal mehr deutlich gemacht, dass ein "Wessi" selbstverständlich politisch ungeheuer solidarisch ist und Veränderungen anstrebt. Betrifft diese Veränderung aber ihn selbst, so hat er einen "Rechtsanspruch" zur Wahrung seines Besitzstandes und eines selbstverständlich linear wachsenden Einkommens. Eine Einkommensangleichung, etwa durch Verzicht von 10% des Westeinkommens, hätte bereits vor 10 Jahren diese Ungleichheit beseitigen können, auch für den gesamten öffentlichen Dienst. Aber solche Anregungen haben stets nur einen Aufschrei der Entrüstung bei den Westkollegen und ihren Lobbyisten hervorgerufen. Darin dürfte auch ein wichtiger, und unaufgebbarer Grund der Kirchenleitungen der ELLM und der PEK sein, am 3. Weg festzuhalten. Kirche darf sich nicht von Außen steuerbar machen. Im Grundgesetz Artikel 140 in Verbindung mit Artikel 137 Absatz 3 ist das Selbstorganisationsrecht der Kirchen geregelt. Welch selbstzerstörerische Handlung, die Mitarbeitervertretung in säkulare Hände zu geben und unabhängig vom allgemeinen Auftrag der Kirchen zu regeln. Ich will dabei auch nicht verhehlen, dass Gewerkschaften sich auch als Vorkämpfer bestimmter politischer Richtungen verstehen und auch äußern. Welch fatale Auswirkungen hätte das, Kirche wäre "parteiisch". Deshalb gilt hier auch Landesbischof v. Maltzahn
meine volle Unterstützung für seine diesbezüglichen Äußerungen.
Nun haben die Kirchenleitungen in Ratzeburg einen klugen Entschluss gefasst. Das Landeskirchenamt bleibt in Kiel, damit hat man die Mitarbeiter befriedet und außerdem Kosten für Neubau und Umzug nach Lübeck gespart. Da Kiel nie Bischofssitz war, konnte man nun noch einmal neu nachdenken, wo der leitende Bischof seinen Sitz nehmen soll. Richtigerweise fiel die Entscheidung auf Schwerin. Denn bei allen bisherigen Verhandlungen fehlte ein deutliches Zeichen in den Osten, wollte man doch eine Brücke spannen zwischen den alten und den neuen Ländern. Soetwas geht nur, wenn Zeichen gesetzt werden. Ein Bischofssitz mit Bischofskanzlei ist ein solches Zeichen. Alle Diskussionen darum, wer dann von A nach B oder umgekehrt zu fahren hat sind in diesem Zusammenhang purer und schädlicher Populismus. Bei den Flächenstrukturen, wie sie in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein nun einmal nicht zu ändern sind, war und bleibt die Überwindung großer Entfernungen immer unvermeidlich.
Außerdem sind jeweils nur sehr wenige Personen direkt betroffen, weil die große Autonomie in den Kirchenkreisen eine weitghend selbstständige Arbeit ermöglicht. Und genau das ist der Punkt der wichtig ist-Kirche vor Ort mit dem entsprechenden Gestaltungsspielraum.
Aber während die vorgenannten Probleme einen breiten Raum einnehmen, spielt das Hauptanliegen, dass hier in Mecklenburg-Vorpommern auch ein bedeutendes politisches Anliegen ist, nämlich "das die Kirche im Dorf bleibt", kaum eine Rolle. Zum Verständnis, wir wollen keine Museumskirchen, sondern lebendige Kirchen mit Glockengeläut, Gottesdienst und Orgelkonzerten für unsere Gäste. Deshalb hätte ich mir sehr gewünscht, dass sich Menschen in den kirchenkreisen Gedanken über die zukünftigen Arbeitsfelder und ihre Strukturen gemacht hätten. Denn nur von dort kann letztlich eine objektive Einschätzung für die zukünftige Arbeit kommen. Statt dessen werden kleinliche Befindlichkeiten kutiviert und zwar in der gleichen Art und Weise wie weiland in Pommern. Das war letzlich eine der Hauptursachen für das Scheitern der Fusion zwischen ELLM und PEK. Was damals passierte, darf 2009 nicht noch einmal passieren. Es gibt keinen Plan B, denn alle sogenannten Alternativen, ob sie nun aus Güstrow oder Redsburg kommen, dienen nur dazu, den Prozess zu vernebeln und in die Länge zu ziehen. Wir Christen sollten nicht so kleingläubig sein,
wenn es um derartige Entscheidungen geht "Lege Deine Hand an den Pflug und schaue nicht zurück...." damit hat Jesus die Richtung vorgegeben und wir sollten mutig diesem Weg folgen. Kirche in der Gesellschaft ist dort glaubwürdig, wo sie ihrem allumfassenden Auftrag zur Wertevermittlung gerecht wird. Damit sie das weiterhin wirksam tun kann, benötigt sie eine materielle Basis und eine personelle Infrastruktur. Beides wird durch den Nordkirchenprozess gestärkt. Deshalb darf das Erreichte nicht in Frage gestellt werden.
Erstellt von: Ulrich Hojczyk, Ministerialrat am 27.02.2009 13:51
Antwort
Diese Frage wurde in einem Interview der MPKZ an an den Vorsitzenden der Steuerungsgruppe, Herrn Bischof Dr. von Maltzahn gerichtet. Seine Antwort darauf gibt sehr zu denken.
Zu der Begründung für das Trennungsmodell, dass man „auszuhandelnden Regelungen der
Arbeitsrechtlichen Kommissionen nicht vorgreifen“ kann, ist zu sagen:
Die Arbeitnehmervertreter in den Arbeitsrechtlichen Kommissionen (ARK) wurden bisher hingehalten und in die Vorbereitung des Vertrages, z.B. durch Mitarbeit in der Untergruppe Stellenplanung, nicht involviert. Trotz Forderung nach Beteiligung wurde ihnen die Mitgestaltung nicht ermöglicht, u.a. mit der Begründung, es sei noch zu früh, man müsse erst das Rechtsgutachten abwarten.
Durch den neu formulierten Vertrag wird den ARKen nun aber die Möglichkeit, mit Fusionseintritt das Einheitsmodell zu beschließen, genommen und um mindestens sechs Jahre verzögert. Eine Evaluierung in 2018 wird m.E. Keine neuen Erkenntnisse bringen, selbst wenn erneut ein kostenintensives Rechtsgutachten eingekauft würde.
Zu der Aussage: „Wir glauben, dass dieser (3.) Weg dem kirchlichen Selbstbestimmungsrecht besser entspricht.“ ist zu sagen:
Wenn das so stimmen würde, dürfte es kein Trennungsmodell geben, da dann das gesamte Kirchengebiet nach diesem Weg verfahren müsste und nicht nur ein kleiner Teil. Dazu hat das Rechtsgutachten eindeutige Aussagen getroffen.
Die Durchführung eines Evaluationsverfahrens nach sechs Jahren würde sich ebenfalls erübrigen, da sich in diesem Zeitraum im Vergleich zu den letzten 49 Jahren 2. und 3. Weg in der Kirche nichts Gravierendes verändern wird.
Das Trenungsmodell entspricht m.E. einer Verletzung oder gar Aufkündigung der Dienstgemeinschaft, da von einem gleichberechtigten Umgang nicht die Rede sein kann. Es wird die Ungleichbehandlung, die schon zwischen verbeamteten und privatrechtlichen Mitarbeitern vorgesehen ist, zusätzlich zwischen die privatrechtlich Beschäftigten in Ost und West etabliert.
Aus meiner Sicht mangelt es nach wie vor an stichhaltigen Argumenten für das Trennungsmodell, das die alte Ost-West-Grenze weiter aufrechterhalten soll. Da der vorliegende Fusionsvertrag offensichtlich keine Veränderungen mehr zulässt, kann er trotz vieler zu begrüßenden Regelungen eigentlich leider nur noch abgelehnt werden.
Zu der Begründung für das Trennungsmodell, dass man „auszuhandelnden Regelungen der
Arbeitsrechtlichen Kommissionen nicht vorgreifen“ kann, ist zu sagen:
Die Arbeitnehmervertreter in den Arbeitsrechtlichen Kommissionen (ARK) wurden bisher hingehalten und in die Vorbereitung des Vertrages, z.B. durch Mitarbeit in der Untergruppe Stellenplanung, nicht involviert. Trotz Forderung nach Beteiligung wurde ihnen die Mitgestaltung nicht ermöglicht, u.a. mit der Begründung, es sei noch zu früh, man müsse erst das Rechtsgutachten abwarten.
Durch den neu formulierten Vertrag wird den ARKen nun aber die Möglichkeit, mit Fusionseintritt das Einheitsmodell zu beschließen, genommen und um mindestens sechs Jahre verzögert. Eine Evaluierung in 2018 wird m.E. Keine neuen Erkenntnisse bringen, selbst wenn erneut ein kostenintensives Rechtsgutachten eingekauft würde.
Zu der Aussage: „Wir glauben, dass dieser (3.) Weg dem kirchlichen Selbstbestimmungsrecht besser entspricht.“ ist zu sagen:
Wenn das so stimmen würde, dürfte es kein Trennungsmodell geben, da dann das gesamte Kirchengebiet nach diesem Weg verfahren müsste und nicht nur ein kleiner Teil. Dazu hat das Rechtsgutachten eindeutige Aussagen getroffen.
Die Durchführung eines Evaluationsverfahrens nach sechs Jahren würde sich ebenfalls erübrigen, da sich in diesem Zeitraum im Vergleich zu den letzten 49 Jahren 2. und 3. Weg in der Kirche nichts Gravierendes verändern wird.
Das Trenungsmodell entspricht m.E. einer Verletzung oder gar Aufkündigung der Dienstgemeinschaft, da von einem gleichberechtigten Umgang nicht die Rede sein kann. Es wird die Ungleichbehandlung, die schon zwischen verbeamteten und privatrechtlichen Mitarbeitern vorgesehen ist, zusätzlich zwischen die privatrechtlich Beschäftigten in Ost und West etabliert.
Aus meiner Sicht mangelt es nach wie vor an stichhaltigen Argumenten für das Trennungsmodell, das die alte Ost-West-Grenze weiter aufrechterhalten soll. Da der vorliegende Fusionsvertrag offensichtlich keine Veränderungen mehr zulässt, kann er trotz vieler zu begrüßenden Regelungen eigentlich leider nur noch abgelehnt werden.
Erstellt von: Th. Franke am 27.02.2009 10:25
Antwort
Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit lädt das Forum Landeskirche alle Interessierten, die den Fusionsprozeß kritisch begleiten möchten, am 28.2.2009 nach Lübeck ein.
Wir wollen diesen Tag nutzen, um uns kennen zu lernen, Argumente zur Nordkirche auszutauschen und Alternativen zum vorliegenden Fusionsvertrag zu diskutieren. Außerdem möchten wir auch mit unseren Synodalen, die sich beim parallel stattfindenden Synodeninformationstag im Dom aufhalten, ins Gespräch kommen.
Wir treffen uns ab 10.00 Uhr vor dem Dom zu Lübeck. Um 11.00 Uhr beginnt die Diskussionsrunde im Andreas-Wilms-Haus der Sankt-Aegidien-Gemeinde in der Hüxtertorallee 1. Voraussichtlich gegen 13.00 Uhr besteht dann die Möglichkeit zum persönlichen Gespräch mit den Synodalen im Dom.
Über rege Beteiligung würden wir uns sehr freuen. Bitte teilen Sie diesen Termin daher auch weiteren interessierten Gemeindegliedern mit.
Herzlichen Dank!
Ihr Forum Landeskirche
i.A. Hilmar Baumgarten, Schwerin
hiermit lädt das Forum Landeskirche alle Interessierten, die den Fusionsprozeß kritisch begleiten möchten, am 28.2.2009 nach Lübeck ein.
Wir wollen diesen Tag nutzen, um uns kennen zu lernen, Argumente zur Nordkirche auszutauschen und Alternativen zum vorliegenden Fusionsvertrag zu diskutieren. Außerdem möchten wir auch mit unseren Synodalen, die sich beim parallel stattfindenden Synodeninformationstag im Dom aufhalten, ins Gespräch kommen.
Wir treffen uns ab 10.00 Uhr vor dem Dom zu Lübeck. Um 11.00 Uhr beginnt die Diskussionsrunde im Andreas-Wilms-Haus der Sankt-Aegidien-Gemeinde in der Hüxtertorallee 1. Voraussichtlich gegen 13.00 Uhr besteht dann die Möglichkeit zum persönlichen Gespräch mit den Synodalen im Dom.
Über rege Beteiligung würden wir uns sehr freuen. Bitte teilen Sie diesen Termin daher auch weiteren interessierten Gemeindegliedern mit.
Herzlichen Dank!
Ihr Forum Landeskirche
i.A. Hilmar Baumgarten, Schwerin
Erstellt von: Hilmar Baumgarten am 23.02.2009 19:36
Antwort
Martin Dürr, 17 168 Grieve Nr.1 den 19.Februar 2009
Lieber Herr Professor Cornehl!
Vielen Dank für Ihren Brief vom 9.2., der am 14. hier eintraf. Nachdem ich so Ihre Anschrift erfuhr, kann ich Ihnen auch persönlich schreiben. Vielen Dank auch, dass Sie die Auseinandersetzung so sachlich sehen, wie sie ist. Unsere Namen stehen ja nur für verschiedene Wege: Ihrer für Fusion, meiner für gute Zusammenarbeit bei weiter selbständiger Verantwortung.
Der eine Weg wird gegenwärtig vorherrschend organisatorisch beschritten, der andere ist eine geistliche Aufgabe. Das vermissen wir bei den Fusionisten. Da wird nur um Strukturen, Posten, Orte und Gelder verhandelt, aber nicht wie aus der geistlichen Krise unserer Kirchen herausgefunden wird.
Nun sagen Sie: „Es gibt nicht viele Gliedkirchen der EKD, die sich so viel Dezentralisierung, Mitbestimmung, Partizipation leisten wie die NEK, für viele interne Kritiker viel zu viel! Doch das ist eine eben ihrer Stärken.“ Das hört sich freundlich an. Auch Dr. Ahme vom Landeskirchenamt Kiel versprach bei der Anhörung am 15.1.den Kirchenkreisen alle Freiheiten (auf Nachfrage nur nicht die Möglichkeit, später evtl. wieder selbständig zu werden). Doch die Wirklichkeit erleben wir als ein Überstülpen von zentralen Aktionen.
„Die weitgehende Selbständigkeit der Kirchenkreise in Nordelbien, die für die gemeinsame Nordkirche übernommen werden soll, ist jetzt durch ein Urteil des Kirchengerichts in Hamburg eingeschränkt worden.
Die erzwungene Fusion der Kirchenkreise Oldenburg (Holstein) und Eutin ist danach rechtens. Nach Überzeugung des Gerichts darf die Nordelbische Kirche zwei Kirchenkreise zwangsweise fusionieren, wenn damit langfristig finanzielle Einsparungen und eine Qualitätssicherung der Arbeit zu erwarten sind.“ MPKZ Nr.4/ 09 S.2
Solch ein Satz bedeutet, wenn es darauf ankommt, totale Entmündigung der Kirchenkreise.
Ferner, die Umfrage von Pastoren der NEK zur Fusion aus dem Mai 08, wurde wegen des ungewünschten Ergebnisses bis Ende Januar 09 totgeschwiegen. P. Kleine-Herzhorn bekam von einem Mitarbeiter der KL eine Mail: „Wir möchten Sie auffordern, von einer Veröffentlichung abzusehen“. In einem Telefonat wurden Konsequenzen angedroht.-
Das Memorandum „Nordelbien im Umbau“ der Herren Dräger, Kohlwage und anderer erfahrener Leute war nur unter der Hand zu bekommen. Erst jetzt im Januar bequemte sich die „Nordelbische“ unter dem Druck hiesiger Veröffentlichungen z.B. den Protest P.Kleines und der nordelbischen Pastorenvertretung zu veröffentlichen.
Das juristische Gutachten zu Gewerkschaften in der Synode ist bis heute nicht im Druck erschienen.
Wie sieht diese zugesagte Freiheit der Kirchenkreise bei denen aus, die sich vor 30 Jahren bereits zur NEK fusionierten?
„So hat die Synode des neuen nordelbischen Großkirchenkreises Lübeck-Lauenburg gerade einstimmig (!) beschlossen, im Fall einer Nordkirche sich dem Bischofssprengel von Mecklenburg-Vorpommern anzuschließen .“
Noch ist nicht ganz klar, was dies für die Kirchen in MV bedeuten würde. Sicher ist nur, dass sich so der Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg aus der Dominanz Hamburgs befreien will, mit dem er seit kurzem in einem Sprengel vereint ist.“ MPKZ Nr.49/08 S.1. Da wird offenbar viel nur äußerlich zusammengehalten.
So sieht nicht die Freiheit aus, die wir gegenwärtig haben und die Zukunft, die wir uns zum Leben wünschen.
Ich finde richtig, dass Sie die Unterschriften von Ratzeburg nüchtern einschätzen:
„Die Kirchenleitungen haben nach langem Ringen jetzt (zu dem Vertragsentwurf) Ja gesagt. Noch müssen die Synoden zustimmen; das Quorum ist hoch. Aber selbst dann, wenn diese Hürde im März genommen wird, ist das Experiment im Ganzen noch offen. In mancher Hinsicht geht der Einigungsprozess danach erst richtig los. Er wird lange dauern.“
In Ratzeburg meinte man Mecklenburg durch Verlagerung des 3-Länderbischofs nach Schwerin optisch entgegengekommen zu sein. Aber diese gut gemeinte Verlagerung der Gewichte hat lauter neue Gleichgewichtsprobleme geschaffen. In Schwerin sind dann 2 Bischöfe zuständig, der Sprengelbischof Abromeit aus Greifswald und der Oberbischof N.N. (Die Bezeichnung „Landesbischof“ ist unsinnig. Für welches Land denn? Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern sind nach meiner Zählung 3 Länder mit 3 Regierungen). Da beide Bischöfe ähnliche Funktionen nach dem „Vertrag über die Bildung einer Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland“ haben, sind die Probleme vorprogrammiert. (IV.3.2.2; IV.4.2.1; IV.4.3.1) Wer wendet sich an wen? Wozu soll bei aller Sparsamkeit noch diese hierarchische Leiter dienen?
Das Kirchenamt kam nach Kiel. Das spart zwar die gewaltige Investition in Lübeck, aber es trennt den Oberbischof vom Kirchenamt. 4 Stunden Autofahrt müssen jedes Mal von seinem Arbeitspensum vergeudet werden. Wie lange wird das Bestand haben?
In Kiel kann alles weiterlaufen wie bisher. Das ist positiv für den bisherigen Arbeitsablauf, negativ für einen gemeinsamen Neuanfang. Die Stühle sind besetzt. Es brauchen die neuen Provinzen nur angekoppelt zu werden. Ein gemeinsamer völliger Neuanfang steht nicht zur Diskussion. Wir haben ja auch nur 10% der Gemeindeglieder und Synodenstimmen. Das liegt in der Natur der Sache. Das sollte man ehrlich aussprechen. Fusion heißt hier einfach Beitritt, s. Vertragstexte:
-„Zuständigkeiten für alle drei Ebenen regelt ein einheitliches Verwaltungsgesetz, dessen Inhalt sich für die Verwaltung auf Kirchenkreisebene am Kirchenkreisverwaltungsgesetz der NEK …. orientiert. Die gesetzlichen Regelungen haben dem Grundsatz der Wirtschaftlichkeit und Aufgabengerechtigkeit zu folgen.“ (I.2.3.)
-„Ein einheitliches Arbeits- und Dienstrecht wird angestrebt“.(I.3.2) (Wer seine Struktur später durchsetzen kann, steht schon fest, denn Mecklenburg hat nur 11 von 156 Synodenstimmen!)
-„Der Leistungskatalog des Kirchenkreisverwaltungsgesetzes der NEK (I.2.3) beschreibt die Mindestaufgaben einer Kirchenkreisverwaltung.“ (III.6.1)
-Dienste und Werke regelt ein einheitliches Werkegesetz, dessen Inhalt sich am Kirchengesetz über die Organisation der Dienste und Werke der NEK in Hauptbereichen kirchlicher Arbeit orientiert.“ (V.2.5)
-„Das gemeinsame Finanzsystem wird auf der Grundlage des geltenden Finanzsystems der NEK erarbeitet.“ (VI.2.2) Die NEK-Gleise sind eingefahren.
Fusion von so ungleich gewichteten Gruppen heißt einfach Beitritt. Das ist nun einmal so.
Auch unser Sprengelbischof wird nicht im Sprengel, sondern von der Gesamtsynode gewählt, bei der wir nur 11 von 156 Stimmen haben.
Zur drohenden Anonymität: Schon beim Standort Lübeck war die Ferne entmutigend. Kiel ist nun noch ferner. Wenn der Landessuperintendent von Neustrelitz in seinem Kirchenamt etwas zu besprechen hat, dann braucht er 9 Stunden allein für die Reise. Oder ob sich Kieler Beamte zu Reisen mit Überstunden in unser Land aufmachen? Es wird wohl von ihnen alles digital und ohne Ortskenntnis abgewickelt werden.
Enttäuschung und Protest sind jetzt auch in Lübeck und Umgebung nach der weltlichen Presse in vollem Gange. Sogar die Ministerpräsidenten beteiligen sich am Tauziehen.
Ergebnis: Was im Guten nicht geht, geht auch nicht mit Gewalt.
Dagegen: Gute Zusammenarbeit ist wichtig und wird bereits praktiziert. Keiner wird bedrängt. Wir haben bereits volle Kirchengemeinschaft miteinander. Da gibt es so viele Möglichkeiten diese zu entfalten. Prof. Niemann hat etliches in seinem mecklenburgischen Synodenantrag konkret aufgelistet.
Ganz gleich, wie die Synoden im März entscheiden, ohne einen ganz neuen Anfang intensiven Glaubens- und Gemeindelebens, kommen wir auf beiden Wegen aus der kirchlichen Krise in Ost wie West nicht heraus. Das droht über struktureller Veränderung vergessen zu werden. Man beruhigt sich dann damit, dass ja etwas anders geworden sei. Nur nichts, was der geistlichen Gesundung dient.
Das lässt sich nicht im Großen organisieren. Es fängt bei uns einzelnen an, will in kleinen Gruppen Gestalt gewinnen und wenn Gott es schenkt, sich weiter ausbreiten. Dafür wünschen wir uns die zentralen Helfer vor Ort, die übersichtliche Landeskirche. Eine momentane finanzielle Erleichterung durch Fusion verschleiert nur, wie tief Trägheit die Gemeinden lähmt und hindert die Suche nach geistlichem Neuanfang.
Das bewegt nicht nur mich nach wie vor. Mit brüderlichem Gruß . Ihr Martin Dürr
P.S. Da Sie sich für das lokale Geschehen hier in den vergangenen Jahren interessieren, lege ich Ihnen 2 Veröffentlichungen bei, die Sie mir irgendwann einmal wieder zurücksenden können.
Prebberede gehört als eins von 12 Außendörfern zu unserer Kirchgemeinde Belitz.
Anlagen 1. Heft Im November
2. Heft Quellensammlung Heft 17
Lieber Herr Professor Cornehl!
Vielen Dank für Ihren Brief vom 9.2., der am 14. hier eintraf. Nachdem ich so Ihre Anschrift erfuhr, kann ich Ihnen auch persönlich schreiben. Vielen Dank auch, dass Sie die Auseinandersetzung so sachlich sehen, wie sie ist. Unsere Namen stehen ja nur für verschiedene Wege: Ihrer für Fusion, meiner für gute Zusammenarbeit bei weiter selbständiger Verantwortung.
Der eine Weg wird gegenwärtig vorherrschend organisatorisch beschritten, der andere ist eine geistliche Aufgabe. Das vermissen wir bei den Fusionisten. Da wird nur um Strukturen, Posten, Orte und Gelder verhandelt, aber nicht wie aus der geistlichen Krise unserer Kirchen herausgefunden wird.
Nun sagen Sie: „Es gibt nicht viele Gliedkirchen der EKD, die sich so viel Dezentralisierung, Mitbestimmung, Partizipation leisten wie die NEK, für viele interne Kritiker viel zu viel! Doch das ist eine eben ihrer Stärken.“ Das hört sich freundlich an. Auch Dr. Ahme vom Landeskirchenamt Kiel versprach bei der Anhörung am 15.1.den Kirchenkreisen alle Freiheiten (auf Nachfrage nur nicht die Möglichkeit, später evtl. wieder selbständig zu werden). Doch die Wirklichkeit erleben wir als ein Überstülpen von zentralen Aktionen.
„Die weitgehende Selbständigkeit der Kirchenkreise in Nordelbien, die für die gemeinsame Nordkirche übernommen werden soll, ist jetzt durch ein Urteil des Kirchengerichts in Hamburg eingeschränkt worden.
Die erzwungene Fusion der Kirchenkreise Oldenburg (Holstein) und Eutin ist danach rechtens. Nach Überzeugung des Gerichts darf die Nordelbische Kirche zwei Kirchenkreise zwangsweise fusionieren, wenn damit langfristig finanzielle Einsparungen und eine Qualitätssicherung der Arbeit zu erwarten sind.“ MPKZ Nr.4/ 09 S.2
Solch ein Satz bedeutet, wenn es darauf ankommt, totale Entmündigung der Kirchenkreise.
Ferner, die Umfrage von Pastoren der NEK zur Fusion aus dem Mai 08, wurde wegen des ungewünschten Ergebnisses bis Ende Januar 09 totgeschwiegen. P. Kleine-Herzhorn bekam von einem Mitarbeiter der KL eine Mail: „Wir möchten Sie auffordern, von einer Veröffentlichung abzusehen“. In einem Telefonat wurden Konsequenzen angedroht.-
Das Memorandum „Nordelbien im Umbau“ der Herren Dräger, Kohlwage und anderer erfahrener Leute war nur unter der Hand zu bekommen. Erst jetzt im Januar bequemte sich die „Nordelbische“ unter dem Druck hiesiger Veröffentlichungen z.B. den Protest P.Kleines und der nordelbischen Pastorenvertretung zu veröffentlichen.
Das juristische Gutachten zu Gewerkschaften in der Synode ist bis heute nicht im Druck erschienen.
Wie sieht diese zugesagte Freiheit der Kirchenkreise bei denen aus, die sich vor 30 Jahren bereits zur NEK fusionierten?
„So hat die Synode des neuen nordelbischen Großkirchenkreises Lübeck-Lauenburg gerade einstimmig (!) beschlossen, im Fall einer Nordkirche sich dem Bischofssprengel von Mecklenburg-Vorpommern anzuschließen .“
Noch ist nicht ganz klar, was dies für die Kirchen in MV bedeuten würde. Sicher ist nur, dass sich so der Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg aus der Dominanz Hamburgs befreien will, mit dem er seit kurzem in einem Sprengel vereint ist.“ MPKZ Nr.49/08 S.1. Da wird offenbar viel nur äußerlich zusammengehalten.
So sieht nicht die Freiheit aus, die wir gegenwärtig haben und die Zukunft, die wir uns zum Leben wünschen.
Ich finde richtig, dass Sie die Unterschriften von Ratzeburg nüchtern einschätzen:
„Die Kirchenleitungen haben nach langem Ringen jetzt (zu dem Vertragsentwurf) Ja gesagt. Noch müssen die Synoden zustimmen; das Quorum ist hoch. Aber selbst dann, wenn diese Hürde im März genommen wird, ist das Experiment im Ganzen noch offen. In mancher Hinsicht geht der Einigungsprozess danach erst richtig los. Er wird lange dauern.“
In Ratzeburg meinte man Mecklenburg durch Verlagerung des 3-Länderbischofs nach Schwerin optisch entgegengekommen zu sein. Aber diese gut gemeinte Verlagerung der Gewichte hat lauter neue Gleichgewichtsprobleme geschaffen. In Schwerin sind dann 2 Bischöfe zuständig, der Sprengelbischof Abromeit aus Greifswald und der Oberbischof N.N. (Die Bezeichnung „Landesbischof“ ist unsinnig. Für welches Land denn? Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern sind nach meiner Zählung 3 Länder mit 3 Regierungen). Da beide Bischöfe ähnliche Funktionen nach dem „Vertrag über die Bildung einer Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland“ haben, sind die Probleme vorprogrammiert. (IV.3.2.2; IV.4.2.1; IV.4.3.1) Wer wendet sich an wen? Wozu soll bei aller Sparsamkeit noch diese hierarchische Leiter dienen?
Das Kirchenamt kam nach Kiel. Das spart zwar die gewaltige Investition in Lübeck, aber es trennt den Oberbischof vom Kirchenamt. 4 Stunden Autofahrt müssen jedes Mal von seinem Arbeitspensum vergeudet werden. Wie lange wird das Bestand haben?
In Kiel kann alles weiterlaufen wie bisher. Das ist positiv für den bisherigen Arbeitsablauf, negativ für einen gemeinsamen Neuanfang. Die Stühle sind besetzt. Es brauchen die neuen Provinzen nur angekoppelt zu werden. Ein gemeinsamer völliger Neuanfang steht nicht zur Diskussion. Wir haben ja auch nur 10% der Gemeindeglieder und Synodenstimmen. Das liegt in der Natur der Sache. Das sollte man ehrlich aussprechen. Fusion heißt hier einfach Beitritt, s. Vertragstexte:
-„Zuständigkeiten für alle drei Ebenen regelt ein einheitliches Verwaltungsgesetz, dessen Inhalt sich für die Verwaltung auf Kirchenkreisebene am Kirchenkreisverwaltungsgesetz der NEK …. orientiert. Die gesetzlichen Regelungen haben dem Grundsatz der Wirtschaftlichkeit und Aufgabengerechtigkeit zu folgen.“ (I.2.3.)
-„Ein einheitliches Arbeits- und Dienstrecht wird angestrebt“.(I.3.2) (Wer seine Struktur später durchsetzen kann, steht schon fest, denn Mecklenburg hat nur 11 von 156 Synodenstimmen!)
-„Der Leistungskatalog des Kirchenkreisverwaltungsgesetzes der NEK (I.2.3) beschreibt die Mindestaufgaben einer Kirchenkreisverwaltung.“ (III.6.1)
-Dienste und Werke regelt ein einheitliches Werkegesetz, dessen Inhalt sich am Kirchengesetz über die Organisation der Dienste und Werke der NEK in Hauptbereichen kirchlicher Arbeit orientiert.“ (V.2.5)
-„Das gemeinsame Finanzsystem wird auf der Grundlage des geltenden Finanzsystems der NEK erarbeitet.“ (VI.2.2) Die NEK-Gleise sind eingefahren.
Fusion von so ungleich gewichteten Gruppen heißt einfach Beitritt. Das ist nun einmal so.
Auch unser Sprengelbischof wird nicht im Sprengel, sondern von der Gesamtsynode gewählt, bei der wir nur 11 von 156 Stimmen haben.
Zur drohenden Anonymität: Schon beim Standort Lübeck war die Ferne entmutigend. Kiel ist nun noch ferner. Wenn der Landessuperintendent von Neustrelitz in seinem Kirchenamt etwas zu besprechen hat, dann braucht er 9 Stunden allein für die Reise. Oder ob sich Kieler Beamte zu Reisen mit Überstunden in unser Land aufmachen? Es wird wohl von ihnen alles digital und ohne Ortskenntnis abgewickelt werden.
Enttäuschung und Protest sind jetzt auch in Lübeck und Umgebung nach der weltlichen Presse in vollem Gange. Sogar die Ministerpräsidenten beteiligen sich am Tauziehen.
Ergebnis: Was im Guten nicht geht, geht auch nicht mit Gewalt.
Dagegen: Gute Zusammenarbeit ist wichtig und wird bereits praktiziert. Keiner wird bedrängt. Wir haben bereits volle Kirchengemeinschaft miteinander. Da gibt es so viele Möglichkeiten diese zu entfalten. Prof. Niemann hat etliches in seinem mecklenburgischen Synodenantrag konkret aufgelistet.
Ganz gleich, wie die Synoden im März entscheiden, ohne einen ganz neuen Anfang intensiven Glaubens- und Gemeindelebens, kommen wir auf beiden Wegen aus der kirchlichen Krise in Ost wie West nicht heraus. Das droht über struktureller Veränderung vergessen zu werden. Man beruhigt sich dann damit, dass ja etwas anders geworden sei. Nur nichts, was der geistlichen Gesundung dient.
Das lässt sich nicht im Großen organisieren. Es fängt bei uns einzelnen an, will in kleinen Gruppen Gestalt gewinnen und wenn Gott es schenkt, sich weiter ausbreiten. Dafür wünschen wir uns die zentralen Helfer vor Ort, die übersichtliche Landeskirche. Eine momentane finanzielle Erleichterung durch Fusion verschleiert nur, wie tief Trägheit die Gemeinden lähmt und hindert die Suche nach geistlichem Neuanfang.
Das bewegt nicht nur mich nach wie vor. Mit brüderlichem Gruß . Ihr Martin Dürr
P.S. Da Sie sich für das lokale Geschehen hier in den vergangenen Jahren interessieren, lege ich Ihnen 2 Veröffentlichungen bei, die Sie mir irgendwann einmal wieder zurücksenden können.
Prebberede gehört als eins von 12 Außendörfern zu unserer Kirchgemeinde Belitz.
Anlagen 1. Heft Im November
2. Heft Quellensammlung Heft 17
Erstellt von: Martin Dürr am 23.02.2009 09:04
Antwort
Offener Brief an die Mitglieder der Landessynode der Ev.-Luth. Landes-kirche Mecklenburgs
Liebe Synodale, liebe Schwestern und Brüder! Ende März wird Ihnen der Fusionsvertrag zur Bildung einer Kirche im Norden (Nordkirche) zur Abstimmung vorligen. Der Ver-trag ist das Ergebnis von Verhand-lungen zwischen der Nordelbischen Kirche (NEK), der Pommerschen Evangelischen Kirche (PEK) und der Ev.-Luth. Landeskirche Mecklenburgs (ELLM), die durch den Brief von Bischof Knuth vom 28.02.07 an die PEK und die ELLM ausgelöst worden sind.
Als Mitglieder der Landessynode haben Sie in dieser Sache eine schwerwiegende Entscheidung über die Gestalt unserer Kirche zu tref-fen. Mit diesem Brief möchten wir Sie, liebe Synodale, im Blick auf die Beschlussvorlage "Fusions-vertrag" darauf aufmerksam machen, dass viele Menschen in unserer Landeskirche eine Nordkirche nicht befürworten. Wenigen haben sich bisher öffentlich zu Wort gemeldet. Einige haben Entschließungen unter-schrieben. Andere sind still geblie-ben, weil sie der seit Jahren andau-ernden Strukturdebatten und
-veränderungen allein in unserer Landeskirche überdrüssig sind. Wir haben den Eindruck, dass hinsicht-lich einer Nordkirche , obwohl noch nichts entschieden ist, in kirchen-leitenden Gremien schon von ihr als einer Realität ausgegangen wird. Die Entscheidung aber treffen Sie nach bestem Wissen und Gewissen.
Vorbehalte gegenüber einer Nord-kirche resultieren nicht daraus, dass Kritiker rückwärtsgewandt sind. Es geht auch nicht darum, dass man sich nicht mehr bewegen will. Das Bild von einer möglichen gemeinsamen Kirche im Norden ist nicht klar genug. Die Ergebnisse der über zwei Jahre geführten Verhandlungen überzeugen nicht so, dass ihnen mit gutem Gewissen zugestimmt werden kann. Viele nicht unerhebliche Fragen, über die vor einem Beschluss über den Fusions-vertrag Entscheidungen vorliegen müssten (z.B. Standort des Kirchenamtes, arbeitsrechtliche Regelungen, Fragen nach der Besoldung und Vergütung), sind bezüglich einer Klärung nach hinten verschoben und darum offen. Auf die-sem Hintergrund ist es uns wichtig, herauszustellen, dass unsere Lan-deskirche uns Heimat, zweckmäßiger und übersichtlicher Raum für die Arbeit von Kirche in der Gemein-schaft der Dienste in unserem Land mit dem ihm eigenen Zuschnitt, wie er auch zwanzig Jahre nach der Wie-dervereinigung wahrgenommen wird, ist. Insgesamt ist bisher nicht erkennbar, dass eine Nordkirche unserer kirchlichen Arbeit wirklich nützt.
Eine Nordkirche soll unter vorran-gig finanziellen Aspekten den Be-stand längerfristig sichern helfen. Wir fragen, ob wir Kirche Jesu Christi nur mit einer vielverspre-chenden, aber doch nicht wirklich auszuweisendne materiellen Grund-ausstattung, sein können. Wir fra-gen, ob das Bemühen um Absicherung im beschriebenen Sinn herausgehobe-ner Beweggrund und Ziel der Anstren-gungen hinsichtlich des Weges von Kirche für morgen und übermorgen sein kann.
Seit 1990 haben sich die Lebens- und Arbeitsbedingungen innerhalb der ELLM unter den Bedingungen der freiheitlich-demokraitschen Grund-ordnung ungemein verändert. Kirch-liches Leben hat sich entfalten können, es ist vielfältiger und moderner geworden. Horizonte haben sich erweitern können. Andererseits muss man zur Kenntnis nehmen, dass wir nicht wirklich innerlich ge-festigter und überzeugender gewor-den isnd. Menschen, auf die wir zu-gehen und die wir gewinnen möchten, sind weiter unentschlossen oder gehen deutlich auf Abstand. Viele sehen unsere Kirche als Teil der reichen und gut situierten Welt und nicht als deren Gegenüber. Die Ten-denz dieser Art Entfremdung dürfte sich, das ist unsere Sorge, in einer Nordkirche verstärken, weil es nicht gelingen wird, ausreichend Eigenens wirklich in sie mit hinein nehmen und es noch weiterentwickeln zu können. "Wird eine Fusion die Voraussetzungen zur Verkündigung des Evangeliums in Ortsgemeinden, abrert auch auf übergemeindlichen Ebenen stärken oder nicht?" (Zitat Landesbischof von Maltzahn) Diese Frage ist aus unserer Sicht bisher in unterschiedlichen Papieren, Foren usw. nicht positiv beantwortet worden. Es ist noch zuviel offen. Wie man zur Kenntnis nimmt, dass die "innere Einheit" in Deutschland noch nicht gelungen ist, so muss man anerkennen, dass wir in den drei Kirchen voneinander noch längst nicht genug wissen. Die Zeit zur einer Fusion ist noch nicht reif. Alle Ungeduld auf dem Weg zu größeren und eines Tages durchaus auch notwendiger institu-tionalisierter Gemeinsamkeit der drei Kirchen im Norden schadet jetzt mehr, als dass sie der Erfül-lung unseres Auftrags dient. Wir meinen, dass die Anstrengungen darauf gerichtet werden müssen, weitere Möglichkeiten der Zusammen-arbeit zu erkunden und zu gestalten unter der Voraussetzungen der sich nicht erst seit gestern abzeichnen-den Veränderungen, geistiger, geist-licher und materieller Grundbedin-gungen. In diesen Dingen sind wir hierzulande gefordert. Die finan-ziellen Rahmenbedinungen dafür sind dankenswerterweise durch die EKD gegeben. Darum sollten wir zu die-sem Zeitpunkt weniger über die Bil-dung einer gemeinsamen Großkirche nachdenken, dafür mehr über die Möglichkeit kirchlicher Arbeit für den Fall, dass in absehbarer Zeit unsere Mittel weniger werden. Gott gebe, dass wir das noch können.
Liebe Synodale, Schwestern und Brü-der, Sie haben mit der Entscheidung über den Fusionsvertrag nicht über ein Projekt zu entscheiden, worin es darum geht, unter betriebswirt-schaftlichen Bedingungen zu sehen, mit welchen Partnern unsere Kirche am günstigsten voranzubringen und im besten Falle doch auch nur mittelfristig gesichert werden kann. Treffen Sie Ihre Entscheidung nach bestem Wissen und Gewissen unter der Frage, wie wir in der ELLM als Kirche gemäß Matthäus 28,18-20 mit all denen in unserem Land gestalten können, zu denen wir gesandt sind.
In der Verbundenheit gemeinsamen Dienstes und gemeinsamer Verantwortung und mit der Bitte um Gottes Segen für ihre Entscheidung grüßen Sie
Martin Beste (Pastor in Tessin) und
Jochen Meyer-Bothling (Ev.Seelsorger f.d. Bundeswehr/Schwerin)
Tessin/Diedrichshagen, 19. Februar 2009
------------------------------------
Mitunterzeichner sind 14 Pastorinnen
und Pastoren und 54 Frauen und Männer aus mecklenburgischen Kirch-gemeinden.
------------------------------------
Eine (nicht mitgezeichnete) Ergän-zung zum Offenen Brief hat folgen-den Wortlaut:
Am Donnerstag, d. 5. Februar 2009, sind in Ratzeburg durch die Be-schlüsse der Kirchenleitungen über
Veränderungen im Fusionsvertrag, wie er den Synoden Ende März zur Beratung und Abstimmung vorgelegt werden soll, neue Bedingungen geschaffen worden. Schwerin soll Dienstsitz des Leitenden Bischofs für eine Nordkirche werden. Das verspricht neben der Sicherung von Mitarbeiterstellen in Schwerin der Landesregierung ein angemessenes Gegenüber. Die Kirchenleitung verbleibt in Kiel. Andere Probleme, wie das des 2. oder 3. Weges sind vertagt. Mit den neu geschaffenen Bedingungen sind die grundsätzli-chen Fragen, die wir in unserem Brief vom 19. Februar hinsichtlich einer Nordkirche stellen, nicht im Geringsten beantwortet bzw. ausge-räumt. Einem goldenen Knauf gleich haben wir eine Verzierung abbekom-men, damit die Kritiker des Vorha-bens nicht weiter den Vorwurf er-heben können, Mecklenburg würde im großen Ganzen verloren gehen und sein Gesicht verlieren.
Wir bitten Sie, liebe Schwestern und Brüder, mitwachem Gewissen die Entwicklungen zu bedenken und in der Auseinandersetzung mit diesen Ihre Entscheidung zu treffen. Dass nun der Vorschlag auf dem Tisch liegt, den Sitz der Kirchenleitung und des Leitenden Bischofs räumlich so voneinander zu trennen, zeugt davon, wie unausgewogen und unfer-tig das ist, was seit zwei Jahren zum Thema Nordkirche angeboten wird. Für Mecklenburg ist durch die Entscheidung der Kirchenlietungen bei ihrem Ratzeburger Treffen nichts erreicht. Darum bitten wir mit Nachdruck, die unseren Auftrag betreffenden Fragestellungen im Blick zu behalten.
Martin Beste und
Jochen Meyer-Bothling 19.02.2009
Liebe Synodale, liebe Schwestern und Brüder! Ende März wird Ihnen der Fusionsvertrag zur Bildung einer Kirche im Norden (Nordkirche) zur Abstimmung vorligen. Der Ver-trag ist das Ergebnis von Verhand-lungen zwischen der Nordelbischen Kirche (NEK), der Pommerschen Evangelischen Kirche (PEK) und der Ev.-Luth. Landeskirche Mecklenburgs (ELLM), die durch den Brief von Bischof Knuth vom 28.02.07 an die PEK und die ELLM ausgelöst worden sind.
Als Mitglieder der Landessynode haben Sie in dieser Sache eine schwerwiegende Entscheidung über die Gestalt unserer Kirche zu tref-fen. Mit diesem Brief möchten wir Sie, liebe Synodale, im Blick auf die Beschlussvorlage "Fusions-vertrag" darauf aufmerksam machen, dass viele Menschen in unserer Landeskirche eine Nordkirche nicht befürworten. Wenigen haben sich bisher öffentlich zu Wort gemeldet. Einige haben Entschließungen unter-schrieben. Andere sind still geblie-ben, weil sie der seit Jahren andau-ernden Strukturdebatten und
-veränderungen allein in unserer Landeskirche überdrüssig sind. Wir haben den Eindruck, dass hinsicht-lich einer Nordkirche , obwohl noch nichts entschieden ist, in kirchen-leitenden Gremien schon von ihr als einer Realität ausgegangen wird. Die Entscheidung aber treffen Sie nach bestem Wissen und Gewissen.
Vorbehalte gegenüber einer Nord-kirche resultieren nicht daraus, dass Kritiker rückwärtsgewandt sind. Es geht auch nicht darum, dass man sich nicht mehr bewegen will. Das Bild von einer möglichen gemeinsamen Kirche im Norden ist nicht klar genug. Die Ergebnisse der über zwei Jahre geführten Verhandlungen überzeugen nicht so, dass ihnen mit gutem Gewissen zugestimmt werden kann. Viele nicht unerhebliche Fragen, über die vor einem Beschluss über den Fusions-vertrag Entscheidungen vorliegen müssten (z.B. Standort des Kirchenamtes, arbeitsrechtliche Regelungen, Fragen nach der Besoldung und Vergütung), sind bezüglich einer Klärung nach hinten verschoben und darum offen. Auf die-sem Hintergrund ist es uns wichtig, herauszustellen, dass unsere Lan-deskirche uns Heimat, zweckmäßiger und übersichtlicher Raum für die Arbeit von Kirche in der Gemein-schaft der Dienste in unserem Land mit dem ihm eigenen Zuschnitt, wie er auch zwanzig Jahre nach der Wie-dervereinigung wahrgenommen wird, ist. Insgesamt ist bisher nicht erkennbar, dass eine Nordkirche unserer kirchlichen Arbeit wirklich nützt.
Eine Nordkirche soll unter vorran-gig finanziellen Aspekten den Be-stand längerfristig sichern helfen. Wir fragen, ob wir Kirche Jesu Christi nur mit einer vielverspre-chenden, aber doch nicht wirklich auszuweisendne materiellen Grund-ausstattung, sein können. Wir fra-gen, ob das Bemühen um Absicherung im beschriebenen Sinn herausgehobe-ner Beweggrund und Ziel der Anstren-gungen hinsichtlich des Weges von Kirche für morgen und übermorgen sein kann.
Seit 1990 haben sich die Lebens- und Arbeitsbedingungen innerhalb der ELLM unter den Bedingungen der freiheitlich-demokraitschen Grund-ordnung ungemein verändert. Kirch-liches Leben hat sich entfalten können, es ist vielfältiger und moderner geworden. Horizonte haben sich erweitern können. Andererseits muss man zur Kenntnis nehmen, dass wir nicht wirklich innerlich ge-festigter und überzeugender gewor-den isnd. Menschen, auf die wir zu-gehen und die wir gewinnen möchten, sind weiter unentschlossen oder gehen deutlich auf Abstand. Viele sehen unsere Kirche als Teil der reichen und gut situierten Welt und nicht als deren Gegenüber. Die Ten-denz dieser Art Entfremdung dürfte sich, das ist unsere Sorge, in einer Nordkirche verstärken, weil es nicht gelingen wird, ausreichend Eigenens wirklich in sie mit hinein nehmen und es noch weiterentwickeln zu können. "Wird eine Fusion die Voraussetzungen zur Verkündigung des Evangeliums in Ortsgemeinden, abrert auch auf übergemeindlichen Ebenen stärken oder nicht?" (Zitat Landesbischof von Maltzahn) Diese Frage ist aus unserer Sicht bisher in unterschiedlichen Papieren, Foren usw. nicht positiv beantwortet worden. Es ist noch zuviel offen. Wie man zur Kenntnis nimmt, dass die "innere Einheit" in Deutschland noch nicht gelungen ist, so muss man anerkennen, dass wir in den drei Kirchen voneinander noch längst nicht genug wissen. Die Zeit zur einer Fusion ist noch nicht reif. Alle Ungeduld auf dem Weg zu größeren und eines Tages durchaus auch notwendiger institu-tionalisierter Gemeinsamkeit der drei Kirchen im Norden schadet jetzt mehr, als dass sie der Erfül-lung unseres Auftrags dient. Wir meinen, dass die Anstrengungen darauf gerichtet werden müssen, weitere Möglichkeiten der Zusammen-arbeit zu erkunden und zu gestalten unter der Voraussetzungen der sich nicht erst seit gestern abzeichnen-den Veränderungen, geistiger, geist-licher und materieller Grundbedin-gungen. In diesen Dingen sind wir hierzulande gefordert. Die finan-ziellen Rahmenbedinungen dafür sind dankenswerterweise durch die EKD gegeben. Darum sollten wir zu die-sem Zeitpunkt weniger über die Bil-dung einer gemeinsamen Großkirche nachdenken, dafür mehr über die Möglichkeit kirchlicher Arbeit für den Fall, dass in absehbarer Zeit unsere Mittel weniger werden. Gott gebe, dass wir das noch können.
Liebe Synodale, Schwestern und Brü-der, Sie haben mit der Entscheidung über den Fusionsvertrag nicht über ein Projekt zu entscheiden, worin es darum geht, unter betriebswirt-schaftlichen Bedingungen zu sehen, mit welchen Partnern unsere Kirche am günstigsten voranzubringen und im besten Falle doch auch nur mittelfristig gesichert werden kann. Treffen Sie Ihre Entscheidung nach bestem Wissen und Gewissen unter der Frage, wie wir in der ELLM als Kirche gemäß Matthäus 28,18-20 mit all denen in unserem Land gestalten können, zu denen wir gesandt sind.
In der Verbundenheit gemeinsamen Dienstes und gemeinsamer Verantwortung und mit der Bitte um Gottes Segen für ihre Entscheidung grüßen Sie
Martin Beste (Pastor in Tessin) und
Jochen Meyer-Bothling (Ev.Seelsorger f.d. Bundeswehr/Schwerin)
Tessin/Diedrichshagen, 19. Februar 2009
------------------------------------
Mitunterzeichner sind 14 Pastorinnen
und Pastoren und 54 Frauen und Männer aus mecklenburgischen Kirch-gemeinden.
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Eine (nicht mitgezeichnete) Ergän-zung zum Offenen Brief hat folgen-den Wortlaut:
Am Donnerstag, d. 5. Februar 2009, sind in Ratzeburg durch die Be-schlüsse der Kirchenleitungen über
Veränderungen im Fusionsvertrag, wie er den Synoden Ende März zur Beratung und Abstimmung vorgelegt werden soll, neue Bedingungen geschaffen worden. Schwerin soll Dienstsitz des Leitenden Bischofs für eine Nordkirche werden. Das verspricht neben der Sicherung von Mitarbeiterstellen in Schwerin der Landesregierung ein angemessenes Gegenüber. Die Kirchenleitung verbleibt in Kiel. Andere Probleme, wie das des 2. oder 3. Weges sind vertagt. Mit den neu geschaffenen Bedingungen sind die grundsätzli-chen Fragen, die wir in unserem Brief vom 19. Februar hinsichtlich einer Nordkirche stellen, nicht im Geringsten beantwortet bzw. ausge-räumt. Einem goldenen Knauf gleich haben wir eine Verzierung abbekom-men, damit die Kritiker des Vorha-bens nicht weiter den Vorwurf er-heben können, Mecklenburg würde im großen Ganzen verloren gehen und sein Gesicht verlieren.
Wir bitten Sie, liebe Schwestern und Brüder, mitwachem Gewissen die Entwicklungen zu bedenken und in der Auseinandersetzung mit diesen Ihre Entscheidung zu treffen. Dass nun der Vorschlag auf dem Tisch liegt, den Sitz der Kirchenleitung und des Leitenden Bischofs räumlich so voneinander zu trennen, zeugt davon, wie unausgewogen und unfer-tig das ist, was seit zwei Jahren zum Thema Nordkirche angeboten wird. Für Mecklenburg ist durch die Entscheidung der Kirchenlietungen bei ihrem Ratzeburger Treffen nichts erreicht. Darum bitten wir mit Nachdruck, die unseren Auftrag betreffenden Fragestellungen im Blick zu behalten.
Martin Beste und
Jochen Meyer-Bothling 19.02.2009
Erstellt von: Jochen Meyer-Bothling am 20.02.2009 17:51
Antwort
Lieber Herr Pastor Dürr!
Lange habe ich gezögert, ob ich auf Ihren Offenen Brief im „SOS-Ruf Nr.1“, der mich erst auf Umwegen erreicht hat, antworten sollte. Gerne hätte ich ihn direkt bekommen. So weiß ich nicht einmal , ob Sie mit mir tatsächlich persönlichen Kontakt aufnehmen möchten. Aber da Sie mit „Lieber Herr Professor Cornehl“ beginnen und „mit brüderlichem Gruß“ schließen, will ich Ihnen nun doch antworten. Inzwischen ist in der Sache eine wichtige Weichenstellung erfolgt. Die Kirchenleitungen haben den Vertrag unterzeichnet, und zwar mit deutlicher Mehrheit. Damit sind die Aussichten gestiegen, dass im März auch die Synoden positiv votieren werden.
Ich hatte geschrieben: „Die Nordkirche ist das größte ekklesiologische Experiment des deut-schen Protestantismus in dieser Zeit.“ Das mag überzogen klingen, aber ist es wirklich übertrieben? Die leidenschaftlichen Debatten der letzten Wochen und das lebhafte Echo in der weltlichen Presse, in den Kirchenzeitungen und im Internet haben gezeigt, wie viel auf dem Spiel steht. Und auch Ihr Schreiben bestätigt, dass hier viel Herzblut fließt. Ich war in der letzten Woche in einigen Pastorenkonventen und Gemeinden und habe da manchen Frust, eine Menge Skepsis und wenig Begeisterung gespürt. Umso erstaunlicher jetzt die erreichten Kompromisse und die recht klare Entscheidung.
Zu den kontroversen Streitpunkten im Einzelnen habe ich mich bewusst nicht geäußert und werde das auch jetzt nicht tun. Dazu fehlt mir die Kompetenz. Die beteiligten Partnerkirchen müssen zu Ergebnissen kommen, die von allen insgesamt als fair und sachlich angemessen beurteilt werden. Das betrifft die Fragen nach Standorten, Leitungsstrukturen, Dienstrecht, Besoldung, Finanzen. Kompromisse, teilweise schmerzhafte Kompromisse, sind nötig. Alle müssen Abstriche machen und entscheiden, ob das Ergebnis für sie tragbar ist, ohne dass die eigene Identität preisgegeben wird. Die Kirchenleitungen haben nach langem Ringen jetzt Ja gesagt. Noch müssen die Synoden zustimmen; das Quorum ist hoch. Aber selbst dann, wenn diese Hürde im März genommen wird, ist das Experiment im Ganzen noch offen. In mancher Hinsicht geht der Einigungsprozess danach erst richtig los. Er wird lange dauern. Meines Erachtens wird entscheidend sein, ob und wie sich die größere Kirche den Herausforderungen stellt, die auf uns alle zukommen. Und das sind neben den organisatorischen vor allem theologische und geistliche Herausforderungen. Ich habe versucht, anzudeuten, worum es dabei inhaltlich geht. Das war der Sinn des kleinen Aufgabenkatalogs, den ich in Aufnahme der Vorschläge, die Bischöfin Wartenberg-Potter und die Steuerungsgruppe im Herbst vorgelegt haben, skizziert habe. Es wird entscheidend sein, ob und wie Kirchen und Gemeinden, aber auch die Theologischen Fakultäten sich diesen Herausforderungen stellen werden. Das kann nur gemeinsam geschehen. Viel wird auf den Geist ankommen, in dem wir diese Aufgaben anpacken, ob im Prozess das gegenseitige Vertrauen und das Vertrauen in die Sache wachsen oder ob Ängstlichkeit, Misstrauen, Vorbehalte stärker sind. Dafür tragen wir alle eine Mitverantwortung.
Nach meiner Überzeugung gibt es für die gemeinsame „Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland“ eine tragfähige reformatorische Basis. Auch deshalb, weil wir alle „Bugen-hagens Kinder“ sind. Ich bleibe dabei: Bugenhagen ist darin Vorbild, dass und wie er in sei-nen Kirchenordnungen lokale Konkretion und gesamtkirchliche Weite verbunden hat. In der Tat sind seine Ordnungen auf die individuellen Verhältnisse der Gemeinden vor Ort bezogen; da stimme ich Ihnen zu. Aber genauso wichtig ist, dass der Reformator nicht nur die Belange der Kirchengemeinden, sondern ebenso die enormen sozialen Probleme in dem jeweiligen Gemeinwesen im Blick hatte (also neben Gottesdienst und Verkündigung auch Schule, Bildung, Armenwesen, Diakonie). Im Übrigen sind Bugenhagens Kirchenordnungen sich im Grundsätzlichen recht ähnlich. Das zeigt, dass er großräumig und in weiten Horizonten ge-dacht und kirchlich geplant hat. Natürlich auf die konkreten gesellschaftlichen Einheiten bezogen, also auf Reichsstädte und Territorien, wie sie nun einmal politisch vorgegeben waren. Ich meine, daraus lässt sich ableiten, dass auch heute zukunftsfähige Kirchengebilde einen Zuschnitt haben sollten, der sie in die Lage versetzt, nicht nur um sich selbst zu kreisen, sondern, soweit möglich, auch für die Probleme des Landes und seiner Menschen Mitverantwortung zu übernehmen. Eines dieser Probleme ist, zwanzig Jahre nach dem Fall der Mauer, die – wie wir leidvoll erfahren – immer noch nicht wirklich vollzogene innere Einheit. Hier kann eine gemeinsame evangelische Kirche im Norden hoffentlich mehr Beiträge leisten als das bisher möglich war.
Sie haben mit Ihren Freunden einen SOS-Notruf gestartet. Ihr Brief klingt aber weniger wie ein Hilferuf als wie eine Attacke angriffslustiger Piraten. Es den Pfeffersäcken in Hamburg und einem ignoranten Emeritus mal ordentlich zu geben, ist ein prima Motiv. Aber Feindbil-der sollten auch stimmen, wenigstens ein bisschen. Leider stimmt hier wenig. Das Nordkir-chen-Leitbild ist nicht die „gigantische Fusion“, nicht ein „kirchliches Imperium“, in dem Bürokratie, „Gigantismus, Zentralismus, Management“ herrschen. Wer die Nordelbische Kir-che, ihre Verfassung und ihre Geschichte (einschließlich der anstrengenden Reformprozesse der letzten Jahre) einigermaßen kennt, wird über solche Karikaturen nur den Kopf schütteln. Es gibt nicht viele Gliedkirchen der EKD, die sich so viel Dezentralisierung, Mitbestimmung, Partizipation leisten wie die NEK, für viele interne Kritiker viel zu viel! Doch eben das ist eine ihrer Stärken. Davon wird auch die künftige Nordkirche, die in jedem Fall ein plurales Gebilde mit großen Unterschieden, mit starken Kirchenkreisen und einer starken Basis sein wird, profitieren können.
Das Jahr 2009 soll ein „Jahr der Begegnung“ werden. Das ist nötig. Und offenbar schwieriger als gedacht. Wenn ich selbst (im Anschluss an Joachim Gauck) mit den knappen Bemerkungen zu den unterschiedlichen kirchlichen und politischen Kulturen in Ost und West dazu beigetragen habe, allzu einfache „Klischees“ zu verbreiten, tut es mir Leid. Wir brauchen viel Zeit, um mit Respekt, aber auch ohne falsche Rücksicht, offen und ehrlich uns von dem zu erzählen, was wir in den letzten fünfzig Jahren erlebt haben (und wo wir in noch größerer historischer Perspektive herkommen). Das gilt für beide Seiten. Die Erinnerung an die Ereignisse des Wendejahres 1989/90, die den Kirchen in den kommenden Monaten beachtliche mediale Aufmerksamkeit bescheren wird, sollten wir nutzen, um selbst kritische Erinnerungsarbeit zu leisten. Jeder hat eigene Erinnerungen an jene Zeit (und vielleicht auch noch eigene Dokumente an lokale Friedensgebete, Demonstrationen, Aufrufe, Protokolle Runder Tische u.ä., die vor dem Vergessen gerettet werden sollten). Mich würde z.B. sehr interessieren, von Ihnen zu hören, wie es in Ihrer Gemeinde und in den Gemeinden Ihrer Freunde war, wann die Enttäuschungen einsetzten.
Ich glaube, in solchem Austausch (der gegenseitig sein sollte) liegt auch eine Chance für das Gespräch zwischen den Generationen (und den unterschiedlichen theologisch-kirchlichen ‚Lagern’). Wir haben deshalb angeregt, von diesem Sommer an regelmäßig Treffen auf der Ebene der Studierenden der vier Theologischen Fakultäten Kiel, Hamburg, Rostock und Greifswald zu veranstalten, wo Erzählrunden und die Arbeit an wichtigen theologischen Sachthemen sich ergänzen sollten. Ich hoffe, dass es dazu kommt!
Nebenbei: Dass auch die „Symbolkirchen“ im Ostseeraum spannendes Material für kritisch-selbstkritische Erinnerungsarbeit liefern, hat das in meinem Artikel erwähnte Forschungspro-jekt der Hamburger „Arbeitsstelle Kirche und Stadt“ gezeigt. Die Lektüre des Buches, das jetzt vorliegt, sei Ihnen nochmals empfohlen („Wie roter Bernstein. Backsteinkirchen von Kiel bis Kaliningrad. Ihre Kraft in Zeiten religiöser und politischer Umbrüche“, hg. von Wolfgang Grünberg und Alexander Höner, Hamburg 2008). Die Schattenseiten der „großen“ Backsteinkirchbauten, die Sie mit Recht, aber auch recht einseitig hervorheben, werden darin wahrlich nicht verschwiegen!
Damit bin ich bei den kulturellen Aspekten, die im Umfeld der „Nordkirche“ ein aufschluss-reiches Thema werden könnten. Neben Bugenhagen und den Backsteinkirchen habe ich Bar-lach genannt und – zugegeben scherzhaft – auch „Plattdeutsch, Bier und Fisch“ hinzugefügt. Das „begründet“ nicht die Fusion (wahrlich nicht!), aber es zeigt, dass es eine Menge gemein-samer Schätze gibt, die uns verbinden und die wir kennen und schätzen lernen sollten. In die-ser Hinsicht tut sich einiges. Die Rostocker Fakultät hat z.B. im letzten Winter ein Symposion mit interessanten Vorträgen und szenischen Lesungen aus Ernst Barlachs Dramen veranstal-tet. Das nordelbisch-pommersche Pastoralkolleg in Ratzeburg macht eine Tagung über Uwe Johnson. In Rostock gab es Kempowski-Tage (mit kirchlicher Beteiligung?). Greifswald und Hamburg pflegen das Erbe von Caspar David Friedrich – all das ist voller theologischer Be-züge! Dass in meiner Liste der anstehenden Aufgaben das (keineswegs nur „nette“, sondern immer auch spannungsreiche, konfliktträchtige) Verhältnis von „Evangelium und Kultur“ auftaucht, hat offenbar Ihren besonderen Zorn erregt. Sie kennen mich nicht, aber sie wittern hier „moderne billige Gnade“ und assoziieren im Plädoyer für die Nordkirche: „Am nordi-schen Wesen wird die Welt genesen“. Mit welchem Recht eigentlich? Ich finde, Sie haben sich da gegen Ende in eine Rage hinein gesteigert, die ruhige Gespräche, auch Streitgesprä-che, schwer machen. Sollten nicht Ruheständler (die Sie und ich beide sind) etwas gelassener, um nicht zu sagen „brüderlicher“ mit einander umgehen? Ich spüre in Ihrem Brief viel Bitter-keit. Das produziert Missverständnisse. Lassen Sie uns offen mit einander reden. Ich wäre daran interessiert und dazu bereit.
In diesem Sinne grüße ich Sie trotz allem herzlich!
Ihr
Peter Cornehl
Lange habe ich gezögert, ob ich auf Ihren Offenen Brief im „SOS-Ruf Nr.1“, der mich erst auf Umwegen erreicht hat, antworten sollte. Gerne hätte ich ihn direkt bekommen. So weiß ich nicht einmal , ob Sie mit mir tatsächlich persönlichen Kontakt aufnehmen möchten. Aber da Sie mit „Lieber Herr Professor Cornehl“ beginnen und „mit brüderlichem Gruß“ schließen, will ich Ihnen nun doch antworten. Inzwischen ist in der Sache eine wichtige Weichenstellung erfolgt. Die Kirchenleitungen haben den Vertrag unterzeichnet, und zwar mit deutlicher Mehrheit. Damit sind die Aussichten gestiegen, dass im März auch die Synoden positiv votieren werden.
Ich hatte geschrieben: „Die Nordkirche ist das größte ekklesiologische Experiment des deut-schen Protestantismus in dieser Zeit.“ Das mag überzogen klingen, aber ist es wirklich übertrieben? Die leidenschaftlichen Debatten der letzten Wochen und das lebhafte Echo in der weltlichen Presse, in den Kirchenzeitungen und im Internet haben gezeigt, wie viel auf dem Spiel steht. Und auch Ihr Schreiben bestätigt, dass hier viel Herzblut fließt. Ich war in der letzten Woche in einigen Pastorenkonventen und Gemeinden und habe da manchen Frust, eine Menge Skepsis und wenig Begeisterung gespürt. Umso erstaunlicher jetzt die erreichten Kompromisse und die recht klare Entscheidung.
Zu den kontroversen Streitpunkten im Einzelnen habe ich mich bewusst nicht geäußert und werde das auch jetzt nicht tun. Dazu fehlt mir die Kompetenz. Die beteiligten Partnerkirchen müssen zu Ergebnissen kommen, die von allen insgesamt als fair und sachlich angemessen beurteilt werden. Das betrifft die Fragen nach Standorten, Leitungsstrukturen, Dienstrecht, Besoldung, Finanzen. Kompromisse, teilweise schmerzhafte Kompromisse, sind nötig. Alle müssen Abstriche machen und entscheiden, ob das Ergebnis für sie tragbar ist, ohne dass die eigene Identität preisgegeben wird. Die Kirchenleitungen haben nach langem Ringen jetzt Ja gesagt. Noch müssen die Synoden zustimmen; das Quorum ist hoch. Aber selbst dann, wenn diese Hürde im März genommen wird, ist das Experiment im Ganzen noch offen. In mancher Hinsicht geht der Einigungsprozess danach erst richtig los. Er wird lange dauern. Meines Erachtens wird entscheidend sein, ob und wie sich die größere Kirche den Herausforderungen stellt, die auf uns alle zukommen. Und das sind neben den organisatorischen vor allem theologische und geistliche Herausforderungen. Ich habe versucht, anzudeuten, worum es dabei inhaltlich geht. Das war der Sinn des kleinen Aufgabenkatalogs, den ich in Aufnahme der Vorschläge, die Bischöfin Wartenberg-Potter und die Steuerungsgruppe im Herbst vorgelegt haben, skizziert habe. Es wird entscheidend sein, ob und wie Kirchen und Gemeinden, aber auch die Theologischen Fakultäten sich diesen Herausforderungen stellen werden. Das kann nur gemeinsam geschehen. Viel wird auf den Geist ankommen, in dem wir diese Aufgaben anpacken, ob im Prozess das gegenseitige Vertrauen und das Vertrauen in die Sache wachsen oder ob Ängstlichkeit, Misstrauen, Vorbehalte stärker sind. Dafür tragen wir alle eine Mitverantwortung.
Nach meiner Überzeugung gibt es für die gemeinsame „Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland“ eine tragfähige reformatorische Basis. Auch deshalb, weil wir alle „Bugen-hagens Kinder“ sind. Ich bleibe dabei: Bugenhagen ist darin Vorbild, dass und wie er in sei-nen Kirchenordnungen lokale Konkretion und gesamtkirchliche Weite verbunden hat. In der Tat sind seine Ordnungen auf die individuellen Verhältnisse der Gemeinden vor Ort bezogen; da stimme ich Ihnen zu. Aber genauso wichtig ist, dass der Reformator nicht nur die Belange der Kirchengemeinden, sondern ebenso die enormen sozialen Probleme in dem jeweiligen Gemeinwesen im Blick hatte (also neben Gottesdienst und Verkündigung auch Schule, Bildung, Armenwesen, Diakonie). Im Übrigen sind Bugenhagens Kirchenordnungen sich im Grundsätzlichen recht ähnlich. Das zeigt, dass er großräumig und in weiten Horizonten ge-dacht und kirchlich geplant hat. Natürlich auf die konkreten gesellschaftlichen Einheiten bezogen, also auf Reichsstädte und Territorien, wie sie nun einmal politisch vorgegeben waren. Ich meine, daraus lässt sich ableiten, dass auch heute zukunftsfähige Kirchengebilde einen Zuschnitt haben sollten, der sie in die Lage versetzt, nicht nur um sich selbst zu kreisen, sondern, soweit möglich, auch für die Probleme des Landes und seiner Menschen Mitverantwortung zu übernehmen. Eines dieser Probleme ist, zwanzig Jahre nach dem Fall der Mauer, die – wie wir leidvoll erfahren – immer noch nicht wirklich vollzogene innere Einheit. Hier kann eine gemeinsame evangelische Kirche im Norden hoffentlich mehr Beiträge leisten als das bisher möglich war.
Sie haben mit Ihren Freunden einen SOS-Notruf gestartet. Ihr Brief klingt aber weniger wie ein Hilferuf als wie eine Attacke angriffslustiger Piraten. Es den Pfeffersäcken in Hamburg und einem ignoranten Emeritus mal ordentlich zu geben, ist ein prima Motiv. Aber Feindbil-der sollten auch stimmen, wenigstens ein bisschen. Leider stimmt hier wenig. Das Nordkir-chen-Leitbild ist nicht die „gigantische Fusion“, nicht ein „kirchliches Imperium“, in dem Bürokratie, „Gigantismus, Zentralismus, Management“ herrschen. Wer die Nordelbische Kir-che, ihre Verfassung und ihre Geschichte (einschließlich der anstrengenden Reformprozesse der letzten Jahre) einigermaßen kennt, wird über solche Karikaturen nur den Kopf schütteln. Es gibt nicht viele Gliedkirchen der EKD, die sich so viel Dezentralisierung, Mitbestimmung, Partizipation leisten wie die NEK, für viele interne Kritiker viel zu viel! Doch eben das ist eine ihrer Stärken. Davon wird auch die künftige Nordkirche, die in jedem Fall ein plurales Gebilde mit großen Unterschieden, mit starken Kirchenkreisen und einer starken Basis sein wird, profitieren können.
Das Jahr 2009 soll ein „Jahr der Begegnung“ werden. Das ist nötig. Und offenbar schwieriger als gedacht. Wenn ich selbst (im Anschluss an Joachim Gauck) mit den knappen Bemerkungen zu den unterschiedlichen kirchlichen und politischen Kulturen in Ost und West dazu beigetragen habe, allzu einfache „Klischees“ zu verbreiten, tut es mir Leid. Wir brauchen viel Zeit, um mit Respekt, aber auch ohne falsche Rücksicht, offen und ehrlich uns von dem zu erzählen, was wir in den letzten fünfzig Jahren erlebt haben (und wo wir in noch größerer historischer Perspektive herkommen). Das gilt für beide Seiten. Die Erinnerung an die Ereignisse des Wendejahres 1989/90, die den Kirchen in den kommenden Monaten beachtliche mediale Aufmerksamkeit bescheren wird, sollten wir nutzen, um selbst kritische Erinnerungsarbeit zu leisten. Jeder hat eigene Erinnerungen an jene Zeit (und vielleicht auch noch eigene Dokumente an lokale Friedensgebete, Demonstrationen, Aufrufe, Protokolle Runder Tische u.ä., die vor dem Vergessen gerettet werden sollten). Mich würde z.B. sehr interessieren, von Ihnen zu hören, wie es in Ihrer Gemeinde und in den Gemeinden Ihrer Freunde war, wann die Enttäuschungen einsetzten.
Ich glaube, in solchem Austausch (der gegenseitig sein sollte) liegt auch eine Chance für das Gespräch zwischen den Generationen (und den unterschiedlichen theologisch-kirchlichen ‚Lagern’). Wir haben deshalb angeregt, von diesem Sommer an regelmäßig Treffen auf der Ebene der Studierenden der vier Theologischen Fakultäten Kiel, Hamburg, Rostock und Greifswald zu veranstalten, wo Erzählrunden und die Arbeit an wichtigen theologischen Sachthemen sich ergänzen sollten. Ich hoffe, dass es dazu kommt!
Nebenbei: Dass auch die „Symbolkirchen“ im Ostseeraum spannendes Material für kritisch-selbstkritische Erinnerungsarbeit liefern, hat das in meinem Artikel erwähnte Forschungspro-jekt der Hamburger „Arbeitsstelle Kirche und Stadt“ gezeigt. Die Lektüre des Buches, das jetzt vorliegt, sei Ihnen nochmals empfohlen („Wie roter Bernstein. Backsteinkirchen von Kiel bis Kaliningrad. Ihre Kraft in Zeiten religiöser und politischer Umbrüche“, hg. von Wolfgang Grünberg und Alexander Höner, Hamburg 2008). Die Schattenseiten der „großen“ Backsteinkirchbauten, die Sie mit Recht, aber auch recht einseitig hervorheben, werden darin wahrlich nicht verschwiegen!
Damit bin ich bei den kulturellen Aspekten, die im Umfeld der „Nordkirche“ ein aufschluss-reiches Thema werden könnten. Neben Bugenhagen und den Backsteinkirchen habe ich Bar-lach genannt und – zugegeben scherzhaft – auch „Plattdeutsch, Bier und Fisch“ hinzugefügt. Das „begründet“ nicht die Fusion (wahrlich nicht!), aber es zeigt, dass es eine Menge gemein-samer Schätze gibt, die uns verbinden und die wir kennen und schätzen lernen sollten. In die-ser Hinsicht tut sich einiges. Die Rostocker Fakultät hat z.B. im letzten Winter ein Symposion mit interessanten Vorträgen und szenischen Lesungen aus Ernst Barlachs Dramen veranstal-tet. Das nordelbisch-pommersche Pastoralkolleg in Ratzeburg macht eine Tagung über Uwe Johnson. In Rostock gab es Kempowski-Tage (mit kirchlicher Beteiligung?). Greifswald und Hamburg pflegen das Erbe von Caspar David Friedrich – all das ist voller theologischer Be-züge! Dass in meiner Liste der anstehenden Aufgaben das (keineswegs nur „nette“, sondern immer auch spannungsreiche, konfliktträchtige) Verhältnis von „Evangelium und Kultur“ auftaucht, hat offenbar Ihren besonderen Zorn erregt. Sie kennen mich nicht, aber sie wittern hier „moderne billige Gnade“ und assoziieren im Plädoyer für die Nordkirche: „Am nordi-schen Wesen wird die Welt genesen“. Mit welchem Recht eigentlich? Ich finde, Sie haben sich da gegen Ende in eine Rage hinein gesteigert, die ruhige Gespräche, auch Streitgesprä-che, schwer machen. Sollten nicht Ruheständler (die Sie und ich beide sind) etwas gelassener, um nicht zu sagen „brüderlicher“ mit einander umgehen? Ich spüre in Ihrem Brief viel Bitter-keit. Das produziert Missverständnisse. Lassen Sie uns offen mit einander reden. Ich wäre daran interessiert und dazu bereit.
In diesem Sinne grüße ich Sie trotz allem herzlich!
Ihr
Peter Cornehl
Erstellt von: Peter Cornehl am 18.02.2009 15:25
Antwort
Peter Cornehl spricht in Forum Nordkirche von der „Evangelisch-Lutherische Kirche im Norden“. Ist das schon beschlossen? Das würde ja bedeuten, dass die ev-unierte Landeskirche in Vorpommern lutherisch werden würde.
Erstellt von: Matthias am 09.02.2009 20:27
Antwort
In der Kirchenzeitung "Forum Nordkirche" erklärt Detlev Mücke seinen Lesern, dass die Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern über die Hanse-Tradition und die gemeinsame niederdeutsche Sprache schon früher eine gemeinsame kulturelle Identität aufgewiesen hätten... Ich habe ja nichts gegen eine gemeinsame Ev. Kirche im Norden, aber es ist manchmal unfassbar mit welch billigen und falschen Argumenten gemeinsame Identitäten gezimmert werden sollen. Vor einigen Monaten musste noch die neu ausgebaute Ostseeautobahn A20 als Kulturmittlerin zwischen Ost und West herhalten. Nun soll es die Hanse richten. Aber die Hanse umfasste nur Handelsstädte südlich der Eider. Im Herzogtum Schleswig hat es niemals Hansestädte gegeben. Auch die deutsche Sprache ist in Südschleswig erst langsam durchgedrungen. Noch um 1800 wurde bis an die Schlei Dänisch gesprochen (ganz zu schweigen vom Friesischen an der Westküste). Kein Problem mit einer neuen Ev. Landeskirche in Norddeutschland, aber jetzt auf Krampf irgendeine gemeinsame kulturelle Identität zu konstruieren finde ich ein bisschen billig. Was haben viele Hanseaten, Holsteiner, Nordfriesen, Südschleswiger, Mecklenburger und Pommern denn gemeinsam? Einen gemeinsamen Glauben
PS:Wenn es eine Ev. Kirche im Norden geben soll, warum wird dann eigentlich nicht auch Niedersachsen und Bremen miteinbezogen? Da gibt es (auch) Hansestädte, Backsteingotik, niederdeutsche Sprache und so weiter..
PS:Wenn es eine Ev. Kirche im Norden geben soll, warum wird dann eigentlich nicht auch Niedersachsen und Bremen miteinbezogen? Da gibt es (auch) Hansestädte, Backsteingotik, niederdeutsche Sprache und so weiter..
Dieter Haker, Im Winkel 6a, 23909 Bäk, 8. Februar 2009, Tel.: 04541 / 2394, Fax: 7348
An die Mitglieder der Landessynoden der 3 Nordkirchen
Sehr geehrte Damen und Herren !
Zur geplanten Fusion der Nordkirchen habe ich einige Fragen:
1. Im weltlichen Deutschland gibt es ohne Fusion der Bundesländer einen Länderfinanzausgleich. Warum ist für einen Finanzausgleich zwischen den Landeskirchen eine Fusion erforderlich?
2. Warum müssen in ganz Deutschland alle Pastoren und Kirchenangestellten gleich viel Geld verdienen? Das tun in Deutschland Arbeiter, Handwerker, Bauern, Rechtsanwälte, Kellner doch auch nicht.
3. Wieviel und warum muß ein Bischof mehr Geld verdienen als ein Pastor?
4. Wird durch die Fusion das Wort Gottes nachhaltiger verbreitet werden?
5. Entsteht durch die Fusion mehr Nähe zwischen Hirten und Herde, wird Seelsorge dadurch verbessert?
6. Werden nach der Fusion die Theologiestudenten mehr ausgebildet in Richtung Gemeindearbeit, werden in den Gemeinden zur Mitnahme der Gläubigen Zukunftswerkstätten entstehen?
7. Wird durch die Fusion das Ansehen der Kirche in unserer Gesellschaft verbessert?
8. Werden sich nach der Fusion die Kirchgemeinden auf der Insel in Ratzeburg und in den Stadtzentren von Lübeck, Wismar und Schwerin auf Nutzung und Unterhalt einer der vorhandenen Kirchen beschränken und so erheblich Gedanken, Zeit und Mittel frei machen für Werke der Barmherzigkeiten?
9. Werden durch die Fusion die Kirchenaustritte gebremst, wird durch die Fusion die Zahl der Gemeindemitglieder und der Gottesdienstbesucher zunehmen?
10. Sollte Jesus zu uns kommen, körperlich und wortgewaltig wie beim Vertreiben der Händler aus dem Tempel: Was würde er sagen zu der Aufwendung von Gedanken, Zeit und Geld für die geplante Fusion?
Können Sie allen Aufwand an Gedanken, Zeit und Geld für die Fusion nicht sofort einstellen und ihn den Bedürftigen zukommen lassen?
Zum Schluß eine Bitte: Sorgen Sie bitte dafür, daß Protestanten eine Antwort wissen auf die Frage nach den Barmherzigkeiten. Wenn ich frage, Autostopper, Kneipenbekanntschaften, Arbeitskollegen: 99% der Befragten kennen die Barmherzigkeiten nicht.
Sollten sich die Gegner der Fusion nicht am Sonnabend, 28. Februar 10,00 Uhr, vor dem Lübecker Dom zu einer Demo treffen? Gegen den im Sozialismus und Kapitalismus üblichen Zentralismus, für Subsidiarität ?
Mit freundlichem Gruß
in Liebe, Glaube,Hoffnung, mit Durchschriften an Freunde und Bekannte
Ihr Dieter Haker.
An die Mitglieder der Landessynoden der 3 Nordkirchen
Sehr geehrte Damen und Herren !
Zur geplanten Fusion der Nordkirchen habe ich einige Fragen:
1. Im weltlichen Deutschland gibt es ohne Fusion der Bundesländer einen Länderfinanzausgleich. Warum ist für einen Finanzausgleich zwischen den Landeskirchen eine Fusion erforderlich?
2. Warum müssen in ganz Deutschland alle Pastoren und Kirchenangestellten gleich viel Geld verdienen? Das tun in Deutschland Arbeiter, Handwerker, Bauern, Rechtsanwälte, Kellner doch auch nicht.
3. Wieviel und warum muß ein Bischof mehr Geld verdienen als ein Pastor?
4. Wird durch die Fusion das Wort Gottes nachhaltiger verbreitet werden?
5. Entsteht durch die Fusion mehr Nähe zwischen Hirten und Herde, wird Seelsorge dadurch verbessert?
6. Werden nach der Fusion die Theologiestudenten mehr ausgebildet in Richtung Gemeindearbeit, werden in den Gemeinden zur Mitnahme der Gläubigen Zukunftswerkstätten entstehen?
7. Wird durch die Fusion das Ansehen der Kirche in unserer Gesellschaft verbessert?
8. Werden sich nach der Fusion die Kirchgemeinden auf der Insel in Ratzeburg und in den Stadtzentren von Lübeck, Wismar und Schwerin auf Nutzung und Unterhalt einer der vorhandenen Kirchen beschränken und so erheblich Gedanken, Zeit und Mittel frei machen für Werke der Barmherzigkeiten?
9. Werden durch die Fusion die Kirchenaustritte gebremst, wird durch die Fusion die Zahl der Gemeindemitglieder und der Gottesdienstbesucher zunehmen?
10. Sollte Jesus zu uns kommen, körperlich und wortgewaltig wie beim Vertreiben der Händler aus dem Tempel: Was würde er sagen zu der Aufwendung von Gedanken, Zeit und Geld für die geplante Fusion?
Können Sie allen Aufwand an Gedanken, Zeit und Geld für die Fusion nicht sofort einstellen und ihn den Bedürftigen zukommen lassen?
Zum Schluß eine Bitte: Sorgen Sie bitte dafür, daß Protestanten eine Antwort wissen auf die Frage nach den Barmherzigkeiten. Wenn ich frage, Autostopper, Kneipenbekanntschaften, Arbeitskollegen: 99% der Befragten kennen die Barmherzigkeiten nicht.
Sollten sich die Gegner der Fusion nicht am Sonnabend, 28. Februar 10,00 Uhr, vor dem Lübecker Dom zu einer Demo treffen? Gegen den im Sozialismus und Kapitalismus üblichen Zentralismus, für Subsidiarität ?
Mit freundlichem Gruß
in Liebe, Glaube,Hoffnung, mit Durchschriften an Freunde und Bekannte
Ihr Dieter Haker.
Erstellt von: dieter haker am 09.02.2009 15:38
Antwort
Für meine Ausdrucksweise möchte ich mich entschuldigen.
Leider habe ich in meiner Erregung ebenfalls einen falschen Ton gefunden.
Sachlich bin ich weiter unzufrieden.
J. Zechow
Leider habe ich in meiner Erregung ebenfalls einen falschen Ton gefunden.
Sachlich bin ich weiter unzufrieden.
J. Zechow
Meine beiden Vor-"Redner" hier finden teilweise recht eigene, mitunter deutliche Worte, um ihren Unmut über den neuen Fusionsvertrag kundzutun.
Nachdem ich den nun unterzeichneten Vertrag gelesen hatte, musste ich feststellen, dass die in dem Artikel "Quo Vadis Status Quo" hier weiter unten beschriebenen Gegensätze tatsächlich zu finden sind. Wie konnte es dazu kommen?
Die Mitarbeitervertreter aller drei Kirchen hatten detaillierte Änderungs- und Ergänzungsvorschläge zu dem vorigen Vertragsentwurf vorgelegt. Nach meiner Lesart sind diese im neuen Vertrag in ihrer Gänze unberücksichtigt geblieben. Die Ungleichbehandlung der Beschäftigten im Kirchengebiet wird hoheitlich durch Rechtsakt in Kraft gesetzt, was allerdings laut Joussen-Gutachten rechtlich möglich und damit hinzunehmen ist. Was bleibt, sind nur die schweren moralischen Bedenken.
Gründe für diese Zweigleisigkeit sind für mich nicht erkennbar. Selbst im öffentlichen Dienst lässt man dieses Stadium hinter sich.
Sollte der angeblich einzig kirchengemäße 3. Weg erhalten werden? Dann müsste er für die gesamte Kirche im Norden gelten und nicht nur in kleinen Teilgebieten.
Sollte es an den knappen Finanzen liegen? Dann wäre die erheblich kostenintensivere Angleichung der Beamten und Pastoren nicht beschlossen worden.
Sollte es die Ablehnung der Zusammenabeit mit Gewerkschaften sein? Dafür sind keine Sachgründe vorgebracht worden. Ausschluss von Kampfmaßnahmen und die Kirchenmitgliedschaft der Mitglieder der Tarifkommission sind in Nordelbien vertraglich vorgeschrieben. Selbst Professor Joussen schreibt in dem schon erwähnten „Gutachten Nordkirche“ auf Seite 70: „An dieser Stelle wird man – auch als Verfechter des Dritten Weges – sicher kondizieren müssen, dass der Zweite Weg in dieser Gestalt durchaus gangbar ist; hier ähnelt er einem der Charakteristika des Dritten Weges bereits weitgehend.“
Bleibt noch die Befürchtung, dass die eine gemeinsame rechtsgeordnete Kirche vorläufig nicht das tatsächliche Ziel dieses Vertrages ist. Diese Begleitbotschaft wäre äußerst problematisch.
Zumindest scheint mir eine ehrliche Zustimmung zu diesem Vertrag durch seine neuen Festlegungen erschwert. Doch darüber befinden unsere Synodalen Ende März. Ihnen und allen anderen Mitgestaltern der Zukunft unserer Kirchen möchte ich aus dem Begleitwort zum Fusionsprozess von Frau Bischöfin i.R. Wartenberg-Potter zitieren, wie sie ein Wort aus dem Galaterbrief für unsere Aufgabe auslegt: „Da sind nicht Jude noch Grieche, nicht Mann noch Frau ..., nicht Mecklenburger, Pommer und Nordelbier, sondern wir sind alle einzig einig in Christus.“
Nachdem ich den nun unterzeichneten Vertrag gelesen hatte, musste ich feststellen, dass die in dem Artikel "Quo Vadis Status Quo" hier weiter unten beschriebenen Gegensätze tatsächlich zu finden sind. Wie konnte es dazu kommen?
Die Mitarbeitervertreter aller drei Kirchen hatten detaillierte Änderungs- und Ergänzungsvorschläge zu dem vorigen Vertragsentwurf vorgelegt. Nach meiner Lesart sind diese im neuen Vertrag in ihrer Gänze unberücksichtigt geblieben. Die Ungleichbehandlung der Beschäftigten im Kirchengebiet wird hoheitlich durch Rechtsakt in Kraft gesetzt, was allerdings laut Joussen-Gutachten rechtlich möglich und damit hinzunehmen ist. Was bleibt, sind nur die schweren moralischen Bedenken.
Gründe für diese Zweigleisigkeit sind für mich nicht erkennbar. Selbst im öffentlichen Dienst lässt man dieses Stadium hinter sich.
Sollte der angeblich einzig kirchengemäße 3. Weg erhalten werden? Dann müsste er für die gesamte Kirche im Norden gelten und nicht nur in kleinen Teilgebieten.
Sollte es an den knappen Finanzen liegen? Dann wäre die erheblich kostenintensivere Angleichung der Beamten und Pastoren nicht beschlossen worden.
Sollte es die Ablehnung der Zusammenabeit mit Gewerkschaften sein? Dafür sind keine Sachgründe vorgebracht worden. Ausschluss von Kampfmaßnahmen und die Kirchenmitgliedschaft der Mitglieder der Tarifkommission sind in Nordelbien vertraglich vorgeschrieben. Selbst Professor Joussen schreibt in dem schon erwähnten „Gutachten Nordkirche“ auf Seite 70: „An dieser Stelle wird man – auch als Verfechter des Dritten Weges – sicher kondizieren müssen, dass der Zweite Weg in dieser Gestalt durchaus gangbar ist; hier ähnelt er einem der Charakteristika des Dritten Weges bereits weitgehend.“
Bleibt noch die Befürchtung, dass die eine gemeinsame rechtsgeordnete Kirche vorläufig nicht das tatsächliche Ziel dieses Vertrages ist. Diese Begleitbotschaft wäre äußerst problematisch.
Zumindest scheint mir eine ehrliche Zustimmung zu diesem Vertrag durch seine neuen Festlegungen erschwert. Doch darüber befinden unsere Synodalen Ende März. Ihnen und allen anderen Mitgestaltern der Zukunft unserer Kirchen möchte ich aus dem Begleitwort zum Fusionsprozess von Frau Bischöfin i.R. Wartenberg-Potter zitieren, wie sie ein Wort aus dem Galaterbrief für unsere Aufgabe auslegt: „Da sind nicht Jude noch Grieche, nicht Mann noch Frau ..., nicht Mecklenburger, Pommer und Nordelbier, sondern wir sind alle einzig einig in Christus.“
Erstellt von: Thomas Franke am 07.02.2009 16:53
Antwort
Ja,
wenn man es ruhig analysiert, kommt man wieder zu folgendem Ergebnis:
Die Guten, das sind hier insbesondere diejenigen, die den Vertrag ausgehandelt haben, haben für sich ein gutes Eregbnis erzielt.
Der Vertrag ist so verlogen, wie die ganze Sache an sich.
Selbst unser Bischof Huber hat manche Dinge insgesamt eingefordert, die im Vertrag niemand festhalten wollte.
Ja, das hätten sie gerne, daß die Mitarbeiter sich etwas im bescheidenen christlichen Miteinander estwas wünschen. Und dabei gar nicht mitbekommen, wie sich andere wieder die Taschen vollstopfen.
Das Ergebnis ist somit unbefriedigend (es stinkt zum Himmel)
Jürgen Zechow
wenn man es ruhig analysiert, kommt man wieder zu folgendem Ergebnis:
Die Guten, das sind hier insbesondere diejenigen, die den Vertrag ausgehandelt haben, haben für sich ein gutes Eregbnis erzielt.
Der Vertrag ist so verlogen, wie die ganze Sache an sich.
Selbst unser Bischof Huber hat manche Dinge insgesamt eingefordert, die im Vertrag niemand festhalten wollte.
Ja, das hätten sie gerne, daß die Mitarbeiter sich etwas im bescheidenen christlichen Miteinander estwas wünschen. Und dabei gar nicht mitbekommen, wie sich andere wieder die Taschen vollstopfen.
Das Ergebnis ist somit unbefriedigend (es stinkt zum Himmel)
Jürgen Zechow
QUO VADIS STATUS QUO
Nun ist der Vertrag zur Bildung der Ev.-Luth. Kirche in Norddeutschland unterzeichnet und wartet nur noch auf seine Bestätigung durch die beteiligten Synoden. Beim ersten Durchlesen ist festzustellen, dass er in deutlicher Weise die Schere zwischen Ost und West festzuschreiben bemüht ist. Die Methode heißt: Kleines Trennungsmodell.
Nun, ganz so ist es ja nicht. Diese Schere soll ja nur bei den privatrechtlich Beschäftigten fortgeschrieben werden, während sich die Kirchenbeamten, für die Pastoren gleich mit, die Angleichung an das vieldiskutierte Westniveau genehmigt haben ( siehe „Grundsätze für eine Verfassung der gemeinsamen Kirche und für ein Einführungsgesetz“ VI.3.2 und I.3.2.2 / I.3.2.3). Wasser für die Einen und zunehmend besseren Wein für die Anderen – von einer Dienstgemeinschaft wird nicht mehr gesprochen. Im Gegenteil: Ein Keil wird auch zwischen die Beschäftigten getrieben, da man sich für die relativ kleine Gruppe der Ost-Beschäftigten auf landeskirchlicher Ebene mit den doch so kirchenfeindlichen Gewerkschaften zu 100% West-Tarif arrangieren will, während die Mitarbeiter der McPomm-Kirchenkreise und Gemeinden, im KAVO-Ost-Niveau verbleibend, die ganze Rechnung offensichtlich finanzieren sollen.
Natürlich kann man auch von Wasser leben. Zumal in sechs Jahren eine Bewertung der Durchführung der vereinbarten Arbeitsrechtssetzung erfolgen soll. Fundierter als in Vorbereitung des jetzt unterzeichneten Vertrages kann sie kaum geschehen, und die erfolgte Bewertung von internen wie externen Fachleuten kam bekanntlich zu dem Schluss, dass beide Wege der Arbeitsrechtssetzung angemessen seien und das einheitliche Tarifvertragssystem sogar rechtlich unbedenklicher und einfacher zu realisieren sei. (hierzu Zitate Prof. Joussen: „ Es ist bereits deutlich geworden, dass der Gutachter die Vorgehensweise, die hier als Trennungsmodell bezeichnet wird, nicht nur aus grundlegenden, allgemeinen Erwägungen, sondern auch unter rechtstheoretischen Gründen nicht gutheißt.“ (Gutachten 2008 S. 50) „Es ... dürfte deutlich sein, dass der unterzeichnende Gutachter dem Einheitsmodell eindeutig den Vorzug gibt.“ (ebd. S. 18) „Rechtstechnisch etwas einfacher ist die Entscheidung für den Zweiten Weg.“ (ebd. S. 77 )) Von den Willensbekundungen der Beschäftigten selbst mal ganz abgesehen: Es regt zu Spekulationen an, was eine Bewertung in 2018 an neuen Erkenntnissen bringen könnte.
Man könnte also Folgendes feststellen: Neben der Beobachtung von personellen und lokalen Forderungen und deren Relativierung im letzten Moment der Verhandlungen sticht als gravierende Neuerung für die zukünftige Kirche die Angleichung der Pastoren und Beamten an das West-Niveau ins Auge. Dem nachgeordnet wird die vertraglich zumindest mittelfristig verankerte arbeitsrechtliche Ungleichbehandlung der Mitarbeiter mit Arbeitsvertrag durch das kleine Trennungsmodell dokumentiert. Dazu noch einmal Prof. Joussen: „Denn bei einem Trennungsmodell kann das Recht seine verbindende Wirkung nicht entfalten, eine Fusion würde auf diese Weise eine ihrer zentralen Anliegen, eine gemeinsame Kirche zu sein, nicht erreichen können.“ (ebd. S. 50) Liest man diese Worte mit dem Wissen, dass dieser Professor nicht nur deutschlandweit als Spezialist für kirchliches Arbeitsrecht geachtet wird, sondern auch studierter Theologe ist, drohen die Konturen einer wirklich neuen Kirche im Norden endgültig im weltlichen Nebel zu verschwinden.
Das Joussen-Gutachten kann man übrigens nachlesen unter:
kirche-im-norden.de/fileadmin/Download/GutachtenJoussenText.pdf
Nun ist der Vertrag zur Bildung der Ev.-Luth. Kirche in Norddeutschland unterzeichnet und wartet nur noch auf seine Bestätigung durch die beteiligten Synoden. Beim ersten Durchlesen ist festzustellen, dass er in deutlicher Weise die Schere zwischen Ost und West festzuschreiben bemüht ist. Die Methode heißt: Kleines Trennungsmodell.
Nun, ganz so ist es ja nicht. Diese Schere soll ja nur bei den privatrechtlich Beschäftigten fortgeschrieben werden, während sich die Kirchenbeamten, für die Pastoren gleich mit, die Angleichung an das vieldiskutierte Westniveau genehmigt haben ( siehe „Grundsätze für eine Verfassung der gemeinsamen Kirche und für ein Einführungsgesetz“ VI.3.2 und I.3.2.2 / I.3.2.3). Wasser für die Einen und zunehmend besseren Wein für die Anderen – von einer Dienstgemeinschaft wird nicht mehr gesprochen. Im Gegenteil: Ein Keil wird auch zwischen die Beschäftigten getrieben, da man sich für die relativ kleine Gruppe der Ost-Beschäftigten auf landeskirchlicher Ebene mit den doch so kirchenfeindlichen Gewerkschaften zu 100% West-Tarif arrangieren will, während die Mitarbeiter der McPomm-Kirchenkreise und Gemeinden, im KAVO-Ost-Niveau verbleibend, die ganze Rechnung offensichtlich finanzieren sollen.
Natürlich kann man auch von Wasser leben. Zumal in sechs Jahren eine Bewertung der Durchführung der vereinbarten Arbeitsrechtssetzung erfolgen soll. Fundierter als in Vorbereitung des jetzt unterzeichneten Vertrages kann sie kaum geschehen, und die erfolgte Bewertung von internen wie externen Fachleuten kam bekanntlich zu dem Schluss, dass beide Wege der Arbeitsrechtssetzung angemessen seien und das einheitliche Tarifvertragssystem sogar rechtlich unbedenklicher und einfacher zu realisieren sei. (hierzu Zitate Prof. Joussen: „ Es ist bereits deutlich geworden, dass der Gutachter die Vorgehensweise, die hier als Trennungsmodell bezeichnet wird, nicht nur aus grundlegenden, allgemeinen Erwägungen, sondern auch unter rechtstheoretischen Gründen nicht gutheißt.“ (Gutachten 2008 S. 50) „Es ... dürfte deutlich sein, dass der unterzeichnende Gutachter dem Einheitsmodell eindeutig den Vorzug gibt.“ (ebd. S. 18) „Rechtstechnisch etwas einfacher ist die Entscheidung für den Zweiten Weg.“ (ebd. S. 77 )) Von den Willensbekundungen der Beschäftigten selbst mal ganz abgesehen: Es regt zu Spekulationen an, was eine Bewertung in 2018 an neuen Erkenntnissen bringen könnte.
Man könnte also Folgendes feststellen: Neben der Beobachtung von personellen und lokalen Forderungen und deren Relativierung im letzten Moment der Verhandlungen sticht als gravierende Neuerung für die zukünftige Kirche die Angleichung der Pastoren und Beamten an das West-Niveau ins Auge. Dem nachgeordnet wird die vertraglich zumindest mittelfristig verankerte arbeitsrechtliche Ungleichbehandlung der Mitarbeiter mit Arbeitsvertrag durch das kleine Trennungsmodell dokumentiert. Dazu noch einmal Prof. Joussen: „Denn bei einem Trennungsmodell kann das Recht seine verbindende Wirkung nicht entfalten, eine Fusion würde auf diese Weise eine ihrer zentralen Anliegen, eine gemeinsame Kirche zu sein, nicht erreichen können.“ (ebd. S. 50) Liest man diese Worte mit dem Wissen, dass dieser Professor nicht nur deutschlandweit als Spezialist für kirchliches Arbeitsrecht geachtet wird, sondern auch studierter Theologe ist, drohen die Konturen einer wirklich neuen Kirche im Norden endgültig im weltlichen Nebel zu verschwinden.
Das Joussen-Gutachten kann man übrigens nachlesen unter:
kirche-im-norden.de/fileadmin/Download/GutachtenJoussenText.pdf
Erstellt von: Charles am 06.02.2009 23:52
Antwort
Pressemitteilung GKD / vkm zum unterzeichneten Fusionsvertrag
Die beiden Vorsitzenden der Kirchengewerkschaften GKD (Gewerkschaft Kirche und Diakonie Mecklenburg) Volker Schulenburg, Neubrandenburg, und Klaus-Dirk Wildoer (Verband kirchlicher Mitarbeiter Nordelbien Gewerkschaft für Kirche und Diakonie), zeigten sich in der ersten Reaktion auf die Entscheidung der Kirchenleitungen enttäuscht. Wie beide übereinstimmend erklärten, wird die Frage zwischen dem II. Weg (Tarifrecht) und dem III. Weg (Arbeitsrechtskommissionen) nicht entschieden. Aus dem Fusionsvertrag und den Meldungen ist zu entnehmen, dass alles erst einmal bleibt wie es war. Die Landeskirchen Mecklenburg und Pommern bleiben bei ihrem III. Weg, wogegen die Landeskirche Nordelbien ihre Tarifbindung mit dem vkm Nordelbien und dem VKDA beibehält.
Volker Schulenburg und Klaus-Dirk Wildoer haben in den letzten Wochen mit ihren Gewerkschaften und den Arbeitsrechtskommissionen intensiv darauf hingewirkt, dass ein einheitliches Arbeitsrecht und hier nur das Tarifrecht gefordert wird.
Nunmehr bleiben die Verhandlungen mit der neuen Kirchenleitung und der Bildung eines möglichen neuen Arbeitgeberverbandes auf der Agenda.
Volker Schulenburg und Klaus-Dirk Wildoer hatten vorher der Hoffnung Ausdruck gegeben, dass entsprechend des Gutachtens zur Arbeitsrechtsregelung von Prof. Dr. Jacob Joussen, Jena, aus seinem Fazit heraus die möglichst einfachste rechtliche Voraussetzung als Mindestkompromiss entschieden worden wäre. Prof. Dr. Joussen hatte in seinem fast 80-seitigen Gutachten erklärt, dass der rechtliche Weg vom III. auf den II. Weg realistisch und realisierbar sowie der einfachste Weg ist.
Somit bleibt den Gewerkschaften nun die Diskussion und Verhandlung mit der Steuerungsgruppe Nordkirche als auch mit dem parlamentarischen Gremium Synoden weiterzuführen.
Volker Schulenburg und Klaus-Dirk Wildoer erklärten, dass ihre Gewerkschaften nicht müde werden und jede Möglichkeit der Diskussion und Aktion nutzen werden und müssen, den Willen von 40.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Bereich der neuen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland durchzusetzen.
Es ist nicht hinnehmbar, dass in einer Kirche Mitarbeitende nach unterschiedlichem Arbeitsrecht behandelt werden. Wie bei den Beamten, so muss auch bei den Angestellten eine vertragliche Regelung getroffen werden, die zum Ziel hat, in überschaubarer Zeit dafür zu sorgen, dass Kirchenmusiker, Küster, Gemeindesekretärinnen und all die vielen anderen Mitarbeitenden von der Nordsee bis zur Oder gleichbehandelt werden.
Volker Schulenburg, Gewerkschaft Kirche und Diakonie, Mecklenburg
Klaus-Dirk Wildoer, Gewerkschaft für Kirche und Diakonie vkm Nordelbien.
Die beiden Vorsitzenden der Kirchengewerkschaften GKD (Gewerkschaft Kirche und Diakonie Mecklenburg) Volker Schulenburg, Neubrandenburg, und Klaus-Dirk Wildoer (Verband kirchlicher Mitarbeiter Nordelbien Gewerkschaft für Kirche und Diakonie), zeigten sich in der ersten Reaktion auf die Entscheidung der Kirchenleitungen enttäuscht. Wie beide übereinstimmend erklärten, wird die Frage zwischen dem II. Weg (Tarifrecht) und dem III. Weg (Arbeitsrechtskommissionen) nicht entschieden. Aus dem Fusionsvertrag und den Meldungen ist zu entnehmen, dass alles erst einmal bleibt wie es war. Die Landeskirchen Mecklenburg und Pommern bleiben bei ihrem III. Weg, wogegen die Landeskirche Nordelbien ihre Tarifbindung mit dem vkm Nordelbien und dem VKDA beibehält.
Volker Schulenburg und Klaus-Dirk Wildoer haben in den letzten Wochen mit ihren Gewerkschaften und den Arbeitsrechtskommissionen intensiv darauf hingewirkt, dass ein einheitliches Arbeitsrecht und hier nur das Tarifrecht gefordert wird.
Nunmehr bleiben die Verhandlungen mit der neuen Kirchenleitung und der Bildung eines möglichen neuen Arbeitgeberverbandes auf der Agenda.
Volker Schulenburg und Klaus-Dirk Wildoer hatten vorher der Hoffnung Ausdruck gegeben, dass entsprechend des Gutachtens zur Arbeitsrechtsregelung von Prof. Dr. Jacob Joussen, Jena, aus seinem Fazit heraus die möglichst einfachste rechtliche Voraussetzung als Mindestkompromiss entschieden worden wäre. Prof. Dr. Joussen hatte in seinem fast 80-seitigen Gutachten erklärt, dass der rechtliche Weg vom III. auf den II. Weg realistisch und realisierbar sowie der einfachste Weg ist.
Somit bleibt den Gewerkschaften nun die Diskussion und Verhandlung mit der Steuerungsgruppe Nordkirche als auch mit dem parlamentarischen Gremium Synoden weiterzuführen.
Volker Schulenburg und Klaus-Dirk Wildoer erklärten, dass ihre Gewerkschaften nicht müde werden und jede Möglichkeit der Diskussion und Aktion nutzen werden und müssen, den Willen von 40.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Bereich der neuen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland durchzusetzen.
Es ist nicht hinnehmbar, dass in einer Kirche Mitarbeitende nach unterschiedlichem Arbeitsrecht behandelt werden. Wie bei den Beamten, so muss auch bei den Angestellten eine vertragliche Regelung getroffen werden, die zum Ziel hat, in überschaubarer Zeit dafür zu sorgen, dass Kirchenmusiker, Küster, Gemeindesekretärinnen und all die vielen anderen Mitarbeitenden von der Nordsee bis zur Oder gleichbehandelt werden.
Volker Schulenburg, Gewerkschaft Kirche und Diakonie, Mecklenburg
Klaus-Dirk Wildoer, Gewerkschaft für Kirche und Diakonie vkm Nordelbien.
Erstellt von: vkm Deutschland LV NE und GKD Mecklenburg am 06.02.2009 12:13
Antwort
Zunächst sei mir ein sachlicher Hinweis gestattet.
Das Notsignal SOS wurde 1906/1908 im internationalen Tastfunkverkehr eingeführt, weil es akustisch aus anderen Signalen sofort herauszuhören ist.
Drei kurz, drei lang, drei kurz, und das dreimal.
Mit SAVE OUR SOULS hat das nichts zu tun.
Im Sprechfunkverkehr hat man sich dann später international auf dreimal MAYDAY verständigt.
Meine Überschrift bedeutet, daß ich den Notruf, die Beilage in der Kirchenzeitung, emfpangen habe.
Bis heute habe ich viele Meinungsäußerungen zur Nordkirche zur Kenntnis genommen.
Eine möchte ich herausgreifen:
Sofortiger Stopp der Kirchenfusion, dann gibt es keine Verlierer.
Viele haben bereits verloren, nämlich den guten, sachlichen Umgang miteinander.
Wenn die Argumente auf sachlicher Ebene in einem ordentlichen Ton und ohne Polemik ausgetauscht werden, sind diese auch für andere viel besser verständlich.
Mit freundlichem Gruß
J. Zechow
Das Notsignal SOS wurde 1906/1908 im internationalen Tastfunkverkehr eingeführt, weil es akustisch aus anderen Signalen sofort herauszuhören ist.
Drei kurz, drei lang, drei kurz, und das dreimal.
Mit SAVE OUR SOULS hat das nichts zu tun.
Im Sprechfunkverkehr hat man sich dann später international auf dreimal MAYDAY verständigt.
Meine Überschrift bedeutet, daß ich den Notruf, die Beilage in der Kirchenzeitung, emfpangen habe.
Bis heute habe ich viele Meinungsäußerungen zur Nordkirche zur Kenntnis genommen.
Eine möchte ich herausgreifen:
Sofortiger Stopp der Kirchenfusion, dann gibt es keine Verlierer.
Viele haben bereits verloren, nämlich den guten, sachlichen Umgang miteinander.
Wenn die Argumente auf sachlicher Ebene in einem ordentlichen Ton und ohne Polemik ausgetauscht werden, sind diese auch für andere viel besser verständlich.
Mit freundlichem Gruß
J. Zechow
Seit 17 Jahren arbeite ich als Referatsleiter im Bereich der Jugend- und Arbeitsmarktpolitik unserer Landesregierung; ich bin zugleich Diakon und war vor 1990 viele Jahre in der Mecklenburgischen Landeskirche tätig. Betrachte ich die Fusion unserer Nordkirchen, so stellt sich ein beklemmendes Gefühl ein.
Unser Land Mecklenburg-Vorpommern gehört mithin zu den Regionen, die als strukturschwach bezeichnet werden und im Vergleich der Bundesländer liegt MV allzu oft auf einem der hinteren Plätze. Mit viel Engagement, Ideenreichtum, aber vor allem mit Sparsamkeit gelingt es unserer Landesregierung, sich der zunehmenden Verschuldung zu entziehen und den Strukturwechsel zu gestalten. Sicher wird Mecklenburg-Vorpommern demnächst nicht zu den reichen Bundesländern zählen, aber wir sind ein Land, das aus eigener Kraft leben kann und will. Sollte das Leben aus eigener Kraft nicht gelingen, wäre früher oder später ein Zusammenschluss mit den Bundesländer im Norden Deutschlands wahrscheinlich. Die Identifikation unserer Bürger, unserer Vereine und Verbände und schließlich auch unserer Kirchen mit diesem Land ist ein Element im gelingenden Strukturwandel. Wir haben als Landesregierung vielfältige Verträge mit Gemeinden, kirchlichen Verbänden und Werken. Kirchliche Dienste engagieren sich in der Jugendhilfe, in der Denkmahlpflege, in der Kulturarbeit, bei der Landschaftspflege und in vielen anderen Bereichen, die unser Land schön und liebenswert machen. Und genau in dieser Zeit des Umbruchs lassen uns die beiden Landeskirchen allein. Kirchenfusion – Verrat am Land?
Ich plädiere für das Leitbild: ein Land – eine Kirche; vielleicht sollten wir sogar bekennen: armes Land - arme Kirche. Ich habe viele Jahre in der Mecklenburgischen Landeskirche unter erschwerten Bedingungen gearbeitet, zu denen neben staatlicher Kontrolle und Druck, auch bescheidene Verhältnisse unsere Arbeit prägten.
Ich bin mir sicher, dass alle kirchlichen Verträge und Vereinbarungen mit den öffentlichen Stellen unseres Landes auch nach einer Fusion fortgeführt werden, aber dennoch wird es nicht so weitergehen wie bisher. Wir haben eine öffentliche und soziale Beteiligung unserer Kirchen am Gemeinwohl und am Strukturwandel, die in den westlichen Ländern ihres Gleichen sucht. Hier sei als Beispiel der Mitwirkung das Engagement kirchlicher Träger und Gemeinden an der Schulsozialarbeit genannt, oder die Beteiligung der TEO-Projekte an den Zielstellungen des Europäischen Sozialfonds im Land MV.
Ich bitte die Verantwortlichen in Synoden und kirchenleitenden Gremien genau zu prüfen, welche Wirkung diese Fusion auf unser Land haben wird.“
Claus Wergin
Unser Land Mecklenburg-Vorpommern gehört mithin zu den Regionen, die als strukturschwach bezeichnet werden und im Vergleich der Bundesländer liegt MV allzu oft auf einem der hinteren Plätze. Mit viel Engagement, Ideenreichtum, aber vor allem mit Sparsamkeit gelingt es unserer Landesregierung, sich der zunehmenden Verschuldung zu entziehen und den Strukturwechsel zu gestalten. Sicher wird Mecklenburg-Vorpommern demnächst nicht zu den reichen Bundesländern zählen, aber wir sind ein Land, das aus eigener Kraft leben kann und will. Sollte das Leben aus eigener Kraft nicht gelingen, wäre früher oder später ein Zusammenschluss mit den Bundesländer im Norden Deutschlands wahrscheinlich. Die Identifikation unserer Bürger, unserer Vereine und Verbände und schließlich auch unserer Kirchen mit diesem Land ist ein Element im gelingenden Strukturwandel. Wir haben als Landesregierung vielfältige Verträge mit Gemeinden, kirchlichen Verbänden und Werken. Kirchliche Dienste engagieren sich in der Jugendhilfe, in der Denkmahlpflege, in der Kulturarbeit, bei der Landschaftspflege und in vielen anderen Bereichen, die unser Land schön und liebenswert machen. Und genau in dieser Zeit des Umbruchs lassen uns die beiden Landeskirchen allein. Kirchenfusion – Verrat am Land?
Ich plädiere für das Leitbild: ein Land – eine Kirche; vielleicht sollten wir sogar bekennen: armes Land - arme Kirche. Ich habe viele Jahre in der Mecklenburgischen Landeskirche unter erschwerten Bedingungen gearbeitet, zu denen neben staatlicher Kontrolle und Druck, auch bescheidene Verhältnisse unsere Arbeit prägten.
Ich bin mir sicher, dass alle kirchlichen Verträge und Vereinbarungen mit den öffentlichen Stellen unseres Landes auch nach einer Fusion fortgeführt werden, aber dennoch wird es nicht so weitergehen wie bisher. Wir haben eine öffentliche und soziale Beteiligung unserer Kirchen am Gemeinwohl und am Strukturwandel, die in den westlichen Ländern ihres Gleichen sucht. Hier sei als Beispiel der Mitwirkung das Engagement kirchlicher Träger und Gemeinden an der Schulsozialarbeit genannt, oder die Beteiligung der TEO-Projekte an den Zielstellungen des Europäischen Sozialfonds im Land MV.
Ich bitte die Verantwortlichen in Synoden und kirchenleitenden Gremien genau zu prüfen, welche Wirkung diese Fusion auf unser Land haben wird.“
Claus Wergin
Erstellt von: Claus Wergin am 25.01.2009 12:10
Antwort
Save our souls oder My home ist my castle?
Die Anrede „zum Geleit“ in der Beilage der MKZ wäre Grund genug gar nicht zu reagieren, denn sie ist ebenso arrogant wie ärgerlich. Sie unterstellt, dass es denkende und eben auch nicht denkende Christen gibt. Und welcher Gruppe der so eingeteilten Christenheit in Mecklenburg die Verfasser des Geleitwortes sich zugehörig fühlen, dürfte vermutlich jedenfalls für die Verfasser desselben klar sein.
Da in der Beilage aber der Aufruf eines Güstrower Kreises abgedruckt ist, den bis jetzt 10 aktive Pastorinnen und Pastoren von ca. 235 Pastorinnen und Pastoren, die in den Gemeinden, in allgemeinkirchlichen Aufgaben oder in kirchenleitenden Ämtern Dienst tun, unterzeichnet haben, möchte ich auf Teile der Beilage der MKZ reagieren.
Der SOS-Ruf „save our souls“ erscheint mir sehr unbedacht, denn es sind weder Menschenseelen noch Menschenleben durch die Nordkirche in Gefahr. Über die Rettung unserer Seelen ist in CA IV und CA V genug gesagt. Kein Glaubender in einer möglichen lutherischen Nordkirche muss sich um die Rettung seiner Seele sorgen. Menschenleben sind in unseren Breiten durch ganz andere Dinge gefährdet. Das wird durch so einen unbedachten SOS-Ruf verharmlost.
Dass unsere Kirche ihren „geschichtlichen Namen verliert und „für alle Zukunft namenlos“ sein wird, ist entweder eine unbedachte oder bewusste Halbwahrheit. Der mögliche künftige Kirchenkreis, der unsere jetzige Landeskirche dann sein wird, wird in seinem Namen den Bezug auf Mecklenburg haben. Und diese Kirche wird auch in der Zukunft Kirche Jesu Christi sein, denn dies ist der Name der gilt (Apostelgeschichte 4.12). In CA VII übrigens ist zwar festgestellt, dass es immer eine Kirche geben wird, aber nicht, dass dies auch für die Ev.- Luth. Landeskirche Mecklenburgs gilt.
Befremdet bin ich über den Ton, der gegenüber möglichen Institutionen einer möglichen Nordkirche angeschlagen wird. Da ist von „juristischer Liquidierung“, von Personen…. , die in einer ganz anderen Welt leben (ökonomisch, historisch und entfernungsmäßig - welch eine Zusammenstellung!) die Rede; davon, dass „unsere Vertreter sich beugen“ müssen; von „Mammutgröße“, in der „Management und Zentralismus und Rentabilität“ einen „beherrschenden Raum“ erfordern; sogar von einem „Leitbild“, dem „Strategien“ zugrunde liegen, „in denen zwangsläufig der Stärkere den Kleinen dominiert“, ist wirklich die Rede.
Welch eine Vorstellung haben die Autoren denn von denen, mit denen sie so gern kooperieren möchten?
Da wird ferner - ein Schelm, wer Arges dabei denkt - nach dem Mut eines Bischofs gefragt. Da werden „Zugezogene“, die seit Jahren in geschwisterlicher Gemeinschaft in der Landeskirche Dienst tun, altväterlich bedacht und Synodalen wird gönnerhaft eine bestimmte Entscheidung nahe gelegt. Da verbeißt man sich humorlos in „Backstein, Barlach, Bier und Fisch“. Da wird sogar dramatisch der Bekenntnisnotstand ausgerufen! Was sollen sich Christen bei so etwas bloß denken?
In der Tat hatte unsere Landeskirche das „Geschenk“ einer übersichtlichen Größe - aber soll man es auch noch als weiteres Geschenk betrachten, dass sie von Jahr zu Jahr übersichtlicher wird? Nur zwei Zahlen: Die Zahl der Planstellen in den Kirchgemeinden ging von 416,5 im Jahr 1998 auf 318,25 im Jahr 2008 zurück, die Mitgliederzahlen von 244 048 im Jahre 1997 auf 208 879 im Jahr 2008. Es ist kein Ende der sinkenden Zahlen in Sicht. Verschärft wird diese Tendenz noch durch Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung und zum Durchschnittsalter in MV bis zum Jahr 2025, wie unlängst in der OZ zu lesen waren. Prognosen, die 2008 innerkirchlich erstellt wurden, rechnen für das Jahr 2012 mit einem Anteil von ca. 16,3% Christen in Mecklenburg.
Für unverantwortlich halte ich die Behauptung, dass die „eigene Geschichte abgeschnitten wird“. Gerade wegen unserer Geschichte in der DDR und wegen unserer Erfahrung als Minderheit sind wir in der Nordkirche gefragt und werden weiterhin gefragt sein - denn die Probleme, die wir schon haben, zeichnen sich dort ab. Die EKD prognostiziert einen Rückgang der Mitgliederzahl der ev. Kirchen in Deutschland von 26 211 487 im Jahr 2002 auf 17 639 669 im Jahr 2030 mit entsprechenden finanziellen Auswirkungen. Das ist als Aufgabe ernst zu nehmen und nicht hinzunehmen als Fatum.
Meine Meinung ist,
dass wir in einer großen Nordkirche das besser tun können als in der bestehenden ELLM, denn die Nordkirche nimmt uns auf längere Zeit in eine stabile Struktur hinein, sie lässt uns im künftigen Kirchenkreis Mecklenburg von starken Diensten und Werken profitieren und sie hilft, unser Stellenniveau - und das heißt die Präsenz in der Fläche - länger zu halten als es ohne die Nordkirche möglich wäre. Die starke Stellung der Kirchenkreise in einer möglichen Nordkirche unterstützt die Wahrung der mecklenburgischen Identität, als Kirchenkreis einer über 2 Millionen Mitglieder zählenden Kirche steigt dabei unser öffentliches Gewicht und christliche Mecklenburger, die in Hamburg, Kiel oder Lübeck arbeiten, tun das dann im Bereich „ihrer“ Landeskirche.
Die kritische Begleitung eines möglichen Fusionsprozesses ist notwendig, und wenn er sich als falsch herausstellen sollte, auch seine Verhinderung, aber bitte nicht in diesem Ton und nicht auf diese Art, sondern mit emotionaler Intelligenz, praktischer Vernunft und theologischer Sachlichkeit!
Dass Trauerarbeit zu leisten ist, wenn die Fusion kommt, steht außer Frage, denn auch die Befürworter einer Nordkirche, zu denen ich gehöre, wissen, was ihnen unsere Landeskirche bedeutet und was sie ihr verdanken.
Dr. Karl-Matthias Siegert
Die Anrede „zum Geleit“ in der Beilage der MKZ wäre Grund genug gar nicht zu reagieren, denn sie ist ebenso arrogant wie ärgerlich. Sie unterstellt, dass es denkende und eben auch nicht denkende Christen gibt. Und welcher Gruppe der so eingeteilten Christenheit in Mecklenburg die Verfasser des Geleitwortes sich zugehörig fühlen, dürfte vermutlich jedenfalls für die Verfasser desselben klar sein.
Da in der Beilage aber der Aufruf eines Güstrower Kreises abgedruckt ist, den bis jetzt 10 aktive Pastorinnen und Pastoren von ca. 235 Pastorinnen und Pastoren, die in den Gemeinden, in allgemeinkirchlichen Aufgaben oder in kirchenleitenden Ämtern Dienst tun, unterzeichnet haben, möchte ich auf Teile der Beilage der MKZ reagieren.
Der SOS-Ruf „save our souls“ erscheint mir sehr unbedacht, denn es sind weder Menschenseelen noch Menschenleben durch die Nordkirche in Gefahr. Über die Rettung unserer Seelen ist in CA IV und CA V genug gesagt. Kein Glaubender in einer möglichen lutherischen Nordkirche muss sich um die Rettung seiner Seele sorgen. Menschenleben sind in unseren Breiten durch ganz andere Dinge gefährdet. Das wird durch so einen unbedachten SOS-Ruf verharmlost.
Dass unsere Kirche ihren „geschichtlichen Namen verliert und „für alle Zukunft namenlos“ sein wird, ist entweder eine unbedachte oder bewusste Halbwahrheit. Der mögliche künftige Kirchenkreis, der unsere jetzige Landeskirche dann sein wird, wird in seinem Namen den Bezug auf Mecklenburg haben. Und diese Kirche wird auch in der Zukunft Kirche Jesu Christi sein, denn dies ist der Name der gilt (Apostelgeschichte 4.12). In CA VII übrigens ist zwar festgestellt, dass es immer eine Kirche geben wird, aber nicht, dass dies auch für die Ev.- Luth. Landeskirche Mecklenburgs gilt.
Befremdet bin ich über den Ton, der gegenüber möglichen Institutionen einer möglichen Nordkirche angeschlagen wird. Da ist von „juristischer Liquidierung“, von Personen…. , die in einer ganz anderen Welt leben (ökonomisch, historisch und entfernungsmäßig - welch eine Zusammenstellung!) die Rede; davon, dass „unsere Vertreter sich beugen“ müssen; von „Mammutgröße“, in der „Management und Zentralismus und Rentabilität“ einen „beherrschenden Raum“ erfordern; sogar von einem „Leitbild“, dem „Strategien“ zugrunde liegen, „in denen zwangsläufig der Stärkere den Kleinen dominiert“, ist wirklich die Rede.
Welch eine Vorstellung haben die Autoren denn von denen, mit denen sie so gern kooperieren möchten?
Da wird ferner - ein Schelm, wer Arges dabei denkt - nach dem Mut eines Bischofs gefragt. Da werden „Zugezogene“, die seit Jahren in geschwisterlicher Gemeinschaft in der Landeskirche Dienst tun, altväterlich bedacht und Synodalen wird gönnerhaft eine bestimmte Entscheidung nahe gelegt. Da verbeißt man sich humorlos in „Backstein, Barlach, Bier und Fisch“. Da wird sogar dramatisch der Bekenntnisnotstand ausgerufen! Was sollen sich Christen bei so etwas bloß denken?
In der Tat hatte unsere Landeskirche das „Geschenk“ einer übersichtlichen Größe - aber soll man es auch noch als weiteres Geschenk betrachten, dass sie von Jahr zu Jahr übersichtlicher wird? Nur zwei Zahlen: Die Zahl der Planstellen in den Kirchgemeinden ging von 416,5 im Jahr 1998 auf 318,25 im Jahr 2008 zurück, die Mitgliederzahlen von 244 048 im Jahre 1997 auf 208 879 im Jahr 2008. Es ist kein Ende der sinkenden Zahlen in Sicht. Verschärft wird diese Tendenz noch durch Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung und zum Durchschnittsalter in MV bis zum Jahr 2025, wie unlängst in der OZ zu lesen waren. Prognosen, die 2008 innerkirchlich erstellt wurden, rechnen für das Jahr 2012 mit einem Anteil von ca. 16,3% Christen in Mecklenburg.
Für unverantwortlich halte ich die Behauptung, dass die „eigene Geschichte abgeschnitten wird“. Gerade wegen unserer Geschichte in der DDR und wegen unserer Erfahrung als Minderheit sind wir in der Nordkirche gefragt und werden weiterhin gefragt sein - denn die Probleme, die wir schon haben, zeichnen sich dort ab. Die EKD prognostiziert einen Rückgang der Mitgliederzahl der ev. Kirchen in Deutschland von 26 211 487 im Jahr 2002 auf 17 639 669 im Jahr 2030 mit entsprechenden finanziellen Auswirkungen. Das ist als Aufgabe ernst zu nehmen und nicht hinzunehmen als Fatum.
Meine Meinung ist,
dass wir in einer großen Nordkirche das besser tun können als in der bestehenden ELLM, denn die Nordkirche nimmt uns auf längere Zeit in eine stabile Struktur hinein, sie lässt uns im künftigen Kirchenkreis Mecklenburg von starken Diensten und Werken profitieren und sie hilft, unser Stellenniveau - und das heißt die Präsenz in der Fläche - länger zu halten als es ohne die Nordkirche möglich wäre. Die starke Stellung der Kirchenkreise in einer möglichen Nordkirche unterstützt die Wahrung der mecklenburgischen Identität, als Kirchenkreis einer über 2 Millionen Mitglieder zählenden Kirche steigt dabei unser öffentliches Gewicht und christliche Mecklenburger, die in Hamburg, Kiel oder Lübeck arbeiten, tun das dann im Bereich „ihrer“ Landeskirche.
Die kritische Begleitung eines möglichen Fusionsprozesses ist notwendig, und wenn er sich als falsch herausstellen sollte, auch seine Verhinderung, aber bitte nicht in diesem Ton und nicht auf diese Art, sondern mit emotionaler Intelligenz, praktischer Vernunft und theologischer Sachlichkeit!
Dass Trauerarbeit zu leisten ist, wenn die Fusion kommt, steht außer Frage, denn auch die Befürworter einer Nordkirche, zu denen ich gehöre, wissen, was ihnen unsere Landeskirche bedeutet und was sie ihr verdanken.
Dr. Karl-Matthias Siegert
Erstellt von: Dr. Karl-Matthias Siegert am 23.01.2009 10:06
Antwort
Es ist ja schön, dass die geplante Nordkirche zu so umfassenden Diskussionen anregt, was zeigt, dass wirklich nachgedacht wird. Natürlich gibt es überall unterschiedliche Ansichten, welche auch berücksichtigt werden sollten. Ich finde es nur etwas schwer zu verstehen, dass die geballte Kritik erst jetzt zum tragen kommt. Die Diskussion um eine Fusion läuft doch schon länger und man hätte gleich zu ANfang seine Bedenken kundtun müssen anstatt erst in einem relativ weit fortgeschrittenem Prozess seine Meinung zu äußern.
Im großen und ganzen ist die Nordkirche doch eine Idee, von der vor allem die Kirchen in Meck-Pomm profitieren können. Weil es ist doch offensichtlich, dass gerade die PEK nicht mehr auf dauer finanziell alleine lebensfähig ist.
Dass es dann im weiteren Vollzug der Fusion Streitpunkte gibt ist auch logisch, nur sollte dabei stets die sachliche Diskussion im Vordergrund stehen.
Eine wichtige Streitfrage sehe ich persönlich vor allem in der Standortfrage des Kichenamtes. Lübeck ist einfach nicht geeignet. Es liegt nicht zentral, es verursacht immense Kosten dort einen Standort aufzubauen. Wenn man logisch dnekt kommt doch nur Schwerin als Standpunkt in Frage. DOrt gibt es bereits eine kirchliche Struktur auf der aufgebaut werden kann, dort ist immerhin eine Landesregierung ansässig und es ist auch geographisch gesehen zentral.
Im großen und ganzen ist die Nordkirche doch eine Idee, von der vor allem die Kirchen in Meck-Pomm profitieren können. Weil es ist doch offensichtlich, dass gerade die PEK nicht mehr auf dauer finanziell alleine lebensfähig ist.
Dass es dann im weiteren Vollzug der Fusion Streitpunkte gibt ist auch logisch, nur sollte dabei stets die sachliche Diskussion im Vordergrund stehen.
Eine wichtige Streitfrage sehe ich persönlich vor allem in der Standortfrage des Kichenamtes. Lübeck ist einfach nicht geeignet. Es liegt nicht zentral, es verursacht immense Kosten dort einen Standort aufzubauen. Wenn man logisch dnekt kommt doch nur Schwerin als Standpunkt in Frage. DOrt gibt es bereits eine kirchliche Struktur auf der aufgebaut werden kann, dort ist immerhin eine Landesregierung ansässig und es ist auch geographisch gesehen zentral.
Erstellt von: Nordkirchler am 21.01.2009 00:37
Antwort
Pastorin Irene de Boor
Theodor- Körner Str. 1
19288 Ludwigslust
Tel 03874/ 570834 p 03874/21968 d
Original an die
Kirchenzeitung
Schliemannstr. 12
19055 Schwerin
An die Gebildeten unter den Verächtern der Nordkirche!
Ich melde mich als eine von den „Zugereisten“. Da ich am 13.11.1988 in Hagenow/Mecklenburg ordiniert wurde, können mir die Verfasser des Notrufes das Mitspracherecht nicht streitig machen. Gerade so erfülle ich ihre Norm , 20 Jahre in Mecklenburg zu sein. Hoffen sie bei all den später gekommenen, dass sie nur auf der Durchreise seien, damit irgendwann die echten Mecklenburger wieder unter sich sind, die „denkenden Christen“ (DC)? Unsere Kirchgemeinde lässt die Kirchenzeitung über ein Abonnement unseren Partnergemeinden in den Niederlanden und den USA zukommen. Wenn da der Notruf beilag, wäre mir das mehr als peinlich, all diese militärischen und diffamierenden Ausdrücke. Dass früher alles besser war, „gesund“ gar noch und jeder Pastor sein eigener „Kapitän“: was sind das nur für merkwürdige Vorstellungen und Gedanken! So richtig selbständig hat unsere Kirche doch überhaupt nicht existiert. Was wären unsere kleinen Kirchgemeinden ohne die Männer, Frauen und Kinder, die in den letzten 20 Jahren dazugekommen sind und frischen Wind mitbrachten aus allen Himmelsrichtungen? Und auch zuvor: was wären unsere Gemeinden nach dem Krieg ohne die vielen Flüchtlinge aus dem Osten, die hier in Mecklenburg nicht nur mit offenen Armen empfangen wurden? Wie kann es sein, dass Pastoren im Ruhestand, die die letzten 100 Jahre mecklenburgischer und damit auch deutscher Geschichte zu kennen meinen, was allerdings aus eigener Erfahrung schwierig gewesen sein dürfte, die Christen in zwei Klassen einteilen? Wie oft mögen sie über den Epheserbrief Kapitel 2 gepredigt haben und sehen immer noch Fremde und Gäste außen vor, statt sich auf die evangelischen Christen in Pommern und Nordelbien als „Mitbürger“ und „Hausgenossen“ zu freuen in einer Kirche, wo nicht jeder jeden kennt, aber als Bereicherung erleben kann. Nichts gegen eine offene Diskussion und klare Worte, aber „Zugereiste“ auszugrenzen und ihnen das Mitspracherecht nehmen zu wollen, dafür erwarte ich eine öffentliche Entschuldigung im nächsten SOS Notruf. Übrigens, wer ist hier in Not geraten?
Ludwigslust, den 17.01.2009 Irene de Boor, Pastorin
Theodor- Körner Str. 1
19288 Ludwigslust
Tel 03874/ 570834 p 03874/21968 d
Original an die
Kirchenzeitung
Schliemannstr. 12
19055 Schwerin
An die Gebildeten unter den Verächtern der Nordkirche!
Ich melde mich als eine von den „Zugereisten“. Da ich am 13.11.1988 in Hagenow/Mecklenburg ordiniert wurde, können mir die Verfasser des Notrufes das Mitspracherecht nicht streitig machen. Gerade so erfülle ich ihre Norm , 20 Jahre in Mecklenburg zu sein. Hoffen sie bei all den später gekommenen, dass sie nur auf der Durchreise seien, damit irgendwann die echten Mecklenburger wieder unter sich sind, die „denkenden Christen“ (DC)? Unsere Kirchgemeinde lässt die Kirchenzeitung über ein Abonnement unseren Partnergemeinden in den Niederlanden und den USA zukommen. Wenn da der Notruf beilag, wäre mir das mehr als peinlich, all diese militärischen und diffamierenden Ausdrücke. Dass früher alles besser war, „gesund“ gar noch und jeder Pastor sein eigener „Kapitän“: was sind das nur für merkwürdige Vorstellungen und Gedanken! So richtig selbständig hat unsere Kirche doch überhaupt nicht existiert. Was wären unsere kleinen Kirchgemeinden ohne die Männer, Frauen und Kinder, die in den letzten 20 Jahren dazugekommen sind und frischen Wind mitbrachten aus allen Himmelsrichtungen? Und auch zuvor: was wären unsere Gemeinden nach dem Krieg ohne die vielen Flüchtlinge aus dem Osten, die hier in Mecklenburg nicht nur mit offenen Armen empfangen wurden? Wie kann es sein, dass Pastoren im Ruhestand, die die letzten 100 Jahre mecklenburgischer und damit auch deutscher Geschichte zu kennen meinen, was allerdings aus eigener Erfahrung schwierig gewesen sein dürfte, die Christen in zwei Klassen einteilen? Wie oft mögen sie über den Epheserbrief Kapitel 2 gepredigt haben und sehen immer noch Fremde und Gäste außen vor, statt sich auf die evangelischen Christen in Pommern und Nordelbien als „Mitbürger“ und „Hausgenossen“ zu freuen in einer Kirche, wo nicht jeder jeden kennt, aber als Bereicherung erleben kann. Nichts gegen eine offene Diskussion und klare Worte, aber „Zugereiste“ auszugrenzen und ihnen das Mitspracherecht nehmen zu wollen, dafür erwarte ich eine öffentliche Entschuldigung im nächsten SOS Notruf. Übrigens, wer ist hier in Not geraten?
Ludwigslust, den 17.01.2009 Irene de Boor, Pastorin
Erstellt von: Irene de Boor am 18.01.2009 19:00
Antwort
Korrektur
Im Beitrag "Der Weg in den Nordkirchen-Tarifvertrag" ist der erste Satz des dritten Absatzes sachlich falsch. Es waren nicht die Hamburger, sondern die Schleswig-Holsteiner, die bereits 1951 auf der Landessynode ihre Kirchenleitung aufforderten, in Tarifverhandlungen einzutreten. Es dauerte noch ein paar Jahre, bis die ersten Verhandlungen aufgenommen wurden und nochmals ein paar Verhandlungsjahre, bis am 3.Mai 1960 der erste Tarifvertrag mit der Landeskirche Schleswig-Holstein abgeschlossen wurde.
Ich bedanke mich beim Leser, der mich auf den Fehler aufmerksam gemacht hat und den ich hiermit richtig stelle.
Wilfried Lunow
Im Beitrag "Der Weg in den Nordkirchen-Tarifvertrag" ist der erste Satz des dritten Absatzes sachlich falsch. Es waren nicht die Hamburger, sondern die Schleswig-Holsteiner, die bereits 1951 auf der Landessynode ihre Kirchenleitung aufforderten, in Tarifverhandlungen einzutreten. Es dauerte noch ein paar Jahre, bis die ersten Verhandlungen aufgenommen wurden und nochmals ein paar Verhandlungsjahre, bis am 3.Mai 1960 der erste Tarifvertrag mit der Landeskirche Schleswig-Holstein abgeschlossen wurde.
Ich bedanke mich beim Leser, der mich auf den Fehler aufmerksam gemacht hat und den ich hiermit richtig stelle.
Wilfried Lunow
Erstellt von: Wilfried Lunow am 16.01.2009 12:51
Antwort
Januar 2009
Der Weg in den Nordkirchen-Tarifvertrag
Grundsätzliches:
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ist langjähriger Tarifpartner der Nordelbischen Kirche. Als Interessenvertreter der Arbeitnehmerinnen und Arbeit-nehmer der Nordelbischen Kirche (NEK) hat ver.di ein großes Interesse am Projekt Nordkirche. Mit unserer Erklärung vom 05.03.2008 haben wir uns als Unterstützer positioniert, sehen wir doch in der Nordkirche ein Signal der Verbundenheit zwischen Ost und West im einheitlichen Deutschland und einen perspektivisch richtigen Schritt zur Sicherung kirchlicher Angebote im Norden.
Wir haben aber genauso deutlich erklärt, dass es keine bedingungslose Unterstüt-zung ist. Die Nordkirche kann nur erfolgreich sein, wenn sie als einheitliche Kirche auftritt und ihren Mitarbeitenden nicht nur gleiche Pflichten auferlegt, sondern auch gleiche Rechte gewährt. Eine einheitliche Arbeitsrechtssetzung ist also Grundvor-aussetzung. Unter den gegebenen Umständen kann diese einheitliche Arbeitsrechtssetzung nur auf dem sog. 2.Weg, der Arbeitsrechtssetzung über Tarifverträge erfolgen. Das gilt in qualitativer Hinsicht (Rechtsqualität des 2. und 3. Weges) als auch in quantitativer (Anzahl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und ihren Bindungen an KAT (Kirchlicher Arbeitnehmerinne - Tarifvertrag) und KAVO 2008 (Kirchliche Arbeitsvertragsordnung 2008)). Das vorliegende Gutachten von Prof. Joussen über arbeitsrechtliche Fragestellungen einer Fusion bestärkt uns in dieser Hinsicht.
Es sei auch durchaus einmal daran erinnert, dass die Synode der damaligen Ham-burger Landeskirche 1951 entschied, Tarifverhandlungen aufzunehmen. Nicht ge-werkschaftliche, sondern theologische (!) Gründe waren maßgebend; es ging um die Glaubwürdigkeit der Kirche, die sich für den Aufbau der neuen Gewerkschaften im demokratischen Staatswesen und gegen einseitige Arbeitsrechtssetzung aussprach. Die evangelischen Kirchen in Deutschland betonen seitdem immer wieder, wie wichtig Gewerkschaften für unser Staatswesen und die Demokratie sei. Die NEK hat diese Grundüberzeugung gelebt, was von den anderen evangelischen Kirchen nicht unbedingt so behauptet werden kann. Hier klaffen Worte und Taten auseinander. Doch was für andere Arbeitgeber gilt, muss sich die Kirche auch in Bezug auf ihre eigenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zurechnen lassen: Anspruch auf Tarifverträge!
Wir hoffen, dass die drei beteiligten Kirchen das Projekt Nordkirche wirklich wollen und auch eine Gleichbehandlung nicht nur der Kirchenbeamten und Pastoren, sondern auch der anderen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sicherstellen wollen. Leider sprechen die Beschlüsse der PEK und ELLK bisher eine andere Sprache. Halten sie am 3.Weg fest, bleibt uns im Interesse der nordelbischen Kolleginnen und Kollegen nichts anderes übrig, als dafür zu wirken, dass die NEK erhalten bleibt.
Konkretes:
Die tarifvertragliche Angleichung steht im zwanzigsten Jahr der deutschen Einheit unter dem Motto: "Eine Kirche - ein Tarifvertragswerk".
Es bietet sich an, die vorhandenen Tarifverträge der NEK als Basis für die Nordkir-chen-Arbeitsverhältnisse zu nehmen. Das Tarifwerk KAT ist ein kirchenspezifischer Tarifvertrag, der die Besonderheiten kirchlicher Arbeitsverhältnisse berücksichtigt. Grundsätzlich spricht auch nichts dagegen, partielle Verbesserungen mit Blick auf die KAVO 2008, die in der PEK und ELLK gelten, vorzunehmen. Sowohl KAT als auch KAVO 2008 stellen Reformwerke dar, die grundsätzlich demselben Bauprinzip folgen. Beide Werke sind also kompatibel. Es bereitet prinzipiell keine größeren Schwierigkeiten, die KAVO 2008 in den KAT überzuleiten. Größtes Hindernis ist das materielle Niveau. Deswegen ist eine Übergangszeit zur Heranführung der Kirchenkreise und -gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern an den "Rest" der Nordkirche notwendig.
Zu diesem Zweck wird für die Beschäftigten der Nordkirche in Mecklenburg-Vorpommern ein Einführungstarifvertrag (ETV) abgeschlossen. Der ETV könnte am 01.01.2010 in Kraft treten, der in fünf Jahresschritten an das Niveau des KAT heran-führt. KAT zu 100% würde also ab 01.01.2015 gelten. Das Jahr 2009 kann genutzt werden. den ETV zu verhandeln. Den Besonderheiten der PEK und ELLK, die diese in die Nordkirche einbringen, ist dabei natürlich besondere Beachtung zu schenken.
Stichtag für die prinzipielle Umstellung von KAVO 2008 auf KAT wäre der 31.12.2009/01.01.2010. Die Überleitung erfolgt grundsätzlich nach den Prinzipien des TVÜ KAT (Tarifvertrag Überleitung) und entspricht der Maxime, "Keiner be-kommt weniger als vorher, zusätzliche Kosten aus der direkten Überleitung werden vermieden". Dabei gehen die Beschäftigten mit den Entgelten nach KAVO 2008 bzw. nach ARR-Ü (Arbeitsrechtliche Regelung Überleitung) in den KAT gemäß dessen Eingruppierungsordnung. Das "Hineinwachsen" in den KAT erfolgt dann gemäß TVÜ-KAT durch Aufstieg in den Stufen.
Aufgrund des erheblichen Niveauunterschiedes von KAVO 2008 und KAT sollte eine Überleitung nicht direkt in die KAT-Tabelle erfolgen, sondern in zeitweilige, besondere (Jahres-)Tabellen. Aufbau und Struktur sind der eigentlichen KAT-Tabelle gleich, die jeweiligen Werte liegen aber darunter. Die Werte der Jahrestabellen gleichen sich in fünf Schritten den Werten der eigentlichen KAT-Tabelle an.
Ein weiterer Anpassungsschritt erfolgt bei den Sonderzahlungen. Die KAVO 2008 führt in mehreren Schritten eine Sonderzahlung von 50% ein. Der KAT hat zwei Tranchen von 50% und 36% halbjährlich im Wechsel. Unter Berücksichtigung beider Regelungen wäre eine Heranführung an die KAT-Regelung zu vereinbaren.
Weitere Anpassungen im manteltariflichen Bereich sollten ab 01.01.2010 sofort in Kraft treten:
a) 39 Stunden durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit (z.Z. 40 Stunden),
b) 30 Urlaubstage für alle (z.Z. Staffel nach Alter bis 30 Urlaubstage).
c) Sollte "variables Entgelt" (KAVO 2008) gezahlt werden, geht dieses in Besitzstän-de mit ein oder findet anderweitig Berücksichtigung.
Vorstehende Überlegungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit; der Platz für detaillierte Ausführungen ist auch nicht an dieser Stelle. Es sei auch durchaus nicht verschwiegen, dass unser Tarifpartner, der kirchliche Arbeitgeberverband VKDA (Verband kirchlicher und diakonischer Anstellungsträger) durchaus andere Vorstellungen entwickeln kann. Tarifverträge sind eben anders als z.B. die KAVO 2008 verbindlich ausgehandelte, mit Gesetzeskraft ausgestattete Verträge zwischen gleichberechtigten Partner auf gleicher Augenhöhe!
Ver.di kann für sich in Anspruch nehmen, gut gerüstet zu sein, den Weg in die Nordkirche mitzugestalten. In Ost und West stehen Kolleginnen und Kollegen dazu bereit. Kirchenleitungen und Synoden sind aufgefordert, die ausgestreckte Hand anzunehmen und gemeinsam den Weg in eine erfolgreiche Zukunft auch im Interesse der Kirchenbeschäftigten zu gestalten.
Wilfried Lunow
ver.di Nord
Kirchensekretär
Süderstrasse 46
25813 Husum
Tel.:04841/8946-0
FAX: 04841/8946-90
wilfried.lunow@verdi.de
Erstellt von: Wilfried Lunow am 15.01.2009 15:32
Antwort
Lieber Bruder Rathke, Wie gut waren Ihre Anregungen nach dem Studium in Nordelbien. Ich könnte ähnliches von einem anderen Ort berichten. Für uns beide gab es das ganz ohne Fusion! Das brachte uns positive Freiheit. Um solche ergänzende Begegnung und Zusammenarbeit geht es uns doch. Die gesetzliche Fusion bringt andere Töne hinein.
P.S. Der Druckfehler war der Druckerei mitgeteilt, aber die Korrektur in 71 hat nicht geklappt,.
Vielen Dank für das aufmerksame Lesen.
Martin Dürr
P.S. Der Druckfehler war der Druckerei mitgeteilt, aber die Korrektur in 71 hat nicht geklappt,.
Vielen Dank für das aufmerksame Lesen.
Martin Dürr
Erstellt von: Martin Dürr am 13.01.2009 14:04
Antwort
Ich bin empört über die Polemik dieses Artikels! Ich habe bei Professor Cornehl studiert und kenne ihn als einen Menschen und Lehrer, der immer umsichtig um Dialog in alle Richtungen bemüht ist. Wenn es auf nordelbischer Seite Menschen gibt, die sich unabhängig von Finanzen und Strukturfragen theologisch, gesellschaftlich und historisch mit der Fusion auseinandersetzen, dann sollten wir doch gerade da anknüpfen und das Gespräch suchen, denn da geht es eben nicht um Geld, Größe und Mehrheiten. Natürlich gibt es auf beiden Seiten Fehleinschätzungen und Vorurteile gegenüber der jeweils anderen Landeskirche. Aber darüber ins Gespräch und in die Diskussion zu kommen, darin liegt doch die Chance, über die Grenzen hinweg Gemeinschaft zu stiften. Ein solcher Stil trägt nicht dazu bei; er irritiert und verprellt diejenigen, die mit Mecklenburg zusammen Visionen entwickeln wollen. Aber gerade mit ihnen wäre doch ein Gespräch auf der berühmten Augenhöhe darüber möglich, was die Landeskirchen verbindet, was sie in Zukunft verbinden kann, und inwiefern sie sich unabhängig von allen Geldfragen gegenseitig bereichern können.
Dieser Artikel war jedenfalls nicht auf Augenhöhe – er war unter der Gürtellinie!
Pastorin Jessica Warnke, Roggenstorf
Dieser Artikel war jedenfalls nicht auf Augenhöhe – er war unter der Gürtellinie!
Pastorin Jessica Warnke, Roggenstorf
Erstellt von: Jessica Warnke am 12.01.2009 14:41
Antwort
Nordkirche statt Pastorenkirche – Reaktion auf SOS Kirche in Not
Pastoren des „Güstrower Kreises“ haben sich unübersehbar zu Wort gemeldet. Vielen Dank für die Offenheit! Die teils drastischen und dramatisierenden Schlagzeilen und SOS-Beiträge beschreiben jedoch eine kirchliche Entwicklung und Wirklichkeit, die ich als in der Arbeit doch noch etwas jünger gebliebener Gemeindepädagoge und Gemeindeberater nicht teilen kann.
Auf S.4f. des SOS-Rufes wird die „Kirche für andere“ zitiert. Es handelt sich um die Eisenacher Synode 1971 (nicht 1961), auf der auch die Tendenzen der Ostkirchen hin zu einer Pastorenkirche bemängelt worden waren. Die Pastoren und Pastorinnen des „Güstrower Kreises“ möchte ich anregen, sich mehr mit jüngeren Berufskollegen und vor allem auch mit Mitarbeitenden anderer Berufsprofile auszutauschen.
Der beabsichtigte Kirchenzusammenschluss hat viele Facetten. So einhellig negativ wie die SOS-Verfasser sehen viele meiner Kolleginnen und Kollegen das Vorhaben nicht. Wenn es nur um finanzielle Einsparungen und um Personalkürzungen ginge..... , das wäre wirklich zu mager.
Vier Jahre lang habe ich in Nordelbien das Handwerk der Gemeindebratung erlernt, im Zusammenspiel mit Mitarbeitenden der Kirche dort. Wer sich öffnet, ist zunächst unsicher. Aber du lernst viel dazu und nimmst die eigene Welt anders wahr. Das wünsche ich mir u.a. von unserer Kirche, nicht nur mit Blick nach Nordelbien, sondern auch in Richtung Pommern, - geschaut, gelebt und gearbeitet. Der mutige Schritt einer Fusion verhindert halbherzige Lösungen. Es wird manches natürlich schmerzen, aber die Aussicht auf neue, gute Wege bringt eine gelegentlich schwerfällige Kirche in Schwung.
Vor zehn Jahren habe ich selbst den Zusammenschluss der Kinder- und Jugendarbeit in Mecklenburg durchlebt und durchlitten. Was ist letztendlich daraus gewachsen, - ein neues Selbstverständnis in der pädagogischen Arbeit, der Mut, sich an heilige Kühe und alte Zöpfe heranzutrauen, sich aus dem Raum der Gemeinde in die Umgebung, in die Schule, in die Welt zu trauen und richtig anzukommen bei den Menschen. Das ist "Kirche für andere"! Und nach innen ist ein neuer Team-Geist am Wachsen. Bestätigen können das die über 100 Mitarbeitenden der Pädagogik, zudem auch etliche Pastoren, die am Jahresanfang die MAT (Kinder- und Jugend –Mit Arbeiter Tagung) besuchten. – Vielen Dank den Veranstaltern für die alljährliche Weiterbildung und Motivierung!
Es wäre schön, auch andere zu hören, die anstelle eines Notrufes ihr berufliches bzw. persönliches Interesse an der Nordkirche beschreiben.
Wolfhard Rathke, Gemeindepädagoge und Gemeindeberater, Neubrandenburg
Pastoren des „Güstrower Kreises“ haben sich unübersehbar zu Wort gemeldet. Vielen Dank für die Offenheit! Die teils drastischen und dramatisierenden Schlagzeilen und SOS-Beiträge beschreiben jedoch eine kirchliche Entwicklung und Wirklichkeit, die ich als in der Arbeit doch noch etwas jünger gebliebener Gemeindepädagoge und Gemeindeberater nicht teilen kann.
Auf S.4f. des SOS-Rufes wird die „Kirche für andere“ zitiert. Es handelt sich um die Eisenacher Synode 1971 (nicht 1961), auf der auch die Tendenzen der Ostkirchen hin zu einer Pastorenkirche bemängelt worden waren. Die Pastoren und Pastorinnen des „Güstrower Kreises“ möchte ich anregen, sich mehr mit jüngeren Berufskollegen und vor allem auch mit Mitarbeitenden anderer Berufsprofile auszutauschen.
Der beabsichtigte Kirchenzusammenschluss hat viele Facetten. So einhellig negativ wie die SOS-Verfasser sehen viele meiner Kolleginnen und Kollegen das Vorhaben nicht. Wenn es nur um finanzielle Einsparungen und um Personalkürzungen ginge..... , das wäre wirklich zu mager.
Vier Jahre lang habe ich in Nordelbien das Handwerk der Gemeindebratung erlernt, im Zusammenspiel mit Mitarbeitenden der Kirche dort. Wer sich öffnet, ist zunächst unsicher. Aber du lernst viel dazu und nimmst die eigene Welt anders wahr. Das wünsche ich mir u.a. von unserer Kirche, nicht nur mit Blick nach Nordelbien, sondern auch in Richtung Pommern, - geschaut, gelebt und gearbeitet. Der mutige Schritt einer Fusion verhindert halbherzige Lösungen. Es wird manches natürlich schmerzen, aber die Aussicht auf neue, gute Wege bringt eine gelegentlich schwerfällige Kirche in Schwung.
Vor zehn Jahren habe ich selbst den Zusammenschluss der Kinder- und Jugendarbeit in Mecklenburg durchlebt und durchlitten. Was ist letztendlich daraus gewachsen, - ein neues Selbstverständnis in der pädagogischen Arbeit, der Mut, sich an heilige Kühe und alte Zöpfe heranzutrauen, sich aus dem Raum der Gemeinde in die Umgebung, in die Schule, in die Welt zu trauen und richtig anzukommen bei den Menschen. Das ist "Kirche für andere"! Und nach innen ist ein neuer Team-Geist am Wachsen. Bestätigen können das die über 100 Mitarbeitenden der Pädagogik, zudem auch etliche Pastoren, die am Jahresanfang die MAT (Kinder- und Jugend –Mit Arbeiter Tagung) besuchten. – Vielen Dank den Veranstaltern für die alljährliche Weiterbildung und Motivierung!
Es wäre schön, auch andere zu hören, die anstelle eines Notrufes ihr berufliches bzw. persönliches Interesse an der Nordkirche beschreiben.
Wolfhard Rathke, Gemeindepädagoge und Gemeindeberater, Neubrandenburg
Erstellt von: Wolfhard Rathke am 10.01.2009 20:25
Antwort
Mein erster Eindruck nach flüchtigem Lesen der Beilage zur KIrchenzeitung: Es schockiert mich zutiefst, auf welchem Niveau der Diskussion - wenn man es denn so noch nennen mag - wir mittlerweile angekommen sind. So wenig befriedigend die "Werbebroschüren" unserer Landeskirche sind und bei allen berechtigten Einwänden: Kritik, die sich so artikuliert stößt mich ab, bei mancher Sympathie in der Sache. Ich wünsche mir, dass sich nun auch die sachlichen Kritiker der Nordkirche gehör verschaffen und ich erhoffe von Kirchenleitung, dass sie dazu Raum gibt.
Erstellt von: Konstanze Helmers am 10.01.2009 02:16
Antwort
An die Kirchenleitungen der Nordelbischen Kirche, der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs und der Pommerschen Evangelischen Kirche
Als Studentinnen und Studenten der Theologie der PEK sehen wir große Chancen in einer Verbindung der Nordkirchen. Als auf Hoffnung und Gewissheit gegründet, sollten nicht allein die ökonomischen Faktoren über das Gesicht und die Ausstrahlung des Verbundes bestimmen. Noch in der Ausbildung sehen wir unsere Zukunft in der Region, in der wir aufgewachsen sind. Die jetzt gefassten Beschlüsse und Zielsetzung werden im Wesentlichen von der kommenden Generation der Pastorinnen und Pastoren mit umgesetzt. Daher ist die Struktur und Einbettung der Ausbildung in die kirchliche Organisation von großer Bedeutung.
Das heißt in erster Linie Perspektive.
Studentinnen und Studenten brauchen Orientierung über den Weg ins Pfarramt, der trotz aller Optimierung, recht lang ist. Dazu gehört ein klares Anforderungsprofil ebenso wie Transparenz bei der Stellensituation.
Die Teilnahme an den einzelnen Abschnitten der Ausbildung muss gewährleistet sein. Bei der Übernahme ins Vikariat, als Beginn des praktischen Ausbildungsteils, ist die Kirche bis zur Zuerkennung der Anstellungsfähigkeit in der Verantwortung. Bei der Strukturierung der Ausbildung sind Wartezeiten zu vermeiden oder eine sinnvollen Überbrückung zu fördern.
Die Entscheidung zur Übernahme kann nicht ausschließlich im Rahmen einer Auswahltagung erfolgen. Im Ausbildungsverlauf ist sie bis zum Vikariat sinnvoll zu treffen.
Studentinnen und Studenten der Nordkirche gelten werden auf einer Landesliste geführt.
Das heißt auch Kommunikation.
Zwischen Kirchenleitung und Studentinnen und Studenten sollte eine direkte Verbindung bestehen. Das gewährleistet die Transparenz und ermöglicht die Vermittlung von Erwartungen. So wäre eine Mitsprache bei der möglichen Neufassung der Prüfungsordnung im Interesse der Beteiligten. Die Studentische Vertretung (Konvent/ Rat) steht dabei als Partner der/ dem Beauftragten für die Ausbildung zur Verfügung. Das jährliche Treffen, schon jetzt in der Prüfungsordnung verankert, ist ein wichtiges Instrument in diesem Sinn.
Das heißt Mitarbeit.
Die Studentinnen und Studenten, Vikarinnen und Vikare gehören zum Potential der Kirche. Das gilt in allen Phasen der Ausbildung. Wir möchten gern über unsere Ortsgemeinde hinaus an der Gestaltung der Nordkirche beteiligt sein, durch die Mitarbeit in Gremien. Ein Platz für eine Vertreterin oder einen Vertreter der Auszubildenden in der Synode unterstreicht das Interesse der Kirche am theologischen Nachwuchs und ermöglicht die Kommunikation mit den Vertreterinnen und Vertretern der Gemeinden und verschiedenen Gruppen.
Wir befürworten, dass der Standort eines evtl. neu entstehenden, gemeinsam genutzten Predigerseminars in Ludwigslust sein wird.
Für den Konvent der Studentinnen und Studenten der PEK
Anna-Maria Tetzlaff, Stefan Fricke, Franziska Zimmermann
Stefan.Fricke@ginguppin.de
franziska_zimmermann@yahoo.de
annamaherta.tetzlaff@yahoo.de
Als Studentinnen und Studenten der Theologie der PEK sehen wir große Chancen in einer Verbindung der Nordkirchen. Als auf Hoffnung und Gewissheit gegründet, sollten nicht allein die ökonomischen Faktoren über das Gesicht und die Ausstrahlung des Verbundes bestimmen. Noch in der Ausbildung sehen wir unsere Zukunft in der Region, in der wir aufgewachsen sind. Die jetzt gefassten Beschlüsse und Zielsetzung werden im Wesentlichen von der kommenden Generation der Pastorinnen und Pastoren mit umgesetzt. Daher ist die Struktur und Einbettung der Ausbildung in die kirchliche Organisation von großer Bedeutung.
Das heißt in erster Linie Perspektive.
Studentinnen und Studenten brauchen Orientierung über den Weg ins Pfarramt, der trotz aller Optimierung, recht lang ist. Dazu gehört ein klares Anforderungsprofil ebenso wie Transparenz bei der Stellensituation.
Die Teilnahme an den einzelnen Abschnitten der Ausbildung muss gewährleistet sein. Bei der Übernahme ins Vikariat, als Beginn des praktischen Ausbildungsteils, ist die Kirche bis zur Zuerkennung der Anstellungsfähigkeit in der Verantwortung. Bei der Strukturierung der Ausbildung sind Wartezeiten zu vermeiden oder eine sinnvollen Überbrückung zu fördern.
Die Entscheidung zur Übernahme kann nicht ausschließlich im Rahmen einer Auswahltagung erfolgen. Im Ausbildungsverlauf ist sie bis zum Vikariat sinnvoll zu treffen.
Studentinnen und Studenten der Nordkirche gelten werden auf einer Landesliste geführt.
Das heißt auch Kommunikation.
Zwischen Kirchenleitung und Studentinnen und Studenten sollte eine direkte Verbindung bestehen. Das gewährleistet die Transparenz und ermöglicht die Vermittlung von Erwartungen. So wäre eine Mitsprache bei der möglichen Neufassung der Prüfungsordnung im Interesse der Beteiligten. Die Studentische Vertretung (Konvent/ Rat) steht dabei als Partner der/ dem Beauftragten für die Ausbildung zur Verfügung. Das jährliche Treffen, schon jetzt in der Prüfungsordnung verankert, ist ein wichtiges Instrument in diesem Sinn.
Das heißt Mitarbeit.
Die Studentinnen und Studenten, Vikarinnen und Vikare gehören zum Potential der Kirche. Das gilt in allen Phasen der Ausbildung. Wir möchten gern über unsere Ortsgemeinde hinaus an der Gestaltung der Nordkirche beteiligt sein, durch die Mitarbeit in Gremien. Ein Platz für eine Vertreterin oder einen Vertreter der Auszubildenden in der Synode unterstreicht das Interesse der Kirche am theologischen Nachwuchs und ermöglicht die Kommunikation mit den Vertreterinnen und Vertretern der Gemeinden und verschiedenen Gruppen.
Wir befürworten, dass der Standort eines evtl. neu entstehenden, gemeinsam genutzten Predigerseminars in Ludwigslust sein wird.
Für den Konvent der Studentinnen und Studenten der PEK
Anna-Maria Tetzlaff, Stefan Fricke, Franziska Zimmermann
Stefan.Fricke@ginguppin.de
franziska_zimmermann@yahoo.de
annamaherta.tetzlaff@yahoo.de
Erstellt von: Stefan Fricke am 22.12.2008 00:13
Antwort
An die
Kirchenleitungen Mecklenburgs
Pommern
Nordelbien
Wir, die „Arbeitsgemeinschaft Nordkirche“ auf Arbeitnehmerseite
appellieren
- an die gesetzgebenden Organe und Anstellungsträger in unseren Landeskirchen:
Dem Begehren diakonischer und kirchlicher Anstellungsträger muss widersprochen werden, dass kirchliche Autonomie und Selbstbestimmung durch einen Verzicht auf Tarifverträge gewährleistet sind. Wenn Dienstgemeinschaft ernst genommen werden soll, dann erfordert sie geradezu paritätisch ausgehandelte Tarifvereinbarungen.
- an alle Mitarbeitende:
Damit Tarifverträge zustande kommen können, müssen sich diakonische und kirchliche Mitarbeitende gewerkschaftlich organisieren.
- an die Mitarbeitervertretungen:
Weil sie eingebunden sind in die „vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Anstellungsträgern und Mitarbeitern, ist jede betriebliche Mitarbeitervertretung mit der tarifpolitischen Vertretung von Arbeitnehmern überfordert. Deshalb müssen die Mitarbeitervertretungen das Ansinnen kirchlicher und diakonischer Anstellungsträger zurückweisen, sie als vermeintlich gleichberechtigten Vertragspartner für kirchliche Tarifverhandlungen einzuspannen.
- an die Gewerkschaften:
Sich noch stärker den Mitarbeitenden in Kirche und Diakonie glaubwürdig als gewerkschaftliche Interessenvertretungen anzubieten. Dazu ist es notwendig, kirchenspezifische Tarifverträge anzustreben, die den besonderen Bedingungen kirchlicher und diakonischer Arbeit gerecht werden.
Der Grundsatz der Dienstgemeinschaft steht Tarifverträgen nicht entgegen. Im Gegenteil, Tarifverträge sind nicht Ausdruck des Konfliktdenkens zweier einander unversöhnlich konträr gegenüberstehender Parteien. Ihr Ziel ist nicht der Konflikt, sondern die Einigung – dies freilich unter fairer und gerechter Berücksichtigung der Interessen beider Seiten.
Dienstgemeinschaft richtig verstanden heißt: konsensorientierte Entscheidungsprozesse zu beschreiten und dazu gehören Tarifverträge.
Für die „Nordkirche“ bedeutet das die Übernahme des KAT und tarifvertragliche – d. h. durch Gewerkschaften und Anstellungsträger ausgehandelte Überleitungsvereinbarungen für nicht tarifgebundene Mitarbeitende.
Vorstand und Tarifkommission des vkm Deutschland Landesverband Nordelbien
Arbeitsrechtliche Kommission der Pommerschen Evangelischen Kirche
Arbeitsrechtliche Kommission der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs
vkm Mecklenburg/GKD Gewerkschaft Kirche und Diakonie
GKD Gewerkschaft Kirche und Diakonie -Bundesvorstand-
Kontaktadresse: vkm Deutschland, Glißmannweg 1, 22457 Hamburg
Telefon: 040 – 651 43 80
Telefax: 040 – 651 11 19
E-Mail: info@vkmdeutschland.de
Rostock, den 21. November 2008
i. A. Hubert Baalmann
Kirchenleitungen Mecklenburgs
Pommern
Nordelbien
Wir, die „Arbeitsgemeinschaft Nordkirche“ auf Arbeitnehmerseite
appellieren
- an die gesetzgebenden Organe und Anstellungsträger in unseren Landeskirchen:
Dem Begehren diakonischer und kirchlicher Anstellungsträger muss widersprochen werden, dass kirchliche Autonomie und Selbstbestimmung durch einen Verzicht auf Tarifverträge gewährleistet sind. Wenn Dienstgemeinschaft ernst genommen werden soll, dann erfordert sie geradezu paritätisch ausgehandelte Tarifvereinbarungen.
- an alle Mitarbeitende:
Damit Tarifverträge zustande kommen können, müssen sich diakonische und kirchliche Mitarbeitende gewerkschaftlich organisieren.
- an die Mitarbeitervertretungen:
Weil sie eingebunden sind in die „vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Anstellungsträgern und Mitarbeitern, ist jede betriebliche Mitarbeitervertretung mit der tarifpolitischen Vertretung von Arbeitnehmern überfordert. Deshalb müssen die Mitarbeitervertretungen das Ansinnen kirchlicher und diakonischer Anstellungsträger zurückweisen, sie als vermeintlich gleichberechtigten Vertragspartner für kirchliche Tarifverhandlungen einzuspannen.
- an die Gewerkschaften:
Sich noch stärker den Mitarbeitenden in Kirche und Diakonie glaubwürdig als gewerkschaftliche Interessenvertretungen anzubieten. Dazu ist es notwendig, kirchenspezifische Tarifverträge anzustreben, die den besonderen Bedingungen kirchlicher und diakonischer Arbeit gerecht werden.
Der Grundsatz der Dienstgemeinschaft steht Tarifverträgen nicht entgegen. Im Gegenteil, Tarifverträge sind nicht Ausdruck des Konfliktdenkens zweier einander unversöhnlich konträr gegenüberstehender Parteien. Ihr Ziel ist nicht der Konflikt, sondern die Einigung – dies freilich unter fairer und gerechter Berücksichtigung der Interessen beider Seiten.
Dienstgemeinschaft richtig verstanden heißt: konsensorientierte Entscheidungsprozesse zu beschreiten und dazu gehören Tarifverträge.
Für die „Nordkirche“ bedeutet das die Übernahme des KAT und tarifvertragliche – d. h. durch Gewerkschaften und Anstellungsträger ausgehandelte Überleitungsvereinbarungen für nicht tarifgebundene Mitarbeitende.
Vorstand und Tarifkommission des vkm Deutschland Landesverband Nordelbien
Arbeitsrechtliche Kommission der Pommerschen Evangelischen Kirche
Arbeitsrechtliche Kommission der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs
vkm Mecklenburg/GKD Gewerkschaft Kirche und Diakonie
GKD Gewerkschaft Kirche und Diakonie -Bundesvorstand-
Kontaktadresse: vkm Deutschland, Glißmannweg 1, 22457 Hamburg
Telefon: 040 – 651 43 80
Telefax: 040 – 651 11 19
E-Mail: info@vkmdeutschland.de
Rostock, den 21. November 2008
i. A. Hubert Baalmann
Erstellt von: Hubert Baalmann vkm LV Nordelbien am 10.12.2008 10:29
Antwort
Martin Dürr,17168 Grieve Haus 1 Tel./Fax 039976-50210 5.12.08
Antwort auf das Werbejournal „Forum Nordkirche“
Es wurde im Gottesdienst verteilt. Es kam noch einmal als Einlegeexemplar in der MKZ. Wer kann gegen solche Medien-Power ankommen. Viele gewinnen den Eindruck, das wäre also modern, das wäre dran. Aber worum geht es inhaltlich? Ich habe versucht, den Inhalt des Blattes etwas zu analysieren:
Der für das Projekt endlich nachgereichte theologische Begründungsversuch für eine Fusion von Prof. Peter Cornehl steht auf S. 8 und 9. Er ist leider über ein Gemisch von Plattheiten und Widersprüchen nicht hinaus gekommen .
1.Der von ihm berufene Kronzeuge für die Fusion, Bugenhagen, hat im Gegenteil gerade nicht versucht, eine Ev. Großkirche dem Römischen Kirchgebilde entgegenzusetzen, sondern ist zu den Gemeinden vor Ort gegangen und hat Kirchenordnungen entwickelt in Braunschweig, Hildesheim, Hamburg, Lübeck, Pommern., Dänemark. Er hat ihre Aufgaben und Möglichkeiten individuell ernst genommen und selbst verschiedene Kirchenordnungen vor Ort (!) geschaffen..
2. Mangels einer neutestamentlichentlichen Begründung oder wenigstens eines daraus verständlichen Ansatzes der Fusion begründet er sie mit „Backstein, Barlach, Bier und Fisch und Platt“ Absurder geht es kaum in einer theologischen Begründung.
Zu den großen Backsteinkirchen als Symbolzeichen, als kirchliches Einheitszeichen:
Weiß er nicht, dass diese auch aus Demonstrations- und Konkurrenzgründen so groß gebaut wurden? „Wir können es größer, höher und schöner als Nachbarn und Vorgänger (St.Nikolai, Wismar gegen St.Marien und St.Georgen)“, und wenn sie darüber einstürzten während der Bauzeit, wie St.Marien Rostock. Der Kontrast zu den damaligen Behausungen zu ihren Füßen war nicht zu übersehen und sollte das der Kirche ein Vorbild sein? Sie waren auch Renommee der reichen Kaufherrn. Wir wollen diese Gebäude zwar dankbar benutzen, sie sind imponierende architektonische Leistungen, aber evangelischer Kirchenbau sieht sich durch Wichtigeres verbunden.- Wenn sie Anlass zur Fusion wären, wo bliebe die Backsteinkirchen bis Lettland, Estland und dem Skandinavische Raum, oder werden schon Pläne geschmiedet? Wollen wir wieder Konkurrenzgeist anheizen . „Wir sind die größten, „Die Nordkirche ist das größte ekklesiologische Experiment des deutschen Protestantismus in dieser Zeit.“(S.8)
„Barlach, Bier und Fisch“ in einen Fusionstopf sind wohl nur ein Stammtischausrutscher. Wenn das für uns ein Grund zur Einheit wäre!
Die niederdeutschen Platt- Dialekte sind nicht auf das Fusionsgebiet beschränkt . Wie viel Prozent der kirchlichen Bevölkerung sprechen es überhaupt?
„Aus der Vogelperspektive“
Die Eindrücke beim Überflug über das schöne Pommern und Mecklenburg erinnern mich mehr
an einen Eroberer als an einen Kirchenmann, der auch hier an die Menschen „ da unten“ erinnert wird, an die vielen ungelösten Nöte, welch trotzig und verzagt Herz sie im Bann hält, die nicht erkennen, was zu ihrem Frieden dient..
Zwei Kulturen
Im Osten zwangsläufig „Kultur der Ohnmacht“.. „Es blieb denen, die sich verweigerten, kaum etwas anderes übrig, als der Rückzug in die Gemeindenischen und kleinen kirchlichen Subkulturen. Dort war man unter sich. Kirche war ein Schutzraum…. Und doch war allen klar. Dass man gegen „die da oben“ wenig tun konnte“. Als Überwindung dieser „unterschiedlichen Lebenseinstellungen“ wird gegenseitiges Erzählen der jeweiligen Lebenserfahrungen empfohlen.
Das ist erschütterndes Klischeedenken. In welchem Sessel hat er die Wirklichkeit verschlafen? Weder die Schubladen für „Tapfer“ noch „Nische“ werden der Wirklichkeit gerecht. Jeder einzelne und jeder Augenblick standen für sich. Wenn man schon einen Generalkurs feststellen will, dann wurde damals in Mecklenburg auf jede kirchliche Aktion und Äußerung von politischer Seite sehr viel sensibler reagiert als heutzutage. Die Meckl. Kirche lebte schon im Blickfeld der Öffentlichkeit. Sie ging durch die Besuchsdienste in die Häuser der Fernen, hat die Auseinandersetzungen mit offenem Visier geführt. Sie war eine Kirche bei den Menschen, bemühte sich um die Zeichen der Zeit und war das Licht der friedlichen Revolution, das ein rumänisches Schicksal verhindert hat. Deshalb weise ich solche Beleidigung als Unkenntnis zurück.
Theologie der Nordkirche
Was versteht er darunter? „Möglichst enge Kooperation der vier Fakultäten in Kiel, Hamburg, Rostock und Greifswald“ Überraschend wünscht er hier keine Fusion sondern Kooperation!. Merkt er gar nicht den Widerspruch zu dem, was er beweisen will, die Notwendigkeit von Fusion? Seine Arbeitsliste bedarf keiner Fusion. Die Antwort, weshalb Gigantismus, Zentralismus und Managment der Fusion Vorrang haben gegenüber selbständigem, lebendigem Gemeindeleben in übersichtlichen Gruppen, bleibt er schuldig
S.13 bleiben auch die DiakonischenWerke der einzelnen Bundesländer weiter selbständig.-
Für die Vereinigung der Kirchenzeitungen können wir auch nur eine schamhaft verschwiegene Fehlanzeige registrieren. Warum? Weil die Fusion ihre großen Nachteile gegenüber einer Kooperation haben kann! Aber nicht nur dort sondern überall!
Bei der Auftragsliste für die Fakultäten fällt auf, dass er „Mission“ in Anführungsstriche setzt. Schämt er sich des Wortes Jesu Christi: Gehet hin in alle Welt …machet zu Jüngern“? Wovon erwartet er denn Gesundung unserer kranken Welt?
„Ein zukunftsträchtiges Feld ist das Verhältnis Evangelium und Kultur“ Das hört sich mir doch sehr „nordisch“ an. Es geht nicht mehr um das ethische Ringen von Gesetz und Evangelium bzw. Evangelium und Gesetz, an denen Verantwortung und damit Leben und Verderben hängen kann, sondern für die fusionierte Nordkirche geht es um das nette Evangelium und Kultur! Um moderne billige Gnade.
„Die Bibel ist wie ein Brief aus einem fernen Land der Wünsche und der Träume.“
Mehr nicht für eine fusionierte Nordkirche? Mehr steht tatsächlich nicht da! Meint man ehrlich, „er sitzt nicht mehr im Regimente?“ Wir sind allein., haben nur alte Briefe mit Lebensträumen?- Gibt es für die vielfältigen Stimmen der Bibel nicht mehr den Kompass Luthers „Was Christum treibet, das ist Gottes Wort.“ Und das gestaltet diese Welt. Es soll nicht wieder leer zu mir kommen, sondern tun, was mir gefällt“? Hat die fusionierte Kirche wirklich nichts mehr von außen – von Ihm- zu erwarten? Dann will ich nicht zu ihr gehören.
Dass Jesus Christus in dem ganzen grundsätzlichen theologischen Aufsatz nicht ein einziges Mal namentlich erwähnt wird, ist sicher rein zufällig, aber wichtig zu beachten.
Die Kosten
S.14 „ Die Kosten (des neuen Kirchenamtes am Bhf.Lübeck) sind noch nicht bezifferbar, da dies erst nach Abschluss des Fusionsvertrages und der Konzeption des neuen Amtes möglich ist.“ Nach Schätzung des Finanzbeirates der Nordelbischen Kirche vom November 08 gegenwärtig 26 000 000,-Euro, in Worten sechsundzwanzig Millionen Euro (Das macht uns nichts, denn es müssen und können nur die Nachbarn bezahlen!) Der Finanzbeirat hat die Frage:
„Sind die prognostizierten Mehrbelastungen wirklich der worst case im Blick auf die finanziellen Auswirkungen für die nordelbischen Kirchenkreise?
Um hier zu einer größeren Klarheit zu kommen, bittet der Finanzbeirat nochmals um Aktualisierung der Machbarkeitsstudie auf Basis der Ist-Zahlen 2008.
-Nach bisherigen Mitteilungen ist auch für die Zukunft eine unterschiedliche Pfarrstellendichte in den verschiedenen Gliedkirchen geplant, die längerfristig wiederum eine Mehrbelastung für die Kirchenkreise der NEK nach sich zieht. In diesem Zusammenhang stellt der Finanzbeirat der NEK die Frage, in welchen Bereichen noch zusätzliche Mehrbelastungen zu erwarten sind
Antwort auf das Werbejournal „Forum Nordkirche“
Es wurde im Gottesdienst verteilt. Es kam noch einmal als Einlegeexemplar in der MKZ. Wer kann gegen solche Medien-Power ankommen. Viele gewinnen den Eindruck, das wäre also modern, das wäre dran. Aber worum geht es inhaltlich? Ich habe versucht, den Inhalt des Blattes etwas zu analysieren:
Der für das Projekt endlich nachgereichte theologische Begründungsversuch für eine Fusion von Prof. Peter Cornehl steht auf S. 8 und 9. Er ist leider über ein Gemisch von Plattheiten und Widersprüchen nicht hinaus gekommen .
1.Der von ihm berufene Kronzeuge für die Fusion, Bugenhagen, hat im Gegenteil gerade nicht versucht, eine Ev. Großkirche dem Römischen Kirchgebilde entgegenzusetzen, sondern ist zu den Gemeinden vor Ort gegangen und hat Kirchenordnungen entwickelt in Braunschweig, Hildesheim, Hamburg, Lübeck, Pommern., Dänemark. Er hat ihre Aufgaben und Möglichkeiten individuell ernst genommen und selbst verschiedene Kirchenordnungen vor Ort (!) geschaffen..
2. Mangels einer neutestamentlichentlichen Begründung oder wenigstens eines daraus verständlichen Ansatzes der Fusion begründet er sie mit „Backstein, Barlach, Bier und Fisch und Platt“ Absurder geht es kaum in einer theologischen Begründung.
Zu den großen Backsteinkirchen als Symbolzeichen, als kirchliches Einheitszeichen:
Weiß er nicht, dass diese auch aus Demonstrations- und Konkurrenzgründen so groß gebaut wurden? „Wir können es größer, höher und schöner als Nachbarn und Vorgänger (St.Nikolai, Wismar gegen St.Marien und St.Georgen)“, und wenn sie darüber einstürzten während der Bauzeit, wie St.Marien Rostock. Der Kontrast zu den damaligen Behausungen zu ihren Füßen war nicht zu übersehen und sollte das der Kirche ein Vorbild sein? Sie waren auch Renommee der reichen Kaufherrn. Wir wollen diese Gebäude zwar dankbar benutzen, sie sind imponierende architektonische Leistungen, aber evangelischer Kirchenbau sieht sich durch Wichtigeres verbunden.- Wenn sie Anlass zur Fusion wären, wo bliebe die Backsteinkirchen bis Lettland, Estland und dem Skandinavische Raum, oder werden schon Pläne geschmiedet? Wollen wir wieder Konkurrenzgeist anheizen . „Wir sind die größten, „Die Nordkirche ist das größte ekklesiologische Experiment des deutschen Protestantismus in dieser Zeit.“(S.8)
„Barlach, Bier und Fisch“ in einen Fusionstopf sind wohl nur ein Stammtischausrutscher. Wenn das für uns ein Grund zur Einheit wäre!
Die niederdeutschen Platt- Dialekte sind nicht auf das Fusionsgebiet beschränkt . Wie viel Prozent der kirchlichen Bevölkerung sprechen es überhaupt?
„Aus der Vogelperspektive“
Die Eindrücke beim Überflug über das schöne Pommern und Mecklenburg erinnern mich mehr
an einen Eroberer als an einen Kirchenmann, der auch hier an die Menschen „ da unten“ erinnert wird, an die vielen ungelösten Nöte, welch trotzig und verzagt Herz sie im Bann hält, die nicht erkennen, was zu ihrem Frieden dient..
Zwei Kulturen
Im Osten zwangsläufig „Kultur der Ohnmacht“.. „Es blieb denen, die sich verweigerten, kaum etwas anderes übrig, als der Rückzug in die Gemeindenischen und kleinen kirchlichen Subkulturen. Dort war man unter sich. Kirche war ein Schutzraum…. Und doch war allen klar. Dass man gegen „die da oben“ wenig tun konnte“. Als Überwindung dieser „unterschiedlichen Lebenseinstellungen“ wird gegenseitiges Erzählen der jeweiligen Lebenserfahrungen empfohlen.
Das ist erschütterndes Klischeedenken. In welchem Sessel hat er die Wirklichkeit verschlafen? Weder die Schubladen für „Tapfer“ noch „Nische“ werden der Wirklichkeit gerecht. Jeder einzelne und jeder Augenblick standen für sich. Wenn man schon einen Generalkurs feststellen will, dann wurde damals in Mecklenburg auf jede kirchliche Aktion und Äußerung von politischer Seite sehr viel sensibler reagiert als heutzutage. Die Meckl. Kirche lebte schon im Blickfeld der Öffentlichkeit. Sie ging durch die Besuchsdienste in die Häuser der Fernen, hat die Auseinandersetzungen mit offenem Visier geführt. Sie war eine Kirche bei den Menschen, bemühte sich um die Zeichen der Zeit und war das Licht der friedlichen Revolution, das ein rumänisches Schicksal verhindert hat. Deshalb weise ich solche Beleidigung als Unkenntnis zurück.
Theologie der Nordkirche
Was versteht er darunter? „Möglichst enge Kooperation der vier Fakultäten in Kiel, Hamburg, Rostock und Greifswald“ Überraschend wünscht er hier keine Fusion sondern Kooperation!. Merkt er gar nicht den Widerspruch zu dem, was er beweisen will, die Notwendigkeit von Fusion? Seine Arbeitsliste bedarf keiner Fusion. Die Antwort, weshalb Gigantismus, Zentralismus und Managment der Fusion Vorrang haben gegenüber selbständigem, lebendigem Gemeindeleben in übersichtlichen Gruppen, bleibt er schuldig
S.13 bleiben auch die DiakonischenWerke der einzelnen Bundesländer weiter selbständig.-
Für die Vereinigung der Kirchenzeitungen können wir auch nur eine schamhaft verschwiegene Fehlanzeige registrieren. Warum? Weil die Fusion ihre großen Nachteile gegenüber einer Kooperation haben kann! Aber nicht nur dort sondern überall!
Bei der Auftragsliste für die Fakultäten fällt auf, dass er „Mission“ in Anführungsstriche setzt. Schämt er sich des Wortes Jesu Christi: Gehet hin in alle Welt …machet zu Jüngern“? Wovon erwartet er denn Gesundung unserer kranken Welt?
„Ein zukunftsträchtiges Feld ist das Verhältnis Evangelium und Kultur“ Das hört sich mir doch sehr „nordisch“ an. Es geht nicht mehr um das ethische Ringen von Gesetz und Evangelium bzw. Evangelium und Gesetz, an denen Verantwortung und damit Leben und Verderben hängen kann, sondern für die fusionierte Nordkirche geht es um das nette Evangelium und Kultur! Um moderne billige Gnade.
„Die Bibel ist wie ein Brief aus einem fernen Land der Wünsche und der Träume.“
Mehr nicht für eine fusionierte Nordkirche? Mehr steht tatsächlich nicht da! Meint man ehrlich, „er sitzt nicht mehr im Regimente?“ Wir sind allein., haben nur alte Briefe mit Lebensträumen?- Gibt es für die vielfältigen Stimmen der Bibel nicht mehr den Kompass Luthers „Was Christum treibet, das ist Gottes Wort.“ Und das gestaltet diese Welt. Es soll nicht wieder leer zu mir kommen, sondern tun, was mir gefällt“? Hat die fusionierte Kirche wirklich nichts mehr von außen – von Ihm- zu erwarten? Dann will ich nicht zu ihr gehören.
Dass Jesus Christus in dem ganzen grundsätzlichen theologischen Aufsatz nicht ein einziges Mal namentlich erwähnt wird, ist sicher rein zufällig, aber wichtig zu beachten.
Die Kosten
S.14 „ Die Kosten (des neuen Kirchenamtes am Bhf.Lübeck) sind noch nicht bezifferbar, da dies erst nach Abschluss des Fusionsvertrages und der Konzeption des neuen Amtes möglich ist.“ Nach Schätzung des Finanzbeirates der Nordelbischen Kirche vom November 08 gegenwärtig 26 000 000,-Euro, in Worten sechsundzwanzig Millionen Euro (Das macht uns nichts, denn es müssen und können nur die Nachbarn bezahlen!) Der Finanzbeirat hat die Frage:
„Sind die prognostizierten Mehrbelastungen wirklich der worst case im Blick auf die finanziellen Auswirkungen für die nordelbischen Kirchenkreise?
Um hier zu einer größeren Klarheit zu kommen, bittet der Finanzbeirat nochmals um Aktualisierung der Machbarkeitsstudie auf Basis der Ist-Zahlen 2008.
-Nach bisherigen Mitteilungen ist auch für die Zukunft eine unterschiedliche Pfarrstellendichte in den verschiedenen Gliedkirchen geplant, die längerfristig wiederum eine Mehrbelastung für die Kirchenkreise der NEK nach sich zieht. In diesem Zusammenhang stellt der Finanzbeirat der NEK die Frage, in welchen Bereichen noch zusätzliche Mehrbelastungen zu erwarten sind
Erstellt von: Martin Dürr am 05.12.2008 17:16
Antwort
und wie diese finanziert werden können, wenn die Finanzkraft, wie prognostiziert bereits mittelfristig erheblich abnehmen wird? Es bleibt offen, wie zukünftig die 13 Kirchenkreise auch in konjunkturell schwieriger werdenden Zeiten arbeitsfähig bleiben können.
Schließlich erwartet der Finanzbeirat belastbare Daten bezüglich der Umzugs- und Baukosten (einschließlich möglicher Abfindungen) bezüglich der Verlegung des zukünftigen Kirchenamtes nach Lübeck. In jedem Fall ist hier hohe Transparenz vonnöten. Der Finanzbeirat geht davon aus, dass der Umzug des Kirchenamtes nicht aus dem Vorwegabzug zu finanzieren ist, sondern aus landeskirchlichen Mitteln.
Der Finanzbeirat weist weiter darauf hin,, dass in den Jahren 2000 – 2005 die finanzielle Ausstattung der Kirchenkreise in der NEK bereits am absoluten unteren Limit war, so dass auch für die Zukunft weitere Einschränkungen kaum verkraftbar sein werden.
-
- Ohne Beantwortung der aufgeworfenen Fragen und der Prüfung der daraus resultierenden Auswirkungen auf die finanziellen Belastungen der Kirchenkreise hält der Finanzbeirat eine Zustimmung zum Fusionsvertrag nicht für vertretbar. (November 08)
Nächste reguläre Sitzung des FBR 21.3.09, nächste Synodentagung nach „14 tägiger Vorlagefrist“ bereits am 28.3.09!?
Zwischenfrage: Was sagt unser Finanzausschuss eigentlich zu einem Gesetz von diesen Ausmaßen ohne konkreten und transparenten Kostenvoranschlag! Was muss er laut Geschäftsordnung dazu sagen?
Völlig übergangen werden zu den größeren Personalkosten und Verwaltungskosten die immensen Folgekosten der Ausschüsse für eine
neue einheitliche Gemeindeordnung,
Propsteiordnung,
Kirchenkreisordnung,
Leitungsgesetz,
Lebensordnung,
aus dreien ein neues gemeinsames Gesangbuch, auch wenn man sich auf den 2.Teil/ Lieder und Gebetsteil beschränkt,
gemeinsame Gottesdienstordnung,
Agende für Amtshandlungen
zusätzlich zur laufenden Synodalarbeit, zusätzlich zu den vielen Gremien, die auf allen Ebenen tagen.. Wie viel Gremien sollen paritätisch auf Augenhöhe und qualifiziert beraten? Woher sollen die kompetenten Leute kommen? Astronomische Tagungskosten und Wegegelder von dem Haff bis an den Belt!
Was werden hier Kräfte für sinnlose Strukturfragen gebunden.
Wie lähmend wirken sich Zentralismus und Bürokratie auf Gemeindeinitiativen aus. Das Sagen haben immer andere, zu denen wegen der großen Entfernung keine persönliche Verbindung besteht und bestehen kann. Anonymität passt nicht in die Kirche.
Lieber jetzt ärgerliche Notbremsung als spätere Enttäuschung. Denn Umstrukturierung bringt noch keine Gesundung, verlagert nur die Probleme. Die innere Leere in vielen bleibt. Nicht unter den Strukturen haben wir gelitten und leiden wir, sondern unter der Lauheit und dass Gott in unserer Mitte nicht mehr ehrfurchtsvoll respektiert und angenommen wird. Aber durch eine Fusion würden Zeit, Finanzen und Kräfte auf Jahre blockiert.
Die vereinsamten Gemeinden beten derweil: Behüte unsere Pastoren zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Du allein weißt, wo sie umherschwirren.
Wir haben bereits viel echte Kooperation. Niemand hindert uns, wo sie wünschenswert ist, sie auszubauen. Da ist sie echt und leidet nicht unter der Bürokratie und den Zwängen einer Fusion mit ihrem Zentralismus. Die Verantwortung kann niemand auf andere abschieben.
Lukas 14, 28 -30 Wer ist unter euch, der einen Turm bauen will, der nicht zuvor sitze und überschlägt die Kosten, ob er`s habe hinauszuführen? Auf dass nicht, wenn er den Grund gelegt hat, und kann`s nicht hinausführen, alle, die es sehen, fangen an, sein zu spotten …
Ein Täuschungsversuch.: S.12“ Durch den Fusionsprozess werden keine Pfarrstellen im Gemeindebereich abgebaut werden.“ Wie nett für die Zentrale gesprochen. Den Schwarzen Peter bekommen nämlich die späteren schwach dotierten Kirchenkreise: S.14 „Die Pfarrstellenplanung erfolgt auf Kirchenkreisebene“
S.13 Die paritätische Zusammensetzung der Steuerungsgruppe
„Seit Oktober hat die Nordelbische Kirche zusätzlich zwei beratende Plätze“ So bekommt jetzt schon das gepriesene „ Auf Augenhöhe“ eine Schlagseite.
Die paritätischen Zähne werden uns weiter gezogen.
Hieß es am 1.3.08 noch im blauen Heft S.24 unter 8.3: Das Amt der Bischöfin oder des Bischofs für Mecklenburg-Vorpommern wird für einen angemessenen Übergangszeitraum durch je eine von den Kirchenkreisen Mecklenburg und Vorpommern gewählte Person wahrgenommen.
Dagegen im Vertrag über die Bildung einer gemeinsamen Kirche vom 1.9.08 in IV.2.1.2 b hat die Synode der NK die Aufgabe b,) die Wahl der Landesbischöfin bzw. des Landesbischofs, der Bischöfin oder Bischöfe im Sprengel…Wir haben nichts mehr zu melden. In der Synode einer NK sind die Stimmen der unmittelbar Beteiligten einzeln und gemeinsam in der Minderzahl !
Am 1.3.08 waren noch geistliche Leiter und Leiterinnen der Kirchenkreise vorgesehen. „Die Wahl der geistlichen Leiterinnen und Leiter erfolgt im Kirchenkreis unter Mitwirkung der gesamtkirchlichen Ebene.“
Im Vertragsentwurf dagegen sind die geistlichen Leiter gestrichen. An ihre Stelle treten die Pröpstinnen und Pröpste „In gemeinsamer Verantwortung“ (als Kollegium? Unter einem Bischof im Sprengel? (Noch ein Gremium mit Sitzungen?)
Der Steuerungsgruppe S.13 hat man eine umfangreiche Arbeit zugeteilt. Wenn aber die Synodentagung nur noch fertig Vorgesetztes und Ungeklärtes (z.B. die Höhe der finanziellen Aufwendungen) im März ohne Grundsatz- und Einzelprüfung abnicken soll ( in der Hoffnung, „die Genossen werden sich schon etwas dabei gedacht haben“) geht sie ihrer eigenverantwortlichen und hoheitlichen Stellung verlustig. Dann hat sie sich der Oligarchie einer Gruppe ausgeliefert. Wenn die Arbeit anders nicht zu schaffen geht, dann soll man es ehrlich aussprechen, dass die Fusion eine Überforderung der synodalen Möglichkeiten ist, und nur auf Kosten von Verzicht der Synode zu schaffen ist. Will man für einen solchen Preis die Liquidierung unserer Landeskirche zugunsten einer schwierigen Fusionskirche wagen?
Die Ev.Luth. Landeskirche Mecklenburgs ist sicher auch nur eine menschliche Einrichtung, aber wir können in ihr verantwortlich als Christen miteinander leben und wirken.
Fazit: . Die Föderation in einem Kirchenbund ermöglicht
1. die geistlich gesündere Kooperation gegenüber einer Fusion.
2.1. sie spart die ungeheuren Investitions- und Nachfolgekosten
2..2. sie spart viel Zeit und Personal der unnützen Strukturdebatten zugunsten von . Gemeindearbeit
Im Augsburger Bekenntnis von 1530, das bis heute Grundlage unserer Mecklenburgischen Landeskirche war und noch ist , heißt es im Artikel 7
Von der Kirche:
„ Denn das genügt zur wahren Einheit der christlichen Kirche, dass das Evangelium einträchtig im reinen Verständnis gepredigt und die Sakramente dem göttlichen Wort gemäß gereicht werden und es ist zur wahren Einheit nicht nötig,, dass überall die gleichen von Menschen eingesetzten Zeremonien ei
Schließlich erwartet der Finanzbeirat belastbare Daten bezüglich der Umzugs- und Baukosten (einschließlich möglicher Abfindungen) bezüglich der Verlegung des zukünftigen Kirchenamtes nach Lübeck. In jedem Fall ist hier hohe Transparenz vonnöten. Der Finanzbeirat geht davon aus, dass der Umzug des Kirchenamtes nicht aus dem Vorwegabzug zu finanzieren ist, sondern aus landeskirchlichen Mitteln.
Der Finanzbeirat weist weiter darauf hin,, dass in den Jahren 2000 – 2005 die finanzielle Ausstattung der Kirchenkreise in der NEK bereits am absoluten unteren Limit war, so dass auch für die Zukunft weitere Einschränkungen kaum verkraftbar sein werden.
-
- Ohne Beantwortung der aufgeworfenen Fragen und der Prüfung der daraus resultierenden Auswirkungen auf die finanziellen Belastungen der Kirchenkreise hält der Finanzbeirat eine Zustimmung zum Fusionsvertrag nicht für vertretbar. (November 08)
Nächste reguläre Sitzung des FBR 21.3.09, nächste Synodentagung nach „14 tägiger Vorlagefrist“ bereits am 28.3.09!?
Zwischenfrage: Was sagt unser Finanzausschuss eigentlich zu einem Gesetz von diesen Ausmaßen ohne konkreten und transparenten Kostenvoranschlag! Was muss er laut Geschäftsordnung dazu sagen?
Völlig übergangen werden zu den größeren Personalkosten und Verwaltungskosten die immensen Folgekosten der Ausschüsse für eine
neue einheitliche Gemeindeordnung,
Propsteiordnung,
Kirchenkreisordnung,
Leitungsgesetz,
Lebensordnung,
aus dreien ein neues gemeinsames Gesangbuch, auch wenn man sich auf den 2.Teil/ Lieder und Gebetsteil beschränkt,
gemeinsame Gottesdienstordnung,
Agende für Amtshandlungen
zusätzlich zur laufenden Synodalarbeit, zusätzlich zu den vielen Gremien, die auf allen Ebenen tagen.. Wie viel Gremien sollen paritätisch auf Augenhöhe und qualifiziert beraten? Woher sollen die kompetenten Leute kommen? Astronomische Tagungskosten und Wegegelder von dem Haff bis an den Belt!
Was werden hier Kräfte für sinnlose Strukturfragen gebunden.
Wie lähmend wirken sich Zentralismus und Bürokratie auf Gemeindeinitiativen aus. Das Sagen haben immer andere, zu denen wegen der großen Entfernung keine persönliche Verbindung besteht und bestehen kann. Anonymität passt nicht in die Kirche.
Lieber jetzt ärgerliche Notbremsung als spätere Enttäuschung. Denn Umstrukturierung bringt noch keine Gesundung, verlagert nur die Probleme. Die innere Leere in vielen bleibt. Nicht unter den Strukturen haben wir gelitten und leiden wir, sondern unter der Lauheit und dass Gott in unserer Mitte nicht mehr ehrfurchtsvoll respektiert und angenommen wird. Aber durch eine Fusion würden Zeit, Finanzen und Kräfte auf Jahre blockiert.
Die vereinsamten Gemeinden beten derweil: Behüte unsere Pastoren zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Du allein weißt, wo sie umherschwirren.
Wir haben bereits viel echte Kooperation. Niemand hindert uns, wo sie wünschenswert ist, sie auszubauen. Da ist sie echt und leidet nicht unter der Bürokratie und den Zwängen einer Fusion mit ihrem Zentralismus. Die Verantwortung kann niemand auf andere abschieben.
Lukas 14, 28 -30 Wer ist unter euch, der einen Turm bauen will, der nicht zuvor sitze und überschlägt die Kosten, ob er`s habe hinauszuführen? Auf dass nicht, wenn er den Grund gelegt hat, und kann`s nicht hinausführen, alle, die es sehen, fangen an, sein zu spotten …
Ein Täuschungsversuch.: S.12“ Durch den Fusionsprozess werden keine Pfarrstellen im Gemeindebereich abgebaut werden.“ Wie nett für die Zentrale gesprochen. Den Schwarzen Peter bekommen nämlich die späteren schwach dotierten Kirchenkreise: S.14 „Die Pfarrstellenplanung erfolgt auf Kirchenkreisebene“
S.13 Die paritätische Zusammensetzung der Steuerungsgruppe
„Seit Oktober hat die Nordelbische Kirche zusätzlich zwei beratende Plätze“ So bekommt jetzt schon das gepriesene „ Auf Augenhöhe“ eine Schlagseite.
Die paritätischen Zähne werden uns weiter gezogen.
Hieß es am 1.3.08 noch im blauen Heft S.24 unter 8.3: Das Amt der Bischöfin oder des Bischofs für Mecklenburg-Vorpommern wird für einen angemessenen Übergangszeitraum durch je eine von den Kirchenkreisen Mecklenburg und Vorpommern gewählte Person wahrgenommen.
Dagegen im Vertrag über die Bildung einer gemeinsamen Kirche vom 1.9.08 in IV.2.1.2 b hat die Synode der NK die Aufgabe b,) die Wahl der Landesbischöfin bzw. des Landesbischofs, der Bischöfin oder Bischöfe im Sprengel…Wir haben nichts mehr zu melden. In der Synode einer NK sind die Stimmen der unmittelbar Beteiligten einzeln und gemeinsam in der Minderzahl !
Am 1.3.08 waren noch geistliche Leiter und Leiterinnen der Kirchenkreise vorgesehen. „Die Wahl der geistlichen Leiterinnen und Leiter erfolgt im Kirchenkreis unter Mitwirkung der gesamtkirchlichen Ebene.“
Im Vertragsentwurf dagegen sind die geistlichen Leiter gestrichen. An ihre Stelle treten die Pröpstinnen und Pröpste „In gemeinsamer Verantwortung“ (als Kollegium? Unter einem Bischof im Sprengel? (Noch ein Gremium mit Sitzungen?)
Der Steuerungsgruppe S.13 hat man eine umfangreiche Arbeit zugeteilt. Wenn aber die Synodentagung nur noch fertig Vorgesetztes und Ungeklärtes (z.B. die Höhe der finanziellen Aufwendungen) im März ohne Grundsatz- und Einzelprüfung abnicken soll ( in der Hoffnung, „die Genossen werden sich schon etwas dabei gedacht haben“) geht sie ihrer eigenverantwortlichen und hoheitlichen Stellung verlustig. Dann hat sie sich der Oligarchie einer Gruppe ausgeliefert. Wenn die Arbeit anders nicht zu schaffen geht, dann soll man es ehrlich aussprechen, dass die Fusion eine Überforderung der synodalen Möglichkeiten ist, und nur auf Kosten von Verzicht der Synode zu schaffen ist. Will man für einen solchen Preis die Liquidierung unserer Landeskirche zugunsten einer schwierigen Fusionskirche wagen?
Die Ev.Luth. Landeskirche Mecklenburgs ist sicher auch nur eine menschliche Einrichtung, aber wir können in ihr verantwortlich als Christen miteinander leben und wirken.
Fazit: . Die Föderation in einem Kirchenbund ermöglicht
1. die geistlich gesündere Kooperation gegenüber einer Fusion.
2.1. sie spart die ungeheuren Investitions- und Nachfolgekosten
2..2. sie spart viel Zeit und Personal der unnützen Strukturdebatten zugunsten von . Gemeindearbeit
Im Augsburger Bekenntnis von 1530, das bis heute Grundlage unserer Mecklenburgischen Landeskirche war und noch ist , heißt es im Artikel 7
Von der Kirche:
„ Denn das genügt zur wahren Einheit der christlichen Kirche, dass das Evangelium einträchtig im reinen Verständnis gepredigt und die Sakramente dem göttlichen Wort gemäß gereicht werden und es ist zur wahren Einheit nicht nötig,, dass überall die gleichen von Menschen eingesetzten Zeremonien ei
Erstellt von: Martin Dürr am 05.12.2008 17:14
Antwort
Liebe Geschwister im Herrn,
wäre es nicht an der Zeit am Beginn der Luther-Dekade und im Wichernjahr bei der Gründung einer Neuen Kirche im Norden auch die Zukunft neu in den Blick zu nehmen?
Ich höre in den Informationsveranstaltungen stets, dass es bei diesem Zusammenschluss darum gehen soll, sich an die Demographische Entwicklung der Bundesländer anzupassen und sich für die kommenden ca.25 Jahre gut aufzustellen. Überspitzt gesprochen: „Um die Verwaltung für die Abheftung von Austritten und Sterbefällen für die kommende Zeit reibungslos zu gestalten.“
Das ist mir zu wenig. Ist es nicht an der Zeit einen großen Wurf zu machen?
Dazu zwei Gedanken eines jungen Diakons:
1. Keiner zahlt gerne Steuern. Mich eingeschlossen. Soweit ich das aus meinem bescheidenen Blickwinkel beobachten kann, ist die Begründung für einen Kirchenaustritt im überwiegenden Fall monetärer Natur. Ist es da nicht angebracht sich für eine allgemeine „Kultur- oder Sozialsteuer“ einzusetzen, die alle Zahlen müssen? Jeder Bürger könnte dann das Recht bekommen, zu bestimmen an welche Organisation diese Sozialabgabe von staatlicher Seite ausgezahlt werden soll. Kirchenmitglieder stünden dann den Steuersparern nicht mehr als die Doofen gegenüber und es stünde insgesamt mehr Geld für soziale oder kulturelle Zwecke zur Verfügung. –Das könnte auch die ständigen Haushaltsdebatten etwas verkürzen, da für Soziales dann ein gut ausgestatteter Haushalt zur Verfügung stehen würde.
Was meinen Sie, wird eine neue Nordkirche hier einen Vorstoß wagen?
2. Verwalten ist nützlich, Aufbauen besser. Meiner Meinung nach, muss eine Neugründung oder Fusion unter einer anderen Zielsetzung diskutiert werden. –Nicht nur synergetisch Verwalten, sondern synergetisch Aufbauen. „Welche Kräfte kann man bündeln um die Menschen wieder zu erreichen?“ - Das sollte die Fragestellung sein um die es geht. Die Fragen stehen doch im Raum: „Was bieten wir den Menschen an, damit die Botschaft unseres Herrn wieder die Menschen im Land erreicht? Wo sind die Gemeinschaften die auf Menschen zu gehen? Und was haben sie zu bieten außer dem Bibelstudium und dem Sonntagsgottesdienst? Was bietet Anreiz um bei uns dabei sein zu wollen?“ Als Diakon in der Tradition des Johannesstifts, Berlin und damit von Pastor Hinrich Wichern muss ich sagen, dass die Menschen Tat und Wahrheit brauchen. Wir müssen uns als Kirche fragen, wie wir uns in der Zukunft aufstellen wollen. Welche Menschen wollen wir ansprechen? Welche Schwerpunkte müssen wir setzen um Menschen für unsere Sache zu begeistern? Schaffen wir Innovative Stellen in der Altenarbeit um die Mitglieder zu pflegen und gibt es ausreichend Stellen für Arbeit mit kirchenfernen jungen Familien? Das sind die Fragen die, aus meiner Sicht verstärkt in die Diskussion gehören. Wird die neue Kirchenformation im Norden sich dieser Probleme ernsthaft stellen?
Ich bin ein Freund des Zusammenschlusses. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit und den Erfahrungsaustausch mit den Kollegen in den (noch) anderen Landeskirchen. Schön wäre es, wenn dabei eben um den Aufbau einer Kirche ginge, nicht nur um die Probleme mit der neuen Verwaltung.
„Aber ob wir Neues bauen,
oder Altes nur verdauen,
wie das Gras verdaut die Kuh;
ob wir in der Welt was schaffen
oder nur die Welt begaffen:
das tut, das tut was dazu.“
Diese Strophe aus dem „Bürgerlied“ lege ich uns allen ans Herz.
L. Engelbrecht
wäre es nicht an der Zeit am Beginn der Luther-Dekade und im Wichernjahr bei der Gründung einer Neuen Kirche im Norden auch die Zukunft neu in den Blick zu nehmen?
Ich höre in den Informationsveranstaltungen stets, dass es bei diesem Zusammenschluss darum gehen soll, sich an die Demographische Entwicklung der Bundesländer anzupassen und sich für die kommenden ca.25 Jahre gut aufzustellen. Überspitzt gesprochen: „Um die Verwaltung für die Abheftung von Austritten und Sterbefällen für die kommende Zeit reibungslos zu gestalten.“
Das ist mir zu wenig. Ist es nicht an der Zeit einen großen Wurf zu machen?
Dazu zwei Gedanken eines jungen Diakons:
1. Keiner zahlt gerne Steuern. Mich eingeschlossen. Soweit ich das aus meinem bescheidenen Blickwinkel beobachten kann, ist die Begründung für einen Kirchenaustritt im überwiegenden Fall monetärer Natur. Ist es da nicht angebracht sich für eine allgemeine „Kultur- oder Sozialsteuer“ einzusetzen, die alle Zahlen müssen? Jeder Bürger könnte dann das Recht bekommen, zu bestimmen an welche Organisation diese Sozialabgabe von staatlicher Seite ausgezahlt werden soll. Kirchenmitglieder stünden dann den Steuersparern nicht mehr als die Doofen gegenüber und es stünde insgesamt mehr Geld für soziale oder kulturelle Zwecke zur Verfügung. –Das könnte auch die ständigen Haushaltsdebatten etwas verkürzen, da für Soziales dann ein gut ausgestatteter Haushalt zur Verfügung stehen würde.
Was meinen Sie, wird eine neue Nordkirche hier einen Vorstoß wagen?
2. Verwalten ist nützlich, Aufbauen besser. Meiner Meinung nach, muss eine Neugründung oder Fusion unter einer anderen Zielsetzung diskutiert werden. –Nicht nur synergetisch Verwalten, sondern synergetisch Aufbauen. „Welche Kräfte kann man bündeln um die Menschen wieder zu erreichen?“ - Das sollte die Fragestellung sein um die es geht. Die Fragen stehen doch im Raum: „Was bieten wir den Menschen an, damit die Botschaft unseres Herrn wieder die Menschen im Land erreicht? Wo sind die Gemeinschaften die auf Menschen zu gehen? Und was haben sie zu bieten außer dem Bibelstudium und dem Sonntagsgottesdienst? Was bietet Anreiz um bei uns dabei sein zu wollen?“ Als Diakon in der Tradition des Johannesstifts, Berlin und damit von Pastor Hinrich Wichern muss ich sagen, dass die Menschen Tat und Wahrheit brauchen. Wir müssen uns als Kirche fragen, wie wir uns in der Zukunft aufstellen wollen. Welche Menschen wollen wir ansprechen? Welche Schwerpunkte müssen wir setzen um Menschen für unsere Sache zu begeistern? Schaffen wir Innovative Stellen in der Altenarbeit um die Mitglieder zu pflegen und gibt es ausreichend Stellen für Arbeit mit kirchenfernen jungen Familien? Das sind die Fragen die, aus meiner Sicht verstärkt in die Diskussion gehören. Wird die neue Kirchenformation im Norden sich dieser Probleme ernsthaft stellen?
Ich bin ein Freund des Zusammenschlusses. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit und den Erfahrungsaustausch mit den Kollegen in den (noch) anderen Landeskirchen. Schön wäre es, wenn dabei eben um den Aufbau einer Kirche ginge, nicht nur um die Probleme mit der neuen Verwaltung.
„Aber ob wir Neues bauen,
oder Altes nur verdauen,
wie das Gras verdaut die Kuh;
ob wir in der Welt was schaffen
oder nur die Welt begaffen:
das tut, das tut was dazu.“
Diese Strophe aus dem „Bürgerlied“ lege ich uns allen ans Herz.
L. Engelbrecht
Erstellt von: Lars Engelbrecht am 30.11.2008 14:48
Antwort
Offener Brief An die Mitglieder der Landessynode Der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Schwestern und Brüder !
Wir sind Ihnen dankbar, dass Sie auf der Herbstsynode 2008 die Entscheidung zur Fusion in eine Nordkirche hinein noch zur Klärung aufgeschoben haben. Diese Klärung ist nötig, weil die Basis noch kaum in das Gespräch einbezogen ist. Die Tragweite einer solchen Abstimmung wurde den Kirchgemeinden noch gar nicht ins Blickfeld gerückt.
In diesem Sinne möchten wir alle bisherigen Befürworter des Modells bitten, noch einmal in Ruhe die Konsequenzen einer solchen - von außen propagierten - Entscheidung zu bedenken.
Es geht bei der Fusion um nichts weniger als die juristische Liquidierung unserer Ev.Luth.Landeskirche Mecklenburgs. Unsere Kirche verliert nicht nur für immer ihren geschichtlichen Namen, sie wird für alle Zukunft namenlos, denn sie ist ja dann unwiederbringlich in eine andere Einheit hinein„gegossen“ und geht darin auf. Es wird nicht nur keine Landessynode, keinen Landesbischof, keinen eigenen Oberkirchenrat, kein Zentrum in Schwerin mehr geben. Auch auf alle Erfahrungen, die Mecklenburgs Kirche in der Zeit des Sozialismus im Unterschied zu manchen andern erlebt und gewagt hat, auf die Möglichkeit stützender Gemeinschaft untereinander geht nicht mehr gesamtkirchlich aufzubauen. Die eigene Geschichte wird damit abgeschnitten. Wir versinken als Minderheit in einem anonymen Großgebilde. Auch organisatorisch wird Mecklenburg gegenüber den andern Kirchen zum großen Verlierer! Wer kann sich solche Entscheidung ohne Befragung der betroffenen Basis zutrauen?
Alle Entscheidungen , auch Rationalisierungen der Kirchenkreise, werden in einer fernen Großstadt (welcher auch immer) von Personen getroffen, die in einer ganz anderen Welt leben (ökonomisch, historisch und entfernungsmäßig).
Unsere wenigen synodalen Vertreter können bei Abstimmungen sich immer nur einer Mehrheit anschließen oder müssen sich beugen.
Wegen der Mammutgröße werden Management, Zentralismus und Rentabilität einen beherrschenden Raum erfordern.
Bedenken Sie bitte, dass das Leitbild hierfür die z.Zt. überall modernen propagierten globalen Strategien und Vereinigungen sind, in denen zwangsläufig der Stärkere den Kleinen dominiert. Dieses Leitbild ist aber ein kirchenfremdes Element! Die Gemeinde Jesu Christi hat nicht zum Ziel, eine mächtige globale Organisation zu bilden, sondern sie besteht in einem übersichtlichen Miteinander von Schwestern und Brüdern. Unsere Landeskirche hat solch Geschenk einer übersichtlichen Größe, wo viele einander kennen können. Viele Christen anderer Kirchen beneiden uns darum. Wollen wir das leichtfertig verspielen? Wir wollen unsere Größe zu intensiver Gemeinschaft nutzen!
Nach einer Fusion sehen wir das Miteinander nicht nur durch überdimensionale Größe sondern auch durch Verschiedenheit belastet. - Es gibt z.B. keine Möglichkeit, die Frage kirchlicher Gehälter befriedigend zu klären. Der eine bekommt Hamburger Westgehalt, sein Nachbar Mecklenburger Ostgehalt. Das ist menschlich beiden in einer Institution nicht zuzumuten! Das wird leider auch Stellenwechsel und qualifizierte Stellenbesetzung in Richtung West provozieren. Die Hamburger wollen als Gruppe nicht auf unser Gehaltsniveau hinabsteigen! Wenn wir aber auf deren Kosten zu ihrer Gehaltshöhe aufsteigen, wird dadurch das letzte bisschen Vertrauen in kirchliche Solidarität mit der Not vieler Gemeindeglieder hier zerstört! Wir würden noch mehr Fremdlinge im eigenen Land.. Und in Nordelbien würden wir durch die zusätzliche finanzielle Belastung immer mit dem Makel eines Beigetretenen behaftet sein.
In der geplanten Nordkirche sehen wir uns einer anonymen Großzentrale ausgeliefert. Wir brauchen in unserer ländlichen Diasporasituation Bevollmächtigte vor Ort, keine zentrale Bürokratie. Unsere Entscheidungsträger und zentralen Helfer gehören in räumliche und wirtschaftliche Nähe. Sie sollen möglichst viele Stunden des Tages bei den Menschen und nicht aus Rationalisierungsgründen als Kraftfahrer im Auto verbringen.
Eine ganz andere Sache wäre, einen „Norddeutschen Kirchenbund“ (analog dem „Bund Evangelischer Kirchen in der DDR“) anzustreben. Es wuchs damals eine feste Gemeinschaft und gegenseitige Stützung. Aber jede Landeskirche war für sich voll verantwortlich und konnte das Leben nach örtlichen Möglichkeiten und Erfordernissen frei gestalten. Solche Einheit als Kooperation lähmt nicht die örtlichen Möglichkeiten.
Mündige Gemeinden, nach denen wir streben, dürfen nicht gebremst werden. Ihnen soll ein Rahmen zu eigener Entfaltung bereitgestellt werden. Bei zentraler Bevormundung – z.B. bei diesen Verhandlungen !- dürfen wir uns nicht wundern, dass sie Zerreißproben in unserer Kirche provozieren, - dass Eigeninitiativen in die Freikirchen auswandern, wenn ihnen die Heimat in unserer Kirche genommen wird. – Zurückbleiben viele Resignierte.
Die bisherigen Verhandlungen waren ein interessanter Versuch. Die verschiedenen Möglichkeiten wurden ausgelotet. Haben Sie den Mut, nun nach gründlicher Prüfung ihn bewusst abzulehnen und Zeit und Kräfte wieder den Gemeindeaufgaben zuzuwenden.
Güstrow ,den 13. November 2008 Mit guten Wünschen und freundlichen Grüßen
Traugott Maercker, Warin Martin Dürr, 17168 Grieve, Haus Nr.1 Tel./ Fax 039976/50 210 Fortsetzung.S.2:
Fortsetzung : Unterschriftenliste
Wir unterzeichnen ebenfalls den Offenen Brief an die Mitglieder der Landessynode (24 Originalunterschriften beim Präses der Landessynode):
Dörte Thoms, Güstrow
Axel Bünning, Röbel
Gerda Fink , Ahrensbök
Manfred Fink, Ahrensbök
Ingrid Schwarz, Rostock
Martin Beste , Tessin
Martin Seidel, Neustrelitz
Reinhard Lagies, Hagenow
Manfred Poley, Warin
Fritz Geitner, Gägelow
Heinz Wohlfahrt, Ludwigslust
Ulrich Nath, Rostock
Michael Wossidlo, Güstrow
Wilfried Romberg, Ludwigslust
Axel Walter, Rostock
Alfred Scharnweber, Boizenburg
Walter Pingel, Neubrandenburg
Matthias Ortmann . Güstrow
Jochen Meyer-Bothling, Diedrichshagen
Siegfried Schmettau, Neustrelitz
Werner Bollmann, Groß Gievitz
Nachtrag:
Dr: Michael Bunners, Wismar
Klaus Hasenpusch, Dargun
Wer möchte diesen Brief unterstützen ? Bitte Mitteilung an das Präsidium der Landessynode Münzstr. 8 ,
!90 55 Schwerin
„Ich-wir unterzeichnen ebenfalls den Offenen Brief an die Landessynode aus Güstrow vom 13.November 2008“ ,Name und Wohnort Adresse: Postfach 11 10 63, 190 10 Schwerin
Bzw. E-Mail: synode@ellm.de www.kirche-mv.de
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Schwestern und Brüder !
Wir sind Ihnen dankbar, dass Sie auf der Herbstsynode 2008 die Entscheidung zur Fusion in eine Nordkirche hinein noch zur Klärung aufgeschoben haben. Diese Klärung ist nötig, weil die Basis noch kaum in das Gespräch einbezogen ist. Die Tragweite einer solchen Abstimmung wurde den Kirchgemeinden noch gar nicht ins Blickfeld gerückt.
In diesem Sinne möchten wir alle bisherigen Befürworter des Modells bitten, noch einmal in Ruhe die Konsequenzen einer solchen - von außen propagierten - Entscheidung zu bedenken.
Es geht bei der Fusion um nichts weniger als die juristische Liquidierung unserer Ev.Luth.Landeskirche Mecklenburgs. Unsere Kirche verliert nicht nur für immer ihren geschichtlichen Namen, sie wird für alle Zukunft namenlos, denn sie ist ja dann unwiederbringlich in eine andere Einheit hinein„gegossen“ und geht darin auf. Es wird nicht nur keine Landessynode, keinen Landesbischof, keinen eigenen Oberkirchenrat, kein Zentrum in Schwerin mehr geben. Auch auf alle Erfahrungen, die Mecklenburgs Kirche in der Zeit des Sozialismus im Unterschied zu manchen andern erlebt und gewagt hat, auf die Möglichkeit stützender Gemeinschaft untereinander geht nicht mehr gesamtkirchlich aufzubauen. Die eigene Geschichte wird damit abgeschnitten. Wir versinken als Minderheit in einem anonymen Großgebilde. Auch organisatorisch wird Mecklenburg gegenüber den andern Kirchen zum großen Verlierer! Wer kann sich solche Entscheidung ohne Befragung der betroffenen Basis zutrauen?
Alle Entscheidungen , auch Rationalisierungen der Kirchenkreise, werden in einer fernen Großstadt (welcher auch immer) von Personen getroffen, die in einer ganz anderen Welt leben (ökonomisch, historisch und entfernungsmäßig).
Unsere wenigen synodalen Vertreter können bei Abstimmungen sich immer nur einer Mehrheit anschließen oder müssen sich beugen.
Wegen der Mammutgröße werden Management, Zentralismus und Rentabilität einen beherrschenden Raum erfordern.
Bedenken Sie bitte, dass das Leitbild hierfür die z.Zt. überall modernen propagierten globalen Strategien und Vereinigungen sind, in denen zwangsläufig der Stärkere den Kleinen dominiert. Dieses Leitbild ist aber ein kirchenfremdes Element! Die Gemeinde Jesu Christi hat nicht zum Ziel, eine mächtige globale Organisation zu bilden, sondern sie besteht in einem übersichtlichen Miteinander von Schwestern und Brüdern. Unsere Landeskirche hat solch Geschenk einer übersichtlichen Größe, wo viele einander kennen können. Viele Christen anderer Kirchen beneiden uns darum. Wollen wir das leichtfertig verspielen? Wir wollen unsere Größe zu intensiver Gemeinschaft nutzen!
Nach einer Fusion sehen wir das Miteinander nicht nur durch überdimensionale Größe sondern auch durch Verschiedenheit belastet. - Es gibt z.B. keine Möglichkeit, die Frage kirchlicher Gehälter befriedigend zu klären. Der eine bekommt Hamburger Westgehalt, sein Nachbar Mecklenburger Ostgehalt. Das ist menschlich beiden in einer Institution nicht zuzumuten! Das wird leider auch Stellenwechsel und qualifizierte Stellenbesetzung in Richtung West provozieren. Die Hamburger wollen als Gruppe nicht auf unser Gehaltsniveau hinabsteigen! Wenn wir aber auf deren Kosten zu ihrer Gehaltshöhe aufsteigen, wird dadurch das letzte bisschen Vertrauen in kirchliche Solidarität mit der Not vieler Gemeindeglieder hier zerstört! Wir würden noch mehr Fremdlinge im eigenen Land.. Und in Nordelbien würden wir durch die zusätzliche finanzielle Belastung immer mit dem Makel eines Beigetretenen behaftet sein.
In der geplanten Nordkirche sehen wir uns einer anonymen Großzentrale ausgeliefert. Wir brauchen in unserer ländlichen Diasporasituation Bevollmächtigte vor Ort, keine zentrale Bürokratie. Unsere Entscheidungsträger und zentralen Helfer gehören in räumliche und wirtschaftliche Nähe. Sie sollen möglichst viele Stunden des Tages bei den Menschen und nicht aus Rationalisierungsgründen als Kraftfahrer im Auto verbringen.
Eine ganz andere Sache wäre, einen „Norddeutschen Kirchenbund“ (analog dem „Bund Evangelischer Kirchen in der DDR“) anzustreben. Es wuchs damals eine feste Gemeinschaft und gegenseitige Stützung. Aber jede Landeskirche war für sich voll verantwortlich und konnte das Leben nach örtlichen Möglichkeiten und Erfordernissen frei gestalten. Solche Einheit als Kooperation lähmt nicht die örtlichen Möglichkeiten.
Mündige Gemeinden, nach denen wir streben, dürfen nicht gebremst werden. Ihnen soll ein Rahmen zu eigener Entfaltung bereitgestellt werden. Bei zentraler Bevormundung – z.B. bei diesen Verhandlungen !- dürfen wir uns nicht wundern, dass sie Zerreißproben in unserer Kirche provozieren, - dass Eigeninitiativen in die Freikirchen auswandern, wenn ihnen die Heimat in unserer Kirche genommen wird. – Zurückbleiben viele Resignierte.
Die bisherigen Verhandlungen waren ein interessanter Versuch. Die verschiedenen Möglichkeiten wurden ausgelotet. Haben Sie den Mut, nun nach gründlicher Prüfung ihn bewusst abzulehnen und Zeit und Kräfte wieder den Gemeindeaufgaben zuzuwenden.
Güstrow ,den 13. November 2008 Mit guten Wünschen und freundlichen Grüßen
Traugott Maercker, Warin Martin Dürr, 17168 Grieve, Haus Nr.1 Tel./ Fax 039976/50 210 Fortsetzung.S.2:
Fortsetzung : Unterschriftenliste
Wir unterzeichnen ebenfalls den Offenen Brief an die Mitglieder der Landessynode (24 Originalunterschriften beim Präses der Landessynode):
Dörte Thoms, Güstrow
Axel Bünning, Röbel
Gerda Fink , Ahrensbök
Manfred Fink, Ahrensbök
Ingrid Schwarz, Rostock
Martin Beste , Tessin
Martin Seidel, Neustrelitz
Reinhard Lagies, Hagenow
Manfred Poley, Warin
Fritz Geitner, Gägelow
Heinz Wohlfahrt, Ludwigslust
Ulrich Nath, Rostock
Michael Wossidlo, Güstrow
Wilfried Romberg, Ludwigslust
Axel Walter, Rostock
Alfred Scharnweber, Boizenburg
Walter Pingel, Neubrandenburg
Matthias Ortmann . Güstrow
Jochen Meyer-Bothling, Diedrichshagen
Siegfried Schmettau, Neustrelitz
Werner Bollmann, Groß Gievitz
Nachtrag:
Dr: Michael Bunners, Wismar
Klaus Hasenpusch, Dargun
Wer möchte diesen Brief unterstützen ? Bitte Mitteilung an das Präsidium der Landessynode Münzstr. 8 ,
!90 55 Schwerin
„Ich-wir unterzeichnen ebenfalls den Offenen Brief an die Landessynode aus Güstrow vom 13.November 2008“ ,Name und Wohnort Adresse: Postfach 11 10 63, 190 10 Schwerin
Bzw. E-Mail: synode@ellm.de www.kirche-mv.de
Erstellt von: Martin Dürr am 24.11.2008 11:15
Antwort
Pommerscher Synodaler müßte man sein, der trägt's am leichtesten. Nach S.3 des Fusionsvertrages vom 1.9.06 vertreten 69 pommersche Synodale der verfassunggebenden Synode 100.000 "Seelen" - kommt auf 1.450 davon pro Vertreter. Die 57 Mecklenburger dagegen müssen schon 200.000 Seelen verkraften, pro Einzelsynodalen sind das immerhin 3.500 mehr oder weniger gläubige Kirchenmitglieder. Aber erst die Nordelbier. Jeder einzelne von ihnen trägt fast die zehnfache Bürde der Pommern, nämlich 14.285 Gemeindeglieder, alle 140 immerhin 2 Mio. Ist das nun Würde oder Bürde?
Die Frage bleibt, auch wenn im Text des Fusionsvertrages vermutlich Pommern und Mecklenburg verwechselt wurde. Oder irre ich mich?
Die Frage bleibt, auch wenn im Text des Fusionsvertrages vermutlich Pommern und Mecklenburg verwechselt wurde. Oder irre ich mich?
Erstellt von: Chistoph Huppenbauer am 17.11.2008 17:22
Antwort
Verbandstag der Gewerkschaft für Kirche und Diakonie tagt in Rendsburg
Das höchste beschlussfassende Gremium der Gewerkschaft für Kirche und Diakonie vkm Deutschland mit ihrem Landesverband hat sich am 29. Oktober 2008 zu seiner jährlichen Konferenz in Rendsburg getroffen. Ein Hauptthema neben den Regularien war die tarifrechtliche und arbeitsrechtliche Bedeutung für die in der Entstehung befindliche Fusion zur Nordkirche.
Der Vorsitzende Klaus-Dirk Wildoer machte in seiner Rede noch einmal deutlich, dass die Debatte um die Arbeitsvertragsbedingungen mit den Kolleginnen und Kollegen der drei betroffenen Landeskirchen geführt werden muss. Es ist für die Gewerkschaft nicht nachvollziehbar und immer wieder eingefordert, dass die bis dato entscheidenden Kolleginnen und Kollegen als auch Vertreter der Dienstgeberseite sich an einen Tisch setzen. Dieses wird, so bedauert Wildoer, mit einer Hartnäckigkeit abgelehnt.
Der Blick auf die Kolleginnen und Kollegen, der kirchliche menschliche Anspruch innerhalb der Kirche wird hier missachtet.
Somit hat sich die Delegiertenversammlung noch einmal eindeutig dafür ausgesprochen, das Arbeitsrecht in der gemeinsamen Kirche nach dem Zweiten Weg zu gestalten. Das bedeutet, die Gewerkschaften und die Arbeitgeberseite verhandeln einen kirchengemäßen Tarifvertrag.
Die Vertreter der Tarifkommission des Landesverbandes Nordelbien machten in der Versammlung deutlich, dass jahrzehntelange Erfahrungen im Bereich der Landeskirche Nordelbien nicht von der Hand zu weisen sind und diese einen kirchengemäßen Status haben. So können auch mit Blick gen Berlin, Brandenburg, Schlesische Oberlausitz, die positiven Reaktion und auch der Abschluss eines Tarifvertrages nicht verhehlt werden.
Darüber hinaus kann eine Argumentation, dass Gewerkschaften nicht in Kirche gewünscht sind, keine Bedeutung haben, da die anderen Landeskirchen ja immer wieder in Kopie die Arbeit, die gutgeleistete Arbeit der Gewerkschaften kopieren und diese in ihren sog. berühmt berüchtigten Dritten Weg mit einbauen.
Somit müsste es doch für die Synodalen der drei Landeskirchen und insbesondere hier der Pommerschen Landeskirche und der Mecklenburgischen Landeskirche notwendig und hilfreich sein können, mit den jetzigen Gestaltern der neu zu gründenden Nordkirche an einen Verhandlungstisch zu gehen und sowohl mit den Mitgliedern der Arbeitsrechtskommissionen und den verhandelnden Gewerkschaften einen gemeinsamen positiven Weg zu suchen.
Im Bereich der Regularien und Wahlen hat der Landesvorstand das langjährige Mitglied Gerhard Stilke aus dem Vorstand und aus dem Kreis der Delegierten verabschiedet. Der Kollege Gerhard Stilke (Hamburg) wird Ende Januar 2009 in den verdienten Ruhestand eintreten und mit dem Datum auch seine Vorstandsposition abgeben. Einstimmig wurde hier dann Gerda Pahl (Kiel) als Nachfolgerin gewählt.
Darüber hinaus war ein Wahlthema die Besetzung der Tarifkommission. So wurden die Kollegin Maren Eckholtz (Rendsburg) und der Kollege Albert Ketels (Husum) mit großer Mehrheit in die Tarifkommission gewählt.
Aufgrund der Fusion der einzelnen Kirchenkreise von 27 auf 11 hat sich die Gewerkschaft für Kirche und Diakonie Landesverband Nordelbien mit den Neustrukturen ab 2009 beschäftigt. Es wurden unterschiedliche Ideen und Strukturmodelle aufgezeigt. Es gilt nunmehr, im Wege der basisdemokratischen Diskussion eine Entscheidung Anfang 2009 herbeizuführen.
Hubert Baalmann
(Verbandssekretär)
Das höchste beschlussfassende Gremium der Gewerkschaft für Kirche und Diakonie vkm Deutschland mit ihrem Landesverband hat sich am 29. Oktober 2008 zu seiner jährlichen Konferenz in Rendsburg getroffen. Ein Hauptthema neben den Regularien war die tarifrechtliche und arbeitsrechtliche Bedeutung für die in der Entstehung befindliche Fusion zur Nordkirche.
Der Vorsitzende Klaus-Dirk Wildoer machte in seiner Rede noch einmal deutlich, dass die Debatte um die Arbeitsvertragsbedingungen mit den Kolleginnen und Kollegen der drei betroffenen Landeskirchen geführt werden muss. Es ist für die Gewerkschaft nicht nachvollziehbar und immer wieder eingefordert, dass die bis dato entscheidenden Kolleginnen und Kollegen als auch Vertreter der Dienstgeberseite sich an einen Tisch setzen. Dieses wird, so bedauert Wildoer, mit einer Hartnäckigkeit abgelehnt.
Der Blick auf die Kolleginnen und Kollegen, der kirchliche menschliche Anspruch innerhalb der Kirche wird hier missachtet.
Somit hat sich die Delegiertenversammlung noch einmal eindeutig dafür ausgesprochen, das Arbeitsrecht in der gemeinsamen Kirche nach dem Zweiten Weg zu gestalten. Das bedeutet, die Gewerkschaften und die Arbeitgeberseite verhandeln einen kirchengemäßen Tarifvertrag.
Die Vertreter der Tarifkommission des Landesverbandes Nordelbien machten in der Versammlung deutlich, dass jahrzehntelange Erfahrungen im Bereich der Landeskirche Nordelbien nicht von der Hand zu weisen sind und diese einen kirchengemäßen Status haben. So können auch mit Blick gen Berlin, Brandenburg, Schlesische Oberlausitz, die positiven Reaktion und auch der Abschluss eines Tarifvertrages nicht verhehlt werden.
Darüber hinaus kann eine Argumentation, dass Gewerkschaften nicht in Kirche gewünscht sind, keine Bedeutung haben, da die anderen Landeskirchen ja immer wieder in Kopie die Arbeit, die gutgeleistete Arbeit der Gewerkschaften kopieren und diese in ihren sog. berühmt berüchtigten Dritten Weg mit einbauen.
Somit müsste es doch für die Synodalen der drei Landeskirchen und insbesondere hier der Pommerschen Landeskirche und der Mecklenburgischen Landeskirche notwendig und hilfreich sein können, mit den jetzigen Gestaltern der neu zu gründenden Nordkirche an einen Verhandlungstisch zu gehen und sowohl mit den Mitgliedern der Arbeitsrechtskommissionen und den verhandelnden Gewerkschaften einen gemeinsamen positiven Weg zu suchen.
Im Bereich der Regularien und Wahlen hat der Landesvorstand das langjährige Mitglied Gerhard Stilke aus dem Vorstand und aus dem Kreis der Delegierten verabschiedet. Der Kollege Gerhard Stilke (Hamburg) wird Ende Januar 2009 in den verdienten Ruhestand eintreten und mit dem Datum auch seine Vorstandsposition abgeben. Einstimmig wurde hier dann Gerda Pahl (Kiel) als Nachfolgerin gewählt.
Darüber hinaus war ein Wahlthema die Besetzung der Tarifkommission. So wurden die Kollegin Maren Eckholtz (Rendsburg) und der Kollege Albert Ketels (Husum) mit großer Mehrheit in die Tarifkommission gewählt.
Aufgrund der Fusion der einzelnen Kirchenkreise von 27 auf 11 hat sich die Gewerkschaft für Kirche und Diakonie Landesverband Nordelbien mit den Neustrukturen ab 2009 beschäftigt. Es wurden unterschiedliche Ideen und Strukturmodelle aufgezeigt. Es gilt nunmehr, im Wege der basisdemokratischen Diskussion eine Entscheidung Anfang 2009 herbeizuführen.
Hubert Baalmann
(Verbandssekretär)
Erstellt von: Hubert Baalmann am 31.10.2008 12:16
Antwort
Die Nennung der verschiedenen Prozentangaben ist hier verwirrend, da "Äpfel mit Birnen" verglichen werden; zudem stimmen die genannten 90% nicht. Fakt ist, dass innerhalb der PEK derzeit ca. 80% (nicht 90%) der Versorgungsverpflichtungen abgedeckt sind. Dies gilt aber exklusive der Beihilfe für die Versorgungsempfänger. Für die Nordkirche wird hingegen eine Absicherung inklusive Beihilfe angestrebt, und hierfür soll der Abdeckungsgrad 60% betragen. Die derzeitige Absicherung der PEK inklusive Beihilfe liegt bei ca. 66%. So weit über den 60% liegt der Abdeckungsgrad der PEK also nicht. Richtig ist, dass die PEK hinsichtlich der Versorgungsabsicherung Finanzkraft in die Nordkirche einbringt. Auf der anderen Seite wird der Kirchenkreis Pommern aber auch von dem Kirchensteueraufkommen der Nordelbier profitieren. Es ist also ein Geben und Nehmen. Und, um einen anderen Politiker zu zitieren, "das ist auch gut so", stärkt es doch unsere Position bei den Verhandlungen und später auch innerhalb der Nordkirche.
Erstellt von: Hartmut Dobbe am 13.10.2008 18:02
Antwort
Im alten Westdeutschland, viele Jahre sind seit dem vergangen, gab es einmal einen Politiker, der klebte fleißig Plakate. „Die Renten sind sicher“ konnte jeder darauf lesen. Dieser Satz fundierte aber auf einem der großen Irrtümer im Nachkriegsdeutschland, nämlich, dass immer genügend Kinder geboren würden, die dann wieder genug Arbeit haben werden und somit die Renten der heute lebenden, erarbeiten würden. Es ist anders gekommen. Die Plakate des inzwischen selbst gealterten Politikers sind verschwunden und jede Bundesregierung muss sich irgendwie mit der scheinbar unlösbaren Frage herumschlagen, wie denn nun immer weniger produktiv tätige Bundesbürger immer mehr Rentnern einen angemessenen Ruhestand erwirtschaften können. Wir kennen die immer wieder selben Diskussionen.
In der Pommerschen Kirche gab es nach der wende eine Konsistorialrätin, die klebte keine Plakate. Sie handelte anders, fast unbemerkt von der Öffentlichkeit. Der Deckungssatz der Pommerschen Kirche für die Pensionen der zukünftigen Pfarrer im Ruhestand liegt bei der Ruhegehaltskasse bei 90 %. Das hat der Pommerschen Kirche in den vergangenen Jahren nach der Wende viel, sehr viel Geld gekostet. Aber keiner der heute in der Pommerschen Kirche Getauften wird einmal wesentliche Teile seiner Kirchensteuer für die Bezahlung der Pensionen alt gewordener Pfarrer aufwenden müssen. Das schafft nötige Freiräume für die Arbeit in den Gemeinden.
Im Fusionsvertrag der drei Landeskirchen aber ist diese gute Absicherung nun aufgegeben. Der Deckungssatz für die Pensionsrückstellungen soll auf 60 % festgeschrieben werden. Der darüber notwendige Betrag soll wohl dann irgendwie von den späteren Generationen aufgebracht werden. Jeder, der die Abhängigkeit der Kirchensteuereinnahmen von der wirtschaftlichen Gesamtlage, ja überhaupt die Brüchigkeit des gesamten Systems Kirchensteuer kennt, wird sich die Augen verwundert reiben.
In der Pommerschen Kirche ist diese tief greifende Veränderung der erreichten Absicherungen scheinbar noch gar nicht recht bemerkt worden, denn zumindest der Pfarrverein hätte ja als Vertretungsorgan der Pfarrerschaft reagieren müssen. Es sind die versteckten Kosten der Fusion, über die zu Reden, jetzt auch an der Zeit ist.
In der Pommerschen Kirche gab es nach der wende eine Konsistorialrätin, die klebte keine Plakate. Sie handelte anders, fast unbemerkt von der Öffentlichkeit. Der Deckungssatz der Pommerschen Kirche für die Pensionen der zukünftigen Pfarrer im Ruhestand liegt bei der Ruhegehaltskasse bei 90 %. Das hat der Pommerschen Kirche in den vergangenen Jahren nach der Wende viel, sehr viel Geld gekostet. Aber keiner der heute in der Pommerschen Kirche Getauften wird einmal wesentliche Teile seiner Kirchensteuer für die Bezahlung der Pensionen alt gewordener Pfarrer aufwenden müssen. Das schafft nötige Freiräume für die Arbeit in den Gemeinden.
Im Fusionsvertrag der drei Landeskirchen aber ist diese gute Absicherung nun aufgegeben. Der Deckungssatz für die Pensionsrückstellungen soll auf 60 % festgeschrieben werden. Der darüber notwendige Betrag soll wohl dann irgendwie von den späteren Generationen aufgebracht werden. Jeder, der die Abhängigkeit der Kirchensteuereinnahmen von der wirtschaftlichen Gesamtlage, ja überhaupt die Brüchigkeit des gesamten Systems Kirchensteuer kennt, wird sich die Augen verwundert reiben.
In der Pommerschen Kirche ist diese tief greifende Veränderung der erreichten Absicherungen scheinbar noch gar nicht recht bemerkt worden, denn zumindest der Pfarrverein hätte ja als Vertretungsorgan der Pfarrerschaft reagieren müssen. Es sind die versteckten Kosten der Fusion, über die zu Reden, jetzt auch an der Zeit ist.
Erstellt von: Gunnar Fischer am 13.10.2008 12:14
Antwort | Kommentare ansehen [1]
Ich finde schon, dass die Nordkirche eine gute Sache ist. Das Problem ist nur die Durchführung. Ist die Kirche schon soweit unten, dass sie sich von allen politischen Standorten entfernen muss? Oder warum wird Lübeck als Standort vorgeschlagen?
In Kiel sitzt die Regierung von S-H, in Schwerin die von M-V. In beiden Städten sind schon kirchliche Infrastrukturen vorhanden, an die man anknüpfen könnte, aber es muss ja unbedingt ein neuer Standort sein. Dass dadurch enorme Kosten verunrsacht werden scheint niemanden zu stören. Aber das Ziel der Fusion ist doch eine Kostenreduzierung? Der IDeale Standort für das Landeskrchenamt und den Hauptbischofsitz wäre meines Erachtens Schwerin oder Hamburg. Beides ist gut zu erreichen und beides ist auch Sitz einer Landesregierung.
Auch wenn die Nordkirche eine neue Kirche sei soll, sollte man nicht zwanghaft sämtliche alten Strukturen verwerfen!
In Kiel sitzt die Regierung von S-H, in Schwerin die von M-V. In beiden Städten sind schon kirchliche Infrastrukturen vorhanden, an die man anknüpfen könnte, aber es muss ja unbedingt ein neuer Standort sein. Dass dadurch enorme Kosten verunrsacht werden scheint niemanden zu stören. Aber das Ziel der Fusion ist doch eine Kostenreduzierung? Der IDeale Standort für das Landeskrchenamt und den Hauptbischofsitz wäre meines Erachtens Schwerin oder Hamburg. Beides ist gut zu erreichen und beides ist auch Sitz einer Landesregierung.
Auch wenn die Nordkirche eine neue Kirche sei soll, sollte man nicht zwanghaft sämtliche alten Strukturen verwerfen!
Erstellt von: Anonym am 09.09.2008 00:46
Antwort
Wir sind eine Gruppe von kircheninteressierten Leuten und haben uns das Ziel gesetzt die Menschen wieder in eine Kirche zu führen ohne gleich mit dem Hammer Glaube zu kommen. Wir wissen alle das ist nicht einfach. So führen wir jeden Monat eine Tour durch. Gemeinsam mit den Gemeinden und den Pastoren hoffen wir auf interessierte Leute. Ja es ist nicht einfach die Menschen wieder in eine Kirche zu führen, aber der Versuch ist es doch Wert.
Mit freundlichen Grüßen
Erhard Prillwitz
www.mueritz-bilder.de
Mit freundlichen Grüßen
Erhard Prillwitz
www.mueritz-bilder.de
Erstellt von: Prillwitz, Erhard am 06.09.2008 19:47
Antwort
Wann findet eine Mitgliederbefragung zum Zusammenschluss der Kirchen statt? Sollte es sowas nicht geben, sehe ich eine große Gefahr, dass sich immer mehr Leute der Kirche (nicht dem Glauben) entfremden. Eine alte Tradition, die sogar die DDR überlebt hat, kann man doch nicht so einfach per Beschluss aufgeben. Den Leuten im Osten geht es doch auch materiell nicht so gut wie im Westen, warum soll sich das nicht auch bei den kirchlichen Jobs widerspiegeln?
Erstellt von: D. Günther am 06.09.2008 08:38
Antwort
Wie soll das Arbeitsvertragsrecht in der Nordkirche geregelt werden?
Erster Weg - Zweiter Weg - Dritter Weg ?
Die Nordkirche kann nach allgemeiner Überzeugung nur erfolgreich sein, wenn die Arbeits- und Dienstverhältnisse aller hauptamtlich Beschäftigten einheitlich geregelt werden. Das gilt für Pastoren genauso wie für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Nach ver.di - Überzeugung muss diese Frage von Anfang an geklärt sein. Doch wie soll dies geschehen? Als Gewerkschaft haben wir die Antwort parat: Auf dem zweiten Weg!
Doch was heißt das eigentlich und welche "Wege" gibt es noch?
Der "Erste Weg" steht für die Regelung der Arbeitsvertragsverhältnisse durch einseitige Regelung von oben, d.h. der Arbeitgeber (Anstellungsträger) entscheidet praktisch allein, zu welchen Bedingungen gearbeitet wird. Bekanntestes Beispiel im kirchlichen bzw. diakonischen Bereich ist das Christliche Jugenddorfwerk (CJD).
Der "Zweite Weg" steht für die Regelung der Arbeitsvertragsverhältnisse durch Tarifverträge. Dies ist die in Deutschland seit Jahrzehnten praktizierte bewährte Methode, zu einem fairen Ausgleich zwischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und Arbeitgebern (Anstellungsträgern) zu gelangen. Die Tarifverträge der Nordelbischen Kirche (KAT, KTD) sind der beste Beweis. Als kirchengemäße Tarifvertragswerke entsprechen sie einer partnerschaftlichen Mitbestimmung unter Wahrung des Auftrags der Kirche (Präambel des Grundlagentarifvertrages). Als Verwirklichung des Tarifvertragsgesetzes (TVG) entfalten sie Gesetzeskraft nicht nur im kirchlichen, sondern auch im weltlichen (staatlichen) Sinne.
Der "Dritte Weg" steht für den Versuch der Kirchen, in Verwirklichung ihres grundgesetzlich garantierten Rechts auf Autonomie im Sinne von Artikel 140 die Arbeitsrechtssetzung in kollektiver Form zu gestalten. Dabei werden über Arbeitsrechtliche Kommissionen (ARK), die paritätisch aus Dienststellenleitungen (Arbeitgebern) und Mitarbeitervertretern (Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer) zusammengesetzt werden, Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR) beschlossen, die Bestandteile der Arbeitsverträge werden. Gesetzeskraft erlangen sie nur für den Kirchenbereich. Eine Wirkung für den weltlichen (staatlichen) Bereich erlangen sie nur über die Einzelarbeitsverträge, nicht aber als kollektive Regelung wie die Tarifverträge! Sämtliche Versuche der Kirchenjuristen, über höchstrichterliche Rechtssprechung die AVR den Tarifverträgen in ihrer Wirkung und Bedeutung gleichzustellen, sind gescheitert.
Die Nordelbische Kirche lebt sehr gut mit dem Zweiten Weg. Der Prozess der grundsätzlichen Neugestaltung des KAT ist ohne die immensen Erschütterungen, die wir teilweise im Bereich z.B. der AVR EKD erlebt haben und noch immer erleben, vor sich gegangen. Dieses lässt sich für die Bildung der Nordkirche wiederholen! Doch dafür ist das eindeutige Bekenntnis aller Beteiligten zum Tarifvertragsweg notwendig. Und dieses Bekenntnis gilt für alle Teile der zukünftigen Nordkirche!
Der VKDA sollte schnellstens mit der Aufgabe betraut werden, die konkreten Schritte zur Vereinheitlichung der Arbeitsrechtssetzung mit den beteiligten Gewerkschaften auszuhandeln.
Ver.di jedenfalls steht bereit, KAT und KTD auch in Mecklenburg und Vorpommern einzuführen und die nötigen Anpassungsschritte - natürlich unter Berücksichtigung der Möglichkeiten, durchaus auch finanzieller Art - zu verhandeln.
Erster Weg - Zweiter Weg - Dritter Weg ?
Die Nordkirche kann nach allgemeiner Überzeugung nur erfolgreich sein, wenn die Arbeits- und Dienstverhältnisse aller hauptamtlich Beschäftigten einheitlich geregelt werden. Das gilt für Pastoren genauso wie für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Nach ver.di - Überzeugung muss diese Frage von Anfang an geklärt sein. Doch wie soll dies geschehen? Als Gewerkschaft haben wir die Antwort parat: Auf dem zweiten Weg!
Doch was heißt das eigentlich und welche "Wege" gibt es noch?
Der "Erste Weg" steht für die Regelung der Arbeitsvertragsverhältnisse durch einseitige Regelung von oben, d.h. der Arbeitgeber (Anstellungsträger) entscheidet praktisch allein, zu welchen Bedingungen gearbeitet wird. Bekanntestes Beispiel im kirchlichen bzw. diakonischen Bereich ist das Christliche Jugenddorfwerk (CJD).
Der "Zweite Weg" steht für die Regelung der Arbeitsvertragsverhältnisse durch Tarifverträge. Dies ist die in Deutschland seit Jahrzehnten praktizierte bewährte Methode, zu einem fairen Ausgleich zwischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und Arbeitgebern (Anstellungsträgern) zu gelangen. Die Tarifverträge der Nordelbischen Kirche (KAT, KTD) sind der beste Beweis. Als kirchengemäße Tarifvertragswerke entsprechen sie einer partnerschaftlichen Mitbestimmung unter Wahrung des Auftrags der Kirche (Präambel des Grundlagentarifvertrages). Als Verwirklichung des Tarifvertragsgesetzes (TVG) entfalten sie Gesetzeskraft nicht nur im kirchlichen, sondern auch im weltlichen (staatlichen) Sinne.
Der "Dritte Weg" steht für den Versuch der Kirchen, in Verwirklichung ihres grundgesetzlich garantierten Rechts auf Autonomie im Sinne von Artikel 140 die Arbeitsrechtssetzung in kollektiver Form zu gestalten. Dabei werden über Arbeitsrechtliche Kommissionen (ARK), die paritätisch aus Dienststellenleitungen (Arbeitgebern) und Mitarbeitervertretern (Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer) zusammengesetzt werden, Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR) beschlossen, die Bestandteile der Arbeitsverträge werden. Gesetzeskraft erlangen sie nur für den Kirchenbereich. Eine Wirkung für den weltlichen (staatlichen) Bereich erlangen sie nur über die Einzelarbeitsverträge, nicht aber als kollektive Regelung wie die Tarifverträge! Sämtliche Versuche der Kirchenjuristen, über höchstrichterliche Rechtssprechung die AVR den Tarifverträgen in ihrer Wirkung und Bedeutung gleichzustellen, sind gescheitert.
Die Nordelbische Kirche lebt sehr gut mit dem Zweiten Weg. Der Prozess der grundsätzlichen Neugestaltung des KAT ist ohne die immensen Erschütterungen, die wir teilweise im Bereich z.B. der AVR EKD erlebt haben und noch immer erleben, vor sich gegangen. Dieses lässt sich für die Bildung der Nordkirche wiederholen! Doch dafür ist das eindeutige Bekenntnis aller Beteiligten zum Tarifvertragsweg notwendig. Und dieses Bekenntnis gilt für alle Teile der zukünftigen Nordkirche!
Der VKDA sollte schnellstens mit der Aufgabe betraut werden, die konkreten Schritte zur Vereinheitlichung der Arbeitsrechtssetzung mit den beteiligten Gewerkschaften auszuhandeln.
Ver.di jedenfalls steht bereit, KAT und KTD auch in Mecklenburg und Vorpommern einzuführen und die nötigen Anpassungsschritte - natürlich unter Berücksichtigung der Möglichkeiten, durchaus auch finanzieller Art - zu verhandeln.
Erstellt von: Wilfried Lunow am 16.07.2008 16:00
Antwort
Daß Kirchen sich gegenseitig helfen, halte ich für selbstverständlich, ob dies in unserem Falle in Gestalt einer Fusion geschehen sollte, ist in meinen Augen fraglich. In einer Kirche wie der Nordelbischen, die einen gewissen demokratischen Anspruch hat, gibt es doch eine ganz einfache Möglichkeit, über das weitere Vorgehen zu entscheiden. Wir haben am ersten Advent Kirchenwahlen. Es wäre gar kein Problem, bei dieser Gelegenheit auch über die Nordkirche abstimmen zu lassen, dann wüßten wir bald, ob die Idee vom Tisch ist, oder ob weiterverhandelt werden sollte- und das wäre dann wirklich eine demokratisch legitimierte Entscheidung, die zur Identifikation der Gemeinden mit ihrer Kirche beitragen würde. Denn wir sind in der Kirche nicht weit entfernt von der angeblichen Verdrossenheit an der Demokratie in der Politik, die in Wirklichkeit Indiz eines Zuwenig an Demokratie ist.
Erstellt von: Mathias Krüger am 08.07.2008 22:19
Antwort
Was mich immer wieder wundert ist, dass die Basis hier fast gar nicht mitmacht. Offenbar ist das "projekt Nordkirche" nur für "die da oben". wen wunderts? Da geht es um bischöfliche Besitzstände, um "Traditionen", aber viel zu wenig um Geistlichkeit. Kirche wird von mir viel zu stark als Verwaltungswasserkopf wahrgenommen. Mein Vorschlag: ein Landesbischof mit Sitz in Ratzeburg, mit einer möglichst klein gehaltenen Kirchenverwaltung. Schleswig, Lübeck, Hamburg Schwerin und Greifswald werden Titularbischofssitze. Verdiente Geistesgrößen werden ehrenhalber zu "Bischof von..." ernannt, ähnlich wie "Abt zu Loccum". Dies wäre ein geistlicher Impuls und spart obendrein auch noch Geld und etliche Referenten, Dienstwagenfahrer etc.
Erstellt von: Björn Busse am 07.07.2008 02:20
Antwort
Warum überhaupt Tarifverträge?
Tarifverträge regeln den Arbeitsmarkt, in dem sie als Kollektivverträge verbindliche Vorgaben für die individuellen Arbeitsverträge machen. Sie greifen dadurch in die Markt-Beziehungen zwischen ArbeitnehmerInnen und Arbeitgebern ein. Der Preis für die Arbeit wird auf diese Weise der möglichen Konkurrenz der ArbeitnehmerInnen untereinander zumindest teilweise entzogen.
Tarifverträge erfüllen also eine Schutzfunktion für die abhängig Beschäftigten. Sie sorgen des weiteren dafür, dass diese an der wirtschaftlichen Entwicklung teilhaben (Verteilungsfunktion) und ermöglichen ihnen insgesamt eine Beteiligung an der autonomen Regelung der Arbeitsbedingungen (Gestaltungsfunktion).
Tarifverträge nutzen jedoch nicht nur den Beschäftigten: Aus Arbeitgebersicht übernehmen die Tarifverträge eine Kartellfunktion und schaffen dadurch einheitliche Wettbewerbsbedingungen bei den Arbeitskosten. Hinzu kommt ihre Friedens- und Ordnungsfunktion: Während der Laufzeit der Verträge besteht Friedenspflicht, das heißt, es darf nicht gestreikt werden. Die Unternehmen erhalten durch die Verträge eine gesicherte Planungs- und Kalkulationsgrundlage.
Bei Verbands- oder Flächentarifverträgen kommt hinzu, dass der Konflikt um Löhne und Arbeitszeiten von den Betrieben ferngehalten und auf die Verbände verlagert wird (Koordinierungsfunktion).
Aus Sicht des Staates ist mit dem Tarifvertragssystem vor allem eine wirkungsvolle Entlastungsfunktion verbunden. Er kann sich auf eine Schlichterrolle bei schweren Tarifkonflikten zurückziehen.
Bedeutung des Tarifrechtes
Eine entscheidende Bedeutung des Tarifrechtes besteht darin, dass ein Tarifvertrag ein Vertrag zwischen gleichstarken Parteien ist. Bei Verträgen zwischen einem individuellen Arbeitnehmer und einem Arbeitgeber wird dagegen davon ausgegangen, dass der Arbeitnehmer der schwächere Partner ist und deswegen geschützt werden muss. Auch bei betrieblichen Bündnissen wird noch von einem Ungleichgewicht der Kräfte ausgegangen, das einen besonderen Schutz der Arbeitnehmerseite rechtfertigt. Im Tarifrecht gibt es diesen besonderen Schutz zum Vorteil nur eines von zwei Vertragspartnern dagegen nicht mehr. In Deutschland genießen beide Tarifvertragsparteien - die Gewerkschaften und die Arbeitgeberverbände - als Koalitionen ihrer Mitglieder den gleichen Schutz nach Art. 9 des Grundgesetzes.
Daraus ergibt sich ein erweiterter Verhandlungsspielraum für die Vertragsparteien: Schutzbestimmungen, die bei Verhandlungen zwischen einem Arbeitnehmer und einem Arbeitgeber unabdingbar sind, können in bestimmten Fällen in zwischen den gleichstarken Verhandlungspartnern abgeschlossenen Tarifverträgen anders gestaltet werden.
Mit dem Tarifrecht gaben sich die Deutschen ein Rechtssystem, in dem Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Regeln ihrer Zusammenarbeit schneller und flexibler ausgestalten können.
Wie entstehen Tarifverträge?
Am Anfang steht die fristgerechte Kündigung des laufenden Tarifvertrages durch die Gewerkschaft. Sie übermittelt dem Arbeitgeberverband ihre Tarifforderungen, die sie nach einer breiten Diskussion der Gewerkschaftsmitglieder in den Betrieben beschlossen hat.
Die Verhandlungen werden von Tarifkommissionen geführt, in denen auf gewerkschaftlicher Seite neben hauptamtlichen Gewerkschaftsfunktionären Mitglieder aus verschiedenen Betrieben teilnehmen.
Tarifverhandlungen für neue Lohn- und Gehaltstarifverträge können bereits nach wenigen Verhandlungen zum Ergebnis führen, manchmal ziehen sie sich aber auch über Monate hin. Auch wenn es nach ergebnislosen Verhandlungen zu einem "tariflosen" Zustand kommt, gelten die alten Tarifverträge zunächst weiter (Stichwort "Nachwirkung").
Tarifabschlüsse in großen Branchen, wie z.B. der Metall- und Elektroindustrie, haben oft eine Orientierungs- und Pilotfunktion für die nachfolgenden Verhandlungen in anderen Wirtschaftszweigen.
Gelingt es den Tarifparteien alleine nicht, durch Verhandlungen zu einem Ergebnis zu kommen, können sie unabhängige Schlichter hinzuziehen. An deren Vorschläge sind sie allerdings nicht gebunden.
Die Gewerkschaften können während der Verhandlungen zu kurzen, befristeten Arbeitsniederlegungen (Warnstreiks) aufrufen.
Wer hat Anspruch?
Anspruch auf tarifliche Regelungen und Leistungen haben ausschließlich die Mitglieder der vertragsschließenden Gewerkschaft im jeweiligen Tarifbereich.
Nicht-Gewerkschaftsmitglieder erhalten in einem tarifgebundenen Unternehmen in der Regel ebenfalls die Tarifleistungen, weil kein Arbeitgeber sie durch schlechtere Arbeits- und Einkommensbedingungen zum Gewerkschaftsbeitritt veranlassen möchte. Sie profitieren damit als "Trittbrettfahrer" von den Ergebnissen gewerkschaftlicher Tarifpolitik. Einen Rechtsanspruch haben sie allerdings nicht, es sei denn, im individuellen Arbeitsvertrag wird ausdrücklich auf die Tarifverträge Bezug genommen.
Vielfach orientieren sich Unternehmen, die nicht im Arbeitgeberverband sind, auch an den Branchentarifen. Dazu sind sie allerdings nicht verpflichtet.
Ausnahme: Wird ein Tarifvertrag für "allgemeinverbindlich" erklärt, dann gilt er für alle
Tarifverträge regeln den Arbeitsmarkt, in dem sie als Kollektivverträge verbindliche Vorgaben für die individuellen Arbeitsverträge machen. Sie greifen dadurch in die Markt-Beziehungen zwischen ArbeitnehmerInnen und Arbeitgebern ein. Der Preis für die Arbeit wird auf diese Weise der möglichen Konkurrenz der ArbeitnehmerInnen untereinander zumindest teilweise entzogen.
Tarifverträge erfüllen also eine Schutzfunktion für die abhängig Beschäftigten. Sie sorgen des weiteren dafür, dass diese an der wirtschaftlichen Entwicklung teilhaben (Verteilungsfunktion) und ermöglichen ihnen insgesamt eine Beteiligung an der autonomen Regelung der Arbeitsbedingungen (Gestaltungsfunktion).
Tarifverträge nutzen jedoch nicht nur den Beschäftigten: Aus Arbeitgebersicht übernehmen die Tarifverträge eine Kartellfunktion und schaffen dadurch einheitliche Wettbewerbsbedingungen bei den Arbeitskosten. Hinzu kommt ihre Friedens- und Ordnungsfunktion: Während der Laufzeit der Verträge besteht Friedenspflicht, das heißt, es darf nicht gestreikt werden. Die Unternehmen erhalten durch die Verträge eine gesicherte Planungs- und Kalkulationsgrundlage.
Bei Verbands- oder Flächentarifverträgen kommt hinzu, dass der Konflikt um Löhne und Arbeitszeiten von den Betrieben ferngehalten und auf die Verbände verlagert wird (Koordinierungsfunktion).
Aus Sicht des Staates ist mit dem Tarifvertragssystem vor allem eine wirkungsvolle Entlastungsfunktion verbunden. Er kann sich auf eine Schlichterrolle bei schweren Tarifkonflikten zurückziehen.
Bedeutung des Tarifrechtes
Eine entscheidende Bedeutung des Tarifrechtes besteht darin, dass ein Tarifvertrag ein Vertrag zwischen gleichstarken Parteien ist. Bei Verträgen zwischen einem individuellen Arbeitnehmer und einem Arbeitgeber wird dagegen davon ausgegangen, dass der Arbeitnehmer der schwächere Partner ist und deswegen geschützt werden muss. Auch bei betrieblichen Bündnissen wird noch von einem Ungleichgewicht der Kräfte ausgegangen, das einen besonderen Schutz der Arbeitnehmerseite rechtfertigt. Im Tarifrecht gibt es diesen besonderen Schutz zum Vorteil nur eines von zwei Vertragspartnern dagegen nicht mehr. In Deutschland genießen beide Tarifvertragsparteien - die Gewerkschaften und die Arbeitgeberverbände - als Koalitionen ihrer Mitglieder den gleichen Schutz nach Art. 9 des Grundgesetzes.
Daraus ergibt sich ein erweiterter Verhandlungsspielraum für die Vertragsparteien: Schutzbestimmungen, die bei Verhandlungen zwischen einem Arbeitnehmer und einem Arbeitgeber unabdingbar sind, können in bestimmten Fällen in zwischen den gleichstarken Verhandlungspartnern abgeschlossenen Tarifverträgen anders gestaltet werden.
Mit dem Tarifrecht gaben sich die Deutschen ein Rechtssystem, in dem Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Regeln ihrer Zusammenarbeit schneller und flexibler ausgestalten können.
Wie entstehen Tarifverträge?
Am Anfang steht die fristgerechte Kündigung des laufenden Tarifvertrages durch die Gewerkschaft. Sie übermittelt dem Arbeitgeberverband ihre Tarifforderungen, die sie nach einer breiten Diskussion der Gewerkschaftsmitglieder in den Betrieben beschlossen hat.
Die Verhandlungen werden von Tarifkommissionen geführt, in denen auf gewerkschaftlicher Seite neben hauptamtlichen Gewerkschaftsfunktionären Mitglieder aus verschiedenen Betrieben teilnehmen.
Tarifverhandlungen für neue Lohn- und Gehaltstarifverträge können bereits nach wenigen Verhandlungen zum Ergebnis führen, manchmal ziehen sie sich aber auch über Monate hin. Auch wenn es nach ergebnislosen Verhandlungen zu einem "tariflosen" Zustand kommt, gelten die alten Tarifverträge zunächst weiter (Stichwort "Nachwirkung").
Tarifabschlüsse in großen Branchen, wie z.B. der Metall- und Elektroindustrie, haben oft eine Orientierungs- und Pilotfunktion für die nachfolgenden Verhandlungen in anderen Wirtschaftszweigen.
Gelingt es den Tarifparteien alleine nicht, durch Verhandlungen zu einem Ergebnis zu kommen, können sie unabhängige Schlichter hinzuziehen. An deren Vorschläge sind sie allerdings nicht gebunden.
Die Gewerkschaften können während der Verhandlungen zu kurzen, befristeten Arbeitsniederlegungen (Warnstreiks) aufrufen.
Wer hat Anspruch?
Anspruch auf tarifliche Regelungen und Leistungen haben ausschließlich die Mitglieder der vertragsschließenden Gewerkschaft im jeweiligen Tarifbereich.
Nicht-Gewerkschaftsmitglieder erhalten in einem tarifgebundenen Unternehmen in der Regel ebenfalls die Tarifleistungen, weil kein Arbeitgeber sie durch schlechtere Arbeits- und Einkommensbedingungen zum Gewerkschaftsbeitritt veranlassen möchte. Sie profitieren damit als "Trittbrettfahrer" von den Ergebnissen gewerkschaftlicher Tarifpolitik. Einen Rechtsanspruch haben sie allerdings nicht, es sei denn, im individuellen Arbeitsvertrag wird ausdrücklich auf die Tarifverträge Bezug genommen.
Vielfach orientieren sich Unternehmen, die nicht im Arbeitgeberverband sind, auch an den Branchentarifen. Dazu sind sie allerdings nicht verpflichtet.
Ausnahme: Wird ein Tarifvertrag für "allgemeinverbindlich" erklärt, dann gilt er für alle
Erstellt von: vkm Deutschland und GKD / ARK Pommern am 26.06.2008 14:38
Antwort
Gewerkschafts Vertreter der Nordkirche fordern Beteiligung!
Die gewerkschaftlichen Vertreter der Arbeitsrechtlichen Kommission der Mecklenburgischen Landeskirche, der Landeskirche Pommern und der Gewerkschaft für Kirche und Diakonie, Landesverband Nordelbien, haben die „Arbeitsstelle der Nordkirche“ aufgefordert, sie an der neuen Arbeitsrechtsetzung für die geplante Nordkirche mit einzubinden.
Derzeit ist es so, dass es im Rahmen der Steuerungsgruppen eine Untergruppe Stellenplanung gibt, die aber nicht durch arbeitsrechtsetzende Menschen besetzt ist. Die Arbeitsrechtsetzung in den drei Landeskirchen ist unterschiedlich. So gibt es im Bereich der Landeskirchen Mecklenburg und Pommern den Dritten Weg. Die Landeskirche Nordelbien praktiziert seit Jahrzehnten den Zweiten Weg. Der entscheidende Unterschied ist hier, dass im Rahmen der Arbeitsrechtsregelung des Dritten Weges, Kolleginnen und Kollegen aus der Mitarbeitervertretung durch berufene oder gewählte Mandate die Arbeitsrechtsetzung gestalten. Der Zweite Weg ist, dass Gewerkschaften mit dem Arbeitgeberverband Tarifverträge kirchengemäß verhandeln.
Diesen Anspruch haben die Gewerkschaftsvertreter gegenüber den einzelnen Landeskirchen und den Arbeitsgruppen eingefordert.
Die Gewerkschaftsvertreter als auch die Mitarbeitervertreter in den entscheidenden Gremien sind sich darüber einig, dass alles daran gesetzt werden muss, um mit den Entscheidungsträgern den zweiten Weg (Arbeitgeberverband- Gewerkschaften) zu verhandeln.
Zeitgleich hat das Gremium auch mit den Stimmen aus Mecklenburg und Vorpommern beschlossen, Gespräche zur Vereinheitlichung des kirchlichen Arbeitsrechtes aufzunehmen, und zwar zur Dienstgeberseite mit dem schon bestehenden VKDA (Verband Kirchlicher und Diakonischer Anstellungsträger).
Es kann und darf nicht sein, dass über die Köpfe der Mitarbeitenden und hier sind ca. 17.000 Beschäftigte zu zählen, Entscheidungen getroffen werden und sie keine Mitsprache und keine Mandate haben.
Gemäß der Eckpunkte der gemeinsamen Verfassung heißt es in Punkt 11
„Es wird ein einheitliches Besoldungs- und Vergütungssystem für die gesamte Kirche angestrebt“. Hier wollen und müssen wir als Vertreter aller kirchlichen Mitarbeitenden an den Entscheidungen teilhaben.
Für die Arbeitsrechtliche Kommission Pommern, Manfred Hanse;
Für die Arbeitsrechtliche Kommission Mecklenburg, Volker Schulenburg
Für die Gewerkschaft vkm Landesverband Nordelbien, Klaus-Dirk Wildoer
Die gewerkschaftlichen Vertreter der Arbeitsrechtlichen Kommission der Mecklenburgischen Landeskirche, der Landeskirche Pommern und der Gewerkschaft für Kirche und Diakonie, Landesverband Nordelbien, haben die „Arbeitsstelle der Nordkirche“ aufgefordert, sie an der neuen Arbeitsrechtsetzung für die geplante Nordkirche mit einzubinden.
Derzeit ist es so, dass es im Rahmen der Steuerungsgruppen eine Untergruppe Stellenplanung gibt, die aber nicht durch arbeitsrechtsetzende Menschen besetzt ist. Die Arbeitsrechtsetzung in den drei Landeskirchen ist unterschiedlich. So gibt es im Bereich der Landeskirchen Mecklenburg und Pommern den Dritten Weg. Die Landeskirche Nordelbien praktiziert seit Jahrzehnten den Zweiten Weg. Der entscheidende Unterschied ist hier, dass im Rahmen der Arbeitsrechtsregelung des Dritten Weges, Kolleginnen und Kollegen aus der Mitarbeitervertretung durch berufene oder gewählte Mandate die Arbeitsrechtsetzung gestalten. Der Zweite Weg ist, dass Gewerkschaften mit dem Arbeitgeberverband Tarifverträge kirchengemäß verhandeln.
Diesen Anspruch haben die Gewerkschaftsvertreter gegenüber den einzelnen Landeskirchen und den Arbeitsgruppen eingefordert.
Die Gewerkschaftsvertreter als auch die Mitarbeitervertreter in den entscheidenden Gremien sind sich darüber einig, dass alles daran gesetzt werden muss, um mit den Entscheidungsträgern den zweiten Weg (Arbeitgeberverband- Gewerkschaften) zu verhandeln.
Zeitgleich hat das Gremium auch mit den Stimmen aus Mecklenburg und Vorpommern beschlossen, Gespräche zur Vereinheitlichung des kirchlichen Arbeitsrechtes aufzunehmen, und zwar zur Dienstgeberseite mit dem schon bestehenden VKDA (Verband Kirchlicher und Diakonischer Anstellungsträger).
Es kann und darf nicht sein, dass über die Köpfe der Mitarbeitenden und hier sind ca. 17.000 Beschäftigte zu zählen, Entscheidungen getroffen werden und sie keine Mitsprache und keine Mandate haben.
Gemäß der Eckpunkte der gemeinsamen Verfassung heißt es in Punkt 11
„Es wird ein einheitliches Besoldungs- und Vergütungssystem für die gesamte Kirche angestrebt“. Hier wollen und müssen wir als Vertreter aller kirchlichen Mitarbeitenden an den Entscheidungen teilhaben.
Für die Arbeitsrechtliche Kommission Pommern, Manfred Hanse;
Für die Arbeitsrechtliche Kommission Mecklenburg, Volker Schulenburg
Für die Gewerkschaft vkm Landesverband Nordelbien, Klaus-Dirk Wildoer
Erstellt von: vkm Deutschland LV NE und GKD Mecklenburg / ARK Pommern am 26.06.2008 13:06
Antwort
Ein Wort aus dem Gesamtausschuss der Mitarbeitervertretungen in der PEK:
Auf dem Weg zu einer Nordkirche sind viele Aspekte zu beachten und eine Menge Aufgaben zu erfüllen. Es ist gut, wenn die Verantwortlichen zum Mitmachen auffordern.
Ein wichtiger Bereich, der weiter bearbeitet werden muss, ist die Situation der Beschäftigten in den drei Kirchen und ihrer Diakonie. Ihre Spitzengremien, die Gesamtausschüsse der Mitarbeitervertretungen, arbeiten bereits auf diesem Gebiet und bieten ihre Mitarbeit am Fusionsprozess an. Leider war bisher kein Interesse der Steuerungs- und ihrer Untergruppen an einer Mitarbeit der Arbeitnehmergremien zu erkennen.
Wir bedauern das sehr, zumal uns die Ängste und Befindlichkeiten unserer kirchlichen Beschäftigten vertraut sind und wir sie in einen konstruktiven Entwicklungsprozess einbringen wollen.
Darum möchten wir alle Synodale und auch die Kirchenleitungen mit ihren Steuerungsgremien weiterhin ermutigen und auffordern: Macht mit der Einladung zum Mitmachen Ernst. Bezieht uns Beschäftigte in der Kirche ein in die Überlegungen und Verhandlungen zur Vorbereitung der Fusion. Ladet unsere Gesamtausschüsse ein in die Arbeitstagungen und Sitzungen, zum Beispiel der Untergruppe Stellenplanung. Wenn wir eine neue gemeinsame Kirche schaffen wollen, dann wollen wir als Arbeitnehmervertreter unsere Kompetenz auch gern einbringen.
Auf dem Weg zu einer Nordkirche sind viele Aspekte zu beachten und eine Menge Aufgaben zu erfüllen. Es ist gut, wenn die Verantwortlichen zum Mitmachen auffordern.
Ein wichtiger Bereich, der weiter bearbeitet werden muss, ist die Situation der Beschäftigten in den drei Kirchen und ihrer Diakonie. Ihre Spitzengremien, die Gesamtausschüsse der Mitarbeitervertretungen, arbeiten bereits auf diesem Gebiet und bieten ihre Mitarbeit am Fusionsprozess an. Leider war bisher kein Interesse der Steuerungs- und ihrer Untergruppen an einer Mitarbeit der Arbeitnehmergremien zu erkennen.
Wir bedauern das sehr, zumal uns die Ängste und Befindlichkeiten unserer kirchlichen Beschäftigten vertraut sind und wir sie in einen konstruktiven Entwicklungsprozess einbringen wollen.
Darum möchten wir alle Synodale und auch die Kirchenleitungen mit ihren Steuerungsgremien weiterhin ermutigen und auffordern: Macht mit der Einladung zum Mitmachen Ernst. Bezieht uns Beschäftigte in der Kirche ein in die Überlegungen und Verhandlungen zur Vorbereitung der Fusion. Ladet unsere Gesamtausschüsse ein in die Arbeitstagungen und Sitzungen, zum Beispiel der Untergruppe Stellenplanung. Wenn wir eine neue gemeinsame Kirche schaffen wollen, dann wollen wir als Arbeitnehmervertreter unsere Kompetenz auch gern einbringen.
Erstellt von: Thomas Franke am 25.06.2008 12:44
Antwort
Wenn ich den Bericht zur Rostocker Veranstaltung zur Nordkirche recht verstehe, waren bei der Veranstaltung neben den Laien der Kirchenleitung nur die anwesend, in deren Arbeitsbereichen(Verwaltung, übergemeindliche Dienste) bei einer Fusion gespart werden soll. Der Überbau sorgt sich um sich.
Die Gemeinden scheinen begriffen zu haben, dass die Zukunft der Kirche schon lange nicht mehr durch Fusionen der Apparate und nicht in Kirchenleitungen oder Verwaltungen besorgt wird und bleiben Veranstaltungen fern, in denen sie nur mehr oder weniger gut informiert werden, aber keinerlei Einfluss haben sollen.vernünftig.
Die Gemeinden scheinen begriffen zu haben, dass die Zukunft der Kirche schon lange nicht mehr durch Fusionen der Apparate und nicht in Kirchenleitungen oder Verwaltungen besorgt wird und bleiben Veranstaltungen fern, in denen sie nur mehr oder weniger gut informiert werden, aber keinerlei Einfluss haben sollen.vernünftig.
Erstellt von: Vera Potulski am 23.06.2008 23:41
Antwort
Grundsätzlich ist es wohl sinnvoll, wenn sich schon aus wirtschaftlichen Gründen die Kirchen im Norden zusammenschließen.
Zunächst sollte das eine verwaltungsmässige Organisation sein, um Resourcen wirklich sinnvoll wirtschaflich zu nutzen.
Nicht sinnvoll ist in diesem Zusammenhang jedoch und das nicht nur für die Mitarbeiter des Kirchenamtes in Kiel, das eine gut funktionierende Behörde ist und die ganz ohne Not verlegt werden soll, eben dieselbe nach Lübeck. Eine Verlegung soll kompetenten Aussagen zur Folge ca. 20 Millionen Euro kosten. Da fasse ich mich jedoch an den Kopf. Ich werde jedenfalls vor diesem Hintergrund kein erbetenes freiwlliges Kirchgeld oder ähniches zahlen. Wer so mit den anvertrauten Geldern umgeht hat vollkommen die Bodenhaftung verloren und den Kontakt zur vielgepriesenen Basis, die alles trägt ohnehin.
Bedauerm kann ich nur die Pastoren und Pastorinnen, die nach außen hin für allen Unsinn gerade stehen müssen und nach meinen Informationen bei diesem Prozeß kaum eingebunden sind.
Sinnvoll mag eine Kirche im Norden ja sein, aber unter diesen finanziellen Voraussetzungen: nein danke. Es ist schon merkwürdig mit welcher Eile der Fusionsprozess vorangetrieben wird. Warum eigentlich? Wollen hohe Kirchenfürsten sich damit vor ihrem Abgang ein Denkmal setzen? Arme Kirche.
Zunächst sollte das eine verwaltungsmässige Organisation sein, um Resourcen wirklich sinnvoll wirtschaflich zu nutzen.
Nicht sinnvoll ist in diesem Zusammenhang jedoch und das nicht nur für die Mitarbeiter des Kirchenamtes in Kiel, das eine gut funktionierende Behörde ist und die ganz ohne Not verlegt werden soll, eben dieselbe nach Lübeck. Eine Verlegung soll kompetenten Aussagen zur Folge ca. 20 Millionen Euro kosten. Da fasse ich mich jedoch an den Kopf. Ich werde jedenfalls vor diesem Hintergrund kein erbetenes freiwlliges Kirchgeld oder ähniches zahlen. Wer so mit den anvertrauten Geldern umgeht hat vollkommen die Bodenhaftung verloren und den Kontakt zur vielgepriesenen Basis, die alles trägt ohnehin.
Bedauerm kann ich nur die Pastoren und Pastorinnen, die nach außen hin für allen Unsinn gerade stehen müssen und nach meinen Informationen bei diesem Prozeß kaum eingebunden sind.
Sinnvoll mag eine Kirche im Norden ja sein, aber unter diesen finanziellen Voraussetzungen: nein danke. Es ist schon merkwürdig mit welcher Eile der Fusionsprozess vorangetrieben wird. Warum eigentlich? Wollen hohe Kirchenfürsten sich damit vor ihrem Abgang ein Denkmal setzen? Arme Kirche.
Erstellt von: Car E. Asmuss am 20.06.2008 22:57
Antwort
Es findet sich immer wieder betont, dass der Prozess zur Bildung der Nordkirche gleichberechtigt und zwischen den drei Partnern „auf Augenhöhe“ erfolgen soll. Dies sollte meines Erachtens einschließen, dass alle drei Partner bis zur Beschlussfassung über die Verfassung der gemeinsamen Nordkirche in gleicher Weise auf die Entscheidungen Einfluss nehmen können. Es sei denn, dass sich z.B. aufgrund der deutlichen Unterschiede in der Zahl der Kirchenmitglieder in Nordelbien, Mecklenburg und Pommern die drei Partner auf unterschiedlich gewichtete Einflussmöglichkeiten verständigen. Dies ist bisher aber nicht geschehen.
Warum wird dann aber die Beschlussfassung über die künftige Verfassung der Nordkirche in der verfassungsgebenden Synode so geplant, dass die Synodalen aus Mecklenburg und etwas abgeschwächt auch die Synodalen aus Pommern einen deutlich geringeren Einfluss auf die Entscheidung haben als die Synodalen aus Nordelbien?
Die verfassungsgebende Synode wird aus 272 Synodalen bestehen, davon 57 aus Mecklenburg, 140 aus Nordelbien und 75 aus Pommern.
Die Verabschiedung der Verfassung ist zur Zeit so geplant, dass die Zustimmung von mindestens zwei Dritteln der Mitglieder der verfassungsgebenden Synode und zugleich jeweils mehr als der Hälfte der Synodalen aus Mecklenburg, Nordelbien und Pommern erforderlich ist. Daraus ergeben sich folgende Rechenbeispiele.
Beispiel 1:
Aus Nordelbien stimmen 71 Synodale (>1/2) der Verfassung zu. Aus Pommern stimmen 50 Synodale (2/3) zu. Das macht zusammen 121 Stimmen für die Verfassung. Es fehlen für die 2/3-Mehrheit aller 272 Synodalen noch 61 Stimmen. Diese 61 Stimmen können aus Mecklenburg nicht aufgebracht werden, weil Mecklenburg nur 57 Synodale hat. Selbst wenn alle 57 Synodalen aus Mecklenburg für die Verfassung stimmen, ist die Verfassung abgelehnt.
Beispiel 2:
Anders ist es im umgekehrten Fall. Aus Mecklenburg stimmen nur 29 Synodale (>1/2) der Verfassung zu. Aus Pommern stimmen wieder 50 Synodale (2/3) zu. Das macht zusammen 79 Stimmen für die Verfassung. Es fehlen für die 2/3-Mehrheit aller 272 Synodalen noch 103 Stimmen. Diese 103 Stimmen können aus Nordelbien aufgebracht werden, wenn 74 % der nordelbischen Synodalen zustimmen. Stimmen mindestens 103 nordelbische Synodale zu, ist die Verfassung angenommen.
Beispiel 3:
Aus Mecklenburg stimmen 29 Synodale (>1/2) der Verfassung zu. Aus Pommern stimmen 38 Synodale (>1/2) zu. Das macht zusammen 67 Stimmen für die Verfassung. Es fehlen für die 2/3-Mehrheit aller 272 Synodalen noch 115 Stimmen. Diese 115 Stimmen können aus Nordelbien aufgebracht werden, wenn 83 % der nordelbischen Synodalen zustimmen. Stimmen also mindestens 115 nordelbische Synodale zu, ist die Verfassung angenommen, obwohl aus Mecklenburg und Pommern jeweils nur eine Mehrheit von gerade mehr als der Hälfte der Synodalen zugestimmt hat. Umgekehrt ist es weder für Mecklenburg noch für Pommern möglich, eine Annahme der Verfassung zu erreichen, wenn in den beiden anderen Kirchen jeweils nur eine Mehrheit von gerade mehr als der Hälfte der Synodalen zugestimmt hat. Rechnen Sie es nach.
Beispiel 4:
Aus Mecklenburg stimmen 29 Synodale (>1/2) der Verfassung zu. Aus Nordelbien stimmen 94 Synodale (2/3) zu. Das macht zusammen 123 Stimmen für die Verfassung. Es fehlen für die 2/3-Mehrheit aller 272 Synodalen noch 59 Stimmen. Diese 59 Stimmen können aus Pommern aufgebracht werden, wenn 79 % der pommerschen Synodalen zustimmen. Geschieht dies, ist die Verfassung angenommen.
Beispiel 5:
Etwas anders ist es im umgekehrten Fall. Aus Pommern stimmen 38 Synodale (>1/2) der Verfassung zu. Aus Nordelbien stimmen 94 Synodale (2/3) zu. Das macht zusammen 132 Stimmen für die Verfassung. Es fehlen für die 2/3-Mehrheit aller 272 Synodalen noch 50 Stimmen. Um diese 50 Stimmen aufzubringen, reicht es in Mecklenburg nicht, wenn 79 % der Synodalen zustimmen wie in Pommern im Beispiel 4, sondern es müssen 88 % der mecklenburgischen Synodalen zustimmen. Geschieht dies, ist die Verfassung angenommen.
Die Beispiele zeigen, dass es allein durch die geringere Zahl der Synodalen für Mecklenburg deutlich schwieriger ist, sowohl eine Zustimmung als auch eine Ablehnung der Verfassung der Nordkirche durchzusetzen. In etwas weniger ausgeprägter Form gilt dies auch für Pommern. Anders formuliert: Die Möglichkeiten, die Entscheidung über die künftige Verfassung der Nordkirche im gewünschten Sinne zu beeinflussen, sind für Nordelbien deutlich besser als für Mecklenburg und Pommern.
Dies verletzt den allgemeinen Grundsatz jedes demokratischen Wahlrechts, dass jede Stimme das gleiche Gewicht haben muss.
Vermeiden lasen sich diese Verwerfungen ganz unproblematisch, wenn aus jeder der drei Partnerkirchen jeweils mindestens 2/3 der Synodalen der Verfassung der Nordkirche zustimmen müssen. Im Übrigen gibt es aus guter demokratischer Tradition stammende Gründe dafür, dass derart weitreichende Veränderungen, wie die Inkraftsetzung einer neuen Verfassung einer qualifizierten Mehrheit von 2/3 der stimmberechtigten Mitglieder der verfassungsgebenden Versammlung bedürfen. Dafür spricht insbesondere, dass in der Demokratie Macht und Verantwortung den Entscheidungsträgern aufgrund von Wahlen nur auf Zeit verliehen werden. Damit weitreichende Veränderungen nach den nächsten Wahlen und gegebenenfalls veränderten Mehrheiten nicht wieder in Frage gestellt werden, sollen sie nur vorgenommen werden, wenn eine hinreichend breite Mehrheit von 2/3 ihnen zugestimmt hat. Warum dieser Gedanke für den Zusammenschluss von drei Kirchen zu einer neuen Kirche mit einer neuen gemeinsamen Verfassung nicht gelten soll, erschließt sich mir nicht.
Stefan Mahlburg
Warum wird dann aber die Beschlussfassung über die künftige Verfassung der Nordkirche in der verfassungsgebenden Synode so geplant, dass die Synodalen aus Mecklenburg und etwas abgeschwächt auch die Synodalen aus Pommern einen deutlich geringeren Einfluss auf die Entscheidung haben als die Synodalen aus Nordelbien?
Die verfassungsgebende Synode wird aus 272 Synodalen bestehen, davon 57 aus Mecklenburg, 140 aus Nordelbien und 75 aus Pommern.
Die Verabschiedung der Verfassung ist zur Zeit so geplant, dass die Zustimmung von mindestens zwei Dritteln der Mitglieder der verfassungsgebenden Synode und zugleich jeweils mehr als der Hälfte der Synodalen aus Mecklenburg, Nordelbien und Pommern erforderlich ist. Daraus ergeben sich folgende Rechenbeispiele.
Beispiel 1:
Aus Nordelbien stimmen 71 Synodale (>1/2) der Verfassung zu. Aus Pommern stimmen 50 Synodale (2/3) zu. Das macht zusammen 121 Stimmen für die Verfassung. Es fehlen für die 2/3-Mehrheit aller 272 Synodalen noch 61 Stimmen. Diese 61 Stimmen können aus Mecklenburg nicht aufgebracht werden, weil Mecklenburg nur 57 Synodale hat. Selbst wenn alle 57 Synodalen aus Mecklenburg für die Verfassung stimmen, ist die Verfassung abgelehnt.
Beispiel 2:
Anders ist es im umgekehrten Fall. Aus Mecklenburg stimmen nur 29 Synodale (>1/2) der Verfassung zu. Aus Pommern stimmen wieder 50 Synodale (2/3) zu. Das macht zusammen 79 Stimmen für die Verfassung. Es fehlen für die 2/3-Mehrheit aller 272 Synodalen noch 103 Stimmen. Diese 103 Stimmen können aus Nordelbien aufgebracht werden, wenn 74 % der nordelbischen Synodalen zustimmen. Stimmen mindestens 103 nordelbische Synodale zu, ist die Verfassung angenommen.
Beispiel 3:
Aus Mecklenburg stimmen 29 Synodale (>1/2) der Verfassung zu. Aus Pommern stimmen 38 Synodale (>1/2) zu. Das macht zusammen 67 Stimmen für die Verfassung. Es fehlen für die 2/3-Mehrheit aller 272 Synodalen noch 115 Stimmen. Diese 115 Stimmen können aus Nordelbien aufgebracht werden, wenn 83 % der nordelbischen Synodalen zustimmen. Stimmen also mindestens 115 nordelbische Synodale zu, ist die Verfassung angenommen, obwohl aus Mecklenburg und Pommern jeweils nur eine Mehrheit von gerade mehr als der Hälfte der Synodalen zugestimmt hat. Umgekehrt ist es weder für Mecklenburg noch für Pommern möglich, eine Annahme der Verfassung zu erreichen, wenn in den beiden anderen Kirchen jeweils nur eine Mehrheit von gerade mehr als der Hälfte der Synodalen zugestimmt hat. Rechnen Sie es nach.
Beispiel 4:
Aus Mecklenburg stimmen 29 Synodale (>1/2) der Verfassung zu. Aus Nordelbien stimmen 94 Synodale (2/3) zu. Das macht zusammen 123 Stimmen für die Verfassung. Es fehlen für die 2/3-Mehrheit aller 272 Synodalen noch 59 Stimmen. Diese 59 Stimmen können aus Pommern aufgebracht werden, wenn 79 % der pommerschen Synodalen zustimmen. Geschieht dies, ist die Verfassung angenommen.
Beispiel 5:
Etwas anders ist es im umgekehrten Fall. Aus Pommern stimmen 38 Synodale (>1/2) der Verfassung zu. Aus Nordelbien stimmen 94 Synodale (2/3) zu. Das macht zusammen 132 Stimmen für die Verfassung. Es fehlen für die 2/3-Mehrheit aller 272 Synodalen noch 50 Stimmen. Um diese 50 Stimmen aufzubringen, reicht es in Mecklenburg nicht, wenn 79 % der Synodalen zustimmen wie in Pommern im Beispiel 4, sondern es müssen 88 % der mecklenburgischen Synodalen zustimmen. Geschieht dies, ist die Verfassung angenommen.
Die Beispiele zeigen, dass es allein durch die geringere Zahl der Synodalen für Mecklenburg deutlich schwieriger ist, sowohl eine Zustimmung als auch eine Ablehnung der Verfassung der Nordkirche durchzusetzen. In etwas weniger ausgeprägter Form gilt dies auch für Pommern. Anders formuliert: Die Möglichkeiten, die Entscheidung über die künftige Verfassung der Nordkirche im gewünschten Sinne zu beeinflussen, sind für Nordelbien deutlich besser als für Mecklenburg und Pommern.
Dies verletzt den allgemeinen Grundsatz jedes demokratischen Wahlrechts, dass jede Stimme das gleiche Gewicht haben muss.
Vermeiden lasen sich diese Verwerfungen ganz unproblematisch, wenn aus jeder der drei Partnerkirchen jeweils mindestens 2/3 der Synodalen der Verfassung der Nordkirche zustimmen müssen. Im Übrigen gibt es aus guter demokratischer Tradition stammende Gründe dafür, dass derart weitreichende Veränderungen, wie die Inkraftsetzung einer neuen Verfassung einer qualifizierten Mehrheit von 2/3 der stimmberechtigten Mitglieder der verfassungsgebenden Versammlung bedürfen. Dafür spricht insbesondere, dass in der Demokratie Macht und Verantwortung den Entscheidungsträgern aufgrund von Wahlen nur auf Zeit verliehen werden. Damit weitreichende Veränderungen nach den nächsten Wahlen und gegebenenfalls veränderten Mehrheiten nicht wieder in Frage gestellt werden, sollen sie nur vorgenommen werden, wenn eine hinreichend breite Mehrheit von 2/3 ihnen zugestimmt hat. Warum dieser Gedanke für den Zusammenschluss von drei Kirchen zu einer neuen Kirche mit einer neuen gemeinsamen Verfassung nicht gelten soll, erschließt sich mir nicht.
Stefan Mahlburg
Erstellt von: Stefan Mahlburg am 02.05.2008 20:39
Antwort
Otto Normal-Kirchenmitglied darf mitmachen? Das hört sich gut an, also "Beitrag eingeben" und... .Huch, warum kann ich da nicht schreiben? Ganz einfach, wie viele normale Menschen verwenden Sie den Microsoft Internet Explorer – hier versagt die Technik. Es ist schon über einen Monat her, dass ich den Betreiber dieser Seite darauf aufmerksam gemacht habe, es funktioniert immer noch nicht. Nun haben Sie zwei Möglichkeiten:
1. Verwenden Sie Mozilla Firefox, da funktioniert es sicher oder versuchen Sie einen anderen Browser.
2. Schreiben Sie Ihren Beitrag an mich ( s-sabrowski@t-online.de ), ich stelle ihn dann – natürlich unter Ihrem Namen und eMail-Adresse – für Sie ein.
Ich würde mich freuen, wenn ein breites Kirchenvolk hier mitmacht und finde es schade, wenn ein großer Teil ausgegrenzt ist.
1. Verwenden Sie Mozilla Firefox, da funktioniert es sicher oder versuchen Sie einen anderen Browser.
2. Schreiben Sie Ihren Beitrag an mich ( s-sabrowski@t-online.de ), ich stelle ihn dann – natürlich unter Ihrem Namen und eMail-Adresse – für Sie ein.
Ich würde mich freuen, wenn ein breites Kirchenvolk hier mitmacht und finde es schade, wenn ein großer Teil ausgegrenzt ist.
Erstellt von: Sigrid Sabrowski am 25.04.2008 21:18
Antwort
Wenn ich richtig gerechnet habe, würden sich zur Nordkirche noch 38,6 % der Bevölkerung zählen. Kann man da noch von einer "Volkskirche" (was auch immer das sein mag) sprechen? Sind die kirchlichen Vertreter Nordelbiens wirklich bereit, ihr überkommenes Dogma von einer "Volkskirche" abzulegen? Die geistliche Prägung der Christen aus der ehemaligen DDR ist ein Geschenk für alle. Ob dies so gewürdigt wird, bezweifele ich.
Erstellt von: Michael Goos am 23.04.2008 20:41
Antwort
Sehr geehrte Synodalen,
ich hielt das Projekt einer Nordkirche anfangs für eine großartige Idee. Dies hat sich aber geändert, je mehr und je intensiver ich mich mit diesem Thema auseinandergesetzt habe. Plötzlich waren da so viele offene Fragen. Fragen, auf die ich keine Antwort gefunden habe. Wie ich soeben dieser Seite entnehmen konnte, stellen sich genau diese Fragen jetzt auch die Kirchenkreise Nordelbiens und wünschen eine Verschiebung der Abstimmung bezüglich des Fusionsvertrages in das Jahr 2009. Mir persönlich macht das Projekt Nordkirche mittlerweile ziemlich große Angst, da ich unter Umständen unmittelbar davon betroffen sein werde. Denn es ist nicht geklärt, ob es in einer Nordkirche weiter einen Tarifvertrag geben wird, oder der dritte Weg gegangen wird. Ebenfalls nicht geklärt ist die Standortfrage der künftigen Verwaltung. Im Gespräch sind Hamburg, Kiel, Lübeck und Schwerin. Als Mitarbeiter des Nordelbischen Kirchenamtes möchte ich natürlich in Kiel bleiben und kann auch nicht verstehen, wieso überhaupt über die Frage einer Standortverlegung nachgedacht wird, wo in Kiel doch eine funktionierende Verwaltung vorhanden ist. Ich schätze mal, meine Kollegen und Kolleginnen in den beiden anderen Landeskirchen sehen dies ähnlich. Ich weiss nicht, ob Sie es sich vorstellen können wie es ist, wenn sie sich mittlerweile wirklich jeden Tag mit diesem Thema auseinandersetzen müssen und nicht wissen, wohin in ein paar Jahren die Reise gehen wird. Täglich neue Gerüchte, wer das Rennen machen wird: Mal ist es Lübeck, dann heißt es Hamburg und seit ein paar Tagen wird Schwerin als neuer Standort heiß gehandelt. Nur von Kiel habe ich bislang noch nichts gehört. Vielleicht können Sie ja jetzt verstehen, warum mir das Thema Nordkirche mehr Angst macht, als Freude bereitet. Ich möchte meinen Arbeitsplatz in Kiel und mein Privatleben in Schleswig behalten. Denn so, wie es jetzt ist, ist es gut und so soll es auch bleiben. Und so wie mir, denke ich mal geht es auch allen anderen Kollegen und Kolleginnen. Ich möchte nicht Opfer einer Fusion werden und Angst vor der Gründung der Nordkirche haben. Ich möchte den Fusionsvertrag, dem Sie in Kürze wahrscheinlich Ihre Stimme geben werden, loyal und voller Freude mittragen. Ich wünsche mir von den Verantwortlichen, dass sie im Vorwege erstmal alle offenen Fragen vernünftig klären, man sich darauf besinnt, dass es in Kiel eine funktionierende und gut eingespielte Verwaltung gibt und man sie dort belässt, dass KAT und KTD weiterhin gelten werden, dass keine MitarbeiterInnen der drei Landeskirchen bei der Ausrichtung zur Nordkirche Angst um ihren Arbeitsplatz haben müssen, oder Angst, aus der gewohnten Umgebung umziehen zu müssen. Liebe Synodalen, nehmen Sie uns bitte mit auf den Weg zur Nordkirche und lassen Sie uns nicht draußen vor, wenn Sie dem Fusionsvertrag Ihre Stimme geben. Wenn ich die Nordkirche mit dem Bau eines Hauses vergleiche, dann sind wir MitarbeiterInnen sicher nicht das Fundament, aber doch eine tragende Säule, auf die beim Bau des Hauses unter keinen Umständen verzichtet werden kann. Ich würde mich freuen, wenn ich ein kleiner Baustein dieser tragenden Säule werden dürfte und keine Angst haben müsste, dass die Säule aufgrund handwerklicher Mängel zusammenzubrechen droht. Vielen Dank für Ihr Verständnis.
ich hielt das Projekt einer Nordkirche anfangs für eine großartige Idee. Dies hat sich aber geändert, je mehr und je intensiver ich mich mit diesem Thema auseinandergesetzt habe. Plötzlich waren da so viele offene Fragen. Fragen, auf die ich keine Antwort gefunden habe. Wie ich soeben dieser Seite entnehmen konnte, stellen sich genau diese Fragen jetzt auch die Kirchenkreise Nordelbiens und wünschen eine Verschiebung der Abstimmung bezüglich des Fusionsvertrages in das Jahr 2009. Mir persönlich macht das Projekt Nordkirche mittlerweile ziemlich große Angst, da ich unter Umständen unmittelbar davon betroffen sein werde. Denn es ist nicht geklärt, ob es in einer Nordkirche weiter einen Tarifvertrag geben wird, oder der dritte Weg gegangen wird. Ebenfalls nicht geklärt ist die Standortfrage der künftigen Verwaltung. Im Gespräch sind Hamburg, Kiel, Lübeck und Schwerin. Als Mitarbeiter des Nordelbischen Kirchenamtes möchte ich natürlich in Kiel bleiben und kann auch nicht verstehen, wieso überhaupt über die Frage einer Standortverlegung nachgedacht wird, wo in Kiel doch eine funktionierende Verwaltung vorhanden ist. Ich schätze mal, meine Kollegen und Kolleginnen in den beiden anderen Landeskirchen sehen dies ähnlich. Ich weiss nicht, ob Sie es sich vorstellen können wie es ist, wenn sie sich mittlerweile wirklich jeden Tag mit diesem Thema auseinandersetzen müssen und nicht wissen, wohin in ein paar Jahren die Reise gehen wird. Täglich neue Gerüchte, wer das Rennen machen wird: Mal ist es Lübeck, dann heißt es Hamburg und seit ein paar Tagen wird Schwerin als neuer Standort heiß gehandelt. Nur von Kiel habe ich bislang noch nichts gehört. Vielleicht können Sie ja jetzt verstehen, warum mir das Thema Nordkirche mehr Angst macht, als Freude bereitet. Ich möchte meinen Arbeitsplatz in Kiel und mein Privatleben in Schleswig behalten. Denn so, wie es jetzt ist, ist es gut und so soll es auch bleiben. Und so wie mir, denke ich mal geht es auch allen anderen Kollegen und Kolleginnen. Ich möchte nicht Opfer einer Fusion werden und Angst vor der Gründung der Nordkirche haben. Ich möchte den Fusionsvertrag, dem Sie in Kürze wahrscheinlich Ihre Stimme geben werden, loyal und voller Freude mittragen. Ich wünsche mir von den Verantwortlichen, dass sie im Vorwege erstmal alle offenen Fragen vernünftig klären, man sich darauf besinnt, dass es in Kiel eine funktionierende und gut eingespielte Verwaltung gibt und man sie dort belässt, dass KAT und KTD weiterhin gelten werden, dass keine MitarbeiterInnen der drei Landeskirchen bei der Ausrichtung zur Nordkirche Angst um ihren Arbeitsplatz haben müssen, oder Angst, aus der gewohnten Umgebung umziehen zu müssen. Liebe Synodalen, nehmen Sie uns bitte mit auf den Weg zur Nordkirche und lassen Sie uns nicht draußen vor, wenn Sie dem Fusionsvertrag Ihre Stimme geben. Wenn ich die Nordkirche mit dem Bau eines Hauses vergleiche, dann sind wir MitarbeiterInnen sicher nicht das Fundament, aber doch eine tragende Säule, auf die beim Bau des Hauses unter keinen Umständen verzichtet werden kann. Ich würde mich freuen, wenn ich ein kleiner Baustein dieser tragenden Säule werden dürfte und keine Angst haben müsste, dass die Säule aufgrund handwerklicher Mängel zusammenzubrechen droht. Vielen Dank für Ihr Verständnis.
Erstellt von: S.Grantzau am 19.04.2008 22:16
Antwort
Ich halte die Fusion der drei Landeskirchen im Norden im Prinzip für vernünftig. Ich habe jedoch Angst, dass die Zusammenarbeit mit der Dänischen Kirche in Südschleswig darunter leiden wird und die Fusion benutzt wird, um Bischofsstellen einzusparen. Bitte baut die Bischofsstellen in Schleswig und Lübeck nicht ab! Ich würde mir eine Fusion mit mehr Sensibilität für die Geschichte der einzelnen Regionen und auch mit mehr Offenheit im Vorfeld bestimmter Entscheidungen wünschen. Denn es bleibt ja meine und unsere Kirche. venlig hilsen/freundliche Grüße, Jan Feddersen
Erstellt von: Jan Feddersen am 03.04.2008 15:53
Antwort
Da ist Ihnen wirklich eine schöne Werbeseite gelungen. Ist es so gemeint, dass wir die Nordkirche „kaufen“ sollen? Bei der bisherigen Vorgehensweise in Sachen Information und Beteiligung kann man zumindest nicht davon ausgehen, dass die Mitglieder die Nordkirche „tragen“ sollen.
Wohin geht unsere Kirche – ohne ihre Menschen mit auf den Weg zu nehmen?
Mutig finde ich, dass Sie hier den genauen Wortlaut wegweisender Dokumente wiedergeben. So ist es also wahr, das die A20 und der Tourismus für eine Kirchenfusion von Bedeutung sind (Seite 2, Punkt 7 der „Sätze, die uns leiten“). Na, wenn denn der christliche Glaube und Theologie keine besseren Argumente hergeben, muss das wohl so sein.
Hat irgendjemand eine Ahnung, warum so viele Menschen ihrer Kirche den Rücken zukehren?
Wohin geht unsere Kirche – ohne ihre Menschen mit auf den Weg zu nehmen?
Mutig finde ich, dass Sie hier den genauen Wortlaut wegweisender Dokumente wiedergeben. So ist es also wahr, das die A20 und der Tourismus für eine Kirchenfusion von Bedeutung sind (Seite 2, Punkt 7 der „Sätze, die uns leiten“). Na, wenn denn der christliche Glaube und Theologie keine besseren Argumente hergeben, muss das wohl so sein.
Hat irgendjemand eine Ahnung, warum so viele Menschen ihrer Kirche den Rücken zukehren?
Erstellt von: Sigrid Sabrowski am 13.03.2008 16:54
Antwort | Kommentare ansehen [2]
Lieber Bruder Neumann - und alle die Sie an dieser Seite mitgewirkt haben,
ich gratuliere Ihnen zu dieser gelungenen Präsentation! Die gemeinsame Kirche im Norden braucht Bilder von Menschen und Orten in unseren Köpfen, damit sie Gestalt annehmen kann. Dazu tragen Sie bei. Und es braucht klare Informationen, wer wann was macht. Vielen Dank dafür.
Uns allen wünsche ich gutes Gelingen und Gottes Segen bei unserem Vorhaben.
ich gratuliere Ihnen zu dieser gelungenen Präsentation! Die gemeinsame Kirche im Norden braucht Bilder von Menschen und Orten in unseren Köpfen, damit sie Gestalt annehmen kann. Dazu tragen Sie bei. Und es braucht klare Informationen, wer wann was macht. Vielen Dank dafür.
Uns allen wünsche ich gutes Gelingen und Gottes Segen bei unserem Vorhaben.
Diese Seite einzurichten finde ich eine gelungene, gute Idee. Auch die Gestaltung spricht mich an. Die Seite dient hoffentlich dazu, neue Informationen schnell zugänglich zu machen und vielen die Möglichkeit zur Meinungsäußerung zu geben.
Danke.
Danke.
Erstellt von: Raik Harder am 06.03.2008 11:06
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